Bau und Betrieb der Sängerhalle
Der MGV 1864 Hartmannshof mit seinem vielseitigen Vereinsleben (Gemischter Chor, Männerchor, Musizieren, Theaterspielen, Wandern) hatte in den „Sechziger Jahren“ des vorigen Jahrhunderts kein Nachwuchsproblem. Die sehr aktive Jugendgruppe war Mitglied im Kreisjugendring. 

Ein Problem stellte vielmehr das Vereinslokal dar. Der vorhandene Saal war bereits Mitte der „Fünfziger“ zum Kino umgebaut worden und fiel als Veranstaltungsraum weg. Der kleine Saal als Probenraum wurde nicht mehr den Ansprüchen der stattlichen Chöre gerecht.

Am 24 Juli 1965 beschloss der Verwaltungsrat des Vereins einstimmig, das Projekt „Sängerhalle“ in Angriff zu nehmen.

Am 27. Juli 1965 entschied der Gemeinderat, das Grundstück Fl.-Nr. 79 an der Waizenfelder Straße dem MGV auf Erbbaurecht zur Verfügung zu stellen.
Die aktiven Sängerinnen und Sänger wurden am 3. September 1965 zur Stellungnahme über den geplanten Bau der Sängerhalle geladen. Die anwesenden Aktiven Sänger erklärten durch Unterschrift, dass sie das Vorhaben durch freiwillige Hand- und Spanndienste unterstützen.

An die Bevölkerung Hartmannshof und Umgebung ging ein Rundschreiben in welchem um Unterstützung gebeten, durch einen “Baustein“ (in Form von Bauholz oder Bargeld) zum Gelingen des Projektes beizutragen.
Die von Oktober 1965 bis Mai 1966 erfolgreich durchgeführte Holzaktion, lieferte damit außer den freiwilligen Leistungen durch Hand- und Spanndienste auch den vorläufigen finanziellen Grundstock für die Errichtung der Sängerhalle.

Baubeginn war Samstag, 4. Juni 1966.  Da die Bauarbeiten vor allem an den Samstagen und in Eigenleistung der Vereinsmitglieder aber ohne Baufirma durchgeführt wurden, konnte der Dachstuhl erst im September 1968 errichtet werden. Die Dacheindeckung konnte gerade noch vor dem Wintereinbruch erfolgen.  Es ist hervorzuheben, dass es enorme Unterstützung der Firma Sebald in Form von Maschineneinsatz und großzügigen Materialspenden gab. 

Auch beim Innenausbau legten Sangesbrüder, Freunde und Gönner – je nach Eignung und Neigung – in außergewöhnlichem Maße Hand an.

Im November 1972 wurde die Sängerhalle fertig gestellt. Die 1. Veranstaltung war die Seniorenweihnachtsfeier der Gemeinde Hartmannshof am 10. Dezember 1972.


In einer, in der damaligen Zeit einzigartigen Weise, war ein – auch in der Dimension – einzigartiges Vereinsheim geschaffen worden. Im Untergeschoß der Sängerhalle befinden sich die Küche, das Speisestüberl, Lagerräume und Sanitäranlagen. Der große Saal im Obergeschoß bietet bis zu 300 Personen Platz. Die abtrennbare Bühne dient als Probenraum.

Die freiwilligen Leistungen der Helferinnen und Helfersummierten sich auf die enorme Zahl von insgesamt 34.543 Arbeitsstunden. Dran beteiligten sich 129 Personen, welche je nach Möglichkeiten und Gegebenheiten zwischen 5 und 2.600 Stunden ihrer Freizeit opferten. Besonders hervorzuheben ist beim Bau der Sängerhalle das Wirken von Frontmann und jetzigen Ehrenvorsitzenden Hans Quenzler.

Aber das Schaffen ist die eine Seite; nun hieß es, das Geschaffene zu bewahren.

Der Hallenbetrieb begann 1972 mit vollem Einsatz. Während der Wintermonate 1972/73 fanden insgesamt 15 Großveranstaltungen in der Sängerhalle statt; darunter 4 Weihnachtsfeiern, 1 Silvesterfeier sowie 6 Faschingsbälle.

Da es noch Arbeiten im Innenbereich sowie an den Außen anlagen zu bewältigen gab, kam es in den ersten Jahren des Betriebes nie zu einer richtigen Einweihungsfeier. 

Erst beim 10-jährigen Hallenjubiläum im Jahr 1982. wurde die Fertigstellung der Sängerhalle offiziell gefeiert und die Helferinnen und Helfer entsprechend gewürdigt.  Bis dahin waren bereits 300 Veranstaltungen über die Bühne gegangen; kleinere Anlässe wie Hochzeiten oder Sitzungen nicht mitgerechnet.

Die Sängerhalle hat sich als Veranstaltungsort einen Namen gemacht. Von Laiendarbietungen bis zu Gastspielen hochkarätiger Stars aus dem Musik- und Kabarettbereich haben diese Mauern schon alles erlebt. Durch verändertes Publikumsverhalten und gestiegener Konkurrenz aus dem Umland, backen wir heute etwas kleinere Brötchen.

Heute ist die Halle nun 41 Jahre in Betrieb. Das Geschaffene wurde erfolgreich bewirtschaftet und infolge laufender Renovierungsarbeiten und stets neuer Investitionen, in einem tadellosen Zustand gehalten. 
In erster Linie gilt hierbei der Dank Horst Volkert, welcher seit 1985 als 1. Vorsitzende fungiert.