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Das wird ja immer bunter

Das wird ja immer bunter, was sich da die Bonner Politik einfallen lässt. Die kommunale Kulturpolitik findet gar nicht mehr statt, vielmehr übernimmt die Finanzpolitik. Die Union aus Kämmerer und OB scheint eine für den Kulturstandort Bonn unheilvolle zu sein. Entweder ist es den Herren schnurz piep egal, was der neue Kulturdezernent plant oder man möchte ohne ihn Realitäten schaffen. Beides macht uns unruhig.

Als ein Bürger dieser Stadt fragt man sich, welcher Kulturbegriff im Bonner Rathaus Einzug gehalten hat und damit leider auch, welchen Stellenwert dort der Kunst beigemessen wird; Stellenwert für die Bildung, für die Jugend, für die Lebensqualität und vor allem für die Weiter-Entwicklung einer Gesellschaft.

Wir brauchen die Reibung an Inhalten, an Ästhetik, wir brauchen die Fragen, welche Kunst provoziert, wir brauchen die Kraft, die sich dem mainstream entgegen stemmt und dazu brauchen wir die Künstler vor Ort. Wenn diese erst einmal nicht mehr da sind, verebbt und versandet eine Region und das Terrain wird besiedelt von uns ganz und gar nicht genehmen Kräften.

Es bedarf heute des Mutes vieler Einzelner einer urbanen Gesellschaft, sich den Herausforderungen einer globalisierten Welt und ihrem rasanten Kommunikationstempo zu stellen. Der Mut wird an Orten geboren, an denen wir uns gemeinsam uns selbst mit unseren Fragen, Widersprüchlichkeiten vergegenwärtigen und uns in den Diskurs über eine uns lebenswerte Zukunft begeben. Das Theater ist ein solcher Ort. Wir brauchen das Theater!

Deshalb: Hört auf, uns durch solche idiotischen und unüberlegten Diskussionen zu schwächen. Gerade in den heutigen Zeiten, wo schnell mal am Stammtisch ein Theater weggespart wird, solltet Ihr uns stark machen und Euch schützend vor uns stellen.

Bonn, eine Stadt, in der Künstler leben und arbeiten und Bürger, die stolz auf ihre Künstler sind. Kurz: Die Beethoven-Stadt Bonn. Wunderbar!

Frank Heuel, Regisseur

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