Gedanken zu einer Auswanderung

 

Obwohl das Programm „Malaysia My Second Home“ eines der besten Einwanderungsprogramme ist, soll nicht unerwähnt bleiben, dass jede Übersiedlung in ein fremdes Land eine gravierende persönliche Lebensentscheidung dargestellt mit weitreichenden Konsequenzen für die eigene Existenz und die gesamte Familie. Daher sollte man sich nicht nur über die Lebensbedingungen in dem neuen Land gründlich informieren und sich bei der Prüfung der vielen Einzelheiten Zeit lassen, sondern auch die Aspekte zukünftiger Entwicklungen im Auge haben. Insgesamt berührt eine Auswanderung vielfältige individuelle Bereiche, auf die im Einzelnen hier selbstverständlich nicht eingegangen werden kann. Dennoch möchte ich das Augenmerk auf ein paar Überlegungen lenken.

ALLGEMEINE BEDEUTSAMKEITEN

  • Die allgemeinen Lebensumstände in einem fremden Land verlangen dem Zuwanderer ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Toleranz ab.
  • Eine Einstellung auf vorherrschende kulturelle und religiöse Gepflogenheiten ist unausweichlich.
  • Die hohen Temperaturen und die damit einhergehenden klimatischen Belastungen verlangen eine Anpassung und Umstellung des Lebensstils.
  • Deutsche Gründlichkeit und Genauigkeit mögen sich in einem Umfeld zwangloser Lebensart als hinderlich erweisen.
  • Da die deutschen Freunde zurückgeblieben sind, wird der Aufbau eines neuen sozialen Umfeldes notwendig.
  • Das Zurechtkommen in einer neuen Lebenswelt - der Umgang mit Behörden, die Beziehungen zu Einheimischen - verlangt die Bereitschaft zu einer sprachlichen Umorientierung mit Englisch als gängigem Verständigungsmittel.
  • Auf geliebte Lebensgewohnheiten wie deutsches Fernsehen, deutsche Lebensmittelmittel und deutsche Gerichte muss weitgehend verzichtet werden.

 MALAYSISCHE BESONDERHEITEN

 Religion

In Malaysia ist der Islam die Staatsreligion, doch ist die freie Ausübung der Religion in der Verfassung festgeschrieben. Multireligiosität und Religionstoleranz sind im ganzen Land anzutreffen. Islamische Regeln werden niemandem vorgeschrieben. Chinesen dürfen Buddhisten sein und Inder Hindus. Weder in der Öffentlichkeit noch in staatlichen Einrichtungen sind religiöse Symbole oder Prinzipien vorgeschrieben. Kopftuch und Schleier sind weder verboten noch vorgeschrieben. Religiöse Feste können von allen Konfessionen frei gefeiert werden. Gotteshäuser, Moscheen und Tempel dürfen von jeder Religionsgemeinschaft gebaut werden. Einwanderer sollten sich also auf die konfessionelle Vielfalt mit ihren alltäglichen Erscheinungsformen einstellen können. Der mehrmals tägliche Lautsprechergesang des Muezzins sollte ihn ebenso wenig stören wie die frühmorgendliche Zeremonie der buddhistischen Papierverbrennung auf dem Bürgersteig.

Klima

Menschen aus der westlichen Hemisphäre lieben die Wärme, und sie empfinden die kalten, regnerischen Witterungszustände, die viele Monate im Jahr in ihren Ländern vorherrschen, als unangenehm. Malaysia ist an 365 Tagen heiß und feucht. Es ist ein tropisches Land, in dem es keine Winter gibt. Die Tagestemperaturen liegen ganzjährig über 30 Grad. (Sehen Sie hier eine Klimatabelle für Kuala Lumpur). Durch die Nähe zum Äquator fällt das ganze Jahre über Regen, meist in Form starker nachmittäglicher Schauer. Die Luftfeuchtigkeit liegt durchwegs bei über 90%. Die ungewohnten klimatischen Verhältnisse verlangen dem neu Hinzugezogenen eine große Anpassungsfähigkeit ab.

Währungssschwankungen

Einem Bezieher ausländischer Einkommen (Renten, Pensionen, Zinsen, Mieten etc.) kann das Währungsverhältnis nicht egal sein, da er als Resident in Malaysia seine ausländischen Einkünfte in die Landeswährung eintauschen muss. Malaysia besitzt eine starke Wirtschaft, die in den letzten Jahren im Schnitt um 5 bis 6 % gewachsen ist, und produziert jährliche Handelsüberschüsse in Serie. Dies bringt natürlich Währungsveränderungen mit sich. In den letzten 7 Jahren schwankte der Ringgit zwischen 5,20 und 4 zum Euro.

(Rufen Sie hier einen Verlaufschart auf)

Wer also im Jahr 2008 für 1000 Euro 5000 Ringgit erhielt, bekommt heute nur noch 4300 Ringgit für den gleichen Betrag. Eine Einbuße von 14%.

Autos

Obwohl Malaysia über zwei eigene KFZ-Produktionen verfügt, sind Autos in Malaysia sehr teuer. Durch eine exzessive Importbesteuerung will Malaysia die heimische Autoproduktion schützen und den Abfluss der eigenen Währung ins Ausland verhindern. Doch auch die heimischen Automarken sind mit Verbrauchsabgaben belastet. Hier eine Preisliste heimischer Neufahrzeuge.

Hier eine Auflistung verschiedener Automarken eines Gebrauchthändlers.

Alkohol

Alkoholische Getränke werden durch Steuern verteuert und sind auch nicht überall im Land erhältlich. An der Ostküste von Westmalaysia wird man nur sehr wenige Verkaufsstellen antreffen. Eine Flasche Bier kann in Kuala Lumpur und Penang jenseits von MYR 9 (2,20 Euro) kosten. Andererseits sind alkoholische Getränke in Zollfreigebieten wie z.B. der Insel Langkawi nicht mit Abgaben belastet und daher billiger als im restlichen Land.