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Waldmensch Öff Öff

An dieser Stellen möchten wir euch einen weiteren berühmten Menschen mit Gladbecker Wurzeln vorstellen: Der Waldmensch und das Aushängeschild der „Schenker-Bewegung“, der sich selber nur kurz „ÖFF ÖFF“ nennt.

 

Der ehemalige Schüler des Ratsgymnasiums lebt heute im Wald und wirbt für die "Schenker-Bewegung". Jürgen Wagner wie Öff Öff mit bürgerlichem Namen heißt, ist bekannt für sein etwas anderen Lebensstil und sein markantes Outfit: Fellstiefel, eine Lederhose mit Flicken, ein Wollpulli und ein Stirnband, das die schulterlangen, grauen, welligen Haare zusammenhält.
Jürgen Wagner machte 1983 sein Abitur am Ratsgymnasium, mit einem Schnitt von 1,0! Als Sohn eines Bankangestellten und einer Sekretärin studierte er nach dem Abitur Theologie. Doch schon im Kindesalter suchte er den Sinn nach Glück und merkte bald, wie er selbst sagt: "Der Mensch ist das Krebsgeschwür der Welt, wenn er so weiterlebt wie er es jetzt tut." Dieser Entwicklung wollte er nicht folgen. Nach dem Studium wurde er zum Aussteiger und gründete die Schenkerbewegung: „Wir wollen Frieden schließen, teilen und in Liebe verbunden sein” so sein Credo. Sein neues Leben fing damals damit an, dass er seinen Personalausweis an den Bundespräsidenten schickte, um endgültig kein Bürger der Bundesrepublik Deutschland mehr zu sein, seine Sachen packte und begann, als Aussteiger im Wald zu leben. „Ihr müsst nicht im Wald leben, Würmer essen und euch selbst die Zähne ziehen. Aber das macht einen frei, wie ein wildes Tier, kann ich machen was ich will”, erklärt der Aussteiger seinen Lebensstil, der mittlerweile auch zum Profi vor der Kamera geworden ist. Angesprochen auf die Reaktion seiner Eltern auf seine damalige Entscheidung, anders zu leben, erzählt Öff Öff gerne. „Die haben mich nicht ernst genommen und unterschätzt”. Auf jeden Kontakt zur Außenwelt will unser Vorzeige Gladbecker jedoch nicht verzichten. So besitzt der Waldmensch ebenso ein Handy wie auch ein Notebook, denn man brauche schon Werkzeuge, wie er selber sagt. „Ich lehne Technik nicht ab. Man muss nur abwägen, wo Technik wirklich weiter hilft und zusehen, dass die Nutzung nicht auf Kosten der übrigen Welt geschieht.”

Bei einem erst kürzlichen Besuch seines ehemaligen Gymnasiums wurde er mit Freude und Euphorie empfangen. „Waldmensch, Waldmensch!”, schrien ihm die Schüler im Foyer des Ratsgymnasiums zu. „Ich kannte den vorher gar nicht”, erklärte Schulleiter Manfred L. ziemlich laut, um in dem Lärm nicht unter zu gehen. Doch auf seine Begleitung musste er erst einmal warten: Denn Öff Öff musste vor Handykameras posieren und Hände schütteln.

Unser medial bekannter Extrem-Aussteiger hat jedoch der Heimat den Rücken gekehrt und ist nicht etwa im Wittringer Wald oder im Zweckler Busch zu finden. Mittlerweile lebt Öff Öff in Sachsen an einem Waldrand. Seit vielen Jahren residiert er dort in einem selbstgebauten Holzverschlag und lebt ausschließlich aus und von der Natur. Auf dem Speiseplan stehen nicht selten Weinbergschnecken, Würmer und Maikäfer, sowie Beeren und sonstiges Grünzeug, was eben Mutter Natur so hergibt. Anfangs wurde sein Walddasein von seiner Frau ein paar Jahre begleitet, welche aber dann mit dem gemeinsamen Kind das Weite suchte. Das Kleinkind wurde nur jede zweite Woche gebadet und lebte von Kräutern und Muttermilch. Öff Öff ist immer mal wieder in diversen TV-Shows zu sehen, wo er einen Aufruf für weitere Anhänger macht. Bis jetzt ziemlich erfolglos. Die Lebensideologie des Waldmenschen besteht darin, sich von der Konsumwelt abzuwenden und ausschließlich vom Schenkerprinzip zu leben. Es stehen weder Arzt noch Zahnarztbesuch auf dem Programm. Kranke Zähne zertrümmert er sich mit einer Zange selbst. Für ihn gehört dies zu seiner Lebensphilosophie.

"Geschenke austauschen bedeutet miteinander in Liebe umzugehen. Ich könnte es auch so sagen: Liebe schenkt. Und wie radikal man dann mit dem Schenken selber anfangen muss, damit man die Menschheit zu Liebe und Vernunft bekehren kann, liegt in der Hand des jeweiligen." so Öff Öff.

Nach Wagner lebt der Mensch nicht nach den Maßstäben der Gerechtigkeit, der Liebe und Verantwortung. "Der Schwächere verdient weniger als der Stärkere. Das Geld ist ein größeres Gift als die Pestizide und wir handeln für Profit, nicht für die Menschen".
Interessante Ansätze, von denen unser Gladbecker Junge definitiv überzeugt ist.

 

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