Protokolle‎ > ‎

januar-2013

PROTOKOLL NABU- Versammlung

Ort: evangelisches Gemeindehaus – Fredersdorf, Ernst-Thälmann-Str.

Zeit. 17.01.2013, 18.30 Uhr

Anwesend: als Gäste: Fr. Bierau, Anja - Vogelsdorf

Hr. Bierau, Gerd - Vogelsdorf

Hr. Ehlert, Falk – Fredersdorf-Nord (Anwohner Quartier 4 )

Hr. Heller, Klaus-Günter -1.Vorsitzender Angelsportgruppe Vog.e.V.

Hr. Lindenberg, Dennis – Gemeindevertreter

Fr. Müller, Doreen – Vogelsdorf

Hr. Noske, Eckard - Vorsitzender der Lokalen Agenda

Mitglieder und Ehrenmitglieder der NABU-OG Vogelsdorf-Fredersdorf e.V.

Tagesordung:

1. Thema: Auswertung Biotop-Zerstörung am Birkenpfuhl in Vogelsdorf

2.Thema: Informationen zum Staßenbau Quartier 4 in Fredersdorf-Nord

zu 1.:

Der große Personenkreis zeigt das rege Interesse an den o.g. Themen. Herr Klemm informiert über die Siutation am Birkenpfuhl und über das Gespäch beim BGM Herrn Dr. Klett am 15.01.13. Dieses ergab sich aus der Notwendigkeit, dass wütende Bürgerfragen an NABU Mitglieder gestellt wurden, warum diesem Baumfrevel zugestimmt wurde. Der

BGM zeigte sich völlig überrascht , es soll dazu ein Ortstermin stattfinden. (Kontrolle!) Eine Anzeige bei der UNB wegen Biotop-Zerstörung hat diese ablehnend beantwortet mit der Aussage der Biotop würde dadurch aufgewertet.

Herr Lindenberg: schildert sein Zusammentreffen mit der Fa. Kalz am Beginn der Fällarbeiten. Er bekommt bis zum heutigen Tag kein Auftrag für die Fällarbeiten zu sehen.

Herr Schmittke: Nach welchen Kriterien werden Gutachten erstellt? Wer hat ein finanzielles Interesse am Verkauf des Holzes?

Herr Anderssen: In welchem Umfang ist ein Gutachter verantwortlich? In den vielen Jahren seines Lebens in Vogelsdorf ist aus seiner Sicht die Lebensqualität erheblich gesunken, weil es ohne Rücksicht den Bäumen an den Kragen geht. Wer kann den ökologischen Wert eines Baumes überhaupt festlegen?

Herr Schramm: Die offensichtlichen Unstimmigkeiten zu den Fällungen sollten nicht nur mit dem BGM geklärt werden, sondern auch über die Presse öffentlich gemacht werden.

Herr Klemm: Viele Mißstände ergebensich aus der fehlenden Baumschutzsatzung unserer Gemeinde. BGM sollte u.a. auch auf die Erhaltung von Bäumen auf Privatgrundstücken angesprochen werden. Wir sollten uns dazu im Vorfeld eine Meinung erarbeiten.

Unsere Stimme sollten nur diejenigen bekommen, die sich für die Natur einsetzen.

Unzureichend ist auch die Zusammenarbeit mit Herrn Gawenda; wie weit reicht seine Entscheidungsbefugnis?

Herr Heller: Als Pächter der Seeflächen (incl. Birkenpfuhl) hatte er mit dem BGM ein Treffen zu der Frage zum künftigen Platz für die Angelsportgruppe. Er meint mit den Bäumen habe er nichts zu tun, von einem Fälltermin habe er nichts gewußt. Bei einem Treffen am Strandbereich des Sees mit dem Vorstand der NABU OG hatte es eine Abstimmung zur Fällung einiger Pappeln gegeben, von denen durch Bruchäste Gefahr ausging. Er informiert, dass am Badebereich jetzt alle Pappel gefällt sind.

Frau Bierau: In Vogelsdorf aufgewachsen, sieht Sie den Grünwert des Ortes im Bestand der Bäume mit weiten Baumkronen mit viel Vogelgezwitscher (Vogelsdorf!!). Dazu zählt auch die idyllische Atmosphäre am See, die kein anderes Dorf so eingebunden mit Grundstücken vorweisen kann, der Badebereich im Schatten der alten Bäume ist ein Anziehungspunkt für groß und klein. Es wird durch die angrenzenden Felder ohne Bäume ein „anderer“ Wind wehen. Mit dem Fällen der Bäume – 75 Stück sind zu viel- schwindet Ihrer Meinung nach der Wert des Dorfes. Sie warf die Frage auf: „Ist in den ganzen Jahren jemand durch einen Baum zu Schaden gekommen?“

Diese Frage konnte nicht mit JA beantwortet werden.

Herr Lindenberg: Er legt eine Recherche vor von der TU Berlin, Kooperations-u.Beratungsstelle für Umweltfragen zu Untersuchnungen zur ökologischen Wertigkeit von Hybrid-und Schwarzpappeln. Auszug: ..“die vermeintliche Nutzlosigkeit von Hybridpappeln für Ökosysteme ist eindeutig zu widerlegen, da viele Tier-und Pflanzenarten, darunter auch Rote Liste-Arten in Hybridpappel-Standorten zu finden sind...Hybridpappeln effiziente Biofilter für belastestes Bodenwasser, besonders in Nähe von Ackerflächen sind...Hybridpappeln bei Niederschlagsdefiziten infolge der Klimaerwärmung in Flussauen eine bessere Überlebenschance haben und durch Ihre Kronenbeschattung die Gewässertemperaturen im Sommer begrenzen können...Hybridpappelalleen zum lokalen Wind-und Klimaschutz beitragen...Hybridpappeln im höheren Alter landschaftsästetisch wertvoll sind. „

Fr. Kreutzmann: Vom OLG Köln gibt es ein Urteil wie folgt:...“Der Umstand, dass bei stärkeren Windböen von einer 60 Jahre alten Pappel gesunde Äste abbrechen können, begründet noch keinen Anspruch auf Beseitigung des Baumes“.

Die Mehrheit der Teilnehmer ist vom Kahlschlag am Birkenpfuhl schlichtweg „erschlagen“. Wie ein geringer Sachschaden dass massive Roden von allen Pappeln zur Folge haben kann ist nicht nachzuvollziehen.

Herr Schmittke: Die finanzielle Lage der Gemeinde erlaubt keine adäquate Nachpflanzung.

Herr Bassin: Wichtig ist, wo nachgepflanzt wird. Der Birkenpfuhl, der vielen Insekten, Vögeln, (Brutplatz Schwan!) und Amphibien Lebensplatz gebotenhat,sollte sich wieder regenerieren können. Für 75 Bäume sollten 50 nachgepflanzt werden, das sollte schriftlich festgehalten werden. Ein gemeinsamer Artikel sollte mit Fau Höfer (MOZ) abgestimmt werden.

Herr Lindenberg: Ortstermin mit BGM sollte vor dem 31.01.13 (GV-Sitzung)sein

zu 2.: Herr Klemm informiert über einen Treff mit Herrn Rudeck aus Neuenhagen in Fredersdorf. Er verliest eine Stellungnahme der OG zur Regenwasserableitung Quartier 4, dort will die Gemeinde aus technischen Gründen eine Allee mit 17 vitalen Bäumen fällen.

Herr Ehlert: Schildert seine Erfahrungen mit der Gemeinde, keine positiven – wenn alle gesunden Bäume entfernt werden,sollen; im Zeichen des Klimawandels für Ihn nicht zu verstehen. Die Aussage der Gemeinde: die Lerchenstraße soll Baum-und Strauchfrei sein, (möglicherweise als Umleitung für die L30, wenn diese ausgebaut wird ?)

Herr Schwenk: Findet Entscheidung der Gemeinde richtig – Thema Schichtenwasser

Meinungen zu dieser Thematik sind konträr. - Es gibt auch gute Straßenlösungen in

Fredersdorf. Vorgeschlagen wurde eine Renaturierung der „Moppel-Kuhle“ als Auffangbecken für Oberflächenwasser.

Die Frage zum Ende der beiden Themen: Wie geht es weiter? Wie kann Rechtssicherheit hergestellt werden? Wenden wir uns an die übergeordnete Behörde, um eventuell Dienstaufsichtsbeschwerden – bzw. Fachaufsichtsbeschwerden in Gang zu bringen?

Da es um Bürgerbelange (Baumbestand im öffentlichen Gelände ist Gemeineigentum )

geht, muß auch eine Aufklärung der Unstimmigkeiten für den Bürger erfolgen.

Nachsatz zum Protokoll von Frau Bierau:

Sie hat am 18.01.13 mit dem Baumgutachter Herrn Trautmann telefoniert und wurde von diesem darüber informiert , dass es kein konkretes Gutachten für die Fällung aller Pappeln bzw. einen Auftrag dazu gibt.

Nach einer Begehung , im Zusammenhang mit einem anderen OT mit Herrn Gawenda ist lediglich von Herrn Trautmann eine Empfehlung zur Fällung aller Pappeln rund um den Krummen See ausgesprochen worden.

Comments