Chronik des Kleingärtnervereins "Zur Sonne" e. V. (Stand: 2016)
erstellt und geführt durch die Chronisten Fritz Strenger, Christine Buschmann und Jochen Emmerling

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1950 bis 1965

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Unter dem neuen 1. Vorsitzenden Heinz Wittenbecher entwickelten sich in der Gartenanlage nach 1949 wieder das gesellige Leben und die Gemeinschaftsarbeit.

Es wurden wieder die Kinder- und Sommerfeste als Höhepunkte gefeiert. Der Gartenfreund Kruczek erwarb erneut viele Verdienste bei der Kinderbetreuung und Organisation der Kinderfeste.

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(Abbildung 18: Umzug zum Kinderfest, Abbildung 19: Kinderfest - kleine Erntehelfer)

Es wurde ein neuer Pachtvertrag zwischen den Pfarrlehn der Kirchengemeinde der Martin Luther Kirche über die "Kleingartenhilfe der FDGB" e. V. mit dem Vorstand der Gartengruppe "Zur Sonne" Markkleeberg abgeschlossen.

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(Abbildung 20: Stammblatt 1951)

(Abbildung 21: Vorlage Pachtvertrag 1951)








Anlässlich des Kinderfestes wurde am 2. und 3. Juli 1955 das 50-jährige Bestehen der Gartenanlage "Kleingartengruppe zur Sonne Markkleeberg-West" gefeiert, sogar der Kirchenvorstand übersandte aus diesem Anlass ein Grußschreiben.

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(Abbildung 22: Einladung zum 50-jährigen und Grußschreiben)


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(Abbildung 23: Blick zum Ring, Markkleeberg)

Doch die Ruhe und Freude am Garten war nicht von langer Dauer, denn bereits 1956 zeichneten sich dunkle Wolken über der Gartenanlage ab. Sollten doch auf dem Gelände des Vereins, wie bereits schon mal 1937, Wohnblöcke als Ersatzbauten für die abzureißenden Ortschaften im Braunkohlengebiet gebaut werden. Das gesamte Gelände wurde zum Bauland erklärt. Am 15. September 1956 wurden die Gartenfreunde über die Kündigung ihrer Gärten informiert. Aller Protest nutzte nicht, sogar das Pfarramt wurde um Unterstützung gebeten.

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(Abbildung 24: Abschrift einer Stellungnahme zur Kündigung)



Die Kündigung des Pachtgeländes erfolgte dann im Jahr 1958.

Auch der Kreisverband des VKSK Leipzig Land wurde um Hilfe gebeten und kam damit seinen Verpflichtungen, der Gartensparte zu helfen, voll nach. Denn nur der Kreisverband des VKSK hatte, als juristische Person, gemäß dem Statut vom 30. Januar 1955, das alleinige Recht, Grundstücke zum Zwecke der Weiterverpachtung an Kleingärtner zu pachten. Durch die aktive Hilfe des Kreisverbandes des VKSK Leipzig-Land wurde dann westwärts der Koburger Straße eine Wiese und ein Stück Ackerland als Ersatzland zur Verfügung gestellt.

Der Kreisverband schloss einen Pachtvertrag mit dem VEB Kommunale Wohnungsverwaltung Markkleeberg ab und übergab das Gelände der Gartensparte „Zur Sonne“ zur Nutzung.

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(Abbildung 25: Pachtvertrag neues Gelände)



Die Neugestaltung der Anlage und der große Umzug in den Jahren 1958 bis 1962

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Im Jahr 1958 begann unter dem 1. Vorsitzenden des Vorstandes, Richard Jähnichen und dem Landschaftsarchitekten Dieter Kiesel die Gestaltungs- und Umzugs-arbeiten. Das neue Gelände wurde von einer Kommission vermessen und in Parzellen sowie Wege aufgeteilt. Der Mittelpunkt bildete einen zentralen Platz als Festwiese, wo eine ca. 200 Jahre alte Blutbuche stand.


(Abbildung 26: Blutbuche)

Jeder Kleingärtner, der mit umziehen wollte, konnte sich eine Parzelle aussuchen und nach der Vergabe mit dem Umzug beginnen. Das neue Gelände umfasste 135 Parzellen. Für die Gartenfreunde gab es eine bescheidene finanzielle Entschädigung, die dem Verlust und der Arbeitsleistung nicht entsprach.

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(Abbildung 27: Wertabschätzungsformular)

Der Umzug war ein mühevolles Unterfangen, da tagelang die Bäume, Sträucher und andere Kulturen umgepflanzt wurden, zuvor mussten aber erst der Boden vorbereitet werden. Die Lauben wurden demontiert und an neuer Stelle wieder aufgebaut, die Größe und der Standort der Laube wurde durch den Vorstand festgelegt, ansonsten konnte jeder Gartenfreund seinen Garten nach seinen Vorstellungen und Bedarf gestalten. Bis jeder mit seinem Umzug fertig war und alles so geordnet hatte, vergingen zwei bis drei Jahre, denn zu dem eigenen Garten kam noch die viele Gemeinschaftsarbeit dazu. Es wurden Wege geschaffen und auf dem Festplatz ein großer Spielplatz mit Sandkasten, Karussell und eine Parallelschaukel errichtet. Von den 275 Gartenpächtern waren es ca. 100, die den Umzug bewältigten und so noch mal neu begannen. Viele ältere Gartenfreunde waren mit dem Umzug überfordert und gaben auf. So konnten vor allem junge Leute, die in den Wohnungen, die auf dem ehemaligen Gelände gebaut wurden, wohnten, als Gartenfreunde gewonnen werden. Bereits 1962 waren dann alle 135 Gärten von ca. 200 m² vergeben.

Nach dem Umzug wurde mit jedem Gartenfreund der neuen Anlage ein Pachtvertrag abgeschlossen, der die Unterschriften des Vorsitzenden des Kreisverbandes, des Vorsitzenden der Gartensparte und des Pächters des Gartens trug.

Das Gewinnen von jungen Leuten war für die Anlage von großem Nutzen. Es war eine Bereitschaft vorhanden, für die Gemeinschaftsarbeiten sowie auch Funktionen im Vorstand zu übernehmen, um somit das Vereinsleben positiv zu gestalten. Im Frühjahr 1962 wurde ein neuer Vorstand gewählt, das Durchschnittsalter des Vorstandes betrug 32 Jahre. Der 1. Vorsitzender, Gartenfreund Jochen Emmerling, leitete das Geschick der Sparte bis Februar 1968 und dann noch mal 1970 bis 1977. Die kulturellen Höhepunkte waren die jährlichen Kinder- und Sommerfeste sowie im Herbst das Erntefest in einer Gaststätte mit Programm und Tanz. Bei den Kinder- und Sommerfesten wurden dann von der Gartensparte aus von den Gartenfreunden Erdbeeren in kleinen Körbchen gesammelt (ca. 500 g), die nach der Eröffnung des Festes von den Kinder in einem Umzug zu dem benachbarten Krankenhaus gebracht wurden.

Es kamen immer zwischen 80 bis 100 Körbchen zusammen, die von den Gartenfreunden gespendet wurden. Diese Tradition setzte sich bis Ende der 80er Jahre fort.

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(Abbildungen 28 und 29: Kinder und Eltern beim Umzug)

Trotz des Umzuges und auch in den darauffolgenden Jahren wurde ein Plan zur Entwicklung und Gestaltung der Anlage in einem Jahresplan konkretisiert. Ein Bestandteil dieses Planes war vor allem der Bau einer Wasserleitung, die Verlegung der Wasserrohre bis in jeden Garten und die Schaffung eines Wasseranschlusses pro Garten. Um das notwendige Gießwasser zu erhalten, hatten sich die einzelnen Gartenfreunde eigene Brunnen oder Wasserlöcher gegraben. Einige hatten sich oberirdische provisorische Leitungen von der Hauptwasserleitung ab bis zu ihren Gärten gelegt.

Aber 1963 wurde das „Projekt Wasserleitung“ in Angriff genommen. Trotz Materialengpässen wurden in der Anlage alle Gärten in den darauffolgenden Jahren mit einem Wasseranschluß versehen. Ab 1965 bemühten sich einzelne Gartenfreunde um einen Anschluss an das Energienetz. Eine Kommission wurde gebildet, die sich um die erforderlichen Genehmigungen kümmerte und das Material beschaffte. Sie regelte die Kabelverlegung und auch die Abnahmeprüfungen für jeden Gartenanschluss. Wer in seinem Garten einen Stromanschluss haben wollte, bekam ihn auch. So schritt die Verlegung rasch voran und es gab aber nur wenige Gartenfreunde, die keinen Elektroanschluss in der Laube wollten.

Die Gemeinschaftsarbeiten standen stets im Vordergrund. So wurden im Jahr 1965 1.630 Stunden von den Gartenfreunden als Gemeinschaftsarbeiten geleistet. Das waren im Durchschnitt 13 Stunden pro Garten. Der Umzug und der Neuaufbau der Gartensparte war für die Bevölkerung von großem Interesse, so ein Ausschnitt aus der "Leipziger Rundschau - Heimatzeitung von Stadt und Land" von 1964. 

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Dieser Artikel berichtet über die Jahre 1959 bis 1963 und beschreibt den Umzug und den Neuaufbau der Anlage auf dem jetzigen Standort in der Zeit von 1959 bis 1963. In dieser Zeit leisteten die Gartenfreunde insgesamt 13.000 Aufbaustunden. Es wurden auf einer Wiese 136 Gärten von ca. 200 m² geschaffen und zu einer modernen Anlage ausgebaut. Da die Gartensparte wegen des Umbaus und der Verlagerung nicht an den Wettbewerben des Verbands teilnehmen konnte, startete sie jährlich einen eigenen Wettbewerb unter der Zielstellung "Der schönste und zweckmäßigste Kleingarten". Die fachlichen Schulungen übernahmen die sechs Berufsgärtner aus den Mitgliedern der Sparte.

(Abbildung 30: Zeitungsartikel)

Der VKSK rief auch jedes Jahr zum Wettbewerb auf und die besten Kleingartensparten wurden dann für ihre Erfüllung des Wettbewerbs mit Preisen und Urkunden geehrt. Durch die vielen Kleingärten konnte daher auch die Versorgung der Bevölkerung der DDR mit Obst und Gemüse gewährleistet werden.

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Die Gartensparte beteiligte sich immer mit großem Erfolg an den vom Ortsausschuss des VKSK organisierten Lehr- und Leistungsschauen. So konnte die Sparte 1964 eine Goldmedaille und 1965 eine Silbermedaille für die Ausstellung und Präsentation der Leistungen der Sparte erringen.

(Abbildung 31: Leistungsschau 1965)



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