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2011

Quelle: Frankenpost 23.08.2011
 
 
Der Aufstieg als missliche Lage

Der Snookerclub Gefrees steigt wieder in die zweite Bundesliga auf. Da aber der laut Regelung vorgeschriebene dritte Tisch fehlt, muss die Mannschaft alle Spiele auswärts absolvieren.

Von Werner Schreiner

Gefrees - "Snooker" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "jemanden in eine missliche Lage bringen". Snooker ist, so könnte man sagen, das Schach im Billard. Beiden Sportarten gemeinsam ist das Ziel, Kugeln zu versenken. Doch während der normale Billardspieler mit fünf Regeln und einem verhältnismäßig kleinen Tisch auskommt, ist das Snookern eine Wissenschaft für sich - auch mit 35 Punkten Rückstand kann der Gegner durch geschickte Verleitung zu Fouls noch bezwungen werden.

Mit ihrem Wiederaufstieg in die Zweite Bundesliga in diesem Sommer hat sich die erste Mannschaft des Snookerclubs Gefrees nun selbst in eine missliche Lage gebracht: Sie muss nun sämtliche Spiele auswärts ableisten, weil ihr für ein Heimspiel der dritte Snookertisch fehlt, den die Regeln einfordern - eine recht kostspielige Angelegenheit.

Vor zwei Jahren war der Mannschaft schon einmal der Sprung in die Zweite Bundesliga geglückt, sie musste jedoch nach einem Jahr wieder in die Landesliga absteigen. Nicht zuletzt wegen der permanenten Auswärtsduelle. Doch auch in anderen Klassen sind die rund zwei Dutzend Clubmitglieder erfolgreich vertreten. So konnte sich die dritte Mannschaft in der Bezirksliga behaupten, die zweite Mannschaft hat allerdings den Klassenerhalt in der Landesliga nicht geschafft und ist abgestiegen.

Die Spielfläche eines Snookertischs ist mit 3,57 mal 1,78 Metern größer als ein Billardtisch und sie weist sechs sogenannte Spots auf, auf denen bestimmte Bälle platziert sind. Neben dem weißen Spielball gibt es 21 Objektbälle, davon 15 rote mit dem Zählwert eins und sechs weitere Bälle in den Farben Gelb (zwei),Grün (drei), Braun (vier), Blau (fünf), Pink (sechs) und Schwarz (sieben Punkte Zählwert). Eine neue Farbe darf immer erst nach einem versenkten roten Ball gespielt werden.

Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern und einem Ersatzspieler. Der erfolgreichen Aufsteigermannschaft gehören Saban Kuru, Hans Bergmann, Oliver Witzik und als jüngster der 15-jährige Münchberger Michael Schnabel an. Mümin Kuru fungiert jetzt als Ersatzspieler.

Schon vor zwei Jahren, also als 13-Jähriger, spielte der Gymnasiast Michael Schnabel ein Jahr lang in der zweiten Bundesliga, deshalb bietet der erneute Aufstieg keine Überraschungen mehr. Jetzt strebt die Mannschaft einen längeren Verbleib in dieser Klasse an, sagen die Spieler. Das erste Saisonspiel steht am 10. September in Fürth auf dem Spielplan.

Der Snookerclub Gefrees besitzt derzeit zwei Spieltische und befindet sich in der Hauptstraße 14 . Trainiert wird dienstags und donnerstags von 18 bis 21 Uhr, Zuschauer und Schnupper-Spieler sind willkommen. Sie sollten sich jedoch vorher bei Mümin Kuru, dem Wirt der Gaststätte Stadt Gefrees, anmelden.

Aus Zweckmäßigkeitsgründen hat sich der Snookerclub dem Post- und Telekom-Sportverein Hof angeschlossen und füllt dort eine eigene Sparte aus. Das hat für die Spieler den Vorteil, dass sie vom Hauptverein bei Auswärtsspielen einen Teil ihrer Fahrtkosten erstattet bekommen und dass sie dabei auch versichert und betreut werden. Auch haben sie einen festen Platz in der vierteljährlich erscheinenden Vereinszeitschrift. Mittlerweile wird auch schon ihr Weblog eifrig besucht (snookergefrees.wordpress.com).