Insektenhotels für aktiven Artenschutz

Insektenhotels sind Nist- und Überwinterungshilfen für Wildbienen, Wespen und andere Insektenarten. Diese braucht es, weil Insekten heute immer seltener Hohlräume in der Natur finden. Die Bienen und Wespen, die hier wohnen, sind Solitärarten: Sie bilden keinen Staat wie die Honigbienen, sondern leben allein.

Was sind Nützlinge?

IInsekten wie Florfliegen, Schwebfliegen oder Marienkäfer sind sehr nützliche Insekten im Garten, denn sie ernähren sich von Blattläusen und anderen Schädlingen. Deshalb werden sie auch als Nützlinge bezeichnet.

Andere Insekten bestäuben Obstbäume und Gartenpflanzen wie z. B. die Wildbienen; von ihnen gibt es in der Schweiz 580 Arten! Diese wichtige Rolle könnte in Zukunft noch wichtiger werden, weil seit einigen Jahren viele Honigbienen-Völker aus verschiedenen Gründen krank sind.

Einige Insekten sind sogar "doppelt" nützlich: Die Larven der Florfliege beispielsweise ernähren sich von Blattläusen, während das erwachsene Insekt vom Blütennektar lebt.

Warum brauchen Insekten Hotels?

Insekten brauchen Hohlräume als Versteck, um zu überwintern oder um ihre Eier zu legen. Manche graben dazu Erdlöcher oder nagen Röhren in dürre Pflanzenstängel, andere benutzen Mauerspalten oder Käferfrassgänge im Totholz. Heute aber sind solche Plätze seltener geworden.

Viele Wildbienen-Arten sind vom Aussterben bedroht, weil ihre natürlichen Lebensräume zerstört werden – ein Grund mehr, sie im Garten anzusiedeln!

Sind Wildbienen gefährlich?

Wildbienen sind Solitärbienen: Sie bilden keinen Staat wie die Honigbienen, sondern leben allein. Da sie keinen Staat verteidigen müssen, stechen sie erst, wenn man sie fängt. Schwebfliegen sehen mit ihrer gelbbraunen Körperfärbung zwar bedrohlich aus, besitzen aber keinen Stachel.

Was gibt es zu beobachten?

Solange eine Bienenmutter mit dem Bau ihrer Kinderstube beschäftigt ist, kannst du sie regelmässig bei ihren Versorgungsflügen beobachten. Sobald sie die letzte Zelle der Brutkammer geschlossen hat, stirbt sie. Das Leben in dem engen Brutröhrchen geht aber weiter! Wenn du einen Blick in die Kinderstube werfen möchtest, kannst du ein oder mehrere Bambusröhrchen längs aufschneiden. Mit einem Bürogummi kannst du nun die beiden Teile aufeinander legen und das Röhrchen in das Insektenhotel hineinschieben. Lege es etwas abwärts, so kann das Wasser ablaufen, falls das Röhrchen nass werden sollte.

Erst wenn die Bienenmutter ihre Arbeiten am Nest beendet hat, kannst du das Röhrchen hin und wieder vorsichtig herausnehmen, um hinein zu blicken. Normale Glas- oder Plastikröhrchen eignen sich weniger, weil sich im Inneren Kondenswasser bilden kann und die Brutzellen dadurch leicht verschimmeln.

Wie kann ich Wildbienen in meinen Garten anlocken?

Um viele verschiedene Tiere in einen Garten zu locken, muss man ihnen sowohl Nahrung als auch den geeigneten Lebensraum anbieten. Nisthilfen anzubieten macht ausserdem dann Sinn, wenn in der Nähe naturnahe Flächen mit einheimischen Blütenpflanzen vorhanden sind.

Da einige Wildbienen bereits ab März fliegen, sind frühblühende Arten, z.B. Lungenkraut, Hohler Lerchensporn, Kriechender Günsel oder Taubnessel wichtig. Idealerweise sollte von März bis September eine andauernde Blütenfolge vorhanden sein. Eine Auswahl von geeigneten Blumenarten findest du im BirdLife-Merkblatt.

Diese und weitere Infos als NAMU-Merkblatt herunterladen (PDF).



Quellen und weitere Links



Den verschiedenen Wildbienen-Arten werden Hohlräume in unterschiedlichen Materialien und Grössen angeboten.
 
 
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Das Wildbienen-Weibchen trägt Pollen und Nektar in einen Hohlraum, legt ein Ei dazu und verschliesst den Gang.

Aus dem Ei schlüpft die Larve (hier von einer Gehörnten Mauerbiene) und ernährt sich vom Pollen-Vorrat. Nach einigen Wochen spinnt sie einen Kokon und verpuppt sich. Erst im nächsten Frühjahr schlüpft die junge Wildbiene und fliegt aus.

 



















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