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Boot

Alkor

(Alkor – ist der mit bloßem Auge sichtbare Begleiter des Sterns Mizar im Sternbild Großer Wagen und wird ugs. „Reiterlein“, „Kutscher“ oder „der Augenprüfer“ genannt.)

Seit Oktober 2014 bin ich stolzer Besitzer eines Oldtimers der etwas anderen Art. Ich bin seit 2008 im Besitz eines Bootsführerscheins und habe schon einige Törns auf "befreundeten" Schiffen mitgemacht. So richtig gefunkt hat's aber erst in diesem Jahr, nachdem wir einen Bootsurlaub auf der Mecklenburger Seenplatte (parallel zum Wasserflugtreffen in Plau) gemacht haben. Also habe ich mich mehr und mehr mit dem Gedanken beschäftigt und nach einiger Überzeugungsarbeit beim Finanzministerium letztlich zugeschlagen.

Wenn man ordentlich Geld ausgeben will und auf amerikanische Plastikbomber mit viel Hubraum steht, fällt die Auswahl eines Bootes nicht schwer. Wenn man etwas Günstiges, am besten noch einen Klassiker sucht, der dennoch nicht (ganz so) viel Arbeit macht, wird es schon schwer. Meistens sind die Boote in üblem Zustand, mit Holz- oder Stahlrumpf und nur was für echte Kenner mit viel Freizeit. Ganz anders der Alkor. Nachdem in der DDR um 1980(?) der Einsatz von Mahagoni und anderen Edelhölzern beschränkt wurde, stellten die Werften bei den Rümpfen auf Stahl oder GFK um. So auch hier: Es handelt sich um den Typ "BW Plast" nach einem Riss von Manfred Ernst, der meines Wissens auf der Grothe Werft an der Havel gebaut wurde. Der Rumpf ist aus GFK und damit pflegeleicht. Der Aufbau besteht aus Mahagoni-Bootssperrholz. Der Motor ist ein Wartburg Zweitakter Innenborder mit ca. 50PS. Mit der Leistung handelt es sich hier wohl um einen Halbgleiter.
 

 
  

Das Boot ist in einem sehr guten Zustand und sieht bis auf wenige Lackmängel aus, als wäre es erst vor 5-10 Jahren auf Kiel gelegt worden. Die 35 sieht man ihm echt nicht an. Das mag daran liegen, dass alle Holzteile um 2005 abgeschliffen und neu lackiert wurden. Aber auch der GFK-Rumpf und der Motor sehen aus, als hätte der Vorbesitzer wenig Zeit zum Fahren gehabt und das Boot irgendwo in einer Halle abgestellt. Ok, die Polster könnten mal neu, der schreckliche rote Teppich in der Kajüte muss raus und das Unterwasserschiff braucht mal eine Erneuerung des Anti-Foulings. Einige Holzteile an Deck brauchen ein paar Pinselstriche Klarlack. Aber das ist dann auch schon alles.
 
 
 

Im nächsten Jahr steht dann wohl die ein oder andere Bootstour auf dem Programm...
 
 
Informationen zu Oldtimern auf dem Wasser findet man u.a. bei http://www.oldieboote.de und bei http://klassik-boote.de. Nach den Rissen von Manfred Ernst wurden in der DDR unzählige Boote auf verschiedenen Werften sowohl für das Inland, als auch für den Export gebaut. Weitere Informationen zu Manfred Ernst gibt es hier: http://www.klassik-boote.de/manfred-ernst.html. Dort findet man auch eine Typübersicht. Der Vorgänger zum Typ "BW Plast" heißt "BW" und wurde ab 1967 gebaut.
 
                                                          Quelle: www.klassik-boote.de
 
Der Typ "BW Plast" hatte im Unterschied zum "BW" eine GFK-Unterschale und wurde von verschiedenen Werften, darunter wohl Jahn und Grothe und weiteren aufgelegt. Der Aufbau wurde je nach Werft sowohl in Holz, als auch in GFK hergestellt:

Beispiel mit Holz-Aufbau             Quelle: www.oldieboote.de

Beispiel mit GFK-Aufbau          Quelle: www.boote-forum.de

 
Natürlich liegt die Idee ein DDR-Boot zu fahren auch in meiner Kindheit begründet. Ich vermag nicht zu sagen, wie oft ich mit meinem Opa mit seinem Boot Angelausflüge von Warnemünde aus unternommen habe. Oma hat dabei immer bestens für unser leibliches Wohl gesorgt und von Opa habe ich den ein oder anderen Kniff beim Angeln gelernt. So sah das damals aus:
 
 
 
Bei dem Boot handelt es sich um ein umgebautes Arbeitsboot. Dabei wurde die Kasko mit einer Kajüte und diversen Anbauten zum vollwertigen Kajütboot in Eigenregie umgebaut. Es gab damals einige dieser Boote, welche sehr ähnlich aussahen. 

Ursprünglich wurden diese Arbeitsboote seinerzeit auf den DDR Frachtschiffen vom Typ IV eingesetzt, welche in den 50er Jahren in Warnemünde auf der Warnowwerft gebaut wurden. Diese waren die ersten 10.000to Stückgutfrachter der DDR und brachten vermutlich tonnenweise Bananen in die Republik. :-)
Die "Dresden" wurde 1969 nach gerade einmal 10 Jahren aufgrund Maschinenschadens außerdienstgestellt und in Rostock zum Museums-/Traditionsschiff umgebaut. Der Typ IV wurde auch als "Typ Frieden" bezeichnet, denn so hieß der erste gebaute Frachter der Serie.
 
                                                                  Quelle: de.wikipedia.org 
 
 
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