Wasser sparen

...oder : Kekse aus Fockbek 

Meine Großtante Hilde wohnt in Fockbek. Und Fockbek ist weit draußen auf'm Land. Und weil sie so weit draußen wohnt und schon ein bisschen älter ist, hat sie jetzt erst etwas vom Thema "Wassersparen" mitbekommen. Eigentlich waren es die Stadtwerke, die ihr zur Jahresabrechnung eine Broschüre über das "Wassersparen" näher brachten. Aber das nur nebenbei. Nun hatte sie mich mal wieder zum Kaffee und Kuchen* eingeladen. Bei knapp 28C saßen wir nun dann gemütlich in ihrem Garten und meine Großtante Hilde fing mit dem besagten Thema an. Das Wassersparen ja nun eine wichtige Sache für die Umwelt und (insbesondere) für ihren Geldbeutel sei, hätten Ihr die Wasserwerke in einem tollen, bunten Prospekt mitgeteilt. Sie würde dies auch tun. Denn anstatt sich jeden Morgen zu baden, würde sie nun Wasser und Seife ins Waschbecken laufen lassen und sich damit waschen. Das ginge übrigens auch viel schneller als baden. Soweit, so gut. Doch damit nicht genug. Das Restwasser könne man auch noch ganz prima "weiternutzen". Dieses würde sie in ihren Putzeimer umfüllen und danach ihr Bad wischen. Das fand ich nun weniger "gut", denn mir wurde so langsam schlecht. Und das Wasser, was dann noch übrig sei, das würde sie in den WC-Spülkasten kippen. Der Appetit an dem mitgebrachten Kuchen war mir nun ganz vergangen.

Das ist nun knapp 3 Jahre her. Aber meine Großtante lebt noch immer und erfreut sich jedes Jahr über die eingesparten Wasserkosten. Man sagt ja, das kleine Kinder und alte Leute mitunter "etwas komisch"** sind - kleine Kinder sind noch erziehbar, bei alten Leuten sollte man manchmal keine Diskussionen anfangen, schon allein des Familienfriedens Willen.

*sie hat zu hause keinen Kuchen, nur alte Kekse von letztem Jahr Weihnachten. Aber da die selbst gemacht sind "und kein Haltbarkeitsdatum drauf ist" (O-Ton Großtante Hilde), sind sie auch noch im Sommer "frisch". Oder eher hart und trocken. So liegt es dann immer an mir, Kuchen vom Bäcker mit zu bringen. Aber ich tue es gerne, insbesondere weil einem dann die Kekse erspart bleiben.

**zum Thema alte Leute und komisch : Meine liebe Großmutter fährt regelmäßig 350 km ins Münsterland zu ihrer Schwester und nimmt sich immer(!) einen selbst abgefüllten Sack Erde mit. Mit der Begründung : "Ach, bei meiner Schwester ist der Boden viel besser - nich' so'n Drecksram wie bei uns. Und ihre Blumen blühen immer schöner als meine und ihr Gemüse schmeckt besser." Dünger vom 2 km entfernten Baumarkt hätte es wahrscheinlich auch getan.

Aber bei einer Sache gebe ich ihr Recht : Oma’s selbst gemachter Erdbeerkuchen ist der Beste.
Das liegt nur an am Münsterländer Mutterboden ;)