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Croatia Open

 
Vom 28. bis 30. Mai 2010 fand in der Hauptstadt Kroatiens das erste internationale Rollstuhltennisturnier (ITF Futures, Preisgeld USD 2.000,--) unter der hervorragenden Führung von Bojan Kovac statt!
 
Zagreb hat ca. 780.000 Einwohner, liegt an beiden Seiten des Flusses Save, das Wahrzeichen ist die Kathedrale!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wir residierten im ****Hotel Arcotel:
 
 
Acotel Allegra - Zagreb
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
An dieser Stelle ergeht auch ein riesiger Dank an
 
      • Bojan Kovac          (Turnierdirektor)
  • Suzana Knezevic    (Oberschiedsrichterin)
  • Ivana Kovac          (Organisationsdirektorin)
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  • Anela Mustajbasic   (Help Desk)
  • Nikolina Hodak        (Help Desk)
  • Iva Muzic              (Help Desk)
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  • Tomislav Mihalic     (Technik)
  • Almos Bognar         (Technik)
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    Ich kann mich nicht erinnern, jemals bei einem Future Turnier so ein perfektes Team in der Planung und Abwicklung erlebt zu haben. Diese Professionalität würde ich eher einem ITF 1 Turnier zuordnen, - besser kann man es nicht machen!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Das professionelle Team (ohne Technik)
     
     
     Bojan, Ivana, Suzana, Anela, Nikolina, Iva
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Die Auslosung
     
     
    Die weltweit bestplatzierten 16 gemeldeten Spieler durften kommen und die Auslosung wurde von Kroatiens Jungstar Anto Joskic gezogen!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Die vier gesetzten Spieler 
     
    1. Miroslav Brychta (CZE)  2. DI. Harald Pfundner (AUT)   3. Karl Stefan (AUT)      4. Herwig Pellosch (AUT)
     
    • Miroslav ist derzeit nur die Nr. 52 am Papier, er hatte aber vom Vorjahr zu viel zu verteidigen und verlor dies aufgrund einer Wirbelsäulenoperation verletzungsbedingt. Er gehört auf alle Fälle zu den Top 30 der Welt!
    • Harald ist die Nr. 60, - in Budapest sah ich schon, dass er gute Trainingsarbeit über den Winter gemacht hatte und auf ihn hätte ich derzeit keine Lust zu kommen!
    • Ich bin nach Albarella von der Vorwoche auch gesetzt, derzeit die Nr. 71!
    • Herwig aus Villach, er hat einen Trainer, der auch sein Spezl ist und trainiert alles mit Kopf, - somit ist er auch berechtigt derzeit am aufsteigenden Ast, - WR Nr. 145 und in Kärnten die Nr. 2. Man sieht auch, dass Österreich eine sehr starke Nation ist, - ständig bei den Gesetzten stark vertreten, - und Kärnten ist dabei auch nicht ganz außer Acht zu lassen!

     

     
     
     
     
     
     
     
     
    Einzelbewerb
     
     
     
    1. Runde
     
     
     
    gegen Erich Trupp aus Baldramsdorf bei Spittal
     
     
    Ja, - es ist wirklich oft komisch. Wir wollten gegenseitig vorher miteinander wie in den vergangenen Jahren trainieren, aber es kam einfach nicht dazu (ich war verletzt, hatte keine Zeit, Erich war beim Trainingslager...), und so mussten wir halt nach Zagreb fahren, damit wir heuer das erste Mal miteinander spielen konnten!
     
    Erich, die Nr. 179 der Welt (allerdings mit nur 5 gespielten Turnieren der letzten 12 Monate), sowie die Nr. 9 von Österreich hatte mich vor rund 15 Monaten nach einer Verletzungspause in den ersten Monaten bei unseren Trainingsmatches regelrecht abgezogen, - 0:6, 1:6 verlor ich damals.
     
    Als wir am ersten Spieltag uns am Court in Zagreb trafen, erzählte jeder von uns, dass er Angst hätte und schlecht geschlafen hätte...
     
    Das Match ging los und von beiden Seiten gab es ein vorsichtiges Abtasten, aber Erich verschärfte seine Gangart nicht. Obwohl wir nur 2 Sätze spielten, ging fast jedes Game über Einstand, - das Endergebnis war aber nicht dem Spielverlauf gerecht: 6:1, 6:0 für mich!
     
     
    Die große, negative Überraschung aus österr. Sicht des ersten Spieltages war, dass unser Harald Pfundner aus Paldau gegen den Kroaten Jozo Milos ausschied!
     
     
     
     
     
     
     
     
    Duschzeit
     
     
    In einer großen Kabine unter freiem Himmel gab es die Möglichkeit zu duschen, - was ich in der Sonne sehr
    lustig und originell fand!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Am zweiten Spieltag waren noch 8 Spieler im Bewerb und recht gut ländermäßig aufgeteilt:
     
                • Jozo Milos            CRO
                • Zeljko Kladaric      CRO
                • Taneli Tenhunen    FIN
                • Diego Amadori       ITA
                • Jan Hasek            CZE
                • Miroslav Brychta    CZE
                • Herwig Pellosch      AUT
                • Karl Stefan            AUT
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Viertelfinale
     
     
     
    gegen Jan Hasek (CZE), - die Vierte!
     
     
    Ich verstehe es nicht ganz, dass Jan (WR Nr. 174) mit seinem Potenzial nicht unter den Top 100 steht! Bereits zum vierten Mal spielen wir nun innerhalb von 10 Monaten gegeneinander und es wurde mit jedem Mal enger für mich!
    Das letzte Mal vor 2 Wochen in Budapest, indem ich erst im Champions-Tiebreak glücklich gewinnen konnte.
    Hätte ich ihn aber nicht so oft von den Turnieren entfernt, dann wäre er sicherlich wesentlich weiter vorne platziert!
     
    Jan kam mit seinem tschechischen Weltklasselandsmann Miroslav Brychta, - er schlief auch mit ihm im gleichen Zimmer. Auf jeden Fall hatte ich ein Konzept, wie vor jedem Spiel gemacht. Aber ich wußte auch, dass Jan durch Miro sicherlich hervorragend eingestellt worden war. Und so war es auch!!!
     
    Mit 0:3 führte Jan gleich. Es ging für mich zäh und er ließ mich aufgrund seiner Aggresivität kaum ins Spiel finden.
    Den ersten Satz musste ich im Tiebreak mit 6:7 abgeben. Mit voller Konzentration bis zum Schluss konnte ich es aber wieder drehen: 6:7, 6:4, 6:3
     
    Eine halbe Stunde spielte ich ein und das Match dauerte in der Hitze genau 182 Minuten, - danach hatte ich eine Blase aufgerissen und war saumüde, auch im Kopf! Während wir noch spielten, war am Nebenplatz bereits die zweite Partie zu Ende!
     
    Ich hoffe, dass ich heuer nicht mehr unbedingt auf Jan stoßen werde.
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Sabine harrte aus
         
     
    Trotz der langen Dauer meiner Spiele harrte Sabine mit ihrem Mops "Jessie" ständig in Platznähe aus,-  ihr wird dabei überhaupt nicht langweilig, sagt sie!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Halbfinale
     
     
     
    gegen Miroslav Brychta (CZE)
     
     
    Bereits in Budapest (2 Wochen zuvor) hatte mich Miro in der ersten Runde vom Hauptbewerb abgeschossen.
    Nach diesem Marathonspiel gegen Jan hatte ich nur 2 Stunden Erholungspause und dann musste ich mich mit Miroslav in der Hitze plagen!
     
    Das Spiel ging los und erstaunlicherweise konnte ich anfangs mit diesem Weltklassemann und Fair-Player bis zum 3:4 mithalten. Dann riß mir meine Saite von meinem 1-er Racquet, gleichzeitig zog ich mir eine zweite Blase am Handballen auf, Kniegelenksentzündungsschmerzen waren sowieso präsent und ich wurde körperlich immer erschöpfter. Letztenendes war ich froh, dass es vorüber war und das Ergebnis war auf alle Fälle in Ordnung: 3:6, 2:6
    Der bessere Spieler hat eben klar gewonnen!
     
    Der 3-fache tschechische Familienvater hat eigentlich einen idealen Wohnsitz. Es gibt 17 internationale Rollstuhltennisturniere in seinem Umkreis von max. 600 km, - da braucht er nicht einmal zu fliegen! 
     
    Miro spielte dann am Sonntag das Finale gegen den Lokalmatador Jozo Milos, und gewann 6:1 u. 6:4 - Gratulation! 
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Was war sonst noch:
     
     
     
     
     
     
     
     
    Erstrundenverlierer, aber immer gut drauf!
     
     
    waren Erich Trupp (gegen mich) und Josef Riegler aus Niederösterreich gene Jan Hasek. Sepp ist ja nach wie vor Österreichs Nachwuchshoffnung, Kaderspieler und Tennistalent! Trotz ihres Ausscheidens waren sie immer noch sehr gut drauf. Sepp wird mir auch einmal eine Trainerstunde seiner Paradeschläge a la "Mansour Bahrami" geben, hat er mir versprochen!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Nicht nur beste Optik
     
     
    boten z.B. Anela und Nikolina vom Help Desk, sie versorgten uns ständig mit ausreichend Wasser am Court und waren auch für andere Services stets zur Stelle!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Der Turniermacher
     
     
    Unser Harald aus Paldau, Bezirk Feldbach in der Steiermark arbeitete schon während der Pausen an der Homepage seines Turnieres fleißig. Ende Juli wird es soweit sein, - sein erstes Future Turnier in Feldbach, - Nennungen hat er schon sehr viele. Es wird einen 32-er Raster geben, bei dem 8 Spieler gesetzt werden. Seine frische HP ist sehr informativ und professionell. Harald ist ja auch schon lange auf der Tour und kann so all seine guten Erfahrungen einbringen!
     
    Der Link zu seiner neuen Homepage für sein "Vulkanland Open ITF-Future Rollstuhltennisturnier" vom 29. Juli bis 1. August 2010 ist: http://www.vulkanland-wheelchairtennis-open.at/htmlgerman/startframe.html 
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     Sehr erfolgreicher Kärntner
      
     
    Herwig Pellosch aus Riegersdorf/Gde. Arnoldstein schaffte es auf der unteren Seite des Rasters seiner Setzung ebenfalls gerecht zu werden und spielte sich auch ins Halbfinale gegen Mario Sosnik (CRO) und gegen Diego Amadori aus Italien.
     
    Hier ist er gerade bei der Abreise, aber er wird sich vom Job aus freistellen lassen und mir heuer noch einen guten sportlichen Konkurrenzkampf ansagen, - so motivieren wir uns gegenseitig, - auch mit Trainingsspielen werden wir  nicht sparen!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Diego aus Italien
     
     
    Diego ein Freund aus Italien reiste mit dem Flugzeug über Prag an. Zumindest ins Viertelfinale spielte er sich, womit sich der fünftbeste Italiener von Rang 217 sicherlich um einiges nach vorne arbeiten wird. Er ist bei einer großen Firma in einem Inkassobüro tätig. Wenn welche nicht zahlen wollen, dann sagt er zu ihnen: "Wenn du nicht zahlst, dann gehts dir so wie mir!" Und dann zahlen sie auch, denn vom Rolli haben sie alle Angst, - meinte er!
     
    Gegen Diego hatte ich 2009 das erste Mal in Salzburg gespielt!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Die zwei Erfolgreichsten!
     
     
    Jozo Milos und Zeljko Kladaric, die zwei erfolgreichsten Kroaten!
    Mit Jozo habe ich vor meinem ersten Match gegen Erich sehr lange und gut eingespielt. Jozo meinte auch, dass wir gute Arbeit gemacht hätten, denn er hatte ja die Turnierüberraschung geliefert, indem er den Harald danach geschlagen hat. Auch Zeljko kam ins Viertelfinale und schied so wie ich gegen Miroslav Brychta aus!
     
    Jozo schlug dann im Halbfinale meinen Landsmann Herwig in einem von Emotionen geladenen Spiel. Während ich mit Miro spielte, waren seine eigenen Anfeuerungsrufe und die der Fans vom doch etwas entfernten Centercourt sicher nicht zu überhören!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Bojan schafft alles!
     
     
    Besser kann man ein internationales ITF-Futures Turnier nicht machen, als Bojan dies demonstriert hat. Als er mir sagte, dass das überhaupt sein erstes Turnier sei, kam ich kaum aus dem Staunen heraus! Er wird auch bemüht sein, sein Turnier bereits im nächsten Jahr zu einem ITF 3 aufwerten zu lassen, wenn es auch in den heutigen Zeiten schwierig sei, alleine ein Preisgeld von USD 10.000,-- so wie es die ITF vorschreibt, aufzutreiben. Aber das schafft Bojan, so wie ich ihn kenne, sicher!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Der Glücklichste!
     
     
    Jozo Milos, er war wahrscheinlich der Glücklichste von allen Teilnehmern, er spielte sich ins Finale gegen Miro!
     
    Er hat das fast Unmögliche möglich gemacht, - als Nr. 211 marschierte er bis ins Finale! Ich kenne seine Qualitäten und konnte 2009 im Consolation-Halbfinale in Karlovac gegen ihn in einem hochklassigen Spiel nur gewinnen, da ich mental sehr gut drauf war (http://karl-rollitennis.blogspot.com/2009/01/karlovac-open-2009.html)!
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    Ein neuerliches Allzeithoch!
     
     
    Mit diesem zweiten Halbfinaleinzug in Serie in einem Future Turnier konnte ich ein neuerliches Allzeithoch in der Weltrangliste von Rang 71 auf Platz Nr. 63 erreichen.
     
    Das ist auch gut so, denn einen kleinen Polster kann ich gut gebrauchen, da ich im August große Erfolge von den Austrian und Salzburg Open und damit viele Vorjahrespunkte zu verteidigen habe, was mir kaum gelingen wird!
     
     
     
     
     
     
     
     
    Resumee:
     
    29 Weltranglistenpunkte für das Halbfinale, ein super Wetter, das professionellst organisierte Future-Turnier, tadelloses Essen, ein tolles Hotel und ein neuerliches Allzeithoch, - jetzt gibts keine Steigerung mehr!!!
     
     
     
    Raster                                 Einzel Main-Draw:  
          
    Preisgeld:                       USD 140,--         

    Min.-Kosten:                   € 525,--

    Weltranglistenpunkte:
         29                 (Vorrückung von Pos. 71 auf 63)