25.04.2007

Heitere und liebliche Seite des Gesangs
Festliches Frühlingskonzert der Chöre in Hartmannshof
Traditionelles und Neues gekonnt präsentiert

Hartmannshof. "Klinge, kleines Frühlingslied" - von Heinrich Heine, dem großen Dichter des 19. Jahrhunderts, war das Motto des traditionellen, freundschaftlichen Sängerwettstreits der Chöre in Hartmannshof entliehen. Es ist eine Zeile aus einem dieser zauberhaften kleinen Gedichte, die der Romantik zu verdanken sind, ein Gedicht, das den Frühling und seine Bedeutung in einem tieferen Sinn preist.

Die sieben in der Sängergruppe "Jura" "fusionierten" Chöre haben engagiert versucht, die Freude über das Heitere und Liebliche des Frühlings in ihren Beiträgen zu vermitteln. Männerchöre dominieren in dieser großen Chorfamilie. Der MGV Etzelwang unter Karl Windisch, der als Gruppenchorleiter die Ankündigung der Chöre und deren Programm übernommen hatte. Dann der MGV Fürnried unter Werner Müller, der MGV Högen und der Männerchor des Sängerbundes Oed, beide unter Johann Georg Pickel, dem zu seinem 50. Chorleiterjubiläum gratuliert wurde, sowie der MGV Haunritz unter Robert Merkl. 

Intensive Vorbereitung
Alle Chöre waren intensiv auf ihre Auftritte vorbereitet. Es wurde frisch gesungen und die Chöre machten auch bei komplizierten Sätzen einen erfahrenen Eindruck. Eindrucksvoll war die Freude am gemeinsamen Singen und vor allem das Potential an guten Männerstimmen. Das war besonders zu bewundern, als sich die Männerchöre zusammen auf dem Podium postierten und zwei sehr beliebte traditionelle Lieder zum Besten gaben. 

Moderne Kompositionen
Zwei gemischte Chöre waren zu hören. Einmal der des Sängerbundes Oed, unter Ulrike Bauer, die seit einem halben Jahr den Chor leitet und das hörbar mit Erfolg. Dann natürlich der gastgebende Gemischte Chor des MGV Hartmannshof mit Birgit Rösch als Leiterin. Auch diese beiden Chöre vereinten sich unter Birgit Rösch zu einem gemischten Gruppenchor mit entsprechendem Klangvolumen. 
Die Chöre pflegen im wesentlichen traditionelle Liedsätze. Einige Chöre jedoch nehmen das als solide Basis und wagen sich an klassische oder gar an moderne Kompositionen oder Chorsätze. Da scheint es den Chorleitern offensichtlich gelungen zu sein, das Verständnis von "Tradition" etwas zu erweitern. Nicht das strikte Festhalten am Althergebrachten ist Tradition. Das wäre eher Konservierung. Vielmehr setzt sich der Gedanke durch, dass wirkliche Tradition nur das haben kann, was sich weiterentwickeln lässt. Und das ist in erster Linie das Singen selbst, so die Chorleiter.

Es muss also auch ein Singen geben, das mit Texten und Melodien sich den Originalkompositionen und auch den modernen Sätzen öffnet. Ulrike Bauer hat Mendelssohn-Bartholdy gewählt, Johann Georg Pickel eine Komposition von Robert Schumann und Robert Merkl ein englisches Shanty. Zum guten Beispiel verpflichtet fühlte sich der gastgebende Chor. Er sang zwei Kompositionen von Carl Orff (1895-1982), eine davon in lateinischer Sprache.

Die elementaren und sehr markanten Rhythmen mit Staccatogesang und die ungewohnten Harmonien in den einzelnen Stimmen haben die Chormitglieder offensichtlich nicht verschreckt. Im Gegenteil. Drei Mitglieder übernahmen sogar die Begleitung mit Glockenspiel, Schellenkranz und Becken. Eine vorbildliche, zeitgemäße chorische Leistung. 

Festliche Aktzente
Festliche Akzente setzten Manfred Süß und Birgit Rösch. Manfred Süß spielte eindrucksvoll einen frühlingshaft springlebendigen Satz aus einer Klaviersonate von Muzio Clementi (1752-1832) und eine dem Vogelgezwitscher abgelauschte, reizende Komposition von Edvard Grieg (1843-1907). Er begleitete auch Birgit Rösch. Mit ihrem leicht geführten lyrischen Sopran machte sie das von Mendelssohn-Bartholdy vertonte Gedicht von Heinrich Heine, dem das Motto des Konzerts entnommen war, und das Lied "Frühlingsglaube" von Franz Schubert (1797-1828), nach einem Text von Ludwig Uhland zu kleinen musikalischen Raritäten. Viel und herzlicher Beifall gab es am Schluss und Blumen für die Chorleiter.