"Musik spricht für sich allein. Vorausgesetzt, wir geben ihr eine Chance."
Yehudi Menuhin


Unsere Anliegen und Ziele

Chemnitz verfügt mit der Robert-Schumann Philharmonie über einen der Stadt gemäßen hervorragenden Klangkörper. Dazu gehören in der Chemnitzer Oper Solisten, Chor, Ballett und viele musikbegeisterte Menschen, die dafür sorgen, daß sich der Vorhang für das Chemnitzer Publikum öffnet.

Doch das breite musikalische Angebot der Philharmoniker über das Orchester hinaus, die vielfältigen Kooperationen mit der Musikschule, mit Kindertagesstätten, Schulen, Gymnasien und Kirchgemeinden ist durch die ungesicherte Finanzierung der städtischen Theater gefährdet. Das Urteil über die Einrichtungen der musikalischen Bildung scheint bereits gesprochen.

Keine andere Stadt in Sachsen hat ihrer kommunalen Musikschule in den letzten Jahren derart Ressourcen und Personal entzogen wie Chemnitz. Fast 90 Prozent der Musikpädagogen arbeiten seit 2006 nur als Honorarlehrer. Der Stundensatz wurde bis heute nicht erhöht. Trotzdem leisten die Musikpädagogen weiter hervorragende Arbeit. Musikensembles wurden aufgebaut, Konzerte einstudiert und Schülerinnen und Schüler auf Landes- und Bundeswettbewerbe vorbereitet. Der in den letzten Jahren wachsende Ruf der städtischen Musikschule als ausgezeichnete Bildungseinrichtung schlug sich in deutlich steigenden Schülerzahlen nieder.
 
Die Musikschule hat dafür lange weder mehr Mittel noch Raum bekommen, der notwendige Musikschulausbau wurde immer wieder verschoben. Im Zuge des Haushaltskonsolidierungs-programms wurden eine Anmeldegebühr eingeführt, generell die Gebühren erhöht und de facto ein Aufnahmestopp erlassen. Anfangsunterricht gibt es nur noch in Gruppen. Zu Beginn dieses Schuljahres wurde darüber hinaus die Stundenzahl der freien Musikpädagogen gekürzt. Zwei Wochen während der regulären Schulzeit sollte damit kein Unterricht erteilt werden. Durch breiten Protest konnte das abgewendet werden. Ist die städtische Musikschule der Stadtverwaltung nur noch ein Klotz am Bein?

Andere Städte bieten da ein anderes Bild. Jedes Jahr verliert Chemnitz hochbegabte Musikschülerinnen und -schüler an die Musikgymnasien nach Dresden, Zwickau und Leipzig. Zwar schaffte die Stadt auf Betreiben des André-Gymnasiums die baulichen Voraussetzungen für die Einführung eines musischen Profils in Chemnitz. Gegen den ablehnenden Bescheid des Kultusministeriums im August dieses Jahres legte sie jedoch keinen Widerspruch ein. Die abgewanderten Musikschülerinnen und Musikschüler, meist fortgeschrittene Instrumentalisten, fehlen den Laienorchestern und Ensembles der Stadt. Ihre Eltern und Verwandten konzentrieren sich auf die anderen Städte und sind weniger in Musik, Kunst und Theater in Chemnitz daheim.

Musikalische Bildung fördert Kreativität und Intelligenz. Das Musizieren in der Gruppe unterstützt die Entwicklung von sozialen Kompetenzen und trägt positiv zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Ein Instrument lernen setzt schöpferische Kräfte frei und eröffnet die Möglichkeit, sich jenseits von Sprache auszudrücken. Wer Musik macht, setzt sich aktiv mit Musik auseinander und nimmt interessiert am Musikleben teil. All dies scheint für Verwaltungsspitze und Teile des Stadtrates wenig Stellenwert zu haben. In Sorge um eine kulturelle Verarmung unserer Stadt werben wir deshalb für mehr Wertschätzung für die Musik und musikalische Bildung in Chemnitz.
(Text: Annekathrin Giegengack)

Dafür setzen wir uns ein:
  • Auch junge Chemnitzerinnen und Chemnitzer sollen Musiker werden können. Von der frühkindlichen Bildung bis zum Erwerb der künstlerischen Hochschulreife werden dafür die erforderlichen Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen und bereitgehalten.
  • Die drittgrößte Stadt Sachsens braucht endlich ein Gymnasium mit musischem Profil (Dr. Wilhelm André Gymnasium). Das wird auf Landesebene durchgesetzt.
  • Die Robert-Schumann-Philharmonie bleibt ein A-Orchester in jetziger Größe. Das garantiert Kooperationen für musikalische Bildung und ein breites Musik-Angebot einschließlich der Oper Chemnitz mit überregionaler Ausstrahlung.
  • Mindestens die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer an der städtischen Musikschule wird fest angestellt. Ein sicheres, planbares Budget mit fairem Stundensatz steht für die Honorarlehrerinnen und -lehrer zur Verfügung. Schülerinnen und Schüler von Honorarlehren erhalten genau so viel Stunden wie die von angestellten Lehrern.
  • Die städtische Musikschule erhält einen Saal für mindestens 250 Zuhörer und weitere Unterrichtsräume, auch für laute Instrumente.
  • Die überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Freien Träger musikalischer Bildung (Vereine, Laien-Orchester, Chöre) können mit stabiler Förderung rechnen.
  • Die Musikbibliothek wird ausreichend personell und mit Medien bestückt.

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