02.07.2008

Saison-Abschlusskonzert "Wien bleibt Wien"


Mit einem Melodien-Feuerwerk unter dem Motto „Wien bleibt Wien“ verabschiedete sich der Gemischte Chor Hartmannshof im MGV 1864 von der Sängersaison und konnte in der vollbesetzten Sängerhalle zusammen mit dem Sängerbund 1865 Altensittenbach als Gastchor und einer Reihe von Solisten einen Riesenapplaus verbuchen.

„Nun preiset froh Frau Musica“ – eine schönere Aufforderung hätte der Gemischte Chor des MGV Hartmannshof unter Birgit Rösch bei seinen Einführungsliedern nicht finden können. Als „Abend unter Gleichgesinnten“ bezeichnete 1. Vorsitzender Horst Volkert sen. die Aufführung, zu der er auch 2. Bürgermeister Gerhard Diebow und den Vizepräsidenten des Fränkischen Sängerbundes, Walter O. Neumann, begrüßen konnte.

Wien, die „schönste der Städte“ stellte anschließend der Sängerbund 1865 Altensittenbach, Leitung Georg Duschner, so schwungvoll vor, dass man sich  fast in einer Laube in Grinzing unter blauem Donauhimmel wähnte. Dass in der Habsburger Monarchie, als Strauss & Co. berückende Walzer und Melodien komponierten, allerdings für die meisten Wiener der Alltag sehr hart war, daran erinnerte Moderator Anselm Stieber in einem kenntnisreich moderierten Beitrag. Dennoch tanzten die Wiener, zu Klängen, wie sie Multi-Talent Birgit Rösch als Vokalsolistin vorstellte. Ihre ausdrucksvolle, klare Sopranstimme, begleitet von Manfred Süß am Klavier, holte den ganzen Zauber der „Kaiserin der Städte“ in die Sängerhalle. Da wollte der Hartmannshofer Chor nicht hintan stehen. Zu seinem Potpourri „An der schönen blauen Donau“ gab es in der Zuschauerrunde nur eine Meinung: einfach Klasse!

Dass über lange Jahre hinweg viele MGV-Mitglieder dem Verein die Treue gehalten haben, zeigte die Fülle von Ehrungen passiver Mitglieder durch die Vorsitzenden Horst Volkert sen. und Rainer Utz. Dies dokumentiere dessen feste Verwurzelung im Vereinsleben, meinte dazu der sichtlich von der Musik beschwingte 2. Bürgermeister Gerhard Diebow und dankte mit einem Scheck für das „brillante Lieder-Feuerwerk“, welches nach dem Impromptu op. 90 von Schubert (Klaviersolistin: Birgit Rösch) und weiteren Informationen von Anselm Stieber zu Komponisten der Romantik der Sängerbund 1865 Altensittenbach fortführte. Mit dem „Gebet“ von C.M. von Weber und dem „Mondaufgang“ von Otto Nicolai (Sopran: Karin Sollner und Irmgard Gerstacker, Klavier: Käthe Eberhard) setzten die Sänger des gemischten Gastchors leisere, feinsinnige Akzente, die anhaltenden Beifall bekamen, ebenso wie der Gastgeber für einen anspruchsvollen Mozart-Chor sowie Birgit Rösch und Manfred Süß für ihren vierhändigen Klaviervortrag eines Schubert-Stücks.

Bevor er zur Ehrung aktiver Mitglieder schritt, widmete sich Walter O. Neumann Ansichten zur Musik von Aristoteles bis Goethe. Danach hatte er mit Ehrennadeln und Urkunden für 10 bis 50 Jahre alle Hände voll zu tun. Alfred Hecht, Vorsitzender der örtlichen Soldaten- und Kriegerkameradschaft, schloss sich gleich mit Ehrungen an.

Den Schlusspunkt setzt der Gastgeber mit einem „Wiener Spezialitäten“-Potpourri. Begeisterte Bravo-Rufe für Chöre und Solisten am Ende eines rundum gelungenen Musikabends.

Helga Manderscheid
Fränkische Zeitung