SOZIALE PLASTIK - Kassler Dokumente
Vom 09.06. bis  16.09.2012 wurde anlässlich der Documenta 13 in Kassel die Soziale Plastik & EAT-Art Performance „KASSLER DOKUMENTE“ initiiert. Dem Aufruf "Fahrt nach Kassel, besucht die 13. Documenta Kunstausstellung, speist eine Portion Kassler, auf Wunsch mit etwas Sauerkraut, Wasser oder Weißwein, auf dem Friedrichsplatz und macht davon eine Fotografie“ folgten rund 500 Menschen. Auf dem Foto sollte zu sehen sein: Die Person, ein Stück Kassler und das Museum Fridericianum im Hintergrund." Die Einladung, sich an der „Eat Art“-Kunstaktion und Sozialen Plastik zu beteiligen, war grundsätzlich offen. Sie richtete sich an kunstinteressierte Besucherinnen und Besucher der Documenta ebenso wie an Künstlerinnen und Künstler, an Profis und Laien - also an alle, die der Aktion mit ihrem Foto ihr vielfältiges und dabei nach wie vor individuelles Gesicht geben. 

Die Fotografien wurden in fortlaufend nummerierter Form als „Kassler Dokument“ auf der Internetseite veröffentlicht und auf Wunsch als mit Brief und Siegel versehene Originalgrafik ausgedruckt und zugesandt. Es ging um wortwörtlichen „Kunstgenuss mit allen Sinnen“ einschließlich der bewusst erfahrenen Nahrungsaufnahme, um spielerisches Gestalten von „Erinnerungsbildern vor Ort“, um vielschichtiges „Kommunizieren auf allen Kanälen“, um die schwingende Dialektik von individuellem Erleben und kooperativer Struktur, um die Einbindung eines singulären und scheinbar zufälligen Moments in den Entstehungsprozess einer weltweit vernetzten Sozialen Plastik und deren Reflektion. 

Grundsätzlich ging es um die Gestaltung von Freude und Schönheit als „ästhetisches Spiel“ im Sinne Schillers, um das Beherzigen des Beuys-Postulats „Jeder Mensch ein Künstler“ und letztlich, durch die Einbindung aller Beteiligten in die Gestaltungsverantwortung, um einen Beitrag zur Nachhaltigkeit im Sinn der „Agenda 21“. Das Initiatoren-Team der Kassler Dokumente (Daniel Simons, Lars Schumacher und die an der Entstehung beteiligten Christoph Ehleben &  Karla Jacobi-Doil) hatte die Idee zu der einerseits so einfach erscheinenden und bewusst auf humorvolle Leichtigkeit zielenden, andererseits theoretisch sorgfältig durchdachten und pragmatisch organisierten „Aktion mit offenem Ausgang“ als künstlerische Antwort auf das offizielle Besucher-Programm der Documenta 13 „Vielleicht Vermittlung und andere Programme“ verstanden.

Soziale Plastik vor dem Fridericianum in Kassel 09.06. - 16.09.2012

LINK: www.kasslerdokumente.de