Nachhaltiges Konsumverhalten

Ein einzelner Mensch kann viel bewegen. Viele zusammen stellen eine nicht wegzudiskutierende Macht dar. Je mehr Menschen nachhaltig konsumieren und damit langfristig eine ökologisch, ökonomisch, sozial, global und lokal sinnvolle Lebensgrundlage auf der Erde sichern, desto selbstverständlicher wird ein solches Denken und Handeln.

Dafür ist allerdings das Denken in oft weitverzweigten und den Globus umspannenden Systemen notwendig. Der BUND Saarbrücken möchte dieses „Denken in Systemen“ für alle und alltagstauglich aufbereiten. Denn: Der einzelne überblickt oft nicht die Konsequenzen seines Handelns. Wenn jedoch viele nachhaltig konsumieren, tut dies allen Menschen gut!

Lassen Sie sich also von unseren „Wegweisern“ zu einem nachhaltigen Konsumverhalten anregen. Dazu müssen Sie keineswegs zum Asketen werden, sondern Sie können im Gegenteil einiges an Lebensqualität hinzugewinnen.

Das Konzept Nachhaltigkeit und seine wichtigen Aspekte

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung so zu gestalten, dass die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben und dass wirtschaftliches und soziales Wohlergehen für gegenwärtige und künftige Generationen erreicht werden kann – bei uns und weltweit.“ So kurz beschreibt der Rat für nachhaltige Entwicklung in seinem „Ampelbericht“ von 2008 das Konzept Nachhaltigkeit. Explizit ist hier nur von Wirtschaft und Gesellschaft die Rede, meist wird Nachhaltigkeit jedoch in einem Drei-Säulen-Modell beschrieben, in dem die Prinzipien Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit zusammenspielen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verknüpfung von globalem und lokalem Denken und Handeln.

Nachhaltigkeit spielt mindestens seit den 90er Jahren in der nationalen und internationalen Politik eine Rolle. Die UNO hat mit der Konferenz von Rio 1992 („Erdgipfel“) und mehreren Folgekonferenzen ein Zeichen gesetzt. In der „Agenda 21“ verpflichtet die Weltgemeinschaft die einzelnen Regierungen, nationale Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln, die bisher getrennt betrachtete Bereiche gesellschaftlichen Handelns im Zusammenhang sehen. So werden Artensterben oder Klimaschutz, Energiepolitik oder Generationenvertrag Teil eines größeren Plans. Die EU wie auch die Bundesregierung haben darauf reagiert und dokumentieren den Fortschritt in regelmäßigen Berichten (s.u.).

Was hat der Verbraucher davon?

Wer Produkte der Region (mit kurzen Transportwegen) kauft, auf kontrolliert biologischen Anbau, fairen Handel (z.B. bei Kaffee, Tee oder Schokolade), artgerechte Tierhaltung, Müllvermeidung bei der Verpackung usw. achtet, hat in mehrfacher Hinsicht einen Nutzen davon: Gerade bei Lebensmitteln wirken sich umwelt- und naturschonende Herstellungsverfahren direkt auf die Gesundheitsförderlichkeit des Produktes aus. Allergien und viele andere „Zivilisationskrankheiten“ werden z. B. durch Zusatz- und Giftstoffe in der Nahrung begünstigt. Müllvermeidung sorgt für weniger Hausmüll und für tendenziell geringere Müllgebühren. Fairer Handel sichert Lebensqualität im Erzeugerland, ist praktische Entwicklungshilfe und hilft, Krisen in Staaten der „Dritten Welt“ vorzubeugen. Regionale Produkte erfordern weniger Verkehrsaufkommen und erzeugen damit mehr Platz auf den Autobahnen, weniger Abgase, usw...

Schon diese wenigen Argumente könnten sogar sogenannte „egoistische“ Verbraucher anregen, „nachhaltig“ einzukaufen, auch wenn es zunächst teurer zu sein scheint. Außerdem gilt: Nachhaltiges Konsumieren und Wirtschaften ist dazu geeignet, uns und nachfolgenden Generationen (z. B. unseren Kindern und Enkeln) eine intakte Lebenswelt auf der Erde zu erhalten.


Soweit wir externe Links anbieten, können wir trotz Kontrolle keine Haftung für deren Inhalte übernehmen. Der Inhalt verlinkter Seiten steht ausschließlich in der Verantwortung des jeweiligen Betreibers.