Wie du tickst so bist du

Der Mensch gleicht einer Uhr, hast du das gewusst?
Zwar wurde er von Gott erschaffen, erschuf dann seinerseits die Uhr,
doch hat der Schöpfer, weise wie er ist,
bereits dem Menschen auch ein Uhrwerk schon verpasst.
Ihr nennt es Herz, doch die Funktion ist gleich – verzeiht mir bitte den Vergleich.

Betrachten wir die Uhr, die scheint ihr besser zu verstehen als euch selbst.
Vielleicht erkennt ihr dann, wie ihr so tickt und wie dies Ticken euch beschreibt,
wie ihr am Ticken könnt erfassen, wo ihr steht und wo es bei euch grade brennt.

Eine Uhr ist abgestimmt auf das Zeitmaß dieser Erde.
Ich erspare euch ein Konkreter-Werden, ihr wisst wovon ich rede.
Trotz dem sie alle ticken – gleicher Rhythmus, gleicher Takt –
sind Uhren doch auch ganz verschieden, von der Bauform hängt es ab.

Große, kleine, laute, leise – die Vielfalt ist enorm, nicht nur bei der äußeren Form.
Es gibt mächtige, dunkel tönend, weise fast, aus edlem Holz,
die so manche Stunde schlugen, ihr Erleben klingt daraus.

Dann gibt ’s kleine aufgeregte, hell, von metallener Struktur,
aufgekratzt, fast hibbelig, kommen munter sie daher.
Dabei ist ’s nicht nur ihr Schlagen, wenn die Stunde wechselt sich,
auch das Ticken der Sekunden unterscheidet sich.

Wenn auch alle taktklar schwingen, scheint die eine doch zu ringen,
zögert scheinbar träge minimal nur hinterher.
Andere sind so heiter lustig, eilen fast schon leicht voran,
doch im Grunde ihres Herzens ticken alle in der Bahn.

Jene tickt wie eine Bombe, hitzig, ja gar aggressiv.
Diese hier, sie klingt fast zärtlich, säuselnd, lieblich motiviert.
Allen diesen Exemplaren ist doch eines stets gemein:
Ihr Erschaffer legte einstens seinen Geist hinein.

Doch in der heutigen Zeit der Geist oft andere Richtung weist:
Uhren sind wie Massenware, alle gleich, alle egal,
billig werden sie verhökert, mit der Mode geht die Wahl.

Mit den Menschen dieser Zeit ist ’s leider oft nicht anders bestellt:
Auch sie erscheinen alle gleich, tragen Nummern, sind in Formen straff gepresst.
Genormte Werte definieren, wie das Ideal an Mensch hat zu funktionieren.

Dabei liegt in euch verborgen unter dieser tief erdrückenden Struktur
doch der Geist des himmlischen Erbauers, den er einem jeden,
aus tiefer Liebe und vor Freude ganz verzückt, seinem Herzen eingepflanzt,
einstens, vor vergangener Zeit, bei der großen Schöpfungswelle, als alles Leben sich gebar.

Er gab den Rhythmus und den Takt in sanften Zügen vor,
dazu den Willen und die Freiheit satt, in ganzer Fülle,
damit Persönlichkeit und große Vielfalt unter allen Wesen sich entfalten kann.

So gebe ich dir zu bedenken, betrachte dich doch mal neutral!
Und finde deinen Rhythmus, deinen Takt, indem du schwingst ganz optimal.
Nicht wie von außen ‘s wird diktiert, doch wie ’s im Innen zu dir spricht,
du ’s fühlst, als Wahrheit für dich akzeptierst.
Dazu braucht es Mut, den Geist der Zeit gilt es zu überwinden.
Doch der ist ohnehin ziemlich luftig und windig,
weht morgen schon anders als heut‘.

Für dich heißt es, zu dir zu finden,
den Schöpfergeist in dir zu entbinden,
in dir zu erwachen,
dann fließt die Kraft erneut.

Und immer tickst du weiter, mal ernst, dann wieder heiter
bis du die Waage, die Balance, den Ausgleich findest,
dein Ticken Eins mit Allem ist, was in des Schöpfers Plan pulsiert,
sich Leben nennt.
Denn anders als bei einer Uhr, die von Menschenhand ersonnen,
endet dein Ticken nie, denn Gottes Schöpfung ist vollkommen.

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