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Geschichte

Stiftskirche Sankt Peter und Paul zu Göda / Oberlausitz


(Auszug aus dem in der Kirche ausliegenden Informationsblattes)

Von dem Ort Göda aus wurde die sorbische (wendische) Bevölkerung in den Dörfern der Oberlausitz mit dem christlichen Glauben vertraut gemacht. Noch bis in die 50er Jahre unseres Jahrhunderts waren in dieser Gegend die sorbisch sprechenden Menschen in der Überzahl. Erst durch die Auswirkungen der Umwälzung des Krieges 1939-1945 (Flüchtlinge aus dem Osten) hat sich die deutsche Sprache allgemein durchgesetzt. Heute ist die Bevölkerung der Sorben in den.vorwiegend evangelischen Dörfern der Kirchgemeinde fast ganz verdrängt. In den nordwestlich angrenzenden Dörfern der Kirchgemeinde (Richtung Kamenz) wird die sorbische Kultur besonders in den katholisch geprägten Gemeinden gepflegt (Storcha, Crostwitz).

vor 1000 n.Chr.: gab es in diesem Ort Burgwarte, die das Land bewachten. Davon zeugen noch heute die "Schanzen" um Göda. Das sind Befestigungswälle, in denen die Bevölkerung während der Belagerung Zuflucht fanden.

1006: Besitztum der Meißner Bischöfe

nach 1010: Kapellenbau (im Chorraum)

1076: Bau der ersten Kirche unter Bischof Benno vom Meißen
  • erhalten aus romanischer Zeit: Unterbau des Turmes mit Fenster auf der Turmvorderseite, Taufstein
  • erhalten aus gotischer Zeit: lebensgroßes Kruzifix von etwa 1490
1505 - 1517: Bau der jetzigen Kirche (Spätgotik) unter Bischof Johannes von Saalhausen mit vier Altären und sechs Glocken
  • Baumeister: Wolff Hrabisch, sein Name steht neben dem Schlußstein im Kirchenschiff, mit seinem Steinmetzzeichen (auf blauen Untergrund an der Schlußsteinseite); noch öfter in der Kirche vorhanden: an der Kanzel von 1514, am Weihwasserbecken (Lavabo) aus dieser Zeit und an den Säulen
  • Pfarrer dieser Zeit: Johannes von Gabelenz, seinen Namen finden Sie an der Kanzel mit dem Wappen (Gabeln!), das auch im Schlußstein des Chorraumes verewigt wurde.
  • weiter erhalten: Altar aus Stein von 1512 mit Weihekreuzen und Loch in der Platte (früher mit Weihe-Reliquie, einem Finger des Hl. Leonard), Deckenmalerei (spätgotisch im Chorraum - Frührenaissance im Kirchenschiff), Sonnenuhr von 1515 an der Süd-Außenseite der Kirche .
1559: erster evangelischer Pfarrer Jakob Finkler, sein katholischer Vorgänger Johann Themler ging nach Crostwitz

vor 1580: erste Schule der Oberlausitz (mit 24 Schülern) für Vorbereitungsunterricht der Sorben (Wenden) auf Pfarrerdienste, später Schule in der Scheune neben der Kirche von 1734, derzeitig im schlechten Zustand

1580 - 1590: Vernichtung des Kircheninneren durch Feuer am. 13. Januar, Glocken verschmolzen, Wiederaufbau, wobei Fenster des Turmes (bis auf eines) zugesetzt und der Anbau am Turm für die Totenhalie mit darüberliegender Friedenskapelle hinzukamen
Zwei Glocken neu gegossen:
  • Große: 1 1/2 Tonnen Gewicht - Inschrift: "Mein Klang dich ruft zum Kirchengang; merk's Wort Gott(es), dank, sing Lobgesang"
  • Mittlere: im letzten Krieg eingeschmolzen - 1950 neu
  • hinzu kam 1832: Kleine Glocke
1680: Blitzeinschlag in den Turm

1702 - 1714: Veränderung des Kircheninneren in barocker Ausstattung

1832: Erneuerung des Turmes (nun mit drei Glocken und Uhr)

1862: hohes Schindeldach auf heutige Form gebracht

1892: Innen-Neuausstattung im neugotischen Stil (mit Emporen) und Aufsatz der beiden Türme (60 Meter hoch), Einbau einer Orgel auf der Turmempöre unter dem bekannten Pfarrer Dr. Friedrich Heinrich Immisch (sein Grab befindet sich bei der Ostseite der Kirche) Kosten: 140 000 Goldmark


von der Inneneinrichtung erhalten: ein Fenster, im Chorraum, Abendmahlsrelief im Chorraum (restauriert), Turm-Vorraum (restauriert)