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Erst läuft's garnicht, dann läuft's besser und dann Läuft's aus! Rallye Zwickauer-Land, 09.07.2011 - Reinsdorf

veröffentlicht um 21.07.2011, 00:41 von Keller Racing
Wir hatten schon am Freitag-Abend den Papierkram erledigt. Und am Samstag-Morgen ab 07:00 Uhr waren wir zum Besichtigen. Es gab einige bekannte Komponenten. So war der "Meta-Werk" Rundkurs und die Vielau-WP abschnittsweise schon von einer vorherigen Ausgabe der Veranstaltung bzw. der Rallye-Sachsenring bekannt. Ich bedauere etwas, dass der Veranstalter nur ein zweimaliges Abfahren zulässt, aber das ist die Vorgabe für alle.
Viola versorgt die Besatzung und Axel am Mittag mit Klasse Catering. Auch "Erisch" schaut mal auf einen blöden Spruch vorbei. Er hatte keinen Hunger - wir machen uns echt Sorgen.
Dann kann's endlich losgehen: Die WP-1 läuft garnicht. Ich brauche den ersten Kilometer, um mich an's Tempo zu gewöhnen. Die Ansage zur zweiten Ecke muss Lars bei mir anfordern: "Los weiter!". Der Pilot ist etwas irritiert. Später aber, passt die Anfahrt zu einem Linksabzweig nicht: "Rechts4 in Rechts2 Achtung Links1 Dreck" lese ich vor. Lars ist doch etwas überrascht, dass der Kurveneingang so weit zu macht und die Links so spitz kommt. Wir rutschen im Scheitelpunkt ins Gebüsch, das Auto geht aus. Es dauert ewig bis wir wieder auf die Fahrbahn kommen. Wir lassen etwa 12 sek. liegen. Lars hadert mit sich, mit mir, mit dem Auto - eigentlich mit allem. Aber weiter geht's. Der Mitarbeitertag bei VW sorgt für Chaos auf der Verbindungsetappe. Selbst die Umleitung des Veranstalters sperrt die Polizei. Das Teilnehmerfeld steckt im Stau fest - die WP"Meta Werk" startet mit 45min Verspätung. Auch wir müssen uns einen Weg um das Chaos suchen. Die ZK wird dann anuliert, aber ich verstehe nicht, warum sich die Behörden bei solchen "Mehrfachbelastungen" nicht abstimmen. So hätte doch die Polizei, die Rallyewagen nach Mosel herein lassen können. Wissend um den Umstand, dass die sicher nicht zum Mitarbeitertag von VW wollten. Der Kommunikationsmangel der Behörden ist offensichtlich.
Der Start der "Meta-Werk"WP war nicht ganz einfach. Als wir starten sollten, riss sich ein Teilnehmer das Rad ab und musste erst geborgen werden. So standen wir 12min in voller Montur am Start und mussten warten: 26°C, lange Unterwäsche, Fahreranzug, Kopfhaube, Helm. Da tropft dir schon der Schweiss in den Helm, wenn du noch keinen km gefahren bist. Als wir endlich losgelassen werden, läuft die WP garnicht so schlecht. Auch wenn wir beide Aussenspiegel an Streckenbegrenzungen einbüssen. Man kann schon fast sagen: "Wenn am Ende die Spiegel fehlen, ist alles in Ordnung." Ich mache mir keine Sorgen mehr um den Rückstand. Nach der verkorksten WP1 hatten wir nicht mehr mit einer guten Platzierung gerechnet. Und den Einsatz zur Testfahrt deklariert.
WP3 beginnt auch mit einiger Unruhe. Lars hatte vorher mal unter die Motorhaube geschaut, weil er verdächtige Geräusche bemerkt hatte. Als wir in die WP starten bemerkt er: "Die Haube flattert!" Sie ist nicht richtig gesichert. Aber es hilft nichts, weiter geht's. Die Nackenschläge gehen weiter: In der Ausfahrt des Schotterstück's blockiert die Handbremse. Lars kann den Dreher vermeiden, aber bis die Hinterachse wieder frei läuft, braucht es ewig. Lars ist extrem genervt. Er schimpft wie ein Rohrspatz. Durch die folgende "Rechts3 in Links3" driftet der Pilot so extrem, dass ich jederzeit den Abflug erwarte: "Jetzt nimm dich mal zusammen und fahr konzentriert zu Ende!" muss ich den Fahrer anschreien. In den letzten Ecken bringt Lars den Gang (3auf4) nicht rein und ist fertig mit der Rallyetechnik. Der Chemnitzer ist so angefressen, Dass er brüllt: " Das ist doch Sch..... , da brauche ich doch nicht Rallye fahren. Da können wir doch auch nach Hause fahren!". Zugegeben - eher pragmatisch entgegne ich: " Ich hab hier voll bezahlt, also fahr weiter!" In der WP-4 muss der Polo einiges aushalten. Schon in der bekommt der Wagen einige Schläge von unten. Der Asfaltanteil läuft super. Aber der Schotteranteil gibt dem Wolfsburger den Rest. Vor dem Regrouping stellt Lars auslaufendes Motorenöl fest. Der lebenswichtige Saft rinnt in dicken Bindfähden vom Unterfahrschutz auf die Fahrbahn - Feierabend! Später erkennen  wir, das wir mit Klassenbestzeiten die verlorenen Sekunden mehr als aufgeholt hatten, Und in Führung liegend ausgeschieden sind
Wieder in der heimischen Werkstatt untersuchen wir den Schaden und stellen fest, dass sich wohl ein Stein zwischen Ölwanne und Unterfahrschutz gearbeitet hatte, und sich durch die Schläge Stück für Stück in die Ölwanne herein gearbeitet hatte. Der Krater hatte dann dem Motorenöl freien Lauf gelassen.
Wir hätten die 2.Runde noch gebraucht, um ein besseres Fahrgefühl zu erzeugen. Es bleibt aber auch die Erkenntnis: Wenn's normal läuft, sind wir vorne mit dabei.
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