Schwarzenbach (Hasenbach)

Männer-Genesungshaus Schwarzenhach bei Clausthal im Harz.
heute Klinik Hasenbach der Deutschen Rentenversicherung

Der nach Erhebung des Genesungshauses Königsberg zur Lungenheilstätte in die Erscheinung getretene Andrang lungenkranker männlicher Versicherter zum Heilverfahren nötigte die Landesversicherungsanstalt Hannover, sich alsbald nach einer weiteren Unterkunftsstelle für lungenkranke Männer umzusehen.
Die Wahl fiel auf die im Jahre 1889 als 2 1/2 geschossiger Steinfachwerkbau mit Brettbekleidung und Ölfarbenanstrich erbaute Dr. Appenrodische Nervenheilanstalt Schwarzenbach, belegen zwischen der Bergstadt Clausthal i. Harz und dem Orte Buntenbock, in etwa 2 km Entfernung von jedem Orte, inmitten eines nach der großen bergfiskalischen Schwarzenbacher Teiche zu sanft abfallenden Geländes. Der Ankauf wurde im Beginn des Jahres 1899 bewirkt. Ausgedehnte Fichtenwaldungen in 200 m Entfernung bieten den Insassen Gelegenheit zu Spaziergängen.


Fotos: Heilstätte Schwarzenbach, Vorder- und Rückansicht (aus Nietner, 1913).

Die Wasserfrage ist, in der Weise geregelt, daß ein im Park befindliches Bassin sowohl das Quellwasser des eigenen Grundstücks, als auch durch Röhrenleitung Wasser aus bergfiskalischen Grundstücken aufnimmt. Mit elektrischem Licht wird das Haus aus der Zentrale in Clausthal versorgt; auch hat es Anschluß an das Fernsprechnetz. Das Hauptgebäude enthielt ursprünglich Platz für 54 Betten. Durch Aufstellung zweier Döckerscher Baracken wurde die Bettenzahl für das Sommerhalbjahr auf 70 erhöht. Allerdings erwiesen sich die Baracken für das hoch- und freiliegende Genesungshaus mit der Zeit als ein unzulänglicher Behelf, und deshalb wurde im Jahre 1903 Abhilfe durch einen festen Neubau (Nebenhaus mit 32 Betten in zwei übereinanderliegenden Schlafsälen zu je 16 Betten geschaffen, von denen der untere den Winter über einstweilen als Tagesraum diente.

Das Nebengebäude enthält außerdem noch Liegehallen, Badeeinrichtung mit Zellen zur Verabreichung der verschiedensten Duschen und sonstige Verbesserungen. Von den Baracken wurde die eine mit einer Luftbadeanlage in Verbindung gebracht. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung wurde das Quellengebiet des Genesungshauses in den Jahren 1908 bis 1911 durch den Ankauf von rund 12 1/2 ha Wiesengelände erweitert und der Gesamtbesitz damit auf rund 17 1/2 ha erhöht. Eine ganz wesentliche Verbesserung des Gesamtzustandes des Genesungshauses ist durch den im Jahre 1909 in Angriff genommenen und im Beginn des Jahres 1910 vollendeten Erweiterungsbau zum Kostenbetrage von 120 000 M. erzielt worden, dessen Zweck in erster Linie auf die Verbindung des Haupthauses mit dem im Jahre 1903 entstandenen Nebengebäude in zweiter Linie auf sonstige wünschenswerte Ergänzungen gerichtet war, wie beispielsweise auf Schaffung eines geräumigen Tagesaufenthaltsraumes, einer den ganzen Gebäudekomplex einbeziehenden Dampfniederdruckheizung, größerer und heizbarer Liegehallen, eines zweiten Wasserreservoirs in einem turmartigen Aufbau, einer Be- und Entlüftungsanlage, eines hydraulischen Aufzuges usw. Die beigefügte photographische Aufnahme läßt den neuen Zustand erkennen. Schwarzenbach präsentiert sich damit als eine einheitliche, mit allen modernen Einrichtungen und Hilfsmitteln ausgestattete Anstalt, die bei einem Bettenbestande von 70 und einem Anlagekapital einschl. der beweglichen Einrichtung von knapp 408 000 M. einen Aufwand von rund 5800 M. für das Pfleglingsbett beansprucht hat. Anstaltsarzt ist der Dr. med. Wigand in Clausthal" (Text aus: Nietner, 1913).

südlich von Clausthal-Zellerfeld gelegen

Alle hier gezeigten Abbildungen wurden folgendem Band entnommen: "Die von Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalten im Harze angelegten Heilstätten für Lungenkranke" : Bildband - Hannover: Alpers, ca. 1900, Bestand im Forschungslesesaal der Zentralbibliothek der HU Berlin / aufgrund des Alters ohne Urheberrechts-Schutzfristen

Die Klinik Schwarzenbach heißt heute "Hasenbach" und ist eine Rehaklinik der Deutschen Rentenversicherung. Nachstehende einige Impressionen aus dem Juni 2012:




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