Albrechtshaus (Stiege)

Die Lungenheilstätten der Landesversicherungsanstalt Braunschweig.
heute Leerstand

"In dem östlichen Teile des Kreises Blankenburg, liegt an der Grenze zwischen dem Herzogtume Braunschweig und dem Herzogtume Anhalt, da, wo der die Grenze bildende, Steigerbach und die von der Feldmark Stiege herkommende Seke sich vereinigen, in unmittelbarer Nähe der Gernrode-Hasselfelder Bahnlinie erheben sich auf waldiger Harzhöhe die Lungenheilstätten der Landesversicherungsanstalt Braunschweig, Albrechtshaus und MArienheim. Im Norden, Osten und Westen unmittelbar an Nadel- und Laubwald grenzend, sind sie nach Süden frei und gewähren den Pfleglingen einen bezaubernden Ausblick auf die benachbarten Höhen mit ihren rauschenden Wäldern mul üppigen Wiesen. Das Albrechtshaus, zur Aufnahme männlicher Kranker bestimmt, wurde im Juni 1897, mit 40 Betten ausgestattet, in Betrieb genommen. Schon nach wenigen Jahren stellte es sich heraus, daß die Anstalt zu klein war. Um dem Bedürfnisse zu genügen, wurden im Jahre 1900 die einstöckigen Flügel mit Aufbauten versehen, wodurch so viel Raum gewonnen wurde, daß die Zahl der Betten auf 86 vermehrt werden konnte, in welchem Bestand die Anstalt bis heute erhalten ist. Marienheim, die Lungenheilstätte für weibliche Kranke, liegt in unmittelbarer Nähe des Albrechtshauses. Erbaut im Jahre 1899 und eingerichtet für 20 Pfleglinge, mußte sie schon nach wenigen Jahren erweitert werden. Da sie auch in diesem Zustande dem Bedürfnisse nicht genügte, ist sie im Jahre 1912 abermals durch einen Anbau vergrößert. Sie ist jetzt mit 50 Betten und großen Aufenthaltsräumen ausgestattet. Zwischen beiden Anstalten, etwas zurückgerückt, liegt die im Jahre 1905 im nordischen Stile erbaute, anmutige Anstaltskapelle. Sie ist eine Zierde der Anlagen. Ein mitten im Walde belegener, mit einer Kegelbahn ausgestatteter Spielplatz ist der Haupttummelplatz der männlichen Pfleglinge bei günstigem Wetter. Daneben liegt, von einer hohen Planke umgeben, das Luft- und Lichtbad, in dem die gekräftigten Kranken in leichter Bekleidung durch Turnen an Geräten und durch Freiübungen die zu neuem Leben erwachten Körperkräfte zu stärken und zu stählen suchen. Die Wasserversorgung der Anstalten erfolgt durch eine eigene besondere Leitung, welche einwandfreies Gebirgswasser in hinreichender Menge liefert. Die sämtlichen Abwässer der Anstalten werden einer von der Städtereinigung und Ingenieurbau, Aktiengesellschaft in Berlin, im Jahre 1912 hergerichteten biologischen Kläranlage zugeführt.
Die ärztliche Behandlung der Pfleglinge erfolgt durch den Physikus Sanitätsrat Dr. Köhler in Hasselfelde, dessen Wohnung mit den Anstalten durch ein Telephon verbunden ist. Dem Albrechtshause steht ein Inspektor, dem Marienheim eine Diakonissin vor" (Text aus Nietner, 1913).


Foto: Albrechtshaus und Kapelle (aus Nietner, 1913)


Ansicht des Marienheimes (aus Nietner, 1913)
  

Ansichten aus: "Die von Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalten im Harze angelegten Heilstätten für Lungenkranke. Hannover: Alpers [ca. 1900]"

Lageplan aus: "Die von Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalten im Harze angelegten Heilstätten für Lungenkranke. Hannover: Alpers [ca. 1900]"


Grundrisse aus Nietner, 1913.







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