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Sorbisch-wendischer Abend

Bis vor Kurzem (was sind 100 Jahre?) waren für die Menschen in unseren Dörfen, also die Vorfahren der meisten von uns, das Sorbische die vertraute Muttersprache und die sorbischen Traditionen die alltägliche Kultur. In unserer Kirche und zuhause wurde sorbisch das Wort Gottes gelesen, gesungen und gebetet.

Warum auch immer, hatte sich das zwischenzeitlich komplett gewandelt und nur an wenigen "Leuchttürmen" war Sorbisch in und um Göda noch lebendig. In letzter Zeit erkennen immer mehr Menschen, interessanterweise besonders auch Zugezogene und Heimkehrer, den Schatz in diesem Teil ihrer Herkunft.

In diesem Sinne haben wir uns das erste mal getroffen. Wir haben uns ausgetauscht, wann und wo bisher in unserem Leben das sorbische eine kleinere oder größere Rolle spielte. Die mitgebrachten Trachten, Bilder, Bücher und Sammlerstücke wie das abgebildete Abzeichen des Sorbischen Vereins in Göda, der sich nach dem hier im 19. Jhd. wirkenden Sorbenpfarrer Friedrich Heinrich Immisch nannte (wer weiß, wie lange dieser Verein existierte?) haben uns zuerst beschäftigt.


Dann hat das Gödaer Pfarrhaus seit Langem wieder einmal sorbische Lieder gehört, die, obwohl gar keine „richtigen Profi-Sorben“ da waren, in unseren Ohren doch „richtig sorbisch“ und sehr schön klangen. Das gemeinsame Lesen in der sorbischen Bibel satzweise mit der deutschen Übersetzung hat uns den Inhalt eines Evangeliumkapitels nähergebracht und gleichzeitig manchen Aha-Effekt bei der einen oder anderen Vokabel nach sich gezogen. Abgeschlossen haben wir mit dem sorbisches Vaterunser (siehe anbei) und dem Entschluss, in Göda regelmäßig sorbische Abende zu machen.



Alle Interessierten und die, die sorbische Sprache und Kultur wieder mehr Teil ihres Lebens werden lassen wollen, sind herzlich dazu eingeladen. Gern auch zum Mitbringen von Geschichten, Ideen, Dingen, Erlebnissen und Erfahrungen!