Zeichnen WS 16/17 / In die Tiefe

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit
. Karl Valentin

Zeichnen für angehende Illustratorinnen und Illustratoren
Mo 17:30, FB 07, Raum 196

26.09. Start

Aufgaben jeweils zum angegebenen Termin

10.10. 1.) Character-Design # 1, reale Personen
Sie selbst spielen in den kommenden Wochen eine Hauptrolle. Zeichnen Sie sich, im Porträt, als Figur, in Bewegung, von vorn, von hinten, von oben und von unten. Scribbeln und skizzieren Sie, viele Male. Verabreden Sie sich mit 2 Kommilitonen, die sie auch ebenso häufig skizzieren, von denen Sie auch gezeichnet werden. Und zeichnen Sie Ihren Prof. oder Lehrbeauftragten im Fach Gestaltungslehre, also 4 Personen insgesamt.  Wenn Sie alle 4 erwischt haben, machen sie eine Farbskizze der Gruppe.

100 - 200 Scribbles und Skizzen, Bleistift, Fineliner, für Farbe Marker und/oder Aquarell, aber auch alle anderen Zeichenwerkzeuge.

17.10. 2.)  Charakter-Design # 2, fiktive Personen
Eine Woche nach Kursbeginn kommen einige neue Kommilitonen dazu. Da ist Hans-Herbert. Bart, grosse Brille (Fensterglas), kariertes Hemd und Cordhosen.1,90 m groß. Hans-Herbert ist in allen Belangen der Elektronik fast ein Genie, virtuos am Rechner und möchte "mal was in Medien machen". Er sieht aus wie ein Nerd, ist aber sehr sportlich. Und freundlich ist er auch. Dazu kommt Jasmin Satrapi. Sie ist mit 1,50 m viel kleiner, hat pechschwarze Haare und als Iranerin ein sehr fein gezeichnetes Gesicht. Jasmin zeichnet unentwegt, ist schlau und überhaupt nicht schüchtern. Jasmin hat ein besonders ausgeprägtes visuelles Gedächtnis. Als Teenager hat sie über Mangas zum Zeichnen gekommen. Ihre Eltern sind nach dem Sturz des Schahs nach Deutschland geflohen, Jasmin ist hier geboren. Berthold sitzt seit einem Reitunfall im Rollstuhl. Berthold braucht seine Brille, er ist sehr kurzsichtig. Der 2. Nerd, aber ein richtiger. Berthold ist eine Leseratte und nahezu allwissend. Er träumt davon, Comic-Zeichner zu werden. Irina, alle rufen sie Ira, ist in Kasachstan geboren. Sie will Produktdesignerin werden und so wie Hans Herbert und Berthold in deren Gebieten fähig, ist sie eine begnadete Handwerkerin, so ein Art weiblicher McGyver. Ira ist äußerlich eher unscheinbar, blond mit kurzen Haaren, in durchschnittlichem Studenten-Schick. Das besondere an ihr, würde nur der erleben, der sie körperlich angreift. Ein schwarzer Gürtel. Auch wenn die Zusammenstellung dieser Befähigten etwas künstlich zusammengestellt erscheint, bei dem, was Sie erwartet sind Sie heilsfroh über eine solche Begleitung.

Wie gehabt, gut 100+ Scribbles und Skizzen, Bleistift, Fineliner, für Farbe Marker und/oder Aquarell, aber auch alle anderen Zeichenwerkzeuge. 

24.10. 3.) Realer Raum # 1, reale Szenerie

Sie zeichnen im Raum der Gestaltungslehre. Setzen Sie sich mit dem Rücken an die Wand und skizzieren Sie den ganzen Raum mit den dort gestaltungslernenden und gestaltungslehrenden Personen. Bis Sie das hinbekommen, ein, zwei, drei...fünf mal. Dann nähern Sie sich Ihren Kommilitonen und dem Gestaltungslehrenden und zeichnen die kleine Gruppe aus verschiedenen Perspektiven, auch so um die fünf mal. Was machen die, was haben die in ihren Händen, wie sind die Blicke, die Gestik, was liegt auf den Tischen. Beobachten Sie genau. Aber bleiben sie locker im skizzenhaften. 

Scribbles und Skizzen, Bleistift, Fineliner, für Farbe Marker und/oder Aquarell, aber auch alle anderen Zeichenwerkzeuge. 

07.11. 4.) Realer Raum #2, fiktive Szenerie

Begeben Sie sich zum Lastenfahrstuhl an der Nordostecke des Fachbereichs (Richtung Burger King). Stellen Sie sich vor, wie Sie, zwei Ihrer realen Kommilitonen, Hans-Herbert, Berthold, den Sie im Rollstuhl schieben, Jasmin, Ira und ihr Gestaltungslehrender vor dem Fahrstuhl warten, dann ihn gemeinsam betreten und 3. wie sie zu 8 im Fahrstuhl sind. 3 Szenerien, die Sie fiktiv in diesen realen Raum setzen. Dann 4., wie Sie auf den Knopf drücken wollen, um nach oben zu fahren, aber den nach unten erwischen und dabei zugleich das Typenschild berühren. 

Scribbles und Skizzen, Bleistift, Fineliner, für Farbe Marker und/oder Aquarell, aber auch alle anderen Zeichenwerkzeuge. 

13.11. 5.) In die Tiefe - funktionelle Illustration # 1

Oje! Statt nach oben fährt der Fahrstuhl nach unten, wo Sie doch wissen, dass der Fachbereich nicht unterkellert ist. Und es geht tief herunter. Minuten lang. Sie verstehen gar nichts mehr. Was ist los?

Was Sie nicht wissen, auch sonst niemand am Fachbereich auch nur ahnt, geht der Lastenfahrstuhl bei der Kombination bestimmte Tasten in die Tiefe. Die erste Station in der Tiefe, an der sich von oben kommend die Fahrstuhltür wieder öffnet, liegt 50 m tief. darüber gibt es alle 10 m weitere Ebenen, die aber nur von unten kommend erreichbar sind. Jede Ebene bis 40 m hat eine bestimmt rein technische Funktion. Diese denken Sie sich selber aus. Die Ebenen darunter, die mit einem anderen Fahrstuhl erreichbar sind, haben komplexere Bedeutungen. 

Als Zeichnung fertigen Sie im Maßstab eine Schnittzeichnung von 1:200 (1 m in der Wirklichkeit sind 0,5 cm im Bild) einen Schnitt an, quer im Skizzenbuch über mehrere Seiten, wenn es im Hochformat nicht reichen sollte.. 

Der Fachbereich hat eine Höhe von 12 Metern, dann 50 m in die Tiefe, weitere 8 m darunter, bei 1:200 sind das 40 cm. Lassen Sie noch etwas Luft über dem Fachbereich, dann kommen sie auf rund 50 cm. In diesen Schnitt legen sie alle 10 m eine weitere unterirdische Ebene von jeweils 2,5 m Höhe an, als 5 Ebenen. Die Räume sind unterschiedlich gross. Die oberste Ebene minus 10 m ist eine Wache, die das Verlassen des unterirdischen Systems kontrolliert. Darunterliegende Ebenen füllen Sie mit technischen Details, Klima, Kommunikationstechnologie, Energie etc.. Die unterste, minus 5. Ebene bei minus 50 m ist sehr viel komplexer und der Zugang zu einem grossen unterirdischen System. Was fällt Ihnen hier ein?

Eine Reihe weiterer Fahrstühle geht von hier aus weiter nach unten, langsame, die überall halten können und Expressfahrstühle. Gibt es Treppenhäuser, deuten sich große innere Dome an, hohe Räume? Höhlensysteme?

Zeichnerisch erweitern Sie Ihre Mittel mit Lineal und Winkel, das vereinfacht die Schnittdarstellung. Zeichnen Sie Menschen in die Ebenen, klein natürlich, bei 1,80 m Größe ergeben sich bei 1:200 gezeichnete Figuren von 9 mm. 

Hier reicht eine konstruierte Illustration. Dieses Mal geht es um Ideen für ein unbekanntes unterirdisches Raumsystem.

Eine Schnittzeichnung verzichtet komplett auf jede perspektivische Darstellung. Wenn ein Teil einer Ebene nicht auf Schnitthöhe liegt, ist an der Stelle nichts sichtbar. So können Sie mit weniger Aufwand größere Raumsysteme andeuten.

28.11. 6.) In der Tiefe - funktionelle Illustration # 2

Sie sind auf der Ebene minus 5 gelandet. Die Fahrstuhltür öffnet sich zu einem ca.10 x 10 m grossem Raum, von dem zu jeder Seite jeweils 3 Gänge abgehen. Geradeaus direkt vor Ihnen ist der breiteste Gang offen, ohne Tür und Sie sehen im Hintergrund eine Cafeteria. Sie hören Stimmen, Geräusche. Alle anderen Gänge haben jeweils eine Tür. Eine öffnet sich und eine Art Gepäckwagen wie auf dem Flughafen kommt heraus, mit Koffern und Taschen beladen und fährt in einen anderen Gang hinein, dessen Tür sich automatisch öffnet. Über den Türen sind Nummern wie 05.07.15/33

Sie sehen auf ihr Handy, LTE-Empfang. Inga hat Ihnen eine Nachricht geschickt, ob Sie nach dem Seminar mit ihr im Casino Mittag essen gehen, es gibt Spinat-Lasagne, der Kaffee ist eh besser als in der Mensa. Das wäre jetzt. Sie drehen sich um, um den Fahrstuhl wieder zu öffnen, aber es gibt keinen Knopf dafür. Scheisse.

Berthold mault, er habe Hunger. Irina schlägt vor, lass und doch gucken, was in der Mensa los ist. Sie gehen den breiten Gang hinein und landen in einer Cafeteria erstaunlichen Ausmaßes. Sie sehen, wie Menschen sich bedienen, Menüs auf ihren Tabletts zusammenstellen und ohne an einer Kasse vorbei zu gehen, sich an einen der langen Tische setzen. Als sie sich unter die Menschen mischen und sich die angebotenen Speisen ansehen, sind sie hoch erstaunt: Frische Austern, Beluga-Kaviar, Sashimi, Sushi, feinste Gemüse, Fleisch aller Art, auch exotische Tiere. Hunderte von Soßen, eine Salatbar, 10 x so groß wie in der Mensa. Eine Dessertbar mit unvorstellbaren Leckereien. Berge von Konfiserien, Schokoladen, kleinen Schweinereien. Früchte in unendlich vielen Sorten. Eine Cocktailbar. Champagner, Gran Cru-Weine, 1000 Sorten Bier, alle Single Malts der Welt. Vieles von dem Sie nur ahnen, was es ist. Und alles für lau. Sie kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Wo sind Sie gelandet.

Niemand nimmt Notiz von Ihnen, es ist so, als seien Sie selbstverständlich hier. Also laden Sie ihre Tablett voll und essen so gut wie noch nie in Ihrem Leben. Inga muss sich allein mit ihrer Lasagne vergnügen. Der Kaffee hier unten ist auch noch besser. Sie wie die anderen essen, laden sich wieder und wieder das Tablett voll, trinken, durchaus kräftig. 

Eine vorläufige Antwort gibt eine große Isometrie neben dem Eingang zur Cafeteria, sie zeigt einen Plan der Ebene Minus 5. Die Räume haben Nummern wie 05.07.15 oder 05.07.33. Ein verwirrendes Labyrinth. Es zeigt auch Räume, die über mehrere Etagen in die Tiefe gehen, Galerien, Gänge, Treppen, Fahrstühle in einem Fahrstuhlzentrum wie in einem großen Hotel. 

Zeichnen Sie diese Isometrie, erfinden Sie die Ebene Minus 5. Es ist eine Verwaltungsebene mit der großen Cafeteria in der Mitte und dem Zugangsraum, in dem Sie aus dem Fahrstuhl ausgestiegen sind. Sie können nicht die ganze Ebene erfassen, nehmen sie einen Ausschnitt. Erinnern Sie sich an die Vorlesung zur Komposition, ein All Over wie bei Sim City.


Nehmen sie die einfachste Form, die Militärperspektive, die auf dem Grundriss basiert und für Information die geeignetste ist.

05.12. 7.) Proportion, Dinge # 1

Nachdem sie die Cafeteria geplündert haben, sind sie müde geworden. Ein kleiner Mittagsschlaf wäre jetzt nicht schlecht. Die aufmerksame Ira hat ein Schild gesehen: Ruhebereich 6. Ebene. Dort finden sie einen Saal mit Ruheliegen, wie im Flughafen. Viele von diesen sind frei. Auf anderen sclafen Leute, wie in der Cafeteria normal gekleidet. Sie suchen sich einen Bereich in dem sie nebeneinander Platz finden. Sie legen sich hin. Leise Hintergrundmusik wiegt sie in den Schlaf. 

Sie wissen nicht, wie lang sie geschlafen haben. Jasmin und Berthold sind wach, Ira wacht auf, Hans-Herberts Platz ist leer, ihre anderen Kommilitonen und ihr Prof. schlafen noch. Das nur als Vorgeschichte zur 7. Aufgabe.

Sie sind neugierig. Was ist das hier? Wie weit geht das in die Tiefe. Nachdem alle wach sind und Hans-Herbert vom Klo zurück ist, schlagen Sie vor, diese unterirdische Anlage weiter zu erkunden. Tiefer zu gehen, erst einmal auf Ebene 7. Bedenken der anderen können Sie ausräumen. Niemand hat sie bislang angesprochen, niemand scheint sich über Ihre Gruppe gewundert zu haben. Ihre Anwesenheit erscheint normal zu sein. 

Ebene 7 ist anders. Eine lange Stahltreppe rund um einem inneren ca. 30 m hohen Dom hat sie zu einer Halle geführt, in der eine Armada von hunderten Fahrzeugen steht. LKW, Land Rover, Kleinbusse, Busse, und Ambulanzen. Jetzt ist ihr Erstaunen größer als ihre Neugier, was soll das hier? Ausser ihnen ist niemand hier.

Von dem Dom gehen in 4 Himmelsrichtungen grosse Tunnel ab, mit Neonröhren beleuchtet, grauer Beton, Betonplatten als Strasse. Die Tunnel sind nach Himmelsrichtungen gekennzeichnet, an den Tunnelwänden sind 10-Meterangaben. 

Sie sehen in einen Landrover hinein, der Schlüssel steckt. Auch Ihre Kommilitonen stellen das an anderen Fahrzeugen fest. So entscheiden Sie sich, mit den Fahrzeugen das Tunnelsystem gemeinsam zu erkunden und für den Tunnel nach Westen. Sie nehmen je einen Landrover, einen UAZ und einen GAZ LKW. Die Tankanzeige steht auf полный bzw. full. Los gehts!

Ira notiert in der Folge die Streckenlänge, die Abzweigungen etc.. 
Der Landrover hat einen Kompass.

Starten Sie mit Studien zur Proportion der Fahrzeuge, bis Sie diese erwischt haben. Zeichnen Sie dann die drei Fahrzeuge aus verschiedenen Blickwinkeln, danach als Kolonne im Tunnel. Wie sehen Sie oder Ihre Kommilitonen hinter dem Steuer aus? Haben Sie noch die Kraft, die Halle mit all den Fahrzeugen zu zeichnen?


Scribbles und Skizzen, Bleistift, Fineliner, für Farbe Marker und/oder Aquarell, aber auch alle anderen Zeichenwerkzeuge. 

12.12. 8.) Szenario, fiktiver Raum # 1, Sequentielle Illustration

Sie haben alles unter Kontrolle, seit 2 Stunden fahren Sie durch dieses unterirdische Labyrinth von Tunneln, Hallen voller Container, Wegen, Treppen und Toren. Ira hat jede Abbiegung und alle Streck aufgezeichnet. Sie werden sicher zurück finden. Nachdem zu Beginn die Tunnel ca. 5 - 6 m hoch waren und ca. 10 - 12 m breit, sind die Dimensionen nun ganz andere. 20 m Höhe, 30 m breit, statt der Neonbeleuchtung leuchten nun die Wände und kritische Zeichen verwirren Sie. Durch eine offensichtlich meterdicke Glasscheibe blicken sie mal auf das Innere eines Kernreaktors, dann in  mehr als 100 m Hohe riesige Räume mit beeindruckend großen riesigen Apparaturen. Unzählige Gestalten in verscheiden farbigen Schutzanzügen machen dort etwas, was sie kaum erkennen und noch weniger verstehen. Schließlich gelangen die am Ende eines der Tunnel in einen noch weit größeren und noch höheren Raum, wieder mit einer gigantischen Apparatur und noch mehr Gestalten in Schutzanzügen, mit beweglichen Apparaturen, offensichtlich Robotern. Sie befinden sich mit Ihren Fahrzeugen in einer Art Galerie oder Balkon, ca. 30 m über Ihnen ist die Decke. Das untere Ende des Raumes, den Boden können Sie nicht erkennen. Der Raum ist rot beleuchtet, nur einige Monitore in der Ferne und Tiefe scheinen blau zu strahlen. Nur der Balkon hat weißes Licht.

Oh Schreck!, Die Tunneltür wird geschlossen, von links und rechts durch mächtige metallene Schiebetüren. Sie sind gefangen. Warum haben Sie sich auch soweit hervorgewagt? Nun kommen aus einem Seitengang Gestalten in roten Schutzanzügen auf sie zu! Was passiert?

Ihre Aufgabe ist diese Szenerie auf dem Balkon mit ( ! ) Blick auf den riesigen Raum mit der gigantischen Maschine oder Apparatur zu zeichnen. Was ist da? Wie sieht das aus? Was für künstliche Kreaturen gibt es dort, wie sehen die Gestalten in den Schutzanzügen aus?

Machen Sie bite zuerst ggf. 100 Skizzen und Scribbels, um Ihrer Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen, dann zeichnen Sie eine Bildfolge der Szenerie, einen Comic, in dem Sie den Raum, das Geschehen dem Betrachter und Leser vermitteln. 

Alle Arbeitsmittel.

19.12 9.) Charakterdesign # 3

Sie werden in einen Sitzungsraum geführt und warten dort. Vollkommen verunsichert und ängstlich werden sie nervöser und gereizter. Vorwürfe Ihnen selbst und den anderen gegenüber verschlechtern die Stimmung. 

Nach geraumer Zeit öffnet sich die Tür und ein Schutzbekleideter winkt Ihnen zu, das Zimmer zu verlassen. Draussen stehen etliche weitere in Schutzkleidung und eskortieren sie durch diverse Gänge mit vielen Türen und kryptischen Bezeichnungen und dann in in einen grossen Gang, in dem links und rechts Glaswände sind. Linkerhand sehen Sie hunderte von Kindern, Baby, kleine Kinder, die spielen, ältere an Tischen, offensichtlich lernend. Kinder in allen Haut- und Haarfarben, vom Säugling bis ungefähr zur Pubertät, Jungen und Mädchen. Die Atmosphäre ist sehr sauber, fast klinisch. Erwachsene in weissen Kitteln erscheinen Ihnen als Ärzte, haben aber offensichtlich auch andere Funktionen. Sie selber werden offensichtlich nicht wahrgenommen, wahrscheinlich sind die Glasscheiben zu den Kindern hin verspiegelt.

Als Sie nach rechts blicken, erschrecken Sie. In den riesigen Saal sind Monster. Monster, wie Sie noch nie gesehen haben. Essind grauenhafte Kreaturen, wie sie nur eine vollkommen kranke Phantasie ersinnen könnte. Manche scheinen Cyborgs zu sein, eine Mischung aus Tier und Maschine, einige sind humanoid, andere erinnern irgendwie an Reptilien oder auch an Insekten. Die Größen sind unterschiedlich, einige nah am Fenster sind mausgroß, andere haben das Ausmaß von großen Elefanten. Allen gemeinsam ist, dass sie Ihnen Angst einflößen. 

Ihre Aufgabe besteht darin Kinder zu skizzieren, aller Altersstufen. Kindergesichter, ganze Kinder in allen denkbaren Haltungen und Posen. 25 Kinder oder mehr.

Die zweite Aufgabe besteht darin, ein Koordinatensystem anzulegen, mit der X-Achse für Tiere, der y-Achse für Technik und aus diesem einige Monster der schlimmsten Art zu kreieren. Wenn Sie frei assoziativ besser arbeiten können, verzichten Sie auf die Hilfe des Koordinatensystems. Skizzieren Sie gut ein Dutzend Monster.

Aus dem Gang werden Sie in ein Laboratorium geführt. Jeweils 2 Schutzbekleidete setzen Sie auf einen Behandlungsstuhl, schnallen ob all Ihrer Proeste Ihre Arme und Beine fest, dann Ihren Kopf an die hohe Rückenlehne und setzen Ihnen wie bei einem EEG
Dioden an Ihren Kopf. Danach wird Ihnen ein Zugang gelegt. Ein Tropf wird angeschlossen. 

09.01. 10.) Alle Gegenstände meiner Wohnung - 
All things I have, Dinge # 2

Plötzlich werden sie hellwach. Sie erinnern sich an Alles. Jede Sekunde Ihres Lebens wird Ihnen gegenwärtig. Jedes Gespräch, jedes Gefühl, selbst alle Englisch-Vokabeln und jede Lüge. 

Und sie erinnern sich an alle Gegenstände Ihrer Wohnung. Ihnen wird der Arm, mit dem Sie zeichnen, freigelegt. Am anderen sitzt der Zugang. Sie bekommen Bleistift und Fineliner, Ihr Skizzenbuch und werden aufgefordert, zu zeichnen: Alle Gegenstände Ihrer Wohnung. Ca. 1-1,5 cm groß, linear, einfach, weitgehend ohne Schatten.

Die Aufgabe im realen Leben wird einfacher zu lösen sein. Da sitzen sie, beide Hände sind frei, am Zeichentisch und zeichnen 3.000 Dinge, die Sie in der Wohnung haben. 

Sinn der Aufgabe liegt darin, dass sie durch die vielfache Wiederholung dieser Abstraktion der Gegenstände erstens diese dauerhaft im Gedächtnis speichern und jederzeit abrufen können. Zum Zweiten üben sie diesen Prozess, der Ihnen bei Ihrer Arbeit als Illustrator-in dauernd begegnet. 

Da Sie bis zum 09.01.2017 Zeit haben und der FB am 02.01. wieder aufmacht und Sie zumindest in der Gestaltungslehre da sein müssten, kann es sicher Ihre Wohnung sein. Siehe Beispiele Spalte rechts.

16.01. 11.) Szenario, fiktiver Raum # 2

Sie haben über ein anderes Medikament ihr Bewusstsein verloren, vielleicht sind Sie betäubt worden. Sie erwachen in einem Krankenbett, haben diese üblichen Kittel wie vor der OP an. Auf einem Stuhl neben dem Bett liegt ordentlich gefaltet, Ihre Kleidung. Auf dem Nachttischwagen stehen eine Flasche Mineralwasser, ein Glas, ein Teller mit einem Apfel, eine Clementine, ein Schokoriegel, eine Tüte Studentenfutter. 

Eine Krankenschwester betritt Ihren Raum. Sie weist Sie an, sich anzuziehen, misst vorher Ihren Puls, Ihren Blutdruck und im Ohr Ihre Körpertemperatur. Dann fordert sie Sie freundlich auf, etwas zu essen und zu trinken.

Danach kommt  eine Gruppe von Frauen und Männern in weissen Kitteln,
offensichtlich Ärzte. Sie werden gebeten, den Raum zu verlassen und treffen auf dem Flur Hans-Herbert, Ira, Berthold, Jasmin und die anderen Kommilitonen wieder. Nur Ihr Gestaltungslehre-Prof. fehlt. Sie werden aufgefordert, die Gruppe der Weisskittel zu begleiten.

Wieder werden sie durch lange Gänge geführt, klinisch rein, bis zu einer schweren Stahltür. Sie öffnet, als Sie sich ihr nähern und gibt den Blick frei in eine Grotte, Fels, Tropfsteine, Dämmerlicht. Auf einem Steg geht der Weg weiter durch die Höhle. Die Luft ist feucht, es ist deutlich wärmer als auf den Wegen vordem. Sie beginnen zu schwitzen. Sie haben das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen. Um nicht zu taumeln, greifen sie an das Geländer. Es ist heiss. Sie haben Angst. 

Sie verlassen das Höhlensystem und werden nun durch Gänge geführt, die sie an Burgen, Klöster oder alte Paläste erinnern. So ganz genau wissen Sie es nicht. Die Beleuchtung ist schummrig, der Boden ist mit Ziegeln gepflastert, der Weg in der Mitte ist ausgetreten, als ob er schon seit Aeonen benutzt wird. Ira bemerkt, sie ahne, wo sie seien. Jasmin ist kreidebleich. Hans-Herbert schwitzt. 

Die Beschriftungen sind nun Email-Schilder, sehr altmodisch: 
(Erkennen Sie die Sprache?)
Porta № 52
Via Panorama
Avanti andare!
Attenzione: Pericolo di ustione! 
Porta № 51
Via a Piazza Dante - ein Seitengang, der auch den ausgetretenen Boden hat
Attenzione: Gas velenosi! 
Camera dei Segreti № 2 
Camera dei Segreti № 1 
Sala di dolore
Non ridere! Non sorridere! Non sorride!
Gravamente!
Porta № 12
La camera della fine di tutti les fines
L'ufficio di errori
Porta № 7

Der Boden des letzten Wegstückes nach dem Abzweig Via a Piazza Dante ist weniger ausgetretenbis Sie schließlich an der -letzten - Porta № 1 vorbeigehen und am Endes dieses Ganges vor einem Tor stehen, schwer, schön, aus Bronze, mit figürlicher Plastik. 

Das Höllentor von Auguste Rodin

Darüber ist ein Schild angebracht: 
Sala della Panorama

Links neben dem Tor ein weiteres Schild:
Nessun ingresso al Inferno, torna a Piazza Dante!

Das Tor, noch bevor sie die Plastiken ansehen können, öffnet sich und Sie betreten eine Plattform mit einem spektakulären Panorama. Hinter offensichtlich vielen wie dicken Glasscheiben bis zum Boden sehen Sie ein  Szenario, dass alle Erfahrung, Erwartung und Vorstellung bei weitem übertrifft. Es ist nicht mehr heiss, denn zum Glück ist die Plattform durch eine Klimaanlage gekühlt. Bänke laden Sie zum Verweilen und zum langen Blick auf dieses Szenario ein. Eine Bar offeriert Getränke, junge Männer und Frauen als Kellner mit langen Schürzen bieten Ihnen Tapas oder Häppchen oder Finger Food an. Ein Pianist spielt - sofern Sie es erkennen können - die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach. Aber: Nun wissen Sie, wohin Sie gelangt sind!

Botticelli:





Hieronymus Bosch







Bosch, Hölle im Garten der Lüste


Michelangelo, Sixtina


Sie sind in der Hölle gelandet und befinden sich auf einer Aussichtsplattform, die Ihnen einen sehr weiten Blick in die Hölle erlaubt, einen Blick wie von einem Berg in die Landschaft. Im Vordergrund sehen Sie alle nur erdenklichen Höllenqualen, fürchterliche monströse Gestalten und Teufel, gräßlich, gemein, grausam. Vieles erinnert Sie an Hieronymus Bosch und übertrifft all Ihre bisherige Vorstellung bei Weitem! 

Ihre letzte Aufgabe ist, dieses entsetzliche Panorama zu zeichnen, den Vordergrund mit den Marterungen und Grausamkeiten, aber auch den Blick ins Weite, in die Landschaft der Hölle. Einige Ideenskizzen und ein doppelseitiges Panorama.


Prüfung, Mo., 23.01. Raum 196, 17:30

Bitte alle Skizzenbücher und Zeichnungen aus dem 1. und dem 2. Semester mitbringen!



















Arbeitsmaterial, Liste



UAZ 542, УАЗ 452 - der sowjetische Bruder vom VW Bulli

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GAZ 53, ГАЗ 53, ein sowjetischer LKW-Klassiker






Landrover Defender 90, das ist die kurze Version











All Things I Have # 1






All Things I Have # 2











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