Niedersächsische Kameradschaftsvereinigung e.V. Ortsgruppe Rössing

Niedersächsische Kameradschaftsvereinigung

Die Kyffhäuserkameradschaft Rössing besteht seit nunmehr 119 Jahren, ist damit die älteste Gemeinschaft in Rössing.

Vor 119 Jahren, am 3. April 1881 ist es gewesen, daß sich eine Schar von 26 jungen Männern zusammenfanden und in Rössing einen Kriegerverein gründeten. Es waren Männer, die den Soldatenrock ausgezogen hatten, aber dennoch voller Idealismus die Kameradschaft weiter pflegen wollten. Sie kamen regelmäßig zusammen und verlebten viele gesellige Stunden, wobei alte Erinnerungen ausgetauscht wurden.

Der erste Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das 25 – jährige Jubiläum am 24. Juni 1906. Zusammen mit diesem Fest wurden gleich 3 weitere große Ereignisse in Rössing gefeiert:

1.das Landeskriegerverbandsfest,

2.die Einweihung des Rössinger Denkmals,

3.die Fahnenweihe des Rössinger Kriegervereins.

Etwa 4.000 Kameraden waren nach Rössing gekommen, um diesem denkwürdigen Tag den äußeren Rahmen zu geben. Von Hannover nach Barnten war ein Sonderzug eingesetzt. Initiator und Leiter des Festes war Herr Karl Hahne, dessen Name in der Vereinsgeschichte unauslöschlich ist.

Dann kam 1914 der erste Weltkrieg. Nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges lasteten Trauer, Not, Hader und Zwist auf den Schultern des deutschen Volkes und es dauerte noch einige Jahre, bis sich das Leben wieder normalisiert hatte.

Allmählich fanden sich die früheren Vereine wie Turn- und Sportvereine, Gesangsvereine und andere wieder zusammen, um ihre durch den Krieg unterbrochenen Ziele fortzusetzen. So fanden sich zur damaligen Zeit auch die Rössinger Kriegerkameraden wieder zusammen. Sie wählten Herrn Ernst Baumgarten zu ihrem Kameradschaftsführer. Unter seiner Führung wuchs die Kameradschaft auf die beachtliche Stärke von 120 Kameraden heran. Die noch vorhandene Ehrentafel ist Beweis und Erinnerung an diese Zeit.

Im Jahre 1931 wurde das 50 – jährige Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlaß ist der Kreisverbandstag nach Rössing verlegt worden. Unter den alten, knorrigen Eichen, dem schönsten Platz unseres Dorfes, war die zahlreiche Festversammlung aufmarschiert. Es konnten damals noch 5 alte Gründer geehrt werden:

Stellmachermeister Ludolf Alves,

Stellmachermeister August Ebeling,

Kaufmann Fritz Glockemann,

Schlachtermeister Hermann Küke,

Landwirt Karl Rickeberg.

Ab März 1935 wurden alle Untergliederungen des Kyffhäuserbundes nicht mehr „Vereine" sondern „Kameradschaften" genannt. Damit sollte das Wort „Kamerad" in den Vordergrund gestellt werden. Kameradschaft läßt sich nicht erzwingen. Sie ist auch nicht erlernbar und kann schon gar nicht auf Kommando ausgeübt werden. Kameradschaft kommt von Herzen und geht zu Herzen.

Nur wenige Jahre vergingen, bis die Schrecken des grausigen zweiten Weltkrieges das Land überzogen. Wieder wurden die Familien zerrissen und am Ende des Krieges standen wir vor Trümmern, Not und Elend.

2 Millionen tote und vermißte deutsche Soldaten forderte der 1. Weltkrieg und 4,3 Millionen der 2. Weltkrieg. Einschließlich der Zivilbevölkerung starben 9,5 Millionen deutsche Menschen in beiden Kriegen.

Viele Kameraden kamen erst nach langjähriger Zeit der Gefangenschaft wieder nach Hause.

Am 13. November 1951 trafen sich im Gasthaus Ehlers in Rössing wieder eine Schar von Männern aller Berufe.


Alte Kameraden waren es, die die Ortsgruppe des Verbandes deutscher Soldaten wieder ins Leben riefen in der Hoffnung auf eine spätere Fusion mit dem Kyffhäuserbund. Zum Vorsitzenden wurde Kamerad Karl Blau einstimmig gewählt. Der 14. Juli 1953 war ein besonderer Tag. In einer Feierstunde wurden die Fahnen und Ehrentafeln der alten Kyffhäuser-Kameradschaft in vorläufige Obhut übernommen.

Es war ein schöner Entschluß der VDS –Gruppe.

Am 11. Januar 1958 mußte Abschied genommen werden von dem sehr geschätzten und bewährten Vorsitzenden Karl Blau, weil dieser Rössing verlassen und den Dienst als Offizier in der deutschen Bundeswehr angetreten hat. Als sein würdiger Nachfolger wurde der Kamerad Heinz Möhle gewählt. Bis zum 20. Februar 1970 hat er die Ortsgruppe geleitet. Er ist aus Rössing fortgezogen. In der Zeit, als Kamerad Möhle den Vorsitz führte, war es dann soweit, daß die Wiedergründung des Deutschen Soldatenbundes Kyffhäuser-Kameradschaft Rössing vollzogen werden konnte. Am 12. März 1966 gaben in dem mit alten Fahnen und der Ehrentafel geschmückten Rodewaldschen Saalzimmer 21 Kameraden ihre schriftliche Anmeldung ab.

Landesverbandsvorsitzender Kamerad Dubigk aus Hannover war gekommen und hielt eine zu Herzen gehende Ansprache. Nach der Verabschiedung des Kameraden Heinz Möhle am 20. 02. 1970 wurde zu seinem Nachfolger einstimmig der Kamerad Johann Schuer gewählt. Sein Bestreben war es stets, die Kameradschaft zu pflegen. Unter seiner Führung sind schöne Ausflugsfahrten unternommen worden, z. B. Kloster Wienhausen, Vogelspark Walsrode, Detmold – Externsteine, Duderstadt und andere schöne Ausflugsziele. Unter seiner Leitung ist auch das 90- und 100-jährige Stiftungsfest gefeiert worden.

Aus Altersgründen hat Kamerad Schuer das Amt des 1. Vorsitzenden am 1. März 1982 niedergelegt. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmigh der Kamerad Wolfgang Runne gewählt, der das Amt bis auf eine vierjährige Unterbrechung heute noch ausübt.

Unter Kamerad Runne wurde eine neue Fahne angeschafft, weil die alte Fahne sehr zerschlissen war. Am 15. September 1984 ist unter großer Anteilnahme der örtlichen und auswärtigen Vereine die neue Fahne eingeweiht worden.

Ein weiteres großes Werk von Kamerad Runne war der Ausbau des Schießstandes. Bei dem Kameraden Erich Heupel ist derfrühere Getreidespeicher angemietet und zum Schießstand ausgebaut worden. Planer und Initiator war damals der Kamerad Kurt Jenett. Viele Kameraden haben bei dem schwierigen und sehr umfangreichen Ausbau uneigennützig mitgearbeitet.

Am 9. November 1985 konnte der Schießstand eingeweiht werden. Durch die nun regelmäßig durchgeführten Schießabende konnte die Kyffhäuser-Kameradschaft Rössing viele Neueintritte verzeichnen.

Am 1. April 1986 wurde mit 15 Personen auch eine Frauengruppe gegründet. Die Kyffhäuser-Kameradschaft Rössing hat seither mit ihren Schützinnen und Schützen beachtliche Schießerfolge errungen. Es wurden viele Kreismeisterschaften mit Mannschaften und Einzelschützen erzielt, die zur Teilnahme am Landesschießen berechtigten.

Dank der guten Vorstandsarbeit unter Leitung des 1. Vorsitzenden hat die KK Rössing in den letzten Jahren einen noch nie gehabten Aufschwung erreicht.

Der Kyffhäuserbund verfolgt nicht materielle Ziele, er ist ausschließlich auf ideelle und soziale Ziele ausgerichtet. Er bekennt sich durch Pflege der Kameradschaft zu helfender Tatbereitschaft. Das beinhaltet Fürsorge für bedürftige und kranke Kameraden, ihre Familien und Hinterbliebenen. Er finanziert Freizeitplätze in seinen Erholungsheimen, gewährt Beihilfen und unterstützt die Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Das Soziale hat zentrale Bedeutung als Grundelement der Traditionsauffassung.

Aus der Verpflichtung zum Grundgesetz bekennt sich der Kyffhäuserbund zu einer menschlichen, freiheitlichen Demokratie in einem geeinten, freien Europa, in dem der Frieden in Freiheit bewahrt bleibt.

Möge der Kyffhäuser-Kameradschaft Rössing eine friedvolle und erfolgreiche Zukunft beschieden sein.

Wolfgang Runne

Der Ehren- und Vorsitzende.

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