Hohensalza (Inowrocław)

Prinz- und Prinzessin-Wilhelm-Kinderheilstätte im Solbade Hohensalza, Provinz Posen.

"Zur Errichtung der im Solbade Hohensalza, Provinz Posen, belegenen 'Prinz- und Prinzessin-Wilhelm-Kinderheilstätte" war mit Allerhöchster Ermächtigung der Restbestand eines zur Hochzeitsfeier des Prinzen Wilhelm und der Prinzessin Viktoria, Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Majestäten, in der Provinz Posen gesammelten Provinzialfonds dem vorbereitenden Komitee überwiesen worden. Dieses Komitee, welchem der am 22. April 1894 verstorbene Königliche Landrat und Schloßhauptmann von Posen, Wirkliche Geheime Rat und Provinzial-Landtagsmarschall Freiherr von Unruhe-Bost als Vorsitzender angehörte, beschaffte die weiteren, auch durch freiwillige Zuwendungen reichlich verstärkten Mittel durch Veranstaltung einer Lotterie und einer Hauskollekte.

Der Tätigkeit dieses Komitees ist die Errichtung der Kinderheilstätte in erster Linie zu danken. In ihr finden aus der Provinz Posen stammende kranke und schwache, namentlich skrofulöse und leichtuberkulöse Kinder unbemittelter Eltern ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses, des Herkommens und des Standes Aufnahme. Die Kinder müssen das 6. Lebensjahr vollendet und dürfen das 14. Lebensjahr nicht überschritten haben. Es können jährlich 230 Kinder für eine Kurperiode von je 6 Wochen aufgenommen werden, davon 130 Kinder völlig unentgeltlich. Das Pflegegeld für Zahlstelleninhaber beträgt zurzeit je 1,55 für den Tag. Die Kurperioden dauern von Anfang Mai bis Mitte November. Ärztlicher Leiter ist der praktische Arzt Herr Dr. Sell. Dem Anstaltsbetriebe steht die Johanniterschwester Fräulein Elisabeth Fiedler vor. Die örtliche Verwaltung ist das Anstaltskuratorium. Aufnahmegesuche sind an den Vorsitzenden des Anstaltskuratoriums Herrn
Oberbürgermeister Treinies in Hohensalza zu richten. Die Kinderheilstätte ist im Jahre 1888 eröffnet worden, das Unterkunftshaus für leicht tuberkulöse Kinder im Jahre 1906. Beide Anstalten gehören dem Kinderheilstättenverein der Provinz Posen eigentümlich, welcher seinen Sitz in Posen hat und mit den Rechten einer juristischen Person ausgestattet ist. Das aus 2 Stockwerken bestehende Hauptgebäude umfaßt neben den Wohnräumen für die Leiterin und das Personal 4 Schlafsäle mit je 10 Betten, den Speisesaal und mehrere Spielzimmer für die Kinder, im Erdgeschoß befindet sich die Badeeinrichtung.

Das einstöckige Gartenhaus für leichttuberkulöse Kinder [s. Abb. rechts] enthält 2 Schlafsäle mit je 10 Betten, den Operationssaal, Speisesaal, Teeküche sowie Badeeinrichtung. Während die Wasserversorgung durch das städtische Wasserwerk erfolgt, wird die Sole zur Zubereitung von Solbädern durch Rohrleitung von der Königlichen Saline in Hohensalza bezogen" (Text aus Nietner, 1913).




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