1) Leserbrief zum Artikel "Bücherverbrennung in Bonn, Stasi-Terror im Osten"

(Artikel erschien im "General-Anzeiger" vom 13. März 2013)

Update 24. April 2013: Inzwischen ist zu diesem Artikel eine gerichtlich verfügte Gegendarstellung erfolgt, da der Bonner Generalanzeiger nicht bereit war, den unten stehenden Leserbrief zu veröffentlichen.
Gegendarstellung

Sehr geehrter Herr Tyrock,

bevor ich juristische Geschütze – Gegendarstellung – auffahre, versuche ich es mit einem Leserbrief:

In dem Gespräch mit Ihrem Redakteur Wolfgang Kaes habe ich ihn darauf hingewiesen, dass ich mit den Gerichtsurteilen und Unterlassungserklärungen im Zusammenhang mit mir und meiner Frau unterstellter Zusammenarbeit mit dem Auslandsnachrichtendienst HV A der ehemaligen DDR inzwischen mein Arbeitszimmer tapezieren kann.

Die Behauptung Ihres Redakteurs, Wolfgang Kaes, Stasi-Offiziere hätten im „Zeugenstand“ mich und meine Frau schwer belastet ist irreführend. Tatsächlich hat es Aussagen von ehemaligen Stasi-Offizieren bei der Bundesanwaltschaft gegeben. Einer von Ihnen war Herr Gerhard Behnke, der Jahre später vor dem Landgericht Hamburg seine Aussage widerrufen hat und zu Protokoll gegeben hat, er und seine Kollegen hätten die Aussagen vor der Bundesanwaltschaft erfunden, um die tatsächlichen Quellen zu verdecken. Daraufhin hat sowohl das Landgericht wie auch das Hanseatische Oberlandesgericht ein Urteil gefällt in dem u.a. festgestellt wird, dass Aussagen von Stasi-Offizieren, vertraut mit der Kunst des Täuschens und Tarnens, wie übrigens alle Nachrichtendienstler auch westlicher Provenienz, grundsätzlich zweifelhaft sind.

Der letzte Chef der HV A, Herr Werner Grossmann, soll seine ehemaligen Kollegen wegen Ihrer Aussagen schwer gelobt haben und dies als letzten großen Sieg der HV A gefeiert haben.

Der von Ihrem Redakteur als „renommierter Stasi-Forscher“ bezeichnete Herr Dr. Müller-Enbergs, in frühester Jugend begeisterter Leser von Stalin-Werken und später Mitarbeiter im Brandenburgischen Verfassungsschutz, zählt auch zu diesen zweifelhaften Figuren, in dem er z.B. bei ehemaligen Klassenkameraden in Bremen nachfragt, ob ich mich als Oberschüler mit marxistischer Literatur befasst habe. Was wir von solchen Konvertiten und Renegaten zu halten haben, wissen wir aus der Islamismusforschung.

Der von Ihrem Redakteur erwähnte Herr Norbert Gansel soll bis heute darunter leiden, dass er unter Helmut Schmidt nicht wenigstens Staatssekretär geworden ist. Bei dem Gespräch in Kairo mit Herrn Dr. Butros Butros Ghali waren mindestens 6 weitere Personen anwesend, denn Herr Gansel ist nicht so bedeutend, dass ein Butros Ghali einen Norbert Gansel zu einem Vier-Augen-Gespräch empfängt. An den Auftritt von Herrn Gansel in Kairo im Februar 1987 erinnere ich mich deshalb so gut, was ich Herrn Wolfgang Kaes berichtete, weil Herr Gansel mich zu einem Ausflug nach Hurgada fast genötigt hat, damit er dort seinem Hobby „Windsurfen“ nachgehen konnte. Auf dem Rückweg von Hurgada nach Kairo sind wir mit unserem Fahrzeug 250 km vor Kairo liegen geblieben und die Gattin von Herrn Gansel, Frau Leslie, in ein Minenfeld lief, wohl aus Langeweile oder Sehnsucht nach der Wüste. Bezahlt hat übrigens den Ausflug Kairo-Hurgada-Kairo der deutsche Steuerzahler, was mich aber nicht so sehr beschwert, da ich Niederländer bin.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Hendrik Deuling