Netzwerk Artenvielfalt

Hier finden Sie allgemeine Informationen zum Netzwerk Artenvielfalt sowie und zu dessen aktuellen Aktivitäten

Das Netzwerk Artenvielfalt ist ein informeller Zusammenschluß des Bauern- & Winzerverbandes, des Kreisimkerverbandes und der Kreisjägerschaft.

Die Nutzung der Ressourcen im Hinblick auf deren Schutz spielt eine zentrale Rolle. Seit jeher stellt das, was wir nutzen können, für uns Menschen einen Wert und somit eine besondere Beachtung dar. Daraus sollten die Bemühungen um Schutz der uns betreffenden Ressourcen eine herausragende
Rolle spielen, um uns und nachfolgenden Generationen die gleichen Möglichkeiten einer naturverträglichen Nutzung zu ermöglichen.

Ob bei der Landwirtschaft und dem Weinbau, der Forstwirtschaft, der Imkerei – aber auch bei der Jagdausübung sind unsere Kenntnisse auf unterschiedliche Weise erforderlich, um unsere  angeschlagenen Ökosysteme in der von uns erschaffenen Kulturlandschaft zu schützen und zu pflegen.

Hierbei erkennen wir trotz unterschiedlicher Nutzungsinteressen sehr schnell, dass nicht nur Synergien bestehen, sondern viel mehr ein moderner und effektiver Naturschutz nur dann funktionieren kann, wenn wir gemeinsam "Hand-in-Hand" agieren.

Wollen wir also Lebensräume schaffen, brauchen wir entsprechende Flächen. In Deutschland wird ca. 52% der Gesamtfläche landwirtschaftlich genutzt – befindet sich also in Besitz oder Pacht der Landwirte. Diese werden mit der Reform der "Gemeinsamen (Europäischen) Agrarpolitik" (GAP) zu einer umweltgerechten  Landbewirtschaftung aufgefordert, indem sie u. a. 5 Prozent ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche in ökologische Flächen oder bestimmte Landschaftselemente umwandeln sollen.

Dies kann in Form eines oder mehrerer Blühstreifen, Waldrandstreifen, Pufferstreifen entlang eines Gewässers oder als "Brache" umgesetzt werden und bietet nun vielen bedrohten Arten einen Nahrungs-, Deckungs- und Äsungsraum – aber auch Nektar für Insekten (wie den Bienen) deren Bestäubungswert wiederum den Kulturpflanzen zu Gute kommt.


Um mit diesen Maßnahmen einen möglichst hohen, ökologischen Nutzen zu erreichen, braucht es neben den Grundflächen

  • das "Know How" und die geeigneten Maschinen der Landwirte,
  • Kenntnisse und Erfahrungen der Imker und gesunde Bienenvölker,
  • das wildbiologische Fachwissen der Jäger um artgerechte Lebensräume.

Auf die Koordination der genannten Schritte ist neben vielen weiteren Maßnahmen das Haupt-Augenmerk des Netzwerk Artenvielfalt gerichtet.

Dabei arbeitet jeder beteiligte Verband bei konkreten Aktivitäten und Projekten zunächst

selbstständig unter Verwendung des Einzellogos (Einzellogo "Imkerei" s.r.); im Gegensatz dazu arbeiten wir bei gemeinsamen, verbandsübergreifenden Aktivitäten und Projekten unter dem gemeinsamen Logo (s.o.) zusammen.

Das Netzwerk Artenvielfalt stellt sich folgenden Aufgaben:

  • den Dialog mit allen betroffenen Interessenverbänden zur breiten Umsetzung geeigneter Konzepte und konkreter Maßnahmen suchen;
  • Gespräche mit der Kommunalpolitik und der Kreisverwaltung führen, um eine entsprechende Unterstützung und Förderung durch die Politik zu erreichen;
  • die breite Öffentlichkeit informieren und für eigene Unterstützungsmöglichkeiten im Garten sensibilisieren;
  • eine blühende, artenreiche Landschaft gestalten, in der Menschen, Pflanzen und Tiere sich wieder wohlfühlen können.

Weitere Informationen zum Netzwerk Artenvielfalt sowie zu den Ansprechpartnern der beteiligten Verbände finden Sie in der unten zum Download eingestellten Broschüre!

Projekte  des Netzwerks Artenvielfalt:

  • Ökologische Aufwertung der Fläche um die "Schwarze Madonna" in Kooperation mit der Stadt Remagen
Nachdem Ende vergangenen Jahres der Kreisimkerverband alle Kommunen des Kreises Ahrweiler um die Teilnahme an seiner Blühflächeninitiative gebeten hatte, erklärte sich die Stadt Remagen umgehend bereit, diese zu unterstützen.

Zusammen mit dem Netzwerk Artenvielfalt setzte die Stadt Remagen inzwischen erste Maßnahmen um, die helfen, Lebensräume für wild lebende Tiere, Insekten, Reptilien und Vögel optimal zu gestalten. Damit soll dem fortschreitenden Artenschwund infolge fehlender Lebens-, Aufzucht- und Nahrungsräume entgegengewirkt werden.

Neben dem Naturschutz steht für die Stadt Remagen natürlich auch das Ziel einer „blühenden (Stadt-)Landschaft“ ganz oben auf der Agenda. So war die Freude groß, als der Vorschlag der Stadt, in der Nachbarschaft des RheinAhrCampus mit einem ersten großen Projekt zu beginnen, beim „Netzwerk Artenvielfalt“ auf Zustimmung stieß.

Auf den über einen Hektar großen Grünflächen rund um die Schwarze Madonna unterhalb des RheinAhrCampus wurde im Frühjahr eine Bienenweide aus mehrjährigen Pflanzen ausgesät, die inzwischen in prächtiger bunter Blütenpracht steht. Daneben gibt es dort einen großen Lesesteinhaufen mit südlicher, wärmebezogener Ausrichtung als Lebensraum für Reptilien sowie Fledermauskästen und Niströhren für Steinkäuze. Geplant sind als Schulprojekt noch Insektenhotels, um auch Kindern und Jugendlichen das Thema Artenvielfalt näher zu bringen.

Ideengeber für das Projekt in Remagen waren die 1. Vorsitzende des Kreisimkerverbandes Barbara Hartmann und Ralf Schmidt bei der Kreisjägerschaft Obmann für Natur-. Umwelt und Landespflege. Das die Blütenpracht den Bienen und anderen Insekten nütze ist auf den ersten Blick einleuchtend. „Eine schöne hohe Blumenwiese bietet aber auch Schutzraum für Niederwild wie Hasen und Rebhühner“, betonte der Vorsitzende der Kreisgruppe Ahrweiler im Landejagdverband, Thomas Güthe, der ebenfalls zum Ortstermin gekommen war. In dieser Hinsicht decken sich die Umweltziele von Imkern und Jägern zu 100 Prozent. Das Projekt rund um die Schwarze Madonna soll aber nur der Anfang sein.

Wie inzwischen bekannt wurde, plant auch der benachbarte RheinAhrCampus in den nächsten Monaten Teile seiner Außenanlagen als Bienenweide umzugestalten. Die Umgestaltung dieser und möglichst noch weiterer größerer Flächen in Remagen wird einen wesentlichen Bestandteil der zukünftigen Arbeit des Netzwerkes darstellen.

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Michael Fuchs,
01.03.2016, 01:38
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