James Hobrecht

 
James Hobrecht (* 31. Dezember 1825 in Memel; † 08. September 1902 in Berlin) war ein preußischer Bauingenieur und Stadtplaner, der sich mit der Einführung der Stadtentwässerung für Berlin und die Berliner Bevölkerung verdient gemacht hat. 
 
2012 jährte sich der Todestag von James Hobrecht zum 110. Mal.

Mit dem Zepernicklauf durch das nach ihm benannte Hobrechtsfelde, die ehemaligen Rieselfelder und den Bucher Forst - "Lauf den Hobrecht" - erinnern wir an James Hobrecht.   

James Hobrecht (um 1890)

Berliner Rieselfelder
 
James Hobrecht studierte an der Berliner Bauakademie und absolvierte dort 1849 sein Bauführer-Examen. 
 
Nach seiner Ausbildung zum Bauingenieur wurde er 1859 Leiter der Kommission zur Ausarbeitung des Bebauungsplans der Umgebungen Berlins. Hier führten ihn ab 1860 mehrere Inspektionsreisen u.a. nach Hamburg, Paris und London, wo er sich über den neuesten Entwicklungsstand im Bereich der modernen Kanalisations- und Entwässerungssysteme informieren konnte.
 
Mit Unterstützung seines Bruders Arthur Johnson Hobrecht, der 1872 Berliner Oberbürgermeister wurde, sowie des Arztes Rudolf Virchow wurde James Hobrecht 1869 mit der Umsetzung einer Kanalisation für Berlin mit 12 Radialsystemen betraut. Diese von 1873 bis 1893 fertiggestellten Radialsysteme machten Berlin damals zur Stadt mit der modernsten Entwässerung und zur saubersten Stadt der Welt - indem das Abwasser der Haushalte über Druckleitungen auf die neu angelegten Berliner Rieselfelder gepumpt wurden. Diese Rieselfelder entstanden ab 1876 u.a. in Osdorf, Falkenberg, Hellersdorf und Malchow. Der größte Rieselfelderkomplex wurde 1898 in Buch und Hobrechtsfelde errichtet, wo zusammen 37 Mio. m³ Abwässer im Jahr gereinigt wurden.
 
Mit der erfolgreichen Umsetzung des Vorhabens half James Hobrecht neben Berlin auch Potsdam und etwa 30 weiteren deutschen Gemeinden sowie Moskau, Tokio und Kairo bei der Abwasserbeseitigung.
 
Zwischen 1872 und 1874 hatte Hobrecht auch einen Lehrauftrag an der Bauakademie inne. 1885 wurde er für zwölf Jahre als Stadtbaurat der Stadt Berlin gewählt und war dort für Straßen- und Brückenbau verantwortlich. 1897 trat Hobrecht aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Er bekam im selben Jahr den Titel Stadtältester von Berlin verliehen.
 
 
110 Jahre nach seinem Tod ist James Hobrecht weiterhin präsent in Berlin. Nicht nur, dass das Stadtgut Hobrechtsfelde seinen Namen trägt. James Hobrecht ist auch Namensgeber der Hobrechtbrücke (über dem Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg) sowie der Hobrechtstraße in Berlin-Neukölln. Seit 2005 trägt auch eine Straße auf dem Gelände des ehemaligen Städtischen Zentralvieh- und Schlachthofs im Pankower Ortsteil Prenzlauer Berg den Namen James-Hobrecht-Straße.

Sein Grab befindet sich in Berlin-Mitte auf dem II. Sophien-Friedhof, Bergstraße 29. In Hobrechtsfelde findet sich eine Hobrecht-Gedenkplakette.



                                                                               
                                                                                                                                                      
   

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