Geschichte von Varna
 

VARNA
die Perle am Schwarzen Meer

 Varna liegt an der Schwarzmeerküste, etwa 470 km nordwestlich von Sofia entfernt. Sie ist die drittgrößte Stadt Bulgariens mit ca. 325000 Einwohnern.. Die Stadt verfügt über einen internationalen Flughafen, den größten Meereshafen Bulgariens, Eisenbahn- und Busstationen. Varna ist auch ein bedeutendes Industriezentrum wo sich jetzt auch nach und nach der Tourismus entwickelt. Die Stadt ist ein weltbekanntes Kurortzentrum. Viele Einheimische und Ausländer erholen sich in den Seebädern "Goldstrand" und "Sveti Konstantin und Helene".

Außerdem ist Varna auch ein wichtiges Kulturzentrum, und seit über 7 Tausend Jahren eine Wiege verschiedener Zivilisationen. In einer Nekropole am Westrand der Stadt wurde der älteste Goldschatz der Welt gefunden. Er besteht aus 3010 einzelnen Gegenständen, die zusammen mehr als 6 kg Gold von 23,5 Karat ausmachen. Der Fund gilt als das älteste bearbeitete Gold in Europa (ca. die zweite Hälfte des 5 Jh. v.u.Z).
Ungefähr 560 Jahre v.u.Z. gründeten hier Kolonisten aus der Stadt Milet die Stadt Odessos die ein wichtiges
Handels, Handwerks und Landwirtschaftszentrum war.

Die Stadt prägte eigene Münzen. Im 1 Jh.v.u.Z. wurde die Stadt von den Römern erobert. Am Ende des 8 Jh. wurde Varna dem bulgarischen Staat einverleibt. Nach der Annahme des Christentums (864) verwandelte sich die Stadt in ein Zentrum des neu eingeführten Glaubens. Im Jahre 971 fiel die Stadt unter byzantinischer Herrschaft und wurde im Jahre 1201 von König Kalojan befreit. Zwischen dem 13. und 14. Jh. wurde die Stadt Varna zu einem sicheren und starken Ort und Handelshafen, den die Schiffe von Genua und Venedig rege nutzten.

1389 geriet Varna unter der Herrschaft der Türken und wurde10 Jahre später von Tataren verwüstet. 1444 fand die berühmteste Schlacht um Varna zwischen den vereinigten christlichen Armeen von König Vladislav (später Varnentschik genannt) an der Spitze, und den Türken statt. Die christliche Armee wurde vernichtet und König Vladislav getötet. Während des russisch-türkischen Krieges, nach 3 Monaten Belagerung wurde die Stadt von der russischen Armee befreit. Gemäß der Vereinbarung in Odrin, wurde die Stadt der Türkei zurückgegeben und erst seit 1878 ist Varna endgültig frei und bulgarisch.


Die Architektur der Stadt ist mit dem Ende des 19 Jh. und Anfang des 20 Jh. verbunden. Ältere Architekturtendenzen sind: der Uhrturm im Zentrum der Stadt und die Kirche "Heilige Maria" (1602). In Varna befinden sich noch 2 armenische Kirchen und 2 katholische Kathedralen. Eine originelle Architektur hat der Offizierklub, der am Anfang des Jh. aufgebaut wurde.
Die Stadt Varna verfüqt über: 5 Hochschulen, Theater,
Oper, einige Galerien und Museen.

Das Schwarze Meer erhielt seinen Namen im Mittelalter von den Skythen, die dort wohnten. Seine Fläche umfasst 413 448 qkm. Die sommerlichen Wassertemperaturen steigen auf maximal 26-28 C an. Im Winter kühlt das Meer sich ab, und die Temperaturen fallen auf 4-6 C. Im Schwarzen Meer vor Bulgariens Küsten leben ca. 140 Fischarten, außerdem Seehunde und 3 verschiedene Delphinarten.


Die Kathedrale "Heilige Mutter Gottes"

Im Herzen von Varna befindet sich eine der beeindruckendsten Kirchen in Bulgarien. Die zweitgrößte in Bulgarien, nach "Alexander Nevski" in Sofia. Die ersten 1000 Lewa für den Bau spendete der Fürst Alexander Battenberg. Er legte auch den Grundstein für diesen Bau, der 22. August 1880 nach dem Projekt des Architekten aus dem Odesser Maas begann. Der Bau der Kirche wurde 1886 vollendet, doch die feierliche Einweihung wurde erst im Jahre 1910 vorgenommen. Die Kathedrale hat 3 Altare. Der mittlere ist der Heiligen Mutter Gottes geweiht, die beiden anderen - links und rechts entsprechen dem Heiligen Nikolai Mirikliiski und Alexander Nevski.
Eine der größten Schätze in der Varnaer Kathedrale sind die Fresken, die unter der Leitung von Prof. Rostovzev gestaltet wurden. Auch die Dekoration des Patriarchenthrones und der Altarwand sind ein wirkliches Meisterwerk der Holzschnitzkunst im Stil der bekannten bulgarischen Debir-Schule.

Archäologisches Museum in Varna.
Es befindet sich in einem herrlichen Gebäude des ehemaligen Mädchen-Gymnasiums, das nach dem Projekt von Petko Momtschilov gebaut wurde. Heute beherbergt es auf einer Fläche von etwa 2000 m2 über 55 000 Exponate aus der Epoche der Steinzeit bis ins späte Mittelalter. Die Rekonstruierung im Jahre 1963 bescherte dem Gebäude wieder seinen ehemaligen Glanz und Reiz - streng symmetrisch, sparsam, jedoch mit einer dynamischen Silhouette und zahlreichen plastischen Details im Geist der italienischen Renaissance. Die ersten Exponate für die Abteilung "Kunst" und "Archäologie" erhielt das Museum im Jahre 1888, als eine Gruppe von Lehrern, mit Karel Schkorpil an der Spitze, erste Gegenstände für die Museumssammlung zusammenstellten. Die Besucher können sich an den außerordentlich kostbaren Exponaten erfreuen, wie die antike thrakische Kultur. Erzeugnisse der slawischen und altbulgarischen Keramik, sowie Schmuckstücke aus dem Mittelalter. Der Stolz dieses großen europäischen Museums ist die reiche Kollektion an Grabsteinreliefs. Die Sammlung der Ikonen erlauben den Kennern echte Meisterwerke der Ikonenmalerei aus der Wiedergeburtszeit aus Nord-Ost-Bulgarien, von denen die ältesten aus dem XIV. Jahrhundert stammen, zu bewundern.
Unbestreitbar werden die meisten Besucher von der Exposition des ältesten bearbeitenden Goldes in der Welt aus dem 4. Jahrtausend v.u.Z. angezogen.
Der Schatz wurde zufällig im Jahre 1972 bei Bauarbeiten in der Nähe von Varna gefunden. Man  kann sich kaum vorstellen, wie lange diese herrlichen Gegenstände unter der Erde lagen. Bis der Moment kam, wo Historiker und Archäologen aus der ganzen Welt über die Schätze der halkolitischen Nekropole sprachen. Der Fund umfasst etwa 2000 Gegenstände und besteht aus 23.5 Karat-Gold mit einem Gesamtgewicht von 5.5 kg. Er enthällt Halsketten, Armreifen, Brustschmuck und Gefäße. Diese Entdeckung wandelte die Meinung der Historiker über die Entwicklung der menschlichen Zivilisation. Eines der verblüffendsten Exponate, die man in der Museumssammlung sehen kann, ist ein Zepter - das Symbol der Macht eines Monarchen. Einen außerordentlich interessanten Anblick bietet das im Grab Nr. 43 gefundene Skelett eines vierzig- bis fünfzigjährigen Mannes, übersäht mit mehr als 100 goldenen Schmuckstücken. Er stellt die Gestalt eines Herrschers/Zar dar, der sakrale Funktionen ausübt, und der die Symbole der Macht besitzt.

Meerespark in Varna

Hier geht’s  am Wochenende mit der ganzen Familie hin. Bei schönem Wetter bleibt kein Bulgare zu hause. Wer einmal die komplette Strandmeile gemütlich erkundet hat, der vergisst sehr leicht Albena oder Goldstrand. Hier bekommt man für relativ kleine Preise alles was das Herz begehrt. Leckeres Essen und gute Getränke. Ob Baden mit Sonnenschirm und Liegestuhl, ob Fischrestaurants, Discotheken oder riesigen Folkloretempeln. Hier wird einiges geboten. Wer einmal nachts die bunten Lichter, die Düfte und Töne ringsherum auf sich einwirken ließ, wird ein Leben lang daran denken.
Der Meeresgarten ist ca. 8 km lang, und reicht direkt bis zum Strand. Er hat mehr als 50 seltene Baumarten und exotische Gewächse. Auch einige heiße Mineralquellen entspringen hier und münden in einem Wasserfall ins Meer. Man kann sich dieses gesunde Wasser in Flaschen oder Kanister abfüllen. Außerdem kann man direkt am Meer unter heißem Wasser duschen, und selbst im Winter in einem abgetrennten Bereich darin baden.

Mit der Anlage dieses Parks begann man Ende des vorigen Jahrhunderts. Der tschechische Parkbauingenieur Antonii Novak hat mit seiner Architektur auf einmalige Art und Weise Barockmotive und den bekannten Wiener Stil miteinander harmonisch verflochten. Im Meeresgarten befinden sich:
- das Aquarium, wo seltene Flora und Fauna
  des Schwarzen Meeres zu sehen sind.
- Delphinarium mit Delphinshow.
- das Marinemuseum
- astronomisches Observatorium mit Planetarium
- das Meereskundemuseum

Aquarium
Dies wurde im Jahre 1912 nach einer Idee von Zar Ferdinand gebaut, Eine außerordentlich originelle Idee für die Fassade ist die Kombination von der Reliefabbildung einer riesigen Muschel und einigen der häufigsten Lebewesen im Schwarzen Meer. Im zentralen Saal im Aquarium sieht der Besucher eine beeindruckende Kollektion von Süßwasser- und Meereslebewesen in ihrer natürlichen Umgebung. In einigen Nachbarsälen gibt es Expositionen, die eine volle Vorstellung über die Flora, Fauna und die spezifischen Besonderheiten des Schwarzen Meeres bieten.

Delphinarium
Das einzige Delphinarium auf der Balkanhalbinsel ist wirklich eine der beliebtesten Attraktionen, das Varna den Gästen bietet.
In der Vorstellung, die etwa 40 Minuten dauert, können sich die Gäste von der unwahrscheinlichen Intelligenz und Auffassungsgabe dieser Meeressäugetiere überzeugen. Sehr interessant ist auch die Tatsache, dass im Varnaer Delphinarium seit 1992 einige Delphine geboren wurden. Dies ist als Zeichen zu werten, dass sich die Tiere in ihrem neuen Heim akklimatisiert haben.

Nationales Marinemuseum
Gegründet wurde es 1923 in Varna von einer Gruppe Enthusiasten und befand sich am Anfang in der Marine-Hochschule. Seit 1956 befindet es sich in der Villa "Diana" im Meerespark. Die schönen Gebäude wurden im Jahre 1890 für den italienischen Konsul Assareto gebaut. Im Park selbst ist eine Kollektion von Meeresgeschützen, der alte Leuchtturm aus dem Varnaer Hafen und einer der ersten bulgarische Minenräumschiffe zu sehen.
Die Exposition verteilt sich auf 12 Säle, in denen die Geschichte des Meeres in dieser Region vom Altertum bis heute wieder gespiegelt wird. Das wertvollste Exponat ist der Minenträger "Driski", der sich mit dem türkischen Kreuzer "Chamidie" torpedierte. Das ist das einzige Schiff dieses Typs, das bis heute erhalten blieb.


Römische Thermen
Die Epoche vom römischen Odessos hat Varna die Römischen Thermen hinterlassen. Die erhalten gebliebenen Teile des Gebäudes zeugen davon, das es eines der größten Bauten im östlichen Teil der Imperiums war, das von dem Reichtum und der Bedeutung der Stadt zeugt.
Es wird angenommen, das die Höhe der tragenden Konstruktionen nicht weniger als 20 m betrug. Das Gebäude wurde in der 2. Hälfte des II. Jahrhunderts auf einer Fläche von 7000 m! gebaut und existierte bis Ende des III. Jahrhunderts. Die dicken Mauern sind nach einer spezifischen Technologie gebaut, abwechselnd Steine und 5-6 Reihen dichte Tonplatten.
Die Innentreppen und die Bögen der Türen bestanden aus riesigen Steinblöcken. Teilweise sieht man heute noch Fragmente von herrlichen Mosaiken. Sie gemeinsam mit den zahlreichen dekorativen Marmorfragmenten, Säulen und Kapiteln, sprechen von der prachtvollen Dekoration, mit der das Gebäude verschönert wurde.
Durch die Säle gehend, die einen natürlichen Schutz gegen die kalte Luft boten, gelangten die Badbesucher in einen riesigen Saal, den sogenannten Balestra. Auf einer Fläche von 340 m2 war sie ein einzigartiges Zentrum, wo sich die Bürger von Odessos versammelten, um wichtige Probleme des gesellschaftlichen Lebens zu erörtern. Ein riesiges Interesse bis heute erweckt das Heizungssystem zusammen mit dem doppelten Boden und speziellen Öffnungen, die einst die warme Luft bis zur Dachkonstruktion der Thermen führte. Zahlreiche Geschäfte, Spielsäle, Baderäume mit kaltem, warmem und heißem Wasser, Ruheräume — alles dies wird vor den Augen der Besucher wieder zum Leben erweckt. Man kann diesen Maßstäben und dem Anblick nicht gleichgültig gegenüber stehen.