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 Text A

Vorurteil:
Frauen sind infolge der Evolution ganz anders als Männer

Männer robben durch den Wald, jagen nach wilden Tieren und stieren abends schweigend ins Lagerfeuer. Frauen sitzen in der Höhle, betüddeln die Kinder und sammeln ab und zu vor dem Eingang ein paar Pilze. Und natürlich reden sie dabei ununterbrochen. Gern wird eine solche Urzeitidylle heraufbeschworen, um die angeblichen biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu begründen. Schließlich stecken noch immer steinzeitliche Gene in uns. Weil Männer weite Strecken zurücklegten, können sie sich besser orientieren, Frauchen brauchten das nicht. Weil sie Tieren nachstellten, entwickelten sie die Fähigkeit zur mentalen Rotation, Frauen nicht. Und weil sie die emotionalen Aufgaben an ihre Frauen delegierten, haben sie in diesem Bereich ein Defizit.

Das Problem bei solchen evolutionsbiologischen Begründungen ist, dass man sie nicht nur nicht beweisen kann, sie sind sogar ziemlich zweifelhaft. Die Rollenaufteilung vor Tausenden von Jahren war mitnichten so strikt, hat man durch neuere archäologische Funde und die Beobachtung von Menschen herausgefunden, die heute noch als Jäger und Sammler leben. »Wahrscheinlich gingen Frauen auch mit auf die Jagd«, sagt Gerd-Christian Weniger, Direktor des Neanderthal Museums in Mettmann. »Oft unternahm man Treibjagden, bei denen jeder gebraucht wurde, der gut zu Fuß war.« Umgekehrt kümmerten sich auch die Männer um die Kinder. Die Prähistorikerin Linda R. Owen von der Universität Tübingen ist sicher: »Frauen waren auch ohne Männer sehr beweglich, sie waren oft wochenlang unterwegs, legten weite Strecken zurück und mussten sich sehr wohl orientieren.«

Hinzu kommt: Wie stark unser Verhalten überhaupt durch unsere Gene gesteuert wird, ist noch völlig unklar. »Ich halte nicht viel von solchen Rückgriffen auf die Evolution, das ist alles ziemlich spekulativ«, sagt Biopsychologe Hausmann. Denn manchmal ändern sich die Dinge schneller, als die Evolution erlaubt. Wer die Studien der vergangenen 50 Jahre vergleicht, stellt fest: Die Geschlechterdifferenzen werden immer weniger. Männer verbessern ihre verbalen Fähigkeiten, Frauen lösen räumliche Aufgaben immer fixer. Der Grund sind die massiv gewandelten Geschlechterrollen. Das alles lasse nur einen Schluss zu, sagt der Neuropsychologe Lutz Jäncke: »Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen verschwinden zunehmend.

 

Text B                                                                                                                                     Übersetzungen

Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien dient der Vermittlung bildender Kunst vorwiegend in Gruppenausstellungen und der Präsentation von thematischen Ausstellungen zu kulturellen und sozialen Gegenwartsprozessen in Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und zeitgenössischen Herangehensweisen.

Im Jahr werden ca. 6 Ausstellungsprojekte z.T. gemeinsam mit kooperienden Institutionen oder Ausstellungsmachern realisiert. Die Ausstellungen werden von Führungen, Filmen, Diskussionen und Künstlergesprächen begleitet. Für die Realisierung dieses Programmes stehen nur sehr geringe Eigenmittel zur Verfügung. Mittelakquise und Kooperationen sind daher unabdingbar.

Das Bethanien, das 1847 auf Veranlassung von Friedrich-Wilhelm IV nach Plänen von Theodor von Stein als Diakonissen-Krankenhaus, damals noch vor den Toren der Stadt, gebaut wurde, fungierte bis 1970 als Krankenhaus. Mit der Stilllegung des Krankenhauses 1970 begann ein vehementer “Kampf um Bethanien”: Der geplante großflächige Abriss und eine Neubebauung mit sozialem Wohnungsbau wurde durch Besetzung, Bürgerinitiativen und Denkmalschützer verhindert. Seitdem arbeiten im Hauptgebäude vorwiegend kulturelle und künstlerische Institutionen: Neben dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, die Druckwerkstatt des Kulturwerks des BBK Berlin, die Künstlerhaus Bethanien GmbH und die Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg.