Bewertung

Sofern Sie sich einmal die Mühe machen und im Internet nach Lehrerzeugnissen Ausschau halten, werden Sie schnell feststellen, wie ziel- und sorglos Schülermeinungen eingeholt werden.

Leicht werden statistische Grundlagen der Operationalisierbarkeit, der Validität und vor allem der Zielverfolgung außer acht gelassen.

Daher haben wir einige häufig im Internet zu findende Fragen kategorisch ausgeschlossen. Einige Beispiele: 
  • Kategorie "sexy": Nicht zielführende und zu persönliche Fragen a la spickmich.de wie sexy, cool, leichte Prüfungen, unmenschlich oder peinlich nutzen wir definitiv nicht. Wir wollen nicht öffentlich richten, sondern mit dem Lehrerzeugnis eine Möglichkeit bieten, ein Stimmungsbild der Klasse einzuholen. 

  • Kategorie "Humor": Humor hilft beim Lernen, doch macht ein weniger humorvoller Lehrer schlechteren Unterricht? Oder ist humorvoller Unterricht gleichzusetzen mit einem Lernerfolg? Wir meinen nein, denn ein kausaler Zusammenhang zum Lernerfolg ist nicht festzustellen. Daher finden Sie bei uns keine Frage nach Humor, Aussehen, Coolness, Sympathie, Strenge, Motivation, Beliebtheit, Hausaufgaben oder Klassenarbeiten. 

  • Kategorie "Gerechtigkeit": Wir haben Fragen vermieden, die Schülerinnen und Schüler aus einer Situation heraus anders interpretieren (Interpretationsdifferenzen), als Lehrerinnen und Lehrer. Ein Beispiel dafür wäre: „Mein Lehrer ist gerecht“. Jemand, der ggf. einmal für sein Verhalten in der Gemeinschaft Schule ermahnt wurde, empfindet das häufig als Ungerechtigkeit oder zu streng. Pädagogische Ziele kann jemand in der Situation ggf nicht nachvollziehen. Solche Frage nach Gerechtigkeit, haben wir daher nicht in den Fragenkatalog aufgenommen. Um eine mögliches Interesse nach der intendierten Frage einer fairen Behandlung nachzukommen, haben wir u. a, nach dem Merkmal „Einhalten von Vereinbarungen“ gefragt.

  • Kategorie "Guter Unterricht": Fragen dieser Art halten wir für unseriös, da sie allein aus statistischen Erwägungen nicht valide sind. Das liegt darin begründet, dass sie nicht hinreichend inhaltlich abgegrenzt sind und jeder Proband die Frage unterschiedlich interpretieren kann. 
Es wird sicherlich auch in unserem Fragebogen Merkmale und Merkmalsausprägungen geben, die zu hinterfragen sind. Leitmotiv bei der Erstellung waren:
  • Erfolgskriterien guten Unterrichts (z. B. nach John Hattie oder Hilbert Meyer)
  • geclusterte Ergebnisse offener Fragen von Schülerinnen und Schülern aus einer Voruntersuchung
  • Items, die sich auf Unterricht und das Verhalten der Lehrkraft und nicht auf persönlichen Tugenden, Einstellungen und Verhalten der Lehrkraft beziehen
Und falls immer noch der Eindruck besteht, dass Schülerinnen und Schüler nicht in der Lage sind, einzelne Fragen adäquat beantworten können, denken Sie bitte an Ihre letzte Fortbildung zurück. Ohne Probleme konnten Sie beurteilen, ob sich Ihr Dozent auskennt, ob Sie eine Orientierung hatten, ob er sauber geschrieben hat, ob das verwendete Material gut war, ob er sich an Zeiten gehalten hat oder ob er sich Zeit genommen hat, etwas zum zweiten Mal zu erklären. Gleiches können Schülerinnen und Schüler. 

Persönliche Daten

Wie bereits mehrfach erwähnt, werden keine Daten von uns Veröffentlicht. Zur Einrichtung benötigen wir jedoch ein paar Angaben, die ganz pragmatische Gründe haben:
  • Anrede (Pflichtfeld): Ermöglicht Fragen wie "Herr Müller nutzt ..."
  • Vor- und Zuname (Pflichtfeld): Ermöglicht Fragen wie "Herr Müller nutzt ..." und ein persönliches Zeugnis "Zeugnis für Thomas Müller"
  • Klasse (freiwillig): Ermöglicht ein zielgerichtetes Zeugnis und ermöglicht es Ihnen, bei mehreren Befragungen, den Überblick zu behalten. 
  • Mailadresse (Pflichtfeld): Benötigen wir, um sicher zu stellen, dass die Ergebnisse zu Ihnen gelangen. 
Da uns die Werte Ihrer Befragung nicht interessieren, sieht unser System auch keinen Support bei gelöschten Mails vor. Nach dem Versenden des Zeugnisses, ist der Prozess bei uns abgeschlossen. 

Bewertungsraster
Klassisch und naheliegend auf einem Zeugnis wäre das 6er Notensystem. Aus Gründen der Operationalisierbarkeit haben wir uns jedoch gegen diese Skala entschieden und eine ordinalskalierte Reihe nach dem Muster
  • Immer
  • Meistens
  • Selten
  • Nie 
bevorzugt und die Fragen daraufhin angepasst. Das liegt darin begründet, dass Schüler dieses Muster leichter verorten können, kein bequemer Mittelwert angeboten wird und es weniger Interpretationsspielraum für die inhaltliche Ausgestaltung der Noten 1 bis 6 gibt.

Die Frage nach der globalen Zufriedenheit nutzt die ordinalskalierten Werte
  • vollkommen zufrieden
  • zufrieden
  • weniger zufrieden
  • unzufrieden.
Darüber hinaus haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen auch nicht zu beantworten.

Auswertung

Die Auswertung besteht grundlegend aus zwei Teilen:
  • Zeugnis
  • Detailauswertung

Zeugnis

Diese Auswertung ist optisch und inhaltlich einem klassischen Zeugnis nachempfunden. Ausgewiesen werden:
  • Vorname Name
  • Klassenbezeichnung
  • Median jedes Fragebogenitems

Detailauswertung

  • Name, Vorname
  • Klassenbezeichnung
  • Verteilungsdiagramm in Form eines Kreisdiagramms mit Wertangaben
  • Maße der zentralen Tendenz: Median (Zentralwert) und Modus (häufigster Wert), arithmetisches Mittel (Durchschnitt) sowie Anzahl jeder Ausprägung pro Item.
  • Anzahl der gültigen und gesamten Antworten
  • Ergebnisse der offenen Fragen.
Grundsätzlich beziehen sich die Werte immer auf die Anzahl der gültigen (also gegebenen) Antworten. Die Daten sind demnach bereinigt um die Probanden, die "keine Antwort" gewählt haben.

IP-Adresse

Im Moment der Registrierung speichern wir die IP-Adresse des Antragstellers. Das dient dem Schutz der Lehrerinnen und Lehrer und kann im Fall eines Missbrauchs durch Dritte (zum Beispiel durch eine Registrierung eines Schülers, der vorgibt ein Lehrer zu sein) zur Strafermittlung dienen.

Befragungssysteme haben häufig eine IP-Sperre. Diese soll ein mehrfaches Ausfüllen eines Bogens durch ein und dieselbe Person verhindern. In unserem System haben wir auf eine solche Sperre verzichtet. Nur durch diesen Verzicht können unterschiedliche Schülerinnen und Schüler den gleichen PC zu Beantwortung nutzen. Eine Zeitschranke verhindert ungewollte Mehrfacheinsendungen.



* Aus statistischen Erwägungen orientiert sich unser Maß der zentralen Tendenz vorwiegend an dem Median. Darüber hinaus weisen wir den häufigsten Wert (Modus) aus. Und weil es das Schulgesetz so vorgibt, weisen wir letztendlich auch das arithmetische Mittel (gew. Durchschnitt) aus, wohl wissentlich, dass bei ordinalskalierten Daten dieser Lagewert eigentlich nicht angewendet werden darf :-)