Zur Geschichte der Kirchbergschule

 

Wenn die Kirchbergschule Schwalbach 2011 ihr 50jähriges Jubiläum feiern kann, so muss erwähnt werden, dass ihr 50 Jahre alter „Neubau“ auf dem Gelände der Schule von 1935 steht. So sei ein kurzer Rückblick erlaubt: (nach Recherchen des Lehrers A. Cavelius †)

 

19. Jahrhundert

1875 trennte sich Griesborn vom Schulverband Schwalbach-Knausholz und eröffnete am 18. Oktober 1875 für seine 103 Schulkinder ein eigenes neues Schulhaus mit zwei aufsteigenden gemischten Klassen an der Hauptstraße in Schwalbach-Griesborn (das heutige Cusanus-haus). 1878 wurde in Schwalbach gegenüber der Taubenstraße ein Schulneubau mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerdienstwohnungen errichtet. 1886 eröffnete auch Knausholz für seine 75 Schulkinder eine eigene einklassige Schule.So besaß nun jede Gemeinde des ehemaligen Schulverbandes eine eigene Schule.

 

Die Zeit bis zum 1. Weltkrieg

 Die folgenden Jahre bis zum Beginn des ersten Weltkrieges brachten für Schwalbach und Griesborn eine stürmische Weiterentwicklung. Die Bevölkerungszahl in Schwalbach und Griesborn kletterte von etwa 2500 Einwohnern im Jahre 1890 auf rund 5000 im Jahre 1914. Die Zahl der Schulkinder erhöhte sich im gleichen Zeitraum von etwa 500 auf 1051 Mädchen und Buben (Schwalbach: 677, Griesborn 374). Das bedeutete für beide Teile, in rascher Folge neue Schulsäle zu erstellen: In dieser Zeit entstanden in Schwalbach 1893 das Schulhaus 2, 1898 das Schulhaus 3 und 1908 das Schulhaus 4, jeweils mit 2 Klassenräumen und 2 Lehrerdienstwohnungen. In Griesborn wurde 1898 die dritte Klasse, 1903 die vierte Klasse und wenige Jahre später die fünfte Klasse eingerichtet. Zudem wurde 1902 das Schulhaus an der Ensdorfer Straße fertig gestellt, das später als Rathaus diente. Dieser stetigen Aufwärtsentwicklung setzte der erste Weltkrieg ein jähes Ende.

 

Die Zeit zwischen den Weltkriegen

 Bis 1925/26 war eine Verminderung der Schülerzahl um 45 % eingetreten und nur langsam stiegen die Zahlen wieder an.

 

Jahrgang 1925 Klasse Frau Seidel

 

1929 errichtete die Gemeinde im Schulhaus der Ensdorfer Straße eine Badeanstalt, wo die Schulkinder einmal wöchentlich unter Aufsicht eines Lehrers ein Brausebad nahmen. Infolge neuer ministerieller Richtlinien erhielt Schwalbach 1930 die elfte Klasse, Griesborn erhielt im gleichen Jahr die sechste Klasse und 1932 die siebte Klasse. Die Rückgliederung an Deutschland wurde 1935 mit viel Pathos gefeiert. Die Schulkinder pflanzten eine „Befreiungseiche“, die aber bald danach einging, und erhielten eine „Befreiungsbrezel“. In diesem Jahr konnte Griesborn an Ostern ein neuerbautes Schulhaus mit 3 Klassenräumen und einer Dienstwohnung in der Friedhofsstraße seiner Bestimmung übergeben (der jetzige Altbau der Kirchbergschule mit 4 Klassenräumen). Es erhielt den Namen „Hans-Schemm-Schule“ 1937 wurde dahinter ein dreißig Ar großes Gelände als Schulgarten eingezäunt. Im gleichen Jahr erfolgte am 20. März im Gau Saarpfalz auf Anordnung des Gauleiters Bürkel die Befragung der Erziehungsberechtigten über die Gemeinschaftsschule. Sie ergab in Schwalbach ein Ergebnis von 98 % für diese Schulart. Also wurden die Konfessionsschulen aufgehoben und Gemeinschaftsschulen eingerichtet. Es entstanden dabei die Schulbezirke Schwalbach I (Schwalbach) und Schwalbach II (Griesborn); in diesem Jahr nämlich waren die Gemeinden Schwalbach und Griesborn zu einer Großgemeinde mit dem Namen „Schwalbach“ mit rund 6500 Einwohnern vereinigt worden. Diese schulische Gliederung blieb bis 2005 erhalten.


1948 Klasse Frau Loskyll, Jahrgang 1937/38


2. Weltkrieg

Als im Herbst 1939 der zweite Weltkrieg seinen Anfang nahm, wurde die Bevölkerung der Gemeinde evakuiert.

 

Nachkriegszeit

Dem OT Schwalbach standen für 14 Klassen nur 10 notdürftig hergerichtete Säle zur Verfügung, dem OT Griesborn für 8 Klassen sogar nur vier.  Am 1. Oktober 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen, jedoch wiesen die Schulhäuser starke Kriegsschäden auf und waren zum Teil nicht zu nutzen. Man behalf sich mit Wechselunterricht, bis 1953 das Schulhaus Griesborn am Friedhof und das Schulhaus an der Ensdorferstraße wieder bezogen werden konnten.  Es wurden wieder Konfessionsklassen eingerichtet.

 

Klassenfoto Herr Schwinn, Jahrgang 1951

 

In den Folgejahren wurden zahlreiche Lehr- und Lernmittel und technische Grundausstattungen für die Schulen angeschafft.

 

Die 60er Jahre

 

1961 Klasse Frau Baumann

 

Einweihung des neuen Schulgebäudes

Am 4. Mai 1961 konnte Schwalbach-Griesborn endlich einen Schulneubau mit neun Sälen (und drei Sälen und einer Dienstwohnung im alten Gebäude), Pausenhalle und eigener moderner Turnhalle einweihen. Dieser Schulneubau wurde auf dem Gelände des alten Schulhauses am Friedhof von 1935 errichtet. Dadurch konnte das Schulleben Griesborns, das bisher auf vier – z.T. weit voneinander entfernt liegende – Schulhäuser (altes Schulhaus Lindenstraße, Schulhaus Hauptstraße - jetziges Cusanushaus,  Schulhaus in der Ensdorfer Straße und altes Schulhaus am Friedhof) verteilt war, in einem Zentrum zusammengefasst werden.

Bürgermeister Dr. Fery überreicht  Schulleiter Wolf die Schlüssel zum neuen Schulhaus