Königsberg (Goslar)

Männer-Genesungshaus Königsberg bei Goslar im Harz.
heute Trainingsgelände einer Rettungshundestaffel, teilweise nach Brand zerstört.


"Die im Jahre 1891 von privater Seite auf der Kuppe des Königsberges bei Goslar erbaute, 450 m über dem Nordseespiegel und in 4 km Entfernung von der genannten Harzstadt belegene Villa wurde im Frühling 1895 von der Landesversiclieningsanstalt Hannover zwecks Einrichtung zu einem Genesungshause für rekonvaleszente männliche Versicherte angekauft und in dem Zustande mit vorläufig 25 Pfleglingsbetten am 2. Mai 1895 in Betrieb genommen. Das Datum beansprucht insofern noch eine besondere sozialpolitische Bedeutung, als an diesem Tage das erste von einer deutschen Versicherungsanstalt eingerichtete Genesungshaus leidenden männlichen Versicherten seine Pforten öffnete. Das Haus wurde von Genesenden im engeren Sinne zunächst nur wenig in Anspruch genommen. Dieser Zustand änderte sich aber sofort, als die Landesversicherungsanstalt im Jahre 1897 zur Aufnahme von Lungenkranken überging und das Haus als Lungenheilstätte einrichtete. Mit Hilfe von Erweiterungen (durch Aufstellung Döckerscher Baracken, später durch einen selbständigen Pfleglingsneubau) konnte die Bettenzahl allmählich gesteigert und bereits im Jahre 1900 auf die bisherige Höchstzahl von 70 gebracht werden. Die eigene Wiesen- und Viehwirtschaft (1 Pferd, 8 Kühe) auf einem 10 1/2 ha großen Gelände — darunter 3 ha Pachtwiesen versorgt das Haus mit Milch in tadelloser Beschaffenheit. Eigene elektrische Lichterzeugung durch Benzinmotor und Akkumulatoren. Anschluß an eine elektrische Überlandzentrale befindet sich im Stadium der Erwägung. Das Haus ist an die Wasserleitung der Stadt Goslar angeschlossen. In den Jahren 1902 bis 1907 war Königsberg auch noch Beobachtungsstation für lungenkrankverdächtige Versicherte; nach Eröffnung einer solchen Station in der Lungenheilstätte Heidehaus bei Hannover (Schöpfung des Hannoverschen Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in Hannover) konnte diese Einrichtung in Königsberg wieder aufgehoben werden" (Text und Bild aus Nietner, 1913).





 


Alle hier gezeigten Abbildungen wurden folgendem Band entnommen:
"Die von Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalten im Harze angelegten Heilstätten für Lungenkranke" : Bildband - Hannove: Alpers, ca. 1900
Zeitschrift "Tuberkulose-Arbeiten aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte", Julius-Springer-Verlag 1904-1918.
entleihbar im Forschungslesesaal der Zentralbibliothek der HU Berlin / aufgrund des Alters ohne Urheberrechts-Schutzfristen


Zustand heute
(Juni 2012)
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Königsberg-Sanatorium



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