Sportart

Geschichte

Der Moderne Fünfkampf ist eine vielseitige Sportart mit langer Tradition. In der Antike vereinte der Fünfkampf die Disziplinen Diskuswerfen, Weitsprung (mit Gewichten), Speerwerfen, Stadionlauf und Ringkampf. Im Modernen Fünfkampf ist davon nur das Laufen übrig geblieben. Die Verbindung der Teildisziplinen Fechten, Schwimmen, Reiten, Schießen und Laufen ist seit den Spielen 1912 in Stockholm Teil des olympischen Wettkampfprogramms.

Doch auch die Ausführung dieser Disziplinen unterlag im Laufe der Zeit diversen Veränderungen. Lange Zeit blieb dieser Sport nur den Männern vorbehalten. Erst seit 2000 ist dieser Sport auch für die Frauen olympisch. Um die Attraktivität dieser Sportart für den Zuschauer zu erhöhen und die Sportart im olympischen Programm zu erhalten, gab es seit 2009 weitere Modifizierungen.

Moderner Fünfkampf heute

Fechten
Es treffen alle Athleten einmal aufeinander und fechten mit dem Degen auf einen Treffer. Der prozentuale Anteil der Siegtreffer wird in entsprechende Punkte umgerechnet.
International wird das Fechten erst ab der Jugend A (ab 17 Jahre) im Wettkampf absolviert und gewertet, national schon ab Jugend C (ab 13 Jahre).

Schwimmen

Der Athlet schwimmt 200 m Freistil.
Bis zum Alter von 14 Jahren (Mini und Jugend C) werden  100 m geschwommen.

Reiten

Mit einem zugelosten Pferd muss ein Springparcours möglichst fehlerfrei und in der vorgegebenen Zeit absolviert werden.
Das Springreiten ist national erst ab Jugend B (ab 17 Jahre, international ab Junioren Bestandteil des offiziellen Wettkampfprogramms.

Laufen und Schießen ("Combined")

In einer Art „Sommer-Biathlon“ wird im Wechsel gelaufen (4 x 800  m) und mit der Pistole geschossen. Diese Pistole ist seit 2011 keine echte Waffe mehr, sondern eine Laserpistole / ein Multimediapointer.
Der Start zu dieser letzten kombinierten Disziplin erfolgt nach den Resultaten der vorangegangenen Disziplinen derart, dass der Beste des Gesamtwettkampfes zuerst die Ziellinie überquert.

Bis zur Jugend C (14 Jahre) werden diese Disziplinen noch getrennt ausgetragen: Schießen mit der Laserpistole: 10 Schuss auf eine Zielscheibe und 1000 m Laufen. In der Jugend B beträgt die Wettkampfstrecke im Combined nur 3 x 800.

Alle Disziplinen werden an einem Tag absolviert.

Moderner Fünfkampf im Landesleistungszentrum in Berlin

Die Berliner Fünfkämpfer waren stets Teil der deutschen Spitze und international erfolgreich.
Besonders hervorzuheben sind dabei der Weltmeistertitel von Eric Walther im Jahr 2003 und der Olympiasieg 2008 von Lena Schöneborn, die den Großteil ihres Trainings in Berlin absolviert, sowie die Teilnahme von Annika Schleu gemeinsam mit Lena Schöneborn an den Olympischen Spielen 2012 in London.

Natürlich ist eine gute und starke Jugendarbeit die Grundlage für solche Erfolge. Neben einem guten Trainerteam finden die Berliner Fünfkämpfer im Olympiapark hervorragende Trainingsbedingungen. Alle Sportarten können auf dem Gelände trainiert werden.

Wie und wann kann ich / mein Kind mit dem Sport beginnen?

Das optimale Einstiegsalter liegt zwischen 8 und 11 Jahren. Begonnen wird mit dem Schwimmen, Laufen und Bewegungsspielen, der Beinarbeit fürs Fechten und wenig später kommt das Schießen mit der Laserpistole dazu. Sobald die Kinder eine bestimmte Norm bzw. entsprechende Leistungen in diesen Teildisziplinen erreicht haben, beginnt auch das Fechttraining. Das kann schon im Mini-Alter (bis 12 Jahre) sein. Das Training dieser vielen Disziplinen ist natürlich entsprechend zeitintensiv und findet an mehreren Nachmittagen in der Woche statt.

Die Ausrüstungen für das Fechten und Schießen stehen für die Anfänger in begrenztem Maße zur Verfügung und müssen nicht sofort selbst beschafft werden.

Wie geht es weiter?

Ab der 7. Klasse können die Sportler zur besseren Integration des Trainings in den Schulbetrieb mit Empfehlung des Landesverbandes Moderner Fünfkampf die Poelchau-Oberschule, eine Eliteschule des Sports, besuchen. Die optimale zeitliche Abstimmung zwischen Schule und Sport, kleine Klassen (bis 18 Schüler) und intensiver Unterricht gewährleisten die Vereinbarkeit von schulischer Ausbildung und Leistungssport.  Mit dem geplanten Umzug der Poelchau-Oberschule in den Olympiapark im Jahr 2015 verbessern sich diese Bedingungen noch einmal erheblich. Der Besuch der Sportschule ist jedoch nicht unabdingbar für die Ausübung dieser Sportart.

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