Volume 1 (2010) Issue 2 - Artikel Chen
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Journal of Linguistics and Language Teaching

Volume 1 (2010) Issue 2 (PDF)

pp. 241 - 269

Analyse ausgewählter Lernsysteme für dem Fremdsprachenlernen unterliegende Denkmodelle anhand taiwanesischer Patentschriften


Shing-Lung Chen 陳欣蓉 (Kaohsiung, Taiwan)

Abstract (English)

Patents are generally said to deal with solutions to technical problems. In reality, however, some patents deal with the learning of foreign languages. Patents of this kind have hardly been examined up to the present day, and no academic literature exists on this field of research, yet. The present article aims at such an academic analysis. Only an innovative model can become a patent. Patents often deal with the question of how the success of language learning can be improved by means of information technology. Moreover, a learning effect is to be generated, which cannot be produced by traditional print media. In the present article, selected patents on the learning of foreign languages are classified and subdivided in three groups: patents on the problems of language learning, patents for the promotion of learner motivation and patents on the development of learning tools. Ín this analysis of patents, new models are described by which the success of learning foreign languages can be increased via information technology.

Key words: Patents of language learning, development of learning systems, analysis of patents, e-learning, learning and technology

Abstract (Deutsch)

Es besteht häufig der Eindruck, dass Patente sich auf die Lösung technischer Probleme beschränken. In Wirklichkeit behandeln manche Patente jedoch das Fremdsprachenlernen. Diese sind bisher kaum untersucht worden, und es existieren noch keine entsprechenden wissenschaftlichen Artikel. Dieser Artikel versucht sich an einer einschlägigen Analyse. Nur ein innovatives Denkmodell kann ein Patent werden. Bei Patentschriften handelt es sich oft darum, wie das Fremdsprachenlernen mittels der Informationstechnologie in seinem Lernerfolg verstärkt werden kann. Außerdem soll eine Lernwirkung erzielt werden, die traditionelle Printmedien nicht erreichen können. Dieser Artikel klassifiziert ausgewählte Patentschriften zum Fremdsprachenlernen und untergliedert sie in drei Gruppen: Patente zu Sprachlernproblemen, Patente zur Förderung der Lernmotivation und Patente zur Entwicklung der Lernwerkzeuge. In dieser Analyse der Patentschriften bietet der Artikel Lehrern neue und vielfältige Denkmodelle an, mit denen der Lernerfolg mittels der Informationstechnologie erhöht werden kann.

Stichwörter: Patente zum Fremdsprachenlernen, Entwicklung von Lernsystemen, Analyse von Patentschriften, E-Learning, Lernen und Technologie

1 Einleitung

Der vorliegende Artikel untersucht ausgewählte Patentschriften zum Fremdsprachenlernen. Dabei analysiert er, welche Lernprobleme in ausgewählten Patentschriften zum Sprachlernen behandelt werden und mit welchen innovativen Denkmodellen[1] dies geschieht.

In den letzten Jahren ist E-Learning in manchen Ländern der Forschungsschwerpunkt des Staates, wie z. B. In Kanada[2], in Singapur[3] in den Vereinigten Staaten[4], in Taiwan[5]. Dazu schreibt das Wirtschaftsministerium in Taiwan:

In der Wissensgesellschaft sollen hochqualifizierte Fachleute ausgebildet werden. Dazu ist das E-Learning mit der Entwicklung der Informationstechnologie der schnellste Weg und die effektivste Art zu lernen, und zwar unabhängig von Lernumgebung, Zeit und Raum. Viele hochentwickelte Länder der Welt treiben E-Learning Projekte und Programme intensiv voran, um eigenes Wissenskapital und eine vollkommene Informationsgesellschaft aufzubauen (Wirtschaftsministerium Taiwan 2005: 4). (Übersetzung: S.-L. C.)

Ähnliche Ansichten vertreten auch Wu, Yang und Wu: Der Erfolg von E-learning sei ein Indikator für die Konkurrenzfähigkeit eines Staates:

Das Erziehungsministerium Singapur plant, im Jahre 2008 Computer mit Flachbildschirm, Laptop und Wireless-Internet etc. für fünf weitere Grundschulen zu kaufen, damit im Jahre 2015 fünfzehn Grundschulen mittels der Informationstechnologie innovative Lehrveranstaltungen anbieten, und dann „Schulen der Zukunft“ genannt werden. Daran erkennt man, dass die Anwendung der Informationstechnologie für den Unterricht zu einem wichtigen Schritt dafür geworden ist, die Konkurrenzfähigkeit der nächsten Generation zu erhöhen (Wu, Yang und Wu 2007: 60). (Übersetzung: S.-L.C)

Die Gründe für die Förderung des E-Learning sind im Wesentlichen die Folgenden:

(1) Lehrveranstaltungen traditioneller Art können die Aufmerksamkeit der jungen Generation nicht mehr wecken: Im traditionellen Unterricht ist der Lehrer oft die Hauptperson, und der Unterricht wird mit der Zeit eintönig.

(2) Ein im Unterricht verwendetes Lehrwerk kann den vielfältigen Bedarf der Studenten nicht befriedigen (Yang 2000:4).

(3) Durch den herkömmlichen face-to-face-Unterricht, der auf ständige Wiederholung angelegt ist, kann Wissen nicht effektiv vermehrt werden. Mit Hilfe der Informationstechnologie können Lehrmaterialien immer weiter verbessert werden, bis die Lerner beim Selbstlernen in der Lage sind, anhand des Lernmaterials eigene Lernprobleme zu lösen.

In Patentschriften wird die Technologie mit dem Lernen kombiniert. E-Learning soll sich nicht darauf beschränken, das Lernmaterial im Internet oder das Lernmaterial in digitaler Form darzustellen. Es soll mittels eines innovativen Denkmodells vielmehr einen Lerneffekt erzielen, den herkömmliches, papierbasiertes Lehrmaterial nicht erzielen kann.

Ein Beispiel dafür ist das Denkmodell des adaptiven Lernens: In den meisten Lehrwerken wird der Inhalt - dem Niveau der Studenten entsprechend - progressiv dargestellt. Falls ein Lerner auf einer bestimmten Stufe nicht weiterkommt - d.h. das Lehrwerk ihm nicht weiterhelfen kann -, muss er sich an den Lehrer wenden. Dabei muss der Lehrer feststellen können, auf welcher Stufe der Lerner Probleme hat. Jener muss darüber hinaus richtig einschätzen, welches weitere Lernmaterial der Lerner benötigt. Beim adaptiven Lernsystem wird vorprogrammiert, bei welchem Lernproblem welches Lehrmaterial zur Anwendung kommt. Zunächst wird der Lerner daraufhin getestet, auf welcher Stufe er welche Probleme hat. Dann wird er aufgefordert, weiteres Lehrmaterial zu nutzen, und wird danach erneut getestet. Wenn er diesen Test besteht, bekommt er das Lehrmaterial der folgenden Stufen. Wenn er diesen Test nicht besteht, lernt er bei der bisherigen Stufe weiter. Wenn er den erneuten Test wieder nicht besteht, setzt er seinen Lernprozess auf einer niedrigeren Stufe fort. Somit kann ein adaptives Lernsystem dem Lerner je nach seinem Lernerfolg entsprechendes, für ihn geeignetes Lehrmaterial anbieten und so eine Wirkung erzeugen, die herkömmliche Lehrwerke nicht erzielen können (Weitere Einzelheiten, vgl. Kap. 4.2.1).

Grundlegende Eigenschaften und Besonderheiten von Patentschriften zum Fremdsprachenlernen können dabei wie folgt veranschaulicht werden:

Abb. 1: Eigenschaften und Besonderheiten der Patentschriften zum Fremdsprachlernen


Im Folgenden behandeln wir solche Patentschriften, die das Lernen mit der Informationstechnologie kombinieren und somit die Lernwirkung erzielen, die herkömmliche Lehrwerke nicht generieren können.

2 Das Untersuchungsmaterial

Im vorliegenden Artikel wird hauptsächlich untersucht, welche innovativen Denkmodelle zum Lernen in Patentschriften dargestellt werden. Patentschriften stellen frei zugängliches, öffentliches Material dar, und sie sind auf der Website des Patentamtes verfügbar. In Deutschland kann man Patentschriften beim Patentamt finden (vgl. http: //www.dpma.de/patent/recherche/index.html). Die taiwanesischen Patentschriften lassen sich unter der URL http://twpat.tipo.gov.tw/ finden.

In diesem Artikel beschränken wir uns auf die Analyse taiwanesischer Patentschriften zum Lehren und Lernen von Fremdsprachen. Die Informationsrecherche dazu wurde mittels der vier Stichwörter „Lernen“, „Lehren“, „Fremdsprachen“ und „Sprachen“ – in getrennter und kombinierter Form - durchgeführt. Es waren insgesamt 1648 Patentschriften zu finden, und nur 352 Patentschriften gehörten zum Sprachlernen und –lehren:

Das Recherche-Ergebnis lässt sich wie folgt darstellen:

Die ermittelten Patentschriften zum Sprachlernen lassen sich inhaltlich in drei Gruppen einteilen:

(1) Patente zu Sprachlernproblemen: Diese beziehen sich auf Patente, die anstreben, das Sprachlernen inhaltlich zu erleichtern und die Lernwirkung bzw. den Lernerfolg zu erhöhen (zu den Einzelheiten vgl. Kapitel 4.1).

(2) Patente zur Förderung der Lernmotivation: Solche Patente konzentrieren sich darauf, die Lernmotivation zu erhöhen. Z. B. wird das Lehrmaterial in Form eines spannenden Spiels gestaltet und motiviert somit die Lerner, dauerhaft zu lernen (zu den Einzelheiten vgl. Kapitel 4.2).

(3) Patente zur Entwicklung der Lernwerkzeuge: Solche Patente behandeln keine Probleme des eigentlichen Vorganges des Sprachlernens, entwickeln jedoch trotzdem Lernsysteme bzw. Lernwerkzeuge für das Sprachlernen. Ein Beispiel dafür ist, dass ein Patent das Lehrmaterial je nach der im Lernmaterial vorkommenden Satzlänge, dem Schwierigkeitsgrad der Wörter, der Häufigkeit länger Sätze etc. automatisch in verschiedene Schwierigkeitsstufen einteilt, damit die Lerner sofort erkennen können, ob das jeweilige Lehrmaterial der eigenen Lernstufe entspricht[6]. Solche Patente behandeln zwar keinen Lerninhalt, jedoch entwickeln die Lernwerkzeuge, die das Lernen erleichtern.

3 Quantitative Analyse der untersuchten Patentschriften

Im Folgenden gehen wir auf die statistische Analyse des untersuchten Materials ein. Daran schließt sich eine qualitative Analyse der Patentschriften an.

Die Fragestellungen der statistischen Analyse sehen wie folgt aus:

(1) Werden die Patente zum Sprachlernen mehrheitlich von den einzelnen Erfindern oder von den Unternehmen beantragt?

Im Hinblick auf diese Frage ergibt sich folgendes Bild:

Bei den meisten Patenten zur Erlernung von Fremdsprachen sind Unternehmen die Antragsteller (71%). Weniger als ein Drittel der Patente wird von den eigentlichen Erfindern angemeldet (29%). Ein Grund dafür ist, dass ein Unternehmen der Antragsteller für die Patentgewährung sein sollte, wenn das Patent innerhalb des Aufgabenbereiches des Unternehmens entwickelt worden ist. Ein weiterer Grund besteht darin, dass die Gebühr für die Patentanmeldung sehr hoch ist. Die Gebühr für die Anmeldung eines taiwanesischen Patents kostet etwa 700 Euro, diejenige für ein amerikanisches Patent 1900 Euro und diejenige für ein deutsches Patent etwa 4000 Euro. Nach dem Erwerb der Patentlizenz, ist noch eine weitere jährliche Pflegegebühr für das Patent zu zahlen

(2) Welche Erfinder besitzen die meisten Patentlizenzen für das Sprachlernen in Taiwan?

Hier nennen wir nur die drei Erfinder, die die meisten Patentlizenzen erworben haben:

Fred Chen hat die meisten Patentlizenzen zum Sprachlernen erworben, und zwar unter anderem:

- Lernsystem und Lernmethode zur Erlernung der englischen Aussprache anhand bildlicher Darstellungen[7];

- Methode zum Fremdsprachenlernen mittels situationaler Szenen[8];

- Computer-gestütztes System zum fremdsprachlichen Lesenlernen[9],[10];

Sayling Wen nimmt den zweiten Platz ein. Er hält beispielsweise die folgenden Patente:

- „Computerspiel-kombiniertes Lernsystem in graduellen Lernschritten“, Offenlegungs-Nr.: I278761, Datum: 2007/04/11;

- Lernsystem anhand von Kommunikationssituationen und Rollen[11];

- „Das Sprech- und Hörverstehenslernsystem mit Hilfe einstellbarer Spielgeschwindigkeit[12].

Ching Hwa Hsieh nimmt den dritten Platz ein. Ihre Patente sind wie die folgenden:

- Tragbares elektronisches Gerät zum Nachsprechen und zur Aussprachekorrektur[13];

- Sprachlern- und -evaluationssystem zur Satzbildung mit Hilfe des Computers[14];

- Computer-basiertes, alphabetsorientiertes Sprachlernsystem“[15].

(3) Zu welchem Prozentsatz erscheinen unter den Patenten zum Sprachenlernen solche zu Sprachlernproblemen, zur Förderung der Lernmotivation und zur Entwicklung von Lernwerkzeugen?

Unter den Patenten zum Sprachlernen kommen die Patente zur Entwicklung des Lernsystems am häufigsten (66,25 %) vor. Dies liegt offenbar daran, dass die Entwickler der Patente oft Techniker sind. Deswegen versuchen sie, das Lernen durch die Informationstechnologie zu erleichtern, und entwickeln Lernsysteme. Im Laufe der Zeit bemerken sie, dass reine Sprachlernwerkzeuge die Lernwirkung nicht effektiv erhöhen. Vielmehr ist es notwendig, den Vorgang des Sprachlernens zu analysieren und auf den Bedarf der Lerner einzugehen. So werden Patente zu Sprachlernproblemen entwickelt. Jedoch weckt selbst ein guter Inhalt nicht unbedingt das Lerninteresse. Deswegen kommen Patente zur Förderung der Lernmotivation hinzu.

4 Qualitative Analyse der untersuchten Patentschriften

Im Folgenden gehen wir auf den Inhalt der untersuchten Patentschriften ein, die meist darauf abzielen, das Sprachlernen durch die Informationstechnologie effektiver zu gestalten. Der Hauptzweck dieser Analyse besteht darin zu untersuchen, welche innovativen Denkmodelle zum Sprachlernen existieren. Außerdem behandeln die Patente zum Sprachlernen die Hauptprobleme, die im traditionellen Unterricht kaum zu lösen sind, sowie Chancen, sie durch die Informationstechnologie zu lösen.

Die untersuchten Patentschriften werden inhaltlich in drei Gruppen eingeteilt und hier der Reihenfolge nach analysiert:

(1) Patente zu Sprachlernproblemen

(2) Patente zur Förderung der Lernmotivation und

(3) Patente zur Entwicklung der Lernwerkzeuge.

4.1 Patente zu Sprachlernproblemen

Im Folgenden wollen wir Patente, die ähnliche Lernprobleme behandeln (wie z.B. das Wortschatzlernen oder die Hörverstehens-, Leseverstehens- und Sprechfertigkeit), zusammenstellen und analysieren.

4.1.1 Patente zum Wortschatzlernen

Bei solchen Patenten besteht ein mögliches Vorgehen darin, die Erlernung des entsprechenden zielsprachlichen Lexems mittels des jeweiligen Schriftzeichens, der Wortbedeutung und der Aussprache zu erleichtern:

Ein wesentliches Problem dabei ist, dass die Lerner meist versuchen, zielsprachliche Lexeme durch Memorieren im Kopf zu behalten. Auf diese Weise gehen die Wörter nur ins kurzzeitige Gedächtnis ein und werden nach gewisser Zeit wieder vergessen.

Die Lösung dieses Problems liegt darin, das unbekannt Wort mittels der bildlichen Darstellung der Wortbedeutung, des Schriftzeichens und der Aussprache des zielsprachlichen Lexems wiederholt vorkommen zu lassen, damit der Lerner kann es leichter behalten. Aus diesen drei Elementen ergeben sich folgende Lernverfahren[16]:

(a) Anhand des Lautes soll das Fremdwort erkannt werden: Wenn der Lerner z.B. das Wort „Tür“ hört, muss er aus mehreren Wörtern das richtige Wort „Tür“ auswählen. Dies bedeutet, dass der Lerner den Zusammenhang zwischen dem Laut und dem Zeichen desselben Wortes „Tür“ herstellen muss.

(b) Anhand des Lautes soll die richtige bildliche Darstellung des zielsprachlichen Lexems erkannt werden: Wenn der Lerner das Wort „Tür“ hört, soll er aus mehreren Bildern das richtige Bild des Wortes „Tür“ auswählen. Dabei muss er die Verbindung zwischen dem Laut und dem Bild desselben Lexems im Kopf behalten.

(c) Anhand des Wortes soll der Laut erkannt werden: Sieht der Lerner das Wort „Tür“, soll er unter mehreren Lauten den richtigen erkennen. Dabei wird vom Lerner die Beziehung zwischen dem Zeichen und dem Laut desselben Lexems hergestellt.

Dieses Patent versucht mittels dreier Elemente (Zeichen, Bild und Aussprache eines Wortes) und deren Verbindung, den Lernerfolg der fremdsprachlichen Lexeme zu erhöhen. Die Gestaltung solcher Übungen kostet mit der traditionellen Methode viel Zeit und Energie. Durch den Computer und das Modell wird es möglich, solche Übungen leichter zu gestalten - und in noch größerer Zahl[17].

Der Verdeutlichung von Situationen der Sprachverwendung und somit zur Erklärung ähnlicher Wörter dienen Filmszenen: Deutschlerner haben oft Schwierigkeiten, die Anwendungssituationen zweier ähnlicher Wörter, wie z. B. der Hilfsverben müssen und sollen zu unterscheiden. Das Programm erstellt zunächst eine Liste ähnlicher Wörter. Jedes Wort wird mit einer Filmszene verbunden, die eine Sprachverwendungssituation veranschaulicht und der Erklärung des Wortes dient. Wenn ein Lerner ein Wort von einem anderen, ähnlichen Wort nicht eindeutig unterscheiden kann, gibt er eines von diesen beiden ähnlichen Wörtern in den Computer ein, in diesem Fall zum Beispiel sollen. Dann wird zunächst überprüft, welchem anderen Wort dieses Wort ähnlich ist. Dann werden die Filmausschnitte zu diesen beiden ähnlichen Wörtern gezeigt, die jeweils als Erklärung bzw. als Beispiel der Sprachverwendung dieser Wörter dienen, damit der Lerner beide leichter voneinander unterscheiden kann.[18]

Ein weiteres Patent bezieht sich auf eine Kombination von Filmen mit einer Wortschatzdatenbank - mit dem Ziel des Erhalts von Worterklärungen für in neuen Filmen vorkommende, unbekannte Lexeme. Erfahrungsgemäß ist das Erlernen einer Fremdsprache mit Hilfe von Filmen bei Lernern sehr beliebt. Zunächst werden die unbekannten fremdsprachlichen Lexeme ausgewählt, und den Lernern werden während der Rezeption eines Films die benötigten Bedeutungserklärungen angeboten. Wenn die Lerner aber neue Filme anschauen möchten, müssen sie die ihnen unbekannten Lexemen selbst im Wörterbuch nachschlagen.

Das Patent verbindet die Filme nun mit einer Wortschatzdatenbank. Falls die Lerner ein Wort im Untertitel nicht verstehen, wird dieses Wort im System automatisch mit den Einträgen der Wortschatzdatenbank verglichen. Findet das System das entsprechende Wort, bietet es dem Lerner die jeweilige Worterklärung an. Wenn nicht, wird es mit den gängigen Internet-Wörterbüchern verbunden und liefert die entsprechende Worterklärung. Damit kann der Lerner beliebige neue Filme anschauen, die vorher nicht bearbeitet worden und auch nicht mit der Wortschatzliste verbunden worden sind.


4.1.2 Patente zum Hörverstehen und zur Sprechfertigkeit

Das Endziel des Sprachlernens besteht darin, in der gelernten Fremdsprache zu kommunizieren. Die Lerner - besonders Asiaten - zum Sprechen zu bringen, stellt dabei ein besonderes Problem dar. Im Folgenden analysieren wir zunächst Lernsysteme zum Hörverstehen und im Anschluss daran solche zur Sprechfertigkeit.

Bei Diktatprogrammen wird dem Lerner eine Erklärung für seine Fehler geliefert: Die meisten Diktatprogramme lassen die Lerner zunächst die Fremdsprache hören. Danach sollen sie das Gehörte niederschreiben. Anschließend wird das Diktat mit der vorprogrammierten Antwort verglichen und bewertet.[19] Das hier beschriebene Patent gibt zusätzlich zu der Bewertung der Fehler des Lerners weitergehende Informationen hinsichtlich dieser Fehler. Dies kann man sich so vorstellen, dass beim Diktat bei ähnlich geschriebenen Wörtern Fehler auftauchen, wie z. B. bei load vs. road im Englischen oder bei Stadt vs. Staat im Deutschen. In solchen Fällen werden entsprechende Informationen über die Aussprache ähnlicher Wörter geliefert, damit der Lerner den Fehler in Zukunft vermeiden kann.[20]

In einem anderen Patent wird so vorgegangen, dass ein Liedtext mitsamt der zu ihm gehörenden Melodie als Verhältnisgruppe gebildet und mit elektronischen Wörterbüchern verbunden wird, so dass der Lerner die Fremdwörter im Liedtext erkennt und mittels der Lieder die Fremdsprache erlernt. Wenn der Lerner beim Anhören eines Liedes etwas nicht versteht, kann er das Programm sofort stoppen. Da das Lied mit seinem Text verbunden ist, erscheint an der Stelle, an der der Lerner etwas nicht versteht, der entsprechende Textabschnitt des Liedes. Außerdem werden die in diesem Textabschnitt vorkommenden Fremdwörter automatisch mit elektronischen Wörterbüchern verbunden, so dass der Lerner deren Aussprache, Bedeutungserklärung und weitere Beispielsätze zu seiner Verfügung hat. Somit wird die Lernwirkung durch die Lieder erheblich verstärkt.[21]

Durch den Vergleich des zu lernenden Satzes mit dem Untertitel des Filmes kann der zu dem zu lernenden Satz gehörende Filmausschnitt als eine Verwendungssituation angesehen werden, in der dieser anzusiedeln ist: Momentan werden Konversationssätze oft getrennt bzw. isoliert von der jeweiligen Verwendungssituation gelernt, so dass die Lerner oft nicht genau verstehen, wie die gelernten Sätze adäquat verwendet werden sollen. In dem vorliegenden Patent wird versucht, dieses Problem zu lösen, indem die Filme die Sprache „in Aktion“ anzeigen. Falls die Lerner nicht verstehen, wie sie einen bestimmten fremdsprachlichen Satz verwenden können, haben sie die Möglichkeit, ihn in das System dieses Patents eingeben. Dann wird der Satz mit dem Untertitel des Filmes verglichen. Findet das System denselben Satz im Film, kann dieser Filmausschnitt als Verwendungssituation des jeweiligen Satzes dienen. Somit haben Lerner die Chance, die Fremdsprache mit Hilfe von Filmen in relevanten Verwendungssituationen zu erlernen und somit letztendlich adäquat zu beherrschen[22].

Nach der Auswahl der Kommunikationssituation finden Satzbildungsübung und Rollenspiel statt und anschließend die Bewertung: Im traditionellen Unterricht bekommt jeder Lerner nicht ausreichend Zeit, um die fremdsprachliche Kommunikation im einzelnen zu üben. Außerdem behalten die Lerner viele Sätze ohne jegliche Verwendungssituation im Kopf und können sie in der Konversation nicht adäquat anwenden.

Zu diesem Zweck bietet dieses Patentsystem drei Hauptfunktionen an: Situationsauswahl, Satzbildungsübung und das Rollenspiel. Die Lerner können Kommunikationssituationen und Rollen auswählen. Gemäß dieser Auswahl bietet das Lernsystem die zu lernenden Sätze für konkrete Kommunikationssituationen an, unter deren Verwendung die Lerner das Rollenspiel dann ausführen.

Die Vorteile dieses Konversationslernsystems bestehen darin, dass die Lerner mittels der Satzbildung zuerst die zur Kommunikation benötigten Sätze kennen lernen und erst danach die Konversation ausführen, um die erlernten Sätze in der Kommunikation zu verwenden.

Der Nachteil des Systems besteht darin, dass das Lernhilfesystem den jeweiligen Lerner mittels des Rollenspiels zwar ermutigt, in der Fremdsprache zu kommunizieren, dass dieser dabei jedoch keine korrekte Konversation realisiert. Der Grund dafür liegt darin, dass das Lernsystem beim Rollenspiel den davor gelernten Dialog wiederholt und dabei die Stimme der vom Lerner ausgewählten Rolle löscht, damit dieser sie übernehmen kann. Dadurch, dass der Inhalt des Dialogs fixiert ist, muss der Lerner nur den Inhalt des davor gelernten Dialogs auswendig lernen und beim Rollenspiel wiederholen, um adäquat mit dem Lernsystem zu kommunizieren.[23]

4.1.3 Lernsysteme zum Leseverstehen und zur Schreibfertigkeit

Im Folgenden behandeln wir zunächst die Lernsysteme zum Lesen und danach diejenigen zum Schreiben:

Das erste, hier vorzustellende Lernsystem zum Leseverstehen bietet dem Lerner den benötigten Wortschatz an, übersetzt den Text in seine Muttersprache und trainiert das logische Denken durch die Organisation der Sätze zu einem Text. Das Patent beinhaltet drei Schwerpunkte zur Erleichterung der Rezeption fremdsprachlicher Texte:

- Die zu lernenden Wörter erscheinen je nach der vom Lerner gewählten Lernstufe: In der Datenbank des Lernsystems ist für jeden Text der Wortschatz verschiedener Lernstufen markiert. Nachdem der Lerner seine Lernstufe ausgewählt hat (Grundstufe, Mittelstufe, fortgeschrittenes Niveau), wird ihm der seine Lernstufe entsprechende Wortschatz mit den jeweiligen Bedeutungserklärungen in seiner Muttersprache angeboten.

- Übersetzung: Jeder im Text vorkommende Satz wird in die Muttersprache des Lerners übersetzt, damit dieser den Text besser verstehen kann.

- Trainieren des logischen Denkens: Der Lerner hat die Aufgabe, diese Sätze gemäß seiner eigenen Logik zu einem Text zu organisieren. Somit trainiert das Lernsystem die Organisationsfähigkeit und logischen Fähigkeiten des Lerners, die beim Lesen verlangt werden.[24]

Bei dem nächsten Lernsystem handelt es sich um eines, das es dem Lerner gestattet, einen eigenen Lerninhalt einzugeben und ihm Satzbildungsvariationen in unterschiedlichen Lernstufen anbietet: Heutzutage können Satzbildungsübungen automatisch generiert werden – eine Arbeit, die im traditionellen Unterricht dem Lehrer zukam. Solche Satzbildungssysteme haben jedoch folgende Nachteile:

- Der Inhalt des Satzbildungssystems ist vorprogrammiert. Falls er dem Bedarf des Lerners nicht entspricht, verliert dieser die Lernmotivation. Will der Lerner z.B. eine deutsche Fachsprache erlernen, und bietet das Satzbildungslernsystem nur literarische Texte an, ist dieses für den Lerner nicht attraktiv.

- Die Lerner können den Inhalt des Lernsystems nicht modifizieren oder ergänzen.

- Das jetzige Lernsystem kann die Satzbildung nur in recht eintöniger Art und Weise darstellen, wie z. B. die Veränderung der Wortstellung, die falsche Flexion der Verben etc.

In dieses Lernsystem kann eigenes Lernmaterial eingegeben werden, um es an den jeweiligen Bedarf des Lerners anzupassen. Außerdem vermag das Lernsystem viele verschiedenen Formen der Satzbildung darzustellen.

Wie aber wird die Möglichkeit zur Hinzufügung eigener Texte durch den Lerner umgesetzt? Dieser Prozess sieht folgendermaßen aus:

- Satzzerlegung: Sobald der Lerner einen Text eingibt, kann das Lernsystem den Satz anhand der Interpunktion erkennen und somit die Sätze voneinander trennen. Diese einzelnen Sätze gelten als Antwort der Satzbildung.

- Herstellung der Satzbildung: Sätze können auf unterschiedliche Arten und auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen verändert werden:

  • Stufe 1: Das Lernsystem ordnet die Satzglieder des Satzes unlogisch an. Der Lerner braucht dann nur die Satzglieder in der richtigen Reihenfolge anordnen.
  • Stufe 2: Es werden mehr Elemente als die benötigten Satzglieder angeboten. Der Lerner muss dann erkennen, welche Elemente nicht zu dem vollständigen Satz gehören, und bildet seinen Satz nur mit den benötigten Satzgliedern.
  • Stufe 3: Das Lernsystem bietet falsche Satzglieder an, und der Lerner muss die Fehler erkennen und korrigieren, damit er mit den entsprechenden Satzgliedern einen richtigen Satz bilden kann. Ein Beispiel dafür ist, dass das System anstelle der allgemeinen Struktur sich für die Musik interessieren die falsche Struktur anbietet sich an der Musik interessieren anbietet. Der Lerner muss also die korrekte Struktur erkennen, um den korrekten Satz Er interessiert sich für die Musik bilden zu können.

Somit bietet das Lernsystem dem Bedarf des Lerners entsprechendes Material an, und zwar in verschiedenen Modifikationsformen der Satzbildung[25].

Mittels Abänderung oder Reorganisation der vorprogrammierten Geschichten trainiert das Lernsystem die Lese-, Schreib-, Hör- und Sprechfertigkeit der Lerner: Das Lernsystem bietet dazu verschiedene Geschichten mit Tonaufnahmen, Bildern, sprachlichen Ausdrücken etc. an. Es erlaubt dem Lerner, die Inhalte der Geschichten, die Tonaufnahmen sowie die Bilder abzuändern bzw. durch jeweils eigene Elemente zu ergänzen. Das Lernsystem besitzt also zwei Funktionen: Der Lerner kann die Geschichte in seine eigene umwandeln, wodurch die Lernmotivation verstärkt wird. Er kann aus einer alten Geschichte mehrere neue Geschichten entwickeln. Dadurch, dass der Lerner die alte Geschichte bzw. das angebotene Lehrmaterial abändern kann, muss er die ursprünglichen Geschichten verstehen (Lesefertigkeit) und sie auf der Basis seiner eigenen Schreibfertigkeit abändern, die ursprünglichen Tonaufnahmen anhören (Hörverstehen) und die neue Tonaufnahme für die neue Geschichte erstellen (Sprechfertigkeit). Somit werden durch das Lernsystem im Prozess der Rekonstruktion bzw. Reorganisation einer neuen Geschichte alle vier sprachlichen Grundfertigkeiten erfasst[26].


4.2 Patente zur Förderung des Lernens

Die Lernsysteme zur Förderung des Lernens allgemein stehen vor zwei Hauptschwierigkeiten:

- Ein guter Inhalt regt die Lerner nicht unbedingt zum Lernen an;

- Die Lerner haben unterschiedliche Lernprobleme und eine jeweils verschiedene Lernprogression.

Die Lernsysteme somit sollen nicht nur die Lernmotivation erhöhen, sondern sie auch flexibel dem Bedarf unterschiedlicher Lerner anpassen. Demgemäß differenziert der vorliegende Artikel die Patente zur Förderung des Lernens in zwei Gruppen:

- adaptives Lernen

- Förderung zum Lernen

Adaptives Lernen bezieht sich darauf, dass das Lernsystem das Sprachniveau der Lerner bzw. die Lernschwierigkeiten der Lerner festzustellen vermag. Somit stellt es sich auf den Bedarf bzw. das Sprachniveau der Lerner ein und bietet dem einzelnen Lerner bedarfsgerecht entsprechendes Lernmaterial an. Außerdem kann es den Lernern helfen, zu vermeiden, ihnen bereits bekanntes Material erneut zu lernen. Entsprechend formulieren Huang und Tsü:

’Adaptive Instruktion’ kann sich im Lernprozess auf die Fähigkeit, auf das Interesse und auf den Bedarf der einzelnen Lerner beziehen. Atkinson (1972) vertritt die Ansicht, dass die effektivste Lehrstrategie eine adaptive ist. Somit sollten sich die Lernsysteme genau auf den vorigen und den aktuellen Wissensstand der Lerner umstellen (Huang & Tsü 2000 : 2). (Übersetzung: S.-L. C.)

Die Förderung der Lernmotivation wird in zwei Ausrichtungen realisiert:

- das Lernmaterial kann in der Form eines Spiels gestaltet sein;

- Neben dem Lernmaterial können externe Maßnahmen zur Förderung der Lernmotivation angeboten werden. Zuweilen ist es schwierig, das Lernmaterial in Form eines Spiels darzustellen. In solchen Fällen kommen Gewinnspiele, symbolische Preise, fiktive Geschenke oder Belohnungen zum Tragen.

Im Folgenden werden die Patente gemäß diesen beiden Ausrichtungen in zwei Gruppen eingeteilt und analysiert:

4.2.1 Lernsysteme zum adaptiven Lernen

Ein Lernsystem kann die Schwächen der Lerner durch eine Bewertung ihrer Leistungen entdecken und liefert dann das entsprechende Lernmaterial gemäß dem Bedarf des jeweiligen Lerners: Im Gegensatz zum traditionellen Unterricht, in dem die Lerner zunächst das jeweilige Material erlernen und erst danach bewertet werden, stellt dieses Lernsystem durch entsprechende Tests zunächst fest, worin die Schwächen des jeweiligen Lerners bestehen. Auf der Basis dieser Analyse liefert das System dem jeweiligen Lerner das entsprechende Lernmaterial. Somit stellt das Lernsystem individuell die Schwächen der Lerner fest und hilft ihnen, diese zu kompensieren. Es geht somit ganz anders vor, als es im traditionellen Unterricht der Fall ist, in dem die Unterschiede zwischen den Lerner und ihr jeweils unterschiedlicher Bedarf weitgehend vernachlässigt werden und in dem alle Lerner das gleiche Material erlernen, mit denselben Tests bewertet werden und nach der Bewertung meist keine weiteren Lernförderungsmaßnahmen getroffen werden. Das Lernsystem geht hier umgekehrt vor: von den Schwächen der Lerner hin zu dem zur Abstellung dieser notwendigen Lernmaterial. Somit zielt dieses adaptive Lernsystem gerade auf den individuellen Bedarf der Lerner ab[27].

Ein anderes Patent hilft den Lernern, fast vergessenes Lernmaterial zu wiederholen: Zur Zeit müssen die Lerner selbst feststellen, welchen Lerninhalt sie im Laufe der Zeit bereits wieder vergessen haben, und dieses Material selbständig wiederholen. Das Lernsystem erstellt eine Behaltenskurve und stellt kann gemäß dieser fest, wann die Lerner das bereits gelernte Material fast vergessen haben werden. Dann bietet es dem Lerner das früher gelernte Material wieder an, damit er es leichter dauerhaft memorieren kann.[28]

4.2.2 Lernsysteme zur Förderung der Lernmotivation

Zur Förderung des Lernerfolgs spielen außer einem möglichst interessant gestalteten Inhalt die zur Förderung der Lernmotivation verwendeten Maßnahmen eine entscheidende Rolle. So stellen manche Lernsysteme das zu erlernende Material in Form eines Spiels dar, um das Interesse der Lerner zu wecken (wie z. B. „Das durch Computer gestützte Lernsystem mittels der Buchstabensuche“, Offenlegungs-Nr.: 581987, Datum: 2004/04/01). Andere Lernsysteme hingegen erzeugen durch die Beschränkung der Bearbeitungszeit eine spannende Stimmung, durch die die Lernmotivation gefördert wird(vgl. z.B. „Das durch Computer gestützte System mit der Zeitbeschränkung zur Satzbildung“, Offenlegungs-Nr.: I221592, Datum: 2002/05/28)[29].

Ein Patent kombiniert beide Maßnahmen - Spiel und Zeitbeschränkung - und verwendet dabei das das Tetris-Spiel:

„Tetris (russisch: Тетрис) ist ein Computerspiel des russischen Programmierers Alexei Paschitnow,,, stets aus vier Quadraten zusammengesetzte Formen müssen vom Spieler in 90-Grad-Schritten gedreht und so platziert werden, dass sie am unteren Rand horizontale, möglichst lückenlose Reihen bilden. (Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Tetris; 2010/08/18)

Im traditionellen Lernprozess werden den Lernern zur Einübung der Satzbildung Satzglieder vorgelegt, mit denen sie dann einen korrekten Satz bilden müssen. Solche Übungen werden rechts schnell als eintönig empfunden.

Das Lernsystem des nun zu beschreibenden Patents klassifiziert zunächst die Satzbildungsübungen in verschiedene Lernstufen. Daraufhin gestaltet es die Satzbildung in Form des Spiels Tetris. Bei Tetris sollen nun die einzelnen Versatzstücke in verschiedenen Varianten lückenlos zusammengestellt werden. Dabei entsprechen die Stücke des Spiels den Satzgliedern des Satzes. Der Lerner selbst braucht keine Lernstufen auszuwählen. Er wird in Abhängigkeit von seinem Spielergebnis automatisch zur nächsthöheren oder zur nächstniedrigeren Stufe geführt und gelangt auf diese Weise rasch zu dem für ihn geeigneten Lernmaterial.

Das Lernsystem in Form eines Spiels macht das Lernen nicht nur interessant, so dass die Lerner nicht nur immer weiter lernen, sondern auch sofort ein Feedback über ihren Lernfortschritt erhalten. Außerdem gelangen sie durch das adaptive Lernkonzept zu ihrem Niveau entsprechendem Lehrmaterial – das sie ansonsten selbst aussuchen müssten[30]. Während ihnen also beim autonomen Lernen in traditioneller Form Expertenwissen hinsichtlich ihres eigenen Lernprozesses abverlangt wird, bekommen sie dieses hier von dem Lernsystem geliefert.

Die Integration des Spiels in das Lehrmaterial fördert zweifelsohne die Lernmotivation. Jedoch kann nicht jedes Lernmaterial in Form eines Spiels dargestellt werden. Das im Folgenden dargestellte, patentierte Lernsystem lässt die Studierenden zum Einen das Spiel genießen; zum Anderen setzt es sie jedoch unvorhergesehenen Problemen aus, deren Meisterung ein noch fleißigeres Lernen voraussetzt: Nur dann kann der Lerner die für die Lösung des Problems nötigen Punkte sammeln. Ein Beispiel für ein solches Problem besteht darin, dass der Lerner im Spiel seinen Partner retten muss. Dazu muss er ein Schwert erwerben – und noch fleißiger lernen, um die Punkte für den Erwerb des Schwertes zu bekommen. Auf diese Weise wird das Lernen gefördert[31].

4.3 Patente zur Entwicklung von Lernwerkzeugen

Manche Patente gestalten keinen Lerninhalt und bieten doch Lernsysteme an, die das Lehren und das Lernen erleichtern. Sie werden als Patente zur Entwicklung von Lernwerkzeugen bezeichnet.

Zur Zeit sind bei den meisten Lernsystemen Inhalt, Flash, Ton etc. als eine Einheit verbunden. Wenn ein Element (wie z. B. der Inhalt) verändert wird, werden die anderen Elemente mit geändert. Das Patent gestaltet die einzelnen Bestandteile des multimedialen Lernmaterials nicht nur als eigenständige Einheiten, sondern verbindet beliebig zu einem Ganzen: Wenn ein Lehrer eigenes multimediales Lernmaterial erstellen will, benötigt er dazu für die Darstellung des Inhalts einen Flashtechniker. Das Patent bietet nun ein System an, in dem Figuren, Hintergrundlandschaften, Tonaufnahmen, die Bewegungsrichtungen der Figuren etc. zur Verfügung stehen. Mit anderen Worten kann man in Abhängigkeit von dem jeweiligen Inhalt die Figuren, die Kommunikationssituationen oder den Hintergrund, die Farben oder auch die Dekoration auswählen. Die Kombination bzw. die Zusammensetzung der ausgewählten Elemente wird automatisch hergestellt. Somit benötigt man keinen Flashtechniker mehr[32].

Ein anderes Patent kann das Lernmaterial anhand verschiedener Lernstufen automatisch klassifizieren: Momentan fehlen für die Klassifizierung von Lehrwerken oder Lernmaterialien allgemein objektive Analysekriterien. Das Patent klassifiziert die zu lernenden Texte nach sachlichen Kriterien (z. B. gemäß dem Schwierigkeitsgrad des Wortschatzes, der Länge der Texte, der Häufigkeit der Nebensätze, der Häufigkeit langer Sätze etc.). Dies hilft dem Lerner, seinem Niveau entsprechende Lernmaterialien auszuwählen. Zudem erleichtert dies die Entwicklung eines adaptiven Lernsystems, in dem das Lernmaterial automatisch nach dem jeweiligen Lernniveau strukturiert oder klassifiziert werden soll[33].

Ein weiteres Patent ermöglicht die Verlinkung der Lerner mit ihrem Betreuer im Internet: Es nützt dabei die Ressourcen der Internetnutzer. Dazu muss der Nachhilfelehrer eine Prüfung bestehen. Der Lerner kann seinerseits seine Wünsche eintragen. Dann wird im Internet gemäß dieser ein diesem Bedarf des Lerners entsprechender Nachhilfelehrer ausgewählt. Ein Deutscher kann im Internet beispielsweise Nachhilfelehrer für das Deutschlernen sein und gleichzeitig als Lerner einer anderen Fremdsprache auftreten (z. B. als Chinesischlerner). In diesem Patent wird somit das klassische Tandem-Prinzip auf das Internet übertragen.

Ein weiteres Patent erweitert die Funktion des obigen Patents: Obwohl man im Internet miteinander in der Fremdsprache kommuniziert, weiß man oft nicht, was man aus der vorherigen Kommunizieren gelernt hat: Progression und Kommunikationsschwerpunkt fehlen.

Bei dem vorliegenden Patent soll jeder Lerner vorprogrammiertes Lernmaterial auswählen und es sich aneignen. Wenn er in der Fremdsprache darüber kommunizieren will, wird nach seinem Bedarf ein geeigneter Gesprächspartner ausgewählt. Wenn dieser mit dem Lerner kommunizieren will, bekommt er dasselbe Lernmaterial, damit beide über den Inhalt desselben reden können. Auf diese Weise gewinnt die Kommunikation einen inhaltlichen Schwerpunkt. Außerdem kann beim nächsten Mal zu dem gleichen Thema Lehrmaterial einer fortgeschritteneren Stufe gewählt werden. Somit folgt der Lerner einer Progression – er sieht den konkreten Lerninhalt und erkennt systematisch seine Progression[34].

5 Schlussbemerkungen

Dieser Artikel behandelt größtenteils Patente zum Sprachlernen, die sich der neuesten Informationstechnologie bedienen. Dabei untersuchen wir die einzelnen Patentschriften und die Denkmodelle, die sie zum Fremdsprachenlernen einsetzen. Außerdem analysieren wir die Mechanismen, die in den Patenschriften für die Lösung der Aufgaben zum Fremdsprachenlernen angewandt werden. Die Informationstechnologie wird in den Patenten in folgender Hinsicht eingesetzt:

(1) Der Computer arbeitet auf der Basis der Regelmäßigkeit

Die Informationstechnologie kann nur regelmäßige Objekte oder Sachverhalte behandeln. Mit anderen Worten kann die Technik nur bestimmte Handlungen wiederholen: Beim Wortschatzlernen sollen z. B. sowohl das Zeichen als auch das Bild der Wortbedeutung desselben Wortes angezeigt werden, damit die Lerner diese beiden Elemente in ein Verhältnis zueinander setzen und das Wort erlernen. Solche Routine- bzw. Wiederholungshandlungen können dem Computer überlassen werden (vgl. Kapitel 4.1.1). Ein weiteres Beispiel ist, dass gemäß der Gedächtniskurve der Lerner z. B. in zwei Wochen das bereits gelernte Material wiederholt werden soll. Da der Computer über eine vorprogrammierte Uhr verfügt, kann er dem Lerner das entsprechende Lehrmaterial in der vorgeschriebenen Zeit erneut zusenden (vgl. Kapitel 4.2.1).

(2)Der Computer arbeitet auf der Basis der statistischer Werte

Das Lernsystem kann dem Lerner anhand statistischer Ergebnisse (wie beispielsweise in dem Falle, in dem der Lerner von acht Fragen nur drei richtig beantwortet hat) seinem Niveau entsprechendes Lehrmaterial anbieten. Somit erhält der Lerner die Möglichkeit zu adaptivem Lernen. Ein weiteres Beispiel ist, dass der Computer Texte gemäß dem Schwierigkeitsgrad in Gruppen einteilt: Zunächst wird vorprogrammiert, welche Textmerkmale im welchem Prozentsatz zur Grundstufe, zur Mittelstufe oder zur fortgeschrittenen Lernstufe gehören. Danach analysiert der Computer die Texte und stellt fest, welche Merkmale zu welchem Prozentsatz im jeweiligen Text vorkommen. Die Satzlänge soll z. B. weniger als acht Wörter betragen. Der Text soll zu mindestens 80% aus einfachen Sätzen bestehen usw. Ein solcher Text wird der Grundstufe zugeteilt ( vgl. Kapitel 4.2.1 und 4.3).

(3) Der Computer arbeitet auf der Basis des Suchens und Vergleichens

Der Computer kann das entsprechende Material für die Lerner in der vorprogrammierten Datenbank suchen und die Daten miteinander vergleichen. Wenn z. B. der Lerner die Verwendungssituation eines bestimmten Satzes – z.B. in der Untertitelung eines Filmes - nicht kennt, kann er ihn in den Computer eingeben. Dann vergleicht der Computer den eingegebenen Satz mit den Untertiteln des entsprechenden Films. Sobald der Computer den Satz findet, gilt der Filmabschnitt als die Verwendungssituation für den eingegebenen Satz. Somit kann der Lerner die Fremdsprache in Verbindung mit der Verwendungssituation lernen ( vgl. Kapitel 4.1.3) .

(4) Früher war das Lernsystem mit dem Inhalt verbunden. Jetzt behandelt das System den einzelnen Inhalt in getrenntem Modus.

Früher verband das System den Film mit einer Wortschatzliste, so dass die Lerner zum Fremdwort im Film die Worterklärung bekamen. Jetzt sind die Wortschatzerklärungen unabhängig vom Film. Die Lerner können irgendeinen beliebigen Film anschauen. Das System lässt den Lerner die ihm fremden Wörter entweder in der Wortschatzdatenbank suchen oder mit einem elektronischen Wörterbuch im Internet verbinden. Somit können die Lerner auch Worterklärung zu neuen Filmen bekommen (vgl. Kapitel 4.1.1).

(5) Früher war der Inhalt mit dem Lernsystem verbunden. Jetzt erlaubt das Lernsystem den Lernern, ihren eigenen Inhalt einzubauen. Somit entspricht der Lerninhalt mehr und mehr dem Bedarf des Lerners.

Früher durften die Lerner den Inhalt nicht beeinflussen. Jetzt erlauben die Systeme dem Lerner, seinen eigenen Lerninhalt einzubauen oder den Inhalt des Lernsystems zu modifizieren. Ein weiteres Beispiel ist, dass das System den Lernern erlaubt, das vorhandene multimediale Material (Bilder, Tonaufnahmen, den Inhalt allgemein) abzuändern bzw. dessen einzelne Bestandteile beliebig zu gestalten (vgl. Kapitel 4.1.3 und 4.3).

Die untersuchten Patentschriften offerieren insgesamt innovative Denkmodelle zum Fremdsprachenlernen und regen Lerner und Lehrer dazu an, das Lernmaterial mit der Informationstechnologie zu verbinden, was in der Zukunft zu der Entwicklung von noch mehr Patenten zum Fremdsprachenlernen führen dürfte.


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Autorin:

Prof. Dr. Shing-Lung Chen 陳欣蓉

National Kaohsiung First University of Science and Technology (NKFUST)

Seminar für deutsche Sprache und Literatur

2, Jhuoyue Rd.

Nanzih District

Kaohsiung City 811

Taiwan, R.O.C.

E-mail: chensl@exchange.nkfust.edu.tw

Anmerkungen

[1] Eine Fremdsprachensoftware kann - aus der Perspektive der Lerner - ein Lernprogramm und - aus der Perspektive des Lehrers - ein Lehrprogramm für den Unterricht sein. Es handelt sich hier um unterschiedliche Perspektiven. Deswegen ist es bei Softwaren oft schwierig, ein Lernprogramm von einem Lehrprogramm zu unterscheiden. Somit werden die beiden Begriffe „Lehren“ und „Lernen“ im Hinblick auf die hier untersuchten Sprachlernsysteme synonym verwendet.

[2] Vgl. http: //www.canarie.ca/en/home; http://www.ic.gc.ca/eic/site/ic1.nsf/eng/home

[3] Vgl. http://www.ida.gov.sg/home/index.aspx

[4] Vgl. http://www.west.asu.edu/nlii/learning.htm; http://www.adlnet.gov/Pages/Default.aspx

[5] Vgl.http://web.nsc.gov.tw/np.aspctNode=3339

[6] Vgl. „Texterkennungssystem nach Schwierigkeitsstufen“, Offenlegungs-Nr.: I281147, Datum: 2007/05/11; zu den Einzelheiten vgl. Kapitel 4.3), Bei der Analyse der Patente entdeckt man, dass ein Patent oft viele Funktionen enthält, wie z.B. „Funktionen zu Sprachlernproblemen“, „Funktionen zur Förderung der Lernmotivation“ und „Funktionen zur Entwicklung der Lernwerkzeuge“. Deswegen ist es manchmal sehr schwierig, ein Patent einer bestimmten Gruppe zuzuordnen. Belege dafür sind: „Lernsystem mit gegengerichtetem Lernprozess und integrierten Förderungsmaßnahmen“, Offenlegungs-Nr.: 200620174, Datum: 2006/06/16; „Das Computer-gestützte System mit Zeitbeschränkung zur Satzbildung“, Offenlegungs-Nr.: I221592, Datum: 2004/10/01; „Computerspiel-kombiniertes Lernsystem in graduellen Lernschritten“, Offenlegungs-Nr.: I278761, Datum: 2007/04/11.

[7] Offenlegungs-Nr.: I305333, Datum:2009/01/11

[8] Offenlegungs-Nr.: I301959, Datum:2008/10/11

[9] Offenlegungs-Nr.: I281648, Datum: 2007/05/21

[10] Hier werden wegen des beschränkten Umfangs des Artikels nicht alle Patente des Erfinders aufgelistet. Für weitere Einzelheiten vgl. die Patentdatenbank des taiwanesischen Patentamtes: (http://twpat.tipo.gov.tw/). Mittels des Kennzeichens des Patents (Offenlegungsnummer) oder des Namens des Erfinders kann der Inhalt der entsprechende Patente ermittelt werden.

[11] Offenlegungs-Nr.: 583609, Datum: 2004/04/11

[12] Offenlegungs-Nr.: 200517875, Datum: 2003/06/21

[13] Offenlegungs-Nr.: I238379, Datum: 2005/08/21

[14] Offenlegungs-Nr.: 581986, Datum: 2004/04/01

[15] Offenlegungs-Nr.: 579489, Datum: 2002/06/07

[16] Diese Methode gilt nicht nur für das Wortschatzlernen, sondern auch für das Erlernen ganzer Sätze.

[17] Vgl. „Sprachlernmethode mit Hilfe bildlicher Darstellungen, Offenlegungs-Nr.: 200509003, Datum: 2005/03/01; Ähnliche Patente sind: „System und Methode für das Nachschlagen von Wörtern“, Offenlegungs-Nr.: I230875, Datum: 2005/04/11; „System und Methode zur Wortschatzerlernung mittels Assoziation“, Offenlegungs-Nr.: 508509, Datum: 2002/11/01; „System und Methode zur Memorierung einzelner Wörter“、Offenlegungs-Nr.:539961, Datum: 2003/07/01. In einem Staat soll es keine zwei gleichen Patente geben. Bezüglich desselben Lernproblems kann es jedoch durchaus mehrere Patente geben. Das ist dann der Fall, wenn ein Element des Patentantrags anders ist als ein vorhandenes Patent, wenn es z. B. eine andersartige Funktion, eine andersartige Methode, oder einen andersartigen Bestandteil enthält.

[18] Vgl. „System und Methode zur Erkennung von Wortbedeutungen mittels Multimedia“, Offenlegungs-Nr.: I260561, Datum: 2006/08/21.

[19] Vgl. „Lernsystem und Methode zum Fremdsprachenlernen mittels der Kombination von Hören und Eintippen“, Offenlegungs-Nr.: 200409056, Datum: 2004/06/01; „Einrichtung für Diktattests und automatische Bewertung“, Offenlegungs-Nr.: 514840, Datum: 2002/12/21.

[20] Vgl. „Lernsystem und Methode zum Diktat-Training mit Korrektur der Aussprachefehler“, Offenlegungs-Nr.: I281649, Datum: 2007/05/21.

[21] Vgl. „Lernsystem und Methode mit simultaner Darstellung von Laut und Text sowie von Nachschlagefunktionen“, Offenlegungs-Nr.: I304176, Datum: 2008/12/11.

[22] Vgl. „Methode für das Fremdsprachenlernen mittels Situationsszenen“, Offenlegungs-Nr.: I301959, Datum: 2008/10/11.

[23] Vgl. „Das Lernsystem mit der Auswahl von Kommunikationssituationen und Rollen“, Offenlegungs-Nr.: 583609, Datum: 2004/04/11. Weitere Belege sind: „Trainingssystem des Hörens und des Sprechens mittels beliebiger Satzbildung und Beantwortung“, Offenlegungs-Nr.: 581952, Datum: 2004/04/01; „Hörverstehens- und Sprechlernsystem mit situationsorientiertem Nachsprechen plus Bewertung“, Offenlegungs-Nr.: 520488, Datum: 2003/02/11.

[24] Vgl. „Computer-gestütztes System zum fremdsprachlichen Lesenlernen“, Offenlegungs-Nr.: I281648, Datum: 2007/05/21. Ein weiterer Beleg ist: „Fremdsprachliches Lernsystem mittels bekannter literarischer Texte“, Offenlegungs-Nr.: I263147, Datum: 2007/04/11.Die Besonderheit dieses Patents besteht darin, dass es den dem Niveau des jeweiligen Lerners entsprechenden Text automatisch in den Testinhalt umwandeln kann, um den Lernerfolg des Lerners zu bewerten.

[25] Vgl.„Fremdsprachenlernsystem mit eigener oder ausgewählter Testmaterial-Datenbank“, Offenlegungs-Nr.: 499661, Datum: 2002/08/21; Weitere Belege sind: „Ein mittels des Tippens und der Satzbildung erfolgendes Lernsystem mit vielfältigen Hinweisen“[25], Offenlegungs-Nr.: I225996, Datum: 2005/01/01; „Schreiblernsystem mittels Mustersatzdatenbank, Offenlegungs-Nr.: 200801987, Datum: 2008/01/01; „Satzbildungssystem durch unvollständige Hinweise“, Offenlegungs-Nr.: 552534, Datum: 2003/09/11; „Satzbildungssystem mittels Multimedien ohne muttersprachliche Hinweise“, Offenlegungs-Nr.: 546593, Datum: 2003/08/11; „System zum Fremdsprachenlernen mittels Satzmustertraining“, Offenlegungs-Nr.: 353734, Datum: 1999/03/01.

[26] Vgl. „Ein computergestütztes Fremdsprachenlernsystem mittels des Reorganisierens und des Sprechens der Geschichte“, Offenlegungs-Nr.: 538387, Datum: 2003/06/21.

[27] Vgl. „Lernsystem mit gegengerichtetem Lernprozess und entsprechenden Fördermaßnahmen“, Offenlegungs-Nr.: 200620174, Datum: 2006/06/16.

[28] Vgl. „Interaktives Lernsystem“, Offenlegungs-Nr.: 470904, Datum: 2002/01/01.

[29] Das Patent hat nicht nur die Funktion zur Förderung der Lernmotivation, sondern auch die Funktion des adaptiven Lernens. Viele Patente bieten mehrere Funktionen an, so dass es zuweilen schwierig ist, sie zu klassifizieren. Da die Hauptfunktion dieses Patents in der Förderung der Lernmotivation liegt, wird es an dieser Stelle behandelt.

[30] Vgl.„Fremdsprachenlernsystem zur Satzbildung (mit Zeitbegrenzung), Offenlegungs-Nr.: 561357, Datum: 2003/11/11; „Satzbildungssystem mit graduell angepasstem Schwierigkeitsgrad, Offenlegungs-Nr.: 509851, Datum: 2002/11/11; „Hör- und Sprechübungssystem mit adaptierbarer Geschwindigkeit“, Offenlegungs-Nr.: 538389, Datum: 2003/06/21.

[31] Vgl. „Das mit dem Computerspiel kombinierte Lernsystem mit graduellen Lernschritten“, Offenlegungs-Nr.: I278761, Datum: 2007/04/11.

[32] Ein Beleg dafür ist: „ Multimedia-Lehrsystem“, Offenlegungs-Nr.: 346586, Datum: 1998/12/01. Die andere Belege sind: „Internet-gestütztes interaktives Lernsystem“, Offenlegung Nr.: 589589, Datum: 2004/06/01; Weitere Belege sind: „Das in Mehrsprachen dargestellte Lernsystem mit seiner Methode“, Offenlegungs-Nr.: 200408973, Datum: 2004/06/01; „Server-editiertes Lernsystem“, Offenlegungs-Nr.: 200406723, Datum: 2004/05/01.

[33] Vgl.„Erkennungssystem der Texte nach den Schwierigkeitsstufen“, Offenlegungs-Nr.: I281147, Datum: 2007/05/11.

[34] Vgl.„Ein Vermittlungssystem für Lernen mit seiner Methode, Offenlegungs-Nr.: 518522, Datum: 2003/01/21; Weitere Belege sind: „Paarung für das Sprachenlernen im Internet, Offenlegungs-Nr.: I227449, Datum: 2005/02/01; „Paarung der realen Personen für das Lernen in der fiktionalen Gesellschaft im Internet“, Offenlegungs-Nr. : 516009, Datum: 2003/01/01. „Lernsystem zur Einübung der Konversation zwischen dem vor Ort befindlichen Lerner mit seinem Trainer in Form von Fernunterricht via Internet“, Offenlegungs-Nr.: I224291, Datum: 2004/11/21.

{35] Zum Zweck einer besseren Verständlichkeit sind die im Folgenden zitierten chinesischen Titel in freier Übertragung ins Deutsche transponiert worden.