Erbprinzentanne

Frauen-Genesungshaus Erbprinzentanne bei Zellerfeld im Harz.
heute Fachklinik Erbprinzentanne der Deutschen Rentenversicherung (z. Zt. außer Betrieb)

"Das unter dem Namen 'Die Erbprinzentanne' bekannte, in halbstündiger Entfernung von der Bergstadt Zellerfeld im Harz auf einem Hochplateau etwa 550 in über der Nordsee in unmittelbarer Nähe großer Waldungen belegene Gewese (früher Gastwirtschaft und Brauerei) wurde seitens der Landesversicherungsanstalt Hannover im Jahre 1897 zum Zwecke der Einrichtung zu einer Lungenheilstätte für weibliche Versicherte käuflich erworben.

Die notwendigen Um- und Erweiterungsbauten wurden so gefördert, daß das Haus zum 1. Oktober 1898 mit einem Bestande von 43 Betten eröffnet werden konnte, an welchem Tage sich die ersten 12 bis dahin in St. Andreasberger Privatquartieren untergebracht gewesenenen Pfleglinge unter der Führung einer Diakonisse des Hannoverschen Henriettenstiftes in Erbprinzentanne einfanden. Der Tag gewinnt für die Heilstättenbewegung der deutschen Versicherungsanstalten eine besondere Bedeutung noch dadurch, daß hier erstmalig auch weiblichen erkrankten Versicherten die Wohltat der geschlossenen Anstaltspflege geboten wurde. Von dem ursprünglichen Areal in der Größe von 83/4 ha wurden 3 ha zu einem mit Einfriedigung versehenen Park umgewandelt, um den weiblichen Pfleglingen eine von der Außenwelt unbehelligte ausreichende Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Durch Aufstellung einer Döckerschen Baracke konnte im Jahre 1899 Platz für weitere 14 Betten geschaffen werden, sie wird aber seit 1905 nur noch als Liegehalle verwendet, nachdem in demselben Jahre ein Neubau (Pavillon) mit 20 Betten bezogen wurde.

Seit Herbst 1905 verfügt das Haus demnach über 63 Pfleglingsbetten. Elektrische Energie zur Beleuchtung liefert das Elektrizitätswerk in Clausthal. Im Jahre 1906 wurde durch Wiesenzukauf das Quellennetz des Genesungshauses wesentlich erweitert und die Wasserversorgung mit Hilfe eines 60 cbm fassenden Sammelbassins von Grund ans erneuert. Für den äußersten Notfall erhielt das Genesungshaus überdies noch Anschluß an die Wasserleitung der Stadt Zellerfeld. Der gegenwärtige Besitzstand umfaßt 141/2 ha, davon 11 ha Wiesen. Das Genesungshaus treibt eigene Wiesen- uud Viehwirtschaft, unterhält einen Viehstapel von 2 Pferden und 8 Kühen und deckt seinen Bedarf an Milch aus dem eigenen Betriebe. Das eigene Gespann unterhält die Verbindung mit dem Bahnhofe Zellerfeld und befördert sowohl die Pfleglinge der Erbprinzentanne, als auch diejenigen des benachbarten Genesungshauses Schwarzenbach. Die ärztliche Versorgung ruht in den Händen des Dr. med.. Wegener, Clausthal. Das Betriebspersonal besteht ans 13 Köpfen. Das Anlagekapital einschl. Inventarkosten betrug Ende 1911 rund 358 600 M. oder für das Pfleglingsbett rund 5700 M." (Text aus Nietner, 1913).


Alle hier gezeigten Abbildungen wurden folgendem Band entnommen: "Die von Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalten im Harze angelegten Heilstätten für Lungenkranke" : Bildband - Hannover: Alpers, ca. 1900, Bestand im Forschungslesesaal der Zentralbibliothek der HU Berlin / aufgrund des Alters ohne Urheberrechts-Schutzfristen 




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