Nazis in der BRD 02

In vielen Betrieben bestand die Mehrheit der Belegschaft aus Zwangsarbeitern. So betrug der

Anteil der ausländischen Arbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangenen in den

Mitteldeutschen Stahlwerken (Flick-Konzern) 52 Prozent der gesamten Belegschaft. Bei der

AEG Hennigsdorf waren es sogar 61 Prozent. Das Krupp-„Familienunternehmen" beutete in

seinen Betrieben insgesamt 97952 ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-

Häftlinge aus. Unter Bruch des Artikels 13 der Genfer Konvention wurden viele

Kriegsgefangene zur Sklavenarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt.

 

In allen Großbetrieben glichen sich die mörderischen Ausbeutungsmethoden sowie die

Lebensbedingungen der Deportierten und Kriegsgefangenen. In seiner eidesstattlichen

Erklärung vor dem Nürnberger Tribunal schilderte Dr. W. Jäger die Lage der französischen

Kriegsgefangenen in den Betrieben des Kriegsverbrechers Krupp:

 

„Das französische Kriegsgefangenenlager in der Nöggerathstraße war durch einen

Luftangriff zerstört worden, und die Insassen wurden für fast ein halbes Jahr in Hundehütten,

Pissoiren und alten Backöfen untergebracht. Die Hundehütten waren l m hoch, 3 m lang und

2 m breit. Fünf Mann schliefen in einer jeden Hütte. Die Gefangenen mussten auf allen Vieren

in diese Hundehütten hineinkriechen. In diesem Lager gab es keine Tische, Stühle oder

Schränke. Es waren auch nicht genügend Decken vorhanden. Im ganzen Lager gab es kein

Wasser. Die ärztlichen Untersuchungen, die stattfanden, mussten im Freien vorgenommen

werden." (IMT, Bd. III, S. 497)

 

Von den ausländischen Zwangsarbeitern gehörten die sowjetischen und polnischen Menschen

zu den Ausländergruppen, die der größten Diskriminierung ausgesetzt waren. Sie wurden so

wie alle jüdischen Menschen gezwungen, ein diskriminierendes Kennzeichen zu tragen. Die

Auffassung der Rüstungsindustriellen, dass die slawischen Völker nur „minderwertige

Rassen" darstellen und diese Menschen noch weit mehr ausgebeutet werden können als die

aus den westlichen europäischen Ländern verschleppten Zwangsarbeiter, spiegelt sich

besonders in einer von den IG-Farben erlassenen Weisung wider:

 

„ Russische Frauen können ohne weiteres an Männerarbeit gestellt werden, wie überhaupt

irgendwelche Rücksichten auf Schutzbestimmungen der Arbeitszeit oder Gewerbeordnung

unangebracht sind. " (Archiv des VEB Filmfabrik Wolfen, Bestand: IG-Farben)

 

Nach der Niederlage der Hitlertruppen im Dezember 1941 vor Moskau wurde der Schrei der

Konzernherren nach Arbeitskräften immer lauter. Die deutschen Imperialisten machten sich

jetzt Gedanken, wie sie die Arbeitskraft der sowjetischen Menschen, insbesondere der

Kriegsgefangenen, besser ausnutzen könnten.

 

In einem Aktenvermerk des Ministerialdirektors des Reichsarbeitsministeriums, Dr.

Mansfeld, vom 20. Februar 1942 heißt es:

 

„Die gegenwärtigen Schwierigkeiten im Arbeitseinsatz wären nicht entstanden, wenn man

sich rechtzeitig zu einem großzügigen Einsatz russischer Kriegsgefangener entschlossen

hätte. Es standen 3, 9 Millionen Russen zur Verfügung. Davon sind nur noch 1, 1 Millionen

übrig. " (Beweisdokumente für die Spruchgerichte in der Britischen Zone, 15. Mai 1946, Dok.

Nr. 84)

 

Über die Auswirkungen der grausamen Ausbeutung sowjetischer Menschen in den Krupp-

Werken sagte Dr. W. Jäger in Nürnberg unter Eid aus:

 

„ Der Versorgungsplan schrieb eine kleine Menge Fleisch pro Woche vor. Dafür durfte nur

Freibankfleisch verwendet werden, welches entweder pferdetuberkulöses oder vom Tierarzt

verworfenes Fleisch war... Flecktyphus war auch unter diesen Arbeitern verbreitet. Läuse,

 

21

 

die Träger dieser Krankheit, zusammen mit unzähligen Flöhen, Wanzen und anderem

Ungeziefer plagten die Insassen dieser Lager. Als Ergebnis der schmutzigen Zustände in

diesen Lagern hatten fast alle Ostarbeiter Hautkrankheiten. Die mangelnde Ernährung

verursachte Fälle von Hunger-Ödem, Nephritis und Shighekruse. " (IMT, Bd. III, S. 495)

 

Mit welchen bestialischen Methoden ausländische Zwangsarbeiter von Rüstungsindustriellen

zu Tode geschunden wurden, kam auch in den von ihnen angewandten Strafsystemen zum

Ausdruck. Das vom Graetz-Konzern während des zweiten Weltkrieges entwickelte und

praktizierte betriebseigene Strafsystem ermöglichte dem Konzern die Ausplünderung der

Zwangsarbeiter und Juden bis zur völligen physischen Erschöpfung. Folgende Strafen

wendete dieser Konzern, dessen „Betriebsführer" Erich Graetz von Hitler zum

„Wehrwirtschaftsführer" ernannt worden war und in dessen Aufsichtsrat die Deutsche Bank

vertreten war, an:

 

„ Ordnungsübung nach der Arbeitszeit, Zuteilung zum Straftrupp nach der Arbeitszeit,

Entziehung der Mittagsverpflegung bis zu 3 Tagen, Dunkelhaft bei Wasser und Brot ohne

Schlafgelegenheit, Verbot von ärztlicher Betreuung. " (Archiv des VEB Werk für Signal- und

Sicherungstechnik, Berlin-Treptow, Bestand: Graetz-Konzern)

 

Oftmals griffen die Rüstungsindustriellen zur Prügelstrafe, um die ausländischen

Zwangsarbeiter einzuschüchtern. Außerdem waren diese Arbeiter der „ ... ständigen Aufsicht

der Gestapo und der SS unterworfen, und wenn sie versuchten, ihre Arbeitsstellen zu

verlassen, wurden sie in Erziehungs- oder Konzentrationslager überführt". (IMT, Bd. 1, S.

276)

 

Der Hescho-Konzern in Hermsdorf/Thür., dessen Belegschaft zu 53 Prozent aus

ausländischen Zwangsarbeitern bestand, übergab ständig deutsche und ausländische Arbeiter

der Gestapo, um die „Betriebsruhe" zu wahren und jeden Willen zum Widerstand zu brechen.

Die Rüstungsindustriellen fürchteten die Solidarität der deutschen mit den ausländischen

Arbeitern. In Betriebsbekanntmachungen drohten sie deutschen Arbeitern mit Schwerststrafen

und in vielen Fällen sogar mit der Todesstrafe. ( Siehe Tafel 7 . Archiv des VEB Galvanik

Leipzig, Bestand: Langbein Pfanhauser Werke AG und Archiv des VEB Keramische Werke

Hermsdorf, Bestand: Hescho-Konzern)

 

Die Großindustriellen schreckten nicht davor zurück, auch Kinder nach Hitlerdeutschland zu

deportieren, um sie der Rüstungsproduktion nutzbar zu machen. Weil das faschistische

Regime für polnische und russische Kinder einen Kinderschutz ausschloss, wurde die

Kinderarbeit zum lukrativsten Geschäft überhaupt. Viele Konzerne forderten Kinder an und

führten sie unter Angabe ihrer Tätigkeitsbereiche in den Personalakten. So befanden sich z. B.

beim Hescho-Konzern, der aufs engste mit der Deutschen Bank liiert war, Kinder im Alter

von acht Jahren. Für sie wurde ein Stundenlohn von 1 1 Pfennig festgelegt. ( Siehe Tafel 8 .

Archiv des VEB Keramische Werke Hermsdorf, Bestand: Hescho-Konzern) Der Reingewinn

des Hescho-Konzerns erhöhte sich auf diese Weise von 774 000 RM im Jahre 1938 auf 10,4

Millionen RM im Jahre 1942.

 

Viele Kinder, die mit ihren Müttern oder auch getrennt von ihren Eltern nach Deutschland

deportiert waren, wurden Opfer der deutschen Konzernherren. Sie starben an den Folgen

unmenschlicher Ausbeutung und Misshandlung.

 

„SEGENSREICHE FREUNDSCHAFT" MIT DER SS

 

22

 

Ein besonders enges Verhältnis hatten die deutschen Rüstungsindustriellen zur SS, die vom

alliierten Militärgerichtshof in Nürnberg zur „verbrecherischen Organisation" erklärt wurde.

Der „Freundeskreis des Reichsführers SS", der auf ihre Initiative geschaffen wurde, vereinte

unter anderem Vertreter folgender Konzerne:

• Siemens- Schuckert- Werke AG,

• IG-Farben-Industrie AG,

• Mitteldeutsche Stahlwerke (Flick-Konzern),

• Wintershall AG,

• Vereinigte Stahlwerke AG,

• Portland-Zement AG,

• Braunkohle-Benzin AG, Berlin,

• Robert-Bosch-Konzern, Stuttgart,

• Rheinmetall Borsig,

• Ilseder Hütte,

• Deutsch-amerikanische Petroleum-Gesellschaft,

• Hamburg-Amerika-Linie,

• Norddeutscher Lloyd, Bremen,

• Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft, Dessau,

• Deutsche Bank,

• Dresdner Bank,

• Commerz- und Privatbank AG, Berlin,

• Bankhaus Stein.

 

Die im „Freundeskreis" zusammengeschlossenen Konzerne und Banken überwiesen „für

besondere Aufgabengebiete" jährlich über eine Million RM an die SS. Sie unterstützten diese

Verbrecherorganisation beim Aufbau ihrer Vernichtungslager und bei der Ausrottung der

politisch und rassisch Verfolgten.

 

Über den „Freundeskreis", der monatlich unter Leitung Himmlers zu „zwanglosen

Unterhaltungen" zusammentraf, sicherten sich die Bank- und Konzernherren die Kontrolle

und den Einblick in die geheimsten Sphären der Hitlerdiktatur. Die Zusammenarbeit zwischen

den Rüstungsmonopolen und der SS charakterisierte der frühere SS-General Karl Wolff in

seiner eidesstattlichen Erklärung:

 

„Das Verhältnis zwischen Himmler und den Mitgliedern des Freundeskreises, solange ich an

den Zusammenkünften des Freundeskreises teilgenommen, war so ein gutes, und Himmler

nahm die Herren öfters auf Führung mit, um sie mit der Arbeit und den Problemen der SS

vertraut zu machen und ihnen zu zeigen, wofür ihre Geldspenden verwendet werden. Ich

glaube, es war 1937, als Himmler die Mitglieder des Freundeskreises zu einer Besichtigung

seiner Porzellanfabrik Allach und des Konzentrationslagers in Dachau einlud." (NG, IG-

Farben-Prozess, Dokumentenbuch der Anklage, Nr. 91, S. 23 f.)

 

Die Konzernherren konnten nicht oft genug hervorheben, dass sich ihre „Freundschaft mit der

SS sehr segensreich auswirkt" (IG-Farben- Vorstandsmitglied Otto Ambros in einem Brief),

und dabei lobend erwähnen, dass die Wünsche der Monopole von der SS voll befriedigt

wurden.

Großbetriebe gingen dazu über, Gestapo-Gefängnisse zur eigenen Verwendung einzurichten.

In einem Schreiben der AEG, Apparatewerke Treptow, vom 14. September 1944 heißt es

unter anderem:

 

23

 

„Mit Einverständnis des Herrn Kommissar Refeldt haben wir zur Entlastung der Geheimen

Staatspolizei im Lager Johannisthal zwei Zimmer eingerichtet, eins für Männer, eins für

Frauen, die wir zu erzieherischen Zwecken unserer ausländischen Arbeitskräfte benötigen"

(Archiv des VEB Elektroapparate- Werke, Berlin Treptow, Bestand: AEG-Konzern)

 

Die großen Konzerne errichteten in den Jahren des Krieges sogar betriebseigene

„Arbeitserziehungslager", die den Konzentrationslagern ähnlich waren. Auf der

Direktionssitzung des IG-Farben-Konzerns in Ludwigshafen am 5. Juni 1943 wurde zur

Einrichtung betriebseigener „Arbeitserziehungslager" mitgeteilt:

 

„Im Einvernehmen mit der Gestapo wurde im Laufe dieser Woche ein

 

Arbeitserziehungslager, vorläufig für Gefolgschaftsmitglieder ausländischer Nationalitäten, in

Betrieb genommen, von dem wir uns nach den Erfahrungen aus anderen Werken ein

wirksames Abstellen von Verstößen gegen die Arbeitsordnung versprechen." (Archiv des

VEB Filmfabrik Wolfen, Bestand: IG-Farben)

 

Den Rüstungsmonopolen genügte selbst der Terror der Gestapo gegenüber den

Zwangsarbeitern nicht. So beschwerte sich das IG-Farben- Werk Auschwitz (!) über das zu

„schlappe" Auftreten der Gestapo und forderte schärferes Durchgreifen.

 

VERNICHTUNG DURCH ARBEIT

 

Eine Aktennotiz des IG-Farben-Konzerns über eine Besprechung der Gestapo mit Direktoren

Berliner Konzernbetriebe am 9. Februar 1942 beweist, dass die Monopolherren schon einige

Tage nach der berüchtigten Wannsee-Konferenz eingehend über die bevorstehenden

Maßnahmen der Gestapo unterrichtet wurden. (Auf der Tagung am 20. Januar 1942 in Berlin-

Wannsee beschlossen führende Faschisten - unter ihnen der 1962 in Jerusalem hingerichtete

Massenmörder Eichmann und der in Nürnberg abgeurteilte Globke -Vorgesetzte,

Staatssekretär Stuckart - die so genannte Endlösung der Judenfrage, d. h. die Ermordung von

11 Millionen Juden.)

 

In Treblinka, Belzec und Auschwitz begann die systematische Ausrottung von Kindern,

Frauen und Greisen. Die mächtigsten Monopole stiegen sofort in dieses verbrecherische

Geschäft ein. Sie erdachten und praktizierten die Methode „Vernichtung durch Arbeit". In

unmittelbarer Nähe der Vernichtungslager errichteten sie riesige Werke. Hier wurden die

Juden ohne Entlohnung, bei schlechtester Verpflegung und völlig unzureichenden sanitären

Einrichtungen zur Arbeit getrieben.

 

Der KZ-Kommandant von Auschwitz, Rudolf Höß, nannte in seiner eidesstattlichen

Erklärung (NG, IG-Farben-Prozess, NI 034) unter anderem folgende Monopole, die in

umfangreichem Maße KZ-Häftlinge auf das unmenschlichste ausbeuteten: IG-Farben,

Siemens & Halske, Krupp, Daimler-Benz und Henschel.

 

Eine besonders schändliche Rolle bei der Ausplünderung der jüdischen Häftlinge spielten die

IG-Farben. Für den Ausbau des KZ Auschwitz zum größten Massenvernichtungslager gaben

sie der SS Geld und Baumaterialien. Die Konzernherren wollten massenhaft KZ-Häftlinge in

Auschwitz unterbringen, um die durch Arbeit Vernichteten ständig ersetzen zu können.

In der Regel wurden die arbeitsfähigen Häftlinge von den IG-Farben in drei bis sechs

Monaten zugrunde gerichtet. Anschließend wurden die Opfer, auf Veranlassung der

 

24

 

Monopolherren, als ungeeignete Arbeitskräfte zur Vernichtung in die Gaskammern der SS

abgeschoben.

Die deutschen Monopole, und hier in besonderem Maße wieder die IG-Farben, verdienten

aber auch an den Sterbenden: Sie wurden mit dem in den Laboratorien der IG-Farben

entwickelten Giftgas „Zyklon B" ermordet.

Den Monopolen der pharmazeutischen Industrie bot die „Endlösung" noch weitere

gewinnbringende Möglichkeiten. Um kostenintensive und langwierige pharmakologische

Untersuchungen zu vermeiden, wurden mit wenig oder nicht erprobten Medikamenten

Experimente an Häftlingen vorgenommen. Zu diesem Zweck versandten die IG-Farben

massenweise „Medikamente" an die KZ-Ärzte. Die Versuche führten zum qualvollen Tod

vieler Häftlinge.

 

KRIEGSPROFITE-MILLIONENPROFITE

 

Das Aufrüstungsprogramm der Hitlerregierung und der imperialistische Raubkrieg brachten

den großen Konzernen in den Jahren 1933 bis 1945 riesige Profite. So heißt es z. B. im

Vorstandsbericht des Konzernbetriebes Elbtalwerk (EAG), Heidenau, und seiner Zweigwerke

vom 30. Dezember 1943 (Tochtergesellschaft des Mansfeld-Konzerns):

„ Zunächst die Umsätze, rückschauend auch auf die vorausgegangene Zeit seit Beginn des

Krieges:

Gesamtumsatz 1939

5246000 RM

Gesamtbelegschaft

648

Gesamtumsatz 1940

6463000 RM

Gesamtbelegschaft

747

Gesamtumsatz 1941

8382000 RM

Gesamtbelegschaft

1000

Gesamtumsatz 1942

13414000 RM

Gesamtbelegschaft

1434

Gesamtumsatz 1943

27000000 RM

Gesamtbelegschaft

2581

 

Bei einem Durchschnittsumsatz von 3 Millionen pro Monat, den wir unbedingt zu halten

hoffen, werden wir bei dem gegenwärtigen Auftragsbestand etwa 2 bis 2Vi Jahr voll zu tun

haben " (Archiv des VEB Elbtalwerk, Heidenau, Bestand: Elektrizitäts-AG)

 

Die IG-Farben wiesen von 1932 bis 1943 folgende Gewinnentwicklung in Millionen RM aus:

 

1932 1937 1939 1943

   48 231 363 822

(Nach Berechnungen des Komitees zum Studium der gesellschaftlichen Verhältnisse und

ihrer Veränderungen in Westdeutschland.)

Jahresumsatz der IG-Farben in Millionen RM:

1933 1938 1939 1943

 

25

 

894,3 1645,4 1988,0 3115,6

 

Das Aktienkapital der IG-Farben wurde von 720 Millionen RM im Jahre 1938 auf 1400

Millionen RM bis zum Jahre 1942 erhöht. Die in Bilanzen ausgewiesenen Reserven stiegen

von 292,3 Millionen auf 440,2 Millionen RM.

 

Der Siemens-Konzern hielt, ebenso wie die meisten anderen Großunternehmen, in den

Kriegsjahren seine Umsätze geheim; allein von 1933 bis 1938 stiegen sie durch seine

Beteiligung an der Aufrüstung von 329 Millionen auf 964 Millionen RM. Die ausgewiesenen

Reserven erhöhten sich von 204,7 Millionen RM Ende 1938 auf 280,3 Millionen RM Ende

1942. Das Aktienkapital vergrößerte sich in dieser Zeit sogar von 227,1 Millionen auf 640

Millionen RM.

 

Die Aufrüstung Hitlerdeutschlands sicherte auch dem Krupp-Konzern riesige Profite. Nach

den Angaben des USA-Hauptanklägers im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess,

Jackson, stiegen in den Jahren 1935 bis 1941 die offiziell ausgewiesenen, in Wirklichkeit aber

wesentlich höheren Gewinne nach Abzug der Steuern, Geschenke und Reserven auf fast das

Doppelte an, und zwar von 57 Millionen auf 111 Millionen RM.

 

Beim Mannesmann-Konzern wuchsen die Umsätze von 88,7 Millionen RM im Jahre 1933 auf

466 Millionen RM im Jahre 1943. Die aus den veröffentlichten Bilanzen nach Vornahme aller

Sonderabschreibungen zu errechnenden Reingewinne erhöhten sich in den gleichen Jahren

von 1 1,3 Millionen auf 83,6 Millionen RM.

 

Die Bilanzsumme des AEG-Konzerns stieg in den Jahren des Krieges von 598 Millionen auf

1,2 Milliarden RM.

 

Ähnlich sah es auch bei den anderen Konzernen aus.

 

DAS URTEIL DER VÖLKER

 

Das Unheil, das vom Hitlerregime der Rüstungsmonopole und Großbanken über Deutschland

und die anderen Länder gebracht wurde, ist unermesslich. Es war ein Glück für die

Menschheit, ein Glück besonders für das deutsche Volk, dass die Armeen der

Antihitlerkoalition - vor allem die Truppen der Sowjetarmee - Deutschland von der

faschistischen Schreckensherrschaft befreiten. Einmütig forderten die Völker, alle Schuldigen

an den Verbrechen gegen den Frieden und gegen die Menschlichkeit gerecht zu bestrafen.

Diese entschlossene Forderung zwang auch die westlichen Alliierten, die Anklage auf einen

Teil der Rüstungsgewaltigen auszudehnen. Auf sie traf das Urteil des Internationalen

Militärgerichtshofes in erster Linie zu:

„Die Diktatur, hinter der sich diese Menschen zu verschanzen suchten, war ihre eigene

Schöpfung. Von dem Wunsche getrieben, sich selbst eine Machtstellung zu schaffen, haben

sie das System aufgebaut, von dem sie ihre Befehle empfingen. Der Fortbestand dieses

Systems hängt von ihrer dauernden Unterstützung ab." (IMT, Bd. XIX, S. 515)

Auch das Potsdamer Abkommen enthielt die Forderung, die Machtkonzentration des

deutschen Monopolkapitals zu beseitigen. Es wurde festgelegt:

 

26

 

„In praktisch kürzester Frist ist das deutsche Wirtschaftsleben zu dezentralisieren mit dem

Ziel der Vernichtung der bestehenden Konzentration der Wirtschaft, dargestellt insbesondere

durch Kartelle, Syndikate, Truste und Monopolvereinigungen. " (Das Potsdamer Abkommen

und andere Dokumente, Kongress-Verlag, Berlin 1950, S. 18)

 

Das Urteil der Völker war eindeutig und klar:

Die Monopolgewaltigen, die die Politik des Hitlerregimes maßgeblich bestimmten und

hauptverantwortlich für die Kriegs- und Naziverbrechen sind, müssen entmachtet und bestraft

werden. Das ist die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung Deutschlands zu einem

einheitlichen, friedlichen und demokratischen Staat, die wichtigste Voraussetzung dafür, dass

von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgeht.

 

Sie bestimmen im Bonner Staat

Über 20 Jahre sind seitdem vergangen. Was geschah mit den Auftraggebern und Nutznießern

des Hitlerregimes? Wurden sie entmachtet und bestraft? Und wurde in ganz Deutschland, im

Herzen Europas, mit dem Streben nach Eroberung anderer Länder, nach Herrschaft über

andere Völker, mit Völkerhass und Aggression für alle Zeiten Schluss gemacht?

 

„ Wir haben in der Deutschen Demokratischen Republik, also dort, wo die Werktätigen das

Heft in der Hand haben, die Grundsätze der Anti-Hitler-Koalition für die Gestaltung der

deutschen Nachkriegsverhältnisse konsequent entwickelt. Wir haben in jeder Beziehung die

Lehren des zweiten Weltkrieges beherzigt. Der preußisch-deutsche Militarismus, Geißel der

Deutschen und Geißel anderer Völker, wurde mit der Wurzel gerodet. Jedem Drang nach

Eroberungen, jedem Streben nach Raub und Beute, nach dem Territorium anderer Völker

wurde der Boden entzogen.

 

Bei uns gilt der Revanchismus als Verbrechen, das gerichtlich geahndet wird. Kriegs- und

Naziverbrecher wurden entmachtet und bestraft. Bei uns gibt es keine Fabrik, kein Werk, kein

Büro, kein Stück Boden, die den Interessen von Kriegs- und Rüstungsgewinnlern dienen. Wer

bei uns gegen andere Völker hetzt, wer zum Krieg auffordert, wird als Feind des Volkes

angesehen.

 

Die Grundforderungen der deutschen Arbeiterbewegung, die menschlichsten Ideen aller

großen deutschen Humanisten: Frieden, sozialer und kultureller Fortschritt, internationale

Zusammenarbeit und Völkerverständigung sind die Grundlage der Staatsdoktrin der

Deutschen Demokratischen Republik. " (Aus dem von der Volkskammer der DDR am 5. Mai

1965 einmütig gebilligten „Manifest an das deutsche Volk und an die Völker und

Regierungen der Welt", Neues Deutschland, Berlin, 6. Mai 1965)

 

94 MÄNNER BEHERRSCHEN DIE WIRTSCHAFT

 

In Westdeutschland wurde das Urteil der Völker, die Monopolgewaltigen zu entmachten,

nicht vollstreckt. Die Festlegungen des Potsdamer Abkommens wurden unter der

 

27

 

Schutzherrschaft vor allem der amerikanischen Besatzungsmacht gebrochen. Die

Monopolgesellschaften - die Konzerne, Kartelle, Trusts -blieben erhalten.

 

Nach der separaten Währungsreform in Westdeutschland 1948 waren die meisten Konzerne in

der Lage, die durch die Kriegsgewinne enorm erhöhten Reichsmark- Aktien zu günstigen

Bedingungen in neue DM-Aktien umzutauschen. So erhielten, um nur ein Beispiel zu nennen,

die Aktionäre der Vereinigten Stahlwerke, insbesondere die Familie Thyssen, für eine alte

Aktie im Nominalwert von 1000 RM neue Aktien im Nominalwert von mehr als 3000 DM.

Wenn man noch die Reserven mit einrechnet, erhöhte sich das Gesamtkapital dieses Konzerns

von 731,5 Millionen RM im Jahre 1938 auf nun 3655,3 Millionen DM; bei der

„Ausgründung" seiner 18 Nachfolgeunternehmen im Bonner Staat ist es durch seine

Kriegsprofite nahezu verfünffacht worden.

 

Die IG-Farben konnten ebenfalls ihre Kriegsgewinne voll und ganz realisieren. Die Badische

Anilin- und Sodafabrik AG, Ludwigshafen (BASF), - eine der drei Nachfolgegesellschaften

der IG-Farben - zahlte für das Wirtschaftsjahr 1963 eine Dividende von 18 Prozent und wies

in der Bilanz einen Gewinn von 144 Millionen DM aus.

 

Die Farbwerke Hoechst AG zahlten 139 Millionen und die Farbenfabriken Bayer AG 150

Millionen DM an ihre Aktionäre.

 

Die aus den Bilanzen zu errechnende Mindestsumme der wirklichen Reingewinne betrug nach

den Angaben des Deutschen Wirtschaftsinstituts allein bei den drei großen

Stammgesellschaften der IG-Farben im Jahre 1963 1782 Millionen DM. Somit stecken die

gleichen Konzernherren, die unter Hitler Milliarden Profite zusammenrafften, auch heute

Milliarden in die Taschen.

 

Der Einfluss und die Macht dieser Konzernherren haben einen Grad erreicht, den die

westdeutsche regierungstreue bürgerliche Wochenzeitung „Christ und Welt" als „Die totale

Macht der hundert Männer" charakterisiert, die voll des sozialen Sprengstoffs ist:

 

„Zusammengerechnet sind es 94 Männer, die in der kombinierten Funktion als Vorstände und

Aufsichtsräte den Kern der westdeutschen Wirtschaft beherrschen. Sie sind als Kollektiv nur

sich selbst verantwortlich.." (Christ und Welt, Stuttgart, 4. September 1964)

 

Fragt man, wer diese Männer sind und wie sie heißen, so erhält man eine erschreckende

Antwort: Es sind zum überwiegenden Teil die gleichen Personen wie vor 1945, ja, es sind

jene Kriegsverbrecher, die nach dem Urteil der Völker entmachtet und bestraft werden

sollten.

 

Nur einige der Rüstungsindustriellen wurden vom amerikanischen Militärgericht zu geringen

Strafen verurteilt, die sie dank der Fürsprache der Bonner Regierung nicht einmal abzusitzen

brauchten. Heute gehören die Hauptverantwortlichen für die Kriegs- und Naziverbrechen, die

IG-Farben-Direktoren, Flick, Krupp und andere Rüstungsindustrielle, zu den mächtigsten

Männern Westdeutschlands. Über die von ihnen dirigierten Unternehmerverbände bestimmen

sie maßgeblich die revanchistische und aggressive Innen- und Außenpolitik des Bonner

Staates. Ohne ihre Zustimmung erfolgt keine wesentliche Entscheidung der westdeutschen

Regierung.

 

Im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Nachfolge-Organisation des

faschistischen „Reichsverbandes der Deutschen Industrie", sind 38 Spitzenverbände vereinigt.

 

28

 

Zu ihnen gehören rund 400 Fachverbände. Präsident des BDI ist Fritz Berg, ein mittlerer

Unternehmer Westfalens, der 1949 seinen Namen hergeben musste, um die damals bereits

perfekte Restaurierung der Herrschaft der Rüstungsmonopole zu verschleiern. Zu den

Vizepräsidenten zählen Wilhelm Alexander Menne, Vorstandsmitglied der Farbwerke

Hoechst AG (IG-Farben), Otto A. Friedrich, Geschäftsführer der Friedrich-Flick KG,

Düsseldorf, und Aufsichtsrat der Benzin-Petroleum GmbH, sowie Hans-Günther Sohl,

Vorstandsvorsitzender der August-Thyssen-Hütte AG und Aufsichtsrat der Deutschen Bank.

 

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) vereinigt 55

„sozialpolitische" Fachspitzen- und Landesverbände. Ihnen gehören mehr als 850

Arbeitgeberverbände der Industrie, des Handels, der Banken und Versicherungen, des

Verkehrs und anderer Branchen an.

 

Von 1953 bis 1964 fungierte hier Hitlers Wehrwirtschafts führer H. C. Paulssen als Präsident -

ein ehemaliger Prominenter der faschistischen Rüstungsindustrie, Vertreter der Deutschen

Bank und Generaldirektor der Aluminiumindustrie Singen AG. Sein Nachfolger wurde der

IG-Farben-Beauftragte, Atomminister a. D. und Strauß-Intimus Siegfried Balke. Allein von

den 22 Präsidiumsmitgliedern des Verbandes vertreten 14 die nach dem zweiten Weltkrieg als

Kriegsverbrecher-Konzerne bezeichneten Rüstungsmonopole.

 

Die Ziele der Verbände sind dementsprechend die gleichen wie die vor 50 Jahren. Die

Rüstungswirtschaft, mit anderen Worten die Kriegsvorbereitung, wurde von ihnen bereits

1955 offiziell organisiert. Im BDI-Geschäftsbericht 1955/56, Seite 178, heißt es:

 

„In der Überzeugung, dass es erforderlich und zweckmäßig ist, den Träger des

Rüstungspotentials so früh wie möglich in alle verteidigungswirtschaftlichen Angelegenheiten

einzuschalten und den Sachverstand der Industrie nicht ungenutzt zu lassen, hat er seine

verteidigungswirtschaftlichen Organe den maßgeblichen Stellen zur Verfügung gestellt und

diesen damit wertvolle Unterlagen für ihre Entscheidungen geliefert."

 

WIEDER IM RÜSTUNGSGESCHÄFT

 

Die Untersuchungen des Deutschen Wirtschaftsinstituts Berlin (DWI -Berichte Nr. 9/1963 und

Nr. 2/1964) ergaben, dass Ende 1964 bereits 109 westdeutsche Unternehmen an der

unmittelbaren Rüstungsproduktion beteiligt waren. Zu diesen Unternehmen gehört der mit der

IG-Farben-Gruppe liierte Rheinstahl-Konzern, der heute am stärksten in der Rüstung

engagierte Stahlkonzern Westdeutschlands.

 

Die Produktion von chemischen Kampfstoffen, Sprengstoffen und Spezialtreibstoffen

(Düsen- und Raketentreibstoffen) ist die Domäne der Nachfolger des IG-Farben-

Kriegsverbrecher-Konzerns (BASF, Bayer und Höchst), des Flick-Konzerns (Dynamit Nobel

AG) und des Krupp-Konzerns (Wasag-Chemie AG und Nitrochemie GmbH).

 

In der Forschung und Produktion auf dem Gebiet der chemischen Kampfstoffe arbeitet die

IG-Farben-Nachfolgegesellschaft Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen, eng mit

amerikanischen Firmen und militärischen Stellen zusammen. Nach den internationalen

Abmachungen, insbesondere der Genfer Konvention über Kampfstoffe, ist es

Westdeutschland untersagt, chemische Kampfstoffe zu produzieren. Die Bayer AG entzieht

sich den Verpflichtungen des Völkerrechts, indem sie den Hauptteil ihrer Arbeiten auf diesem

Gebiet direkt in den USA durchführt, da die USA die Genfer Konvention über Kampfgase

nicht ratifiziert haben. Zu diesem Zweck gründete die Bayer AG 1951 eine amerikanische

 

29

 

Tochtergesellschaft, die Chemagro Corporation in Kansas City im Staate Missouri. Diese

Gesellschaft verfügt über die umfangreichen, in zwei Weltkriegen gewonnenen Erfahrungen

ihres Stammhauses und liefert gegenwärtig Kampfgase an die US-Armee.

 

Die Chemagro Corporation, bei der neben den amerikanischen auch westdeutsche

Spezialisten tätig sind, arbeitet eng mit dem US Army Chemical Corps zusammen und

beeinflusst die chemische Strategie der amerikanischen Armee unmittelbar. Auf diesem Weg

leistet die westdeutsche Bayer AG einen direkten Beitrag zum chemischen Krieg der USA

gegen das vietnamesische Volk. Außer den finanziellen Vorteilen, die die Bayer AG aus dem

Verkauf von Patenten und Lizenzen an die USA erzielt, bringt ihr die praktische Anwendung

der Kampfgase Nutzen für die Erprobung ihrer theoretischen Entdeckungen.

 

Unter der Leitung der Spezialisten Dr. Schräder und Dr. Wirth führt die Bayer AG auch in

Westdeutschland Forschungen, Versuche und Entwicklungen chemischer Waffen unter dem

Aushängeschild des Pflanzenschutzes und der Insektenbekämpfung durch. In den Labors der

Bayer AG in Wuppertal-Elberfeld und des Biologischen Instituts in Leverkusen werden zur

Zeit unter strenger Geheimhaltung Phosphorverbindungen erprobt, die eine hohe Giftwirkung

auf das Nervensystem warmblütiger Wesen ausüben. Gegenwärtig sind die Fabriken für

Insekten- und Unkrautbekämpfungsmittel der Bayer AG bereits in der Lage, chemische

Kampfstoffe herzustellen, die - an ihrer Wirkung gemessen - das berüchtigte Zyklon B

vielfach übertreffen. Die Umstellung auf die Giftgasproduktion erfordert im Höchstfall einen

Tag. (Siehe auch France Nouvelle, Paris, 30. Juni 1965)

 

Zum Bereich des Flick-Konzerns gehörten nach dem Stand vom 31. Dezember 1962 15

Aktiengesellschaften, 89 Gesellschaften mit beschränkter Haftung und sechs Gesellschaften

anderer Rechtsformen, die zusammen ein Kapital von 993,3 Millionen DM repräsentieren und

etwa 7500 Millionen DM Jahresumsatz erzielen.

 

Neun der bedeutendsten Unternehmen des Flick-Konzerns widmen sich fast ausschließlich

der Rüstungsproduktion. Dieser Konzern liefert unter anderem Kraftfahrzeuge, Dieselmotore

und Panzermotore, Panzer, Infanteriewaffen, Munition, Sprengstoffe und Raketentreibsätze

an die Bundeswehr.

 

Der Flick-Konzern besitzt staatliche Konzessionen für die wichtigsten Uranerzvorkommen in

Westdeutschland, deren Abbau für Kriegszwecke immer mehr beschleunigt wird. Diese

Vorkommen gelten unter anderem als Rohstoffbasis für die geplante eigene Atomrüstung des

westdeutschen Staates.

 

Mit der Gründung der KRT Kernreaktorteile GmbH, Großwelzheim, durch den AEG-

Rüstungskonzern in Frankfurt a. M. und der General Electric, einem der größten USA-

Atomrüstungsunternehmen, im Juni 1965 wurde die rüstungswirtschaftliche Zusammenarbeit

zwischen den USA und dem Bonner Staat außerordentlich vertieft. Der AEG-

Kriegsverbrecherkonzern, der bereits auf dem Gebiet der Plutonium-Gewinnung - dem

Grundstoff zur Herstellung atomarer Waffen - mit der General Electric zusammenarbeitet, ist

mit 55 Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt.

 

Nach dem Stand vom 31. Dezember 1962 gehören zum Krupp-Konzern 24

Aktiengesellschaften, 72 Gesellschaften mit beschränkter Haftung und sieben Gesellschaften

anderer Rechtsformen, die ein Kapital von 632,8 Millionen DM repräsentieren. Ihr

Jahresumsatz beläuft sich auf etwa 5900 Millionen DM.

 

30

 

Vier bedeutende Unternehmen des Konzerns sind direkt in der Rüstungsproduktion engagiert.

Der Konzern liefert unter anderem Spiegelantennen für das NATO-Radarsystem,

Raketentreibstoffe und Sprengkörper und ist an den Flugzeugbauprogrammen für Starfighter

und Transall-C-160 beteiligt.

 

HAUPTEINPEITSCHER DES REVANCHISMUS

 

Die westdeutschen Monopole geben sich mit den Kriegsgewinnen und den heutigen

Rüstungsprofiten nicht zufrieden. Seit Jahren führen sie in den Geschäftsberichten ihre

„Ostwerte" auf. In den Jahresberichten sprechen die Vorstände der heutigen westdeutschen

IG-Nachfolgegesellschaften davon, „dass die Liquidierung erst mit der Wiedervereinigung

abgeschlossen werden kann".

 

Die westdeutschen Konzerne streben danach, etwa tausend Betriebe in der DDR, der

Volksrepublik Polen, der CSSR und im Bereich der Sowjetunion zurückzugewinnen. Die

Rüstungsgewaltigen sind die Hintermänner der Revanchistenverbände, deren Führer ihre

Handlanger. Sie sind auch die Geldgeber der revanchistischen Einrichtungen und bestimmen

maßgeblich die Politik des Kuratoriums „Unteilbares Deutschland" sowie der eigens im

Dienste des Revanchismus stehenden Ministerien und anderer Revancheorganisationen.

 

Der Revanchistenführer und Bundesminister Seebohm z. B. ist ein alter Vertrauter der IG-

Farben. Seine Familie leitete die Einverleibung der chemischen Industrie der CSR in den IG-

Farben-Konzern.

 

Siegfried Balke, IG-Farben-Repräsentant, ist als Präsident der Bundesvereinigung der

Arbeitgeber-Verbände Mitglied des Kuratoriums „Unteilbares Deutschland" und vertritt hier

die Interessen der IG-Farben und der anderen Rüstungskonzerne, deren Ziel ein atomarer

Revanchekrieg gegen die DDR und das sozialistische Lager ist.

 

Im IG-Farben-Prozess vor dem amerikanischen Gerichtshof in Nürnberg lautete die Anklage

gegen die leitenden Angestellten der IG-Farben-Industrie auf: Planung, Vorbereitung, Beginn

und Führung von Angriffskriegen und Einfallen in andere Länder; Plünderung und Raub;

Versklavung und Massenmord; Mitgliedschaft in der SS; gemeinsamer Plan und

Verschwörung. Die Verbrechen sind noch ungesühnt, die Hauptverantwortlichen der IG-

Farben aber sind heute in den einflussreichsten Positionen der westdeutschen chemischen

Industrie zu finden.

 

Ambros, Otto

FREUND UND FÖRDERER DER SS

heute:

Einflussreiches Mitglied zahlreicher Aufsichtsorgane großer Chemie- und anderer Konzerne,

z. B. der Scholven-Chemie AG, Gelsenkirchen Buer, der Feldmühle Papier- und

Zellstoffwerke AG, Düsseldorf, der Vereinigten Industrie Unternehmen AG (Viag),

Bonn/Rhein.

 

Prof. Otto Ambros war Mitglied des Vorstandes des Technischen und des Chemikalien-

Ausschusses der IG-Farben-Industrie AG. Er gehörte zu den prominenten

Wehrwirtschaftsführern des faschistischen Staates. Neben seinen Leitungsfunktionen in der

IG fungierte er als Sonderbeauftragter für Forschung und Entwicklung beim „Beauftragten für

 

31

 

den Vierjahresplan", Göring, als Leiter des Sonderausschusses „Chemische Kampfmittel" und

des Hauptausschusses „Pulver und Sprengstoffe" beim Rüstungssamt.

 

Als Buna-Spezialist war Ambros hauptverantwortlich für den Bau des 4. Buna- Werkes der

IG-Farben in Auschwitz. Von ihm wurde das Gelände ausgewählt, das er für die barbarische

Ausbeutung von KZ-Häftlingen und ausländischen Zwangsarbeitern am zweckmäßigsten

fand. Anlässlich der Gründungssitzung des Werkes Auschwitz besiegelte Ambros die enge

Zusammenarbeit mit der Leitung des Konzentrationslagers. In einem Brief nannte er die

„neue Freundschaft mit der SS", die mindestens 370000 Opfer allein im Buna-Werk

Auschwitz und in den dazugehörigen IG-Nebenbetrieben forderte, „sehr segensreich".

 

Ambros traf mehrmals mit dem KZ-Kommandanten Höß zusammen, koordinierte die

Zusammenarbeit mit der SS und besichtigte das Konzentrationslager Auschwitz. Er ließ dem

Konzentrationslager umfangreiche finanzielle Mittel, Baumaterialien usw. zufließen, die

dessen Ausbau zum größten Massenvernichtungslager ermöglichten.

 

Als Hauptbetriebsführer und Mitglied des Technischen Ausschusses bestätigte Ambros die

Kreditanforderungen für den Bau eines IG-eigenen Konzentrationslagers in Monowitz sowie

für die Errichtung von Gefängnis- und Gestapo-Gebäuden auf dem Gelände des Auschwitzer

Buna-Werkes. Ihm ging der gesamte Schriftwechsel des Werkes Auschwitz zu. Ambros hatte

Kenntnis von den unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen der Häftlinge, für die die

IG-Farben verantwortlich waren. Er wußte vom Einsatz der Häftlinge auch in den IG-

Nebenbetrieben um Auschwitz und vom Handel mit der Habe vergaster Juden im Buna-Werk.

Er reiste zu Himmler und vereinbarte mit ihm, den Einsatz von Häftlingen noch weiter

auszudehnen. Ambros selbst gestand in Nürnberg unter Eid (NG, IG-Farben-Prozess, NI

9542), bereits im Frühjahr 1942 von Häftlingsverbrennungen Kenntnis gehabt zu haben.

 

Auch bei der Ausplünderung fremder Völker hatte Ambros seine Hände im Spiel. Als

Mitglied des Vorstandes und des Technischen Ausschusses war er mitverantwortlich für die

Einverleibung der polnischen, tschechischen und französischen chemischen Industrie in den

Herrschaftsbereich der IG-Farben.

 

Für diese „Verdienste" wurde er von den Faschisten mit dem „Ritterkreuz zum

Kriegsverdienstkreuz" dekoriert.

 

Ambros, der vom amerikanischen Militärgericht in Nürnberg als Kriegsverbrecher verurteilt

worden war, wurde auf Intervention der Bonner Regierung sehr bald wieder freigelassen, weil

er als Rüstungsexperte zur Militarisierung Westdeutschlands unbedingt gebraucht wurde.

 

Bütefisch Heinrich

RANGGLEICH MIT DEM AUSCHWITZ-KOMMANDANTEN

heute:

Als Aufsichtsratsmitglied der bundeseigenen Ruhrchemie AG und anderer chemischer

Großunternehmen ein bedeutender Wirtschaftsexperte des Bonner Staates. In der „ Woche der

Brüderlichkeit" im März 1964, die der Bonner Staat alljährlich veranstaltet, um angeblich

insbesondere der jüdischen Opfer der Nazi-Barbarei zu gedenken, wurde Bütefisch durch den

westdeutschen Bundespräsidenten Lübke das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der

Bundesrepublik Deutschland verliehen. Erst nachdem Prof. Jürgen Kuczynski aus der DDR

am 19. März 1964 als Gutachter im Frankfurter Auschwitz-Prozess die maßgebliche

 

32

 

Mitschuld Bütefischs an der Ermordung vieler Tausend jüdischer Menschen nachwies, und

auf Grund der Massenproteste im In- und Ausland wurde die Verleihung am 25. März 1964

rückgängig gemacht.

 

Dr.-Ing. Heinrich Bütefisch gehörte zu den einflussreichsten IG-Farben- Vertretern im

faschistischen Staat. Er war Mitglied des Vorstandes und des Technischen Ausschusses,

Stellvertreter des Leiters der Sparte I der IG-Farben (Chemikalien, Spreng- und Kunststoffe).

Bütefisch vertrat den IG-Farben-Konzern in den Aufsichtsräten und Vorständen zahlreicher

in- und ausländischer Unternehmen auf dem Gebiet der chemischen Bergwerksindustrie.

 

Im faschistischen Staatsapparat fungierte er als Mitarbeiter des Generalbevollmächtigten für

die chemische Erzeugung und als Produktionsbeauftragter für Öl des faschistischen

Rüstungsministeriums .

 

Als SS-Obersturmbannführer, ranggleich mit dem KZ-Kommandanten von Auschwitz, Höß,

vertrat Bütefisch den IG-Farben-Konzern im „Freundeskreis des Reichsführers SS". In dieser

Eigenschaft führte er, der gleichzeitig hauptverantwortlich für den Syntheseteil des IG-

Farben- Werkes Auschwitz war, die grundlegenden Verhandlungen mit dem SS-

Obergruppenführer Wolff über die Bedingungen des Häftlingseinsatzes in Auschwitz. So

legten sie beispielsweise den Preis für den gelernten Häftling auf vier RM und für den

ungelernten auf drei RM fest. ( Siehe Tafel 9 )

 

Als Verantwortlicher für den Syntheseteil des IG- Werkes besuchte Bütefisch Auschwitz

mehrmals. Er erhielt Kenntnis von allen das Auschwitzer Werk betreffenden

Angelegenheiten. In seiner Erklärung unter Eid (NG, IG-Farben-Prozess, NI 4182) bestätigte

er, dass die Programme über die Errichtung des IG-eigenen KZ Monowitz von ihm bestätigt

und weitergereicht wurden. Er war ebenfalls über die umfangreiche finanzielle und materielle

Unterstützung des KZ Auschwitz durch die IG informiert.

 

Hitler ernannte ihn 1939 zum Wehrwirtschaftsführer und verlieh ihm später das „Ritterkreuz

zum Kriegs verdienstkreuz".

 

Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess des amerikanischen Militärtribunals gegen die IG-

Farben erhielt er lediglich eine sechsjährige Gefängnisstrafe, die auch er auf Fürsprache der

Bonner Regierung nur zum Teil zu verbüßen brauchte, um als Rüstungsfachmann in der

bundeseigenen Ruhrchemie AG zur Verfügung zu stehen.

 

Sohl, Hans-Günther

ORGANISATOR DER FASCHISTISCHEN KRIEGSWIRTSCHAFT

heute:

Vorsitzender des Vorstandes der August-Thyssen-Hütte AG, Duisburg-Hamborn,

Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie, Vizepräsident des

Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Aufsichtsratsfunktionen in zahlreichen

westdeutschen Konzerngesellschaften.

 

Hans-Günther Sohl begann seine Laufbahn als Rüstungsexperte beim Krupp-Konzern. Als

Abteilungsdirektor der Friedrich Krupp AG sowie als Vorstandsmitglied der Vereinigten

Stahlwerke AG, Düsseldorf, und als Aufsichtsratsmitglied weiterer Großunternehmen half er

tatkräftig mit, das Rüstungsprogramm der Hitlerregierung zu verwirklichen. Nach der

 

33

 

Entfesselung des faschistischen Aggressionskrieges zum Wehrwirtschaftsführer ernannt,

wurde ihm im Jahre 1942 die Geschäftsführung der Reichsvereinigung Eisen (RVE)

übertragen. In dieser Eigenschaft nahm er mit den Wehrwirtschaftsführern Friedrich Flick,

Alfried Krupp, Paul Pleiger, Ernst Poensgen, Walter Rohland, Hermann Röchling und

Wilhelm Zangen an Beratungen der Zentralen Planung im Reichsministerium für Rüstung und

Kriegsproduktion (Speer-Ministerium) über den rücksichtslosen Einsatz von Menschen und

Material aus Deutschland und allen von der Hitlerclique eroberten Gebieten teil.

 

Die Geschäftsführung der Reichsvereinigung Eisen unter Sohl und Beck hatte nicht nur einen

bestimmenden Einfluss bei der zwangsweisen Heranschaffung ausländischer Arbeitskräfte für

die deutsche Rüstungsindustrie, sondern sie unterstützte die Gestapo und SS auch bei der

Aussonderung von „politisch Verdächtigen" unter den sowjetischen Kriegsgefangenen, deren

weiteres Schicksal damit besiegelt war. So heißt es in einem Rundschreiben der

Geschäftsführung der Reichsvereinigung Eisen vom 16. September 1943 an die Außenstellen,

dass alle angeschlossenen Betriebe „russische Kriegsgefangene mit Goldplomben im Gebiss"

den „zuständigen Abwehrstellen" (Gestapo) zu melden haben.

 

Ein besonderes Geschäftsinteresse und eine rege Tätigkeit entwickelte Hitlers

Wehrwirtschaftsführer Hans-Günther Sohl auch bei der Ausplünderung der von der Nazi-

Wehrmacht besetzten jugoslawischen Gebiete. Als bewährter Organisator der wirtschaftlichen

Kriegführung erlangte er schließlich einen solchen Einfluss, dass er zu den engsten Vertrauten

von Göring, Sauckel und Speer zählte und zu ihren geheimen Beratungen hinzugezogen

wurde. So gab Sohl z. B. in einer Besprechung, die am 17. März 1937 bei Göring stattfand,

Anregungen, wie in den nächsten Jahren die Erzgruben Schwedens in die

Kriegsrüstungspolitik Hitler-Deutschlands einbezogen werden könnten. Gemeinsam mit

diesen Spitzen der Nazi-Führung entschied Sohl über Fragen des „totalen Krieges", über

Leben und Tod von Millionen Menschen, die dem faschistischen Aggressionskrieg zum Opfer

fielen.

 

Abs, Hermann

SOWJETISCHE KINDER ZU TODE GESCHUNDEN

heute:

Generaldirektor, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Bank, des IG-Farben-

Nachfolgekonzers Badische Anilin- und Sodafabrik AG und des Krupp-Konzerns,

Vizepräsident des Verwaltungsrates der Deutschen Bundesbahn, stellvertretender

Verwaltungsratsvorsitzender der Kreditanstalt für den Wiederaufbau, Vorsitzender und

Mitglied in über 40 Vorständen und Aufsichtsräten, exponierter Vertreter in unzähligen

Unternehmerverbänden und sonstigen Organisationen in Westdeutschland. Gilt als „Bonns

ungekrönter Finanzminister ".

 

In den Betrieben, in denen Dr. h. c. Hermann Abs vor 1945 im Aufsichtsrat saß - Abs war

damals Direktor der Deutschen Bank -, wurden die ausländischen Zwangsarbeiter besonders

rücksichtslos ausgebeutet. Welches Ausmaß die Menschenschinderei in diesen Betrieben

erreichte, zeigt z. B. die Behandlung von sowjetischen und polnischen Kindern, die dort durch

Zwangsarbeit zu Tode gequält wurden. So protestierte selbst der Lagerarzt Dr. Römer von der

Vereinigten Glanzstoff-Fabrik AG., Wuppertal-Elberfeld, Werk Elsterberg, entschieden gegen

die Weiterbeschäftigung eines zehnjährigen unterernährten Mädchens, weil sein weiterer

Einsatz, wie er schrieb, Kindesmord bedeuten würde. Hermann Abs, den Vorsitzenden des

 

34

 

Aufsichtsrates dieses Betriebes, interessierte nicht, wie viel Kinder zugrunde gingen.

Hauptsache, der Profit konnte durch Kinderarbeit gesteigert werden.

„Abs war der spiritus rector der niederträchtigen Deutschen Bank, die eine ungewöhnliche

Konzentration wirtschaftlicher Macht mit aktiver Teilhaberschaft an der verbrecherischen

Politik des Naziregimes verband. Die Deutsche Bank des Hermann Abs handelte wie eine

Spitzeninstitution der deutschen Regierung und diente der wirtschaftlichen Durchdringung der

Satellitenstaaten und der in Europa besetzten Länder. . . Abs setzte seine ganze Kraft ein zur

Ausdehnung der Herrschaft Deutschlands über Europa." (OM GUS-Office of Military

Gouvernement of the USA, Bericht vom November 1946, S. 2, 5, 51, 171 f., Einheit, Berlin

1951, Heft 17, S. 1235 f.)

 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Hermann Abs in Jugoslawien in Abwesenheit zu 15

Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er hat seine Strafe nicht verbüßt. Als geschätzter

„Finanzberater" in britisch-amerikanische Obhut genommen, konnte er bereits 1950 als

Mitglied des wirtschafts-technischen Ausschusses in der Schuman-Plan-Kommission wieder

offiziell internationale staatliche Aufgaben ausführen.

 

In den folgenden Jahren widmete er sich als Chef der größten westdeutschen Monopolbank

der Restauration des deutschen Finanzkapitals und gilt als der ungekrönte westdeutsche

Finanzminister. Bezeichnenderweise wurde die westdeutsche Delegation bei der Londoner

Schuldenkonferenz 1951/52 nicht vom westdeutschen Finanzminister, sondern von Hermann

Abs geleitet.

 

Dieser Kriegsverbrecher wurde bereits im Jahre 1953 für seine Tätigkeit zur

Wiederherstellung und Festigung der Macht des deutschen Finanzkapitals in der

Bundesrepublik mit einer der höchsten Auszeichnungen Westdeutschlands, dem Großen

Bundesverdienstkreuz mit Stern, dekoriert.

 

Auch das Franco-Regime verlieh 1960 Hermann Abs für seine „Verdienste" um das

faschistische Spanien einen hohen Orden.

 

Flick, Friedrich

KOMMISSIONÄR GÖRINGS

heute:

Einer der einflussreichsten Monopolisten des deutschen Imperialismus, der seine Macht nach

dem faschistischen Raubkrieg wesentlich erweitern konnte. Flick ist heute erneut führend an

der Rüstungsproduktion Westdeutschlands beteiligt. Er erwarb rechtzeitig staatliche

Konzessionen für die wichtigsten Uranerzvorkommen in Westdeutschland, um sich das

Geschäft einer geplanten westdeutschen Atomrüstung nicht entgehen zu lassen.

Friedrich Flick raubte schon vor Jahrzehnten durch hemmungslose Spekulationen auf Kosten

des deutschen Volkes ein ungeheures Vermögen zusammen. Er unterstützte stets die

reaktionärsten Gruppen der deutschen Politik mit hohen Geldbeträgen. Schon im November

1932 überwies Flick dem „Sonderfonds Himmler" einen Vorschuss von 100000 RM „für

besondere Zwecke". Gleichzeitig unterzeichnete er mit den deutschen Großindustriellen und

den Bankherren ein Schreiben an Hindenburg, in dem die Ernennung Hitlers zum

Reichskanzler gefordert wurde.

 

35

 

Als „Kommissionär Görings", wie sich Flick selbst bezeichnete, bereicherte er sich

hemmungslos an den Arisierungsmaßnahmen der Faschisten. Während des zweiten

Weltkrieges übernahm er in den okkupierten Ländern zahlreiche „Treuhänderschaften". In

einem Schreiben an Göring vom 1. November 1940 forderte Flick einen großen Teil der

Lothringischen Eisenindustrie, den er dann auch von Göring bereitwillig erhielt.

 

Bei der „Ausschlachtung" ukrainischer Hüttenwerke, wie der Flick-Konzern-Beauftragte

Hüttner diesen Raub in der Sowjetunion bezeichnete, war Flick mit von der Partie. In den

Betrieben des Flick-Konzerns waren über 40000 ausländische Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge

und Kriegsgefangene eingesetzt.

 

Die Millionen, die ihm die Inflation nach dem ersten Weltkrieg eingebracht hatte, wurden im

zweiten Weltkrieg zu Milliarden. Als Wehrwirtschaftsführer und Mitglied des

„Freundeskreises" Himmlers machte er seine schmutzigen Geschäfte mit dem Blut der

Völker.

 

Nach Kriegsende stand Flick unter der Anklage, als Ausbeuter von Sklavenarbeitern

Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Flick wurde

zwar zu sieben Jahren Haft verurteilt, doch wurde ihm während der Haft gestattet,

Vorstandssitzungen abzuhalten! Bereits am 25. August 1950 wurde Flick ebenfalls auf

Fürsprache der Bonner Regierung wieder entlassen.

 

Friedrich, Otto Andreas

REICHSBEAUFTRAGTER DER HITLERREGIERUNG

heute:

Geschäftsführer und persönlich haftender Gesellschafter der Friedrich-Flick-KG, Düsseldorf,

durch zahlreiche Schlüsselfunktionen einer der einflussreichsten Vertreter der westdeutschen

Unternehmerverbände.

 

Otto Andreas Friedrich erwarb sich schon frühzeitig das Vertrauen führender deutscher

Rüstungskonzerne. Nachdem er zunächst als Vorstandsmitglied und Direktor der Harburger

Phoenix-Gummiwerke seine Bereitschaft zur Wiederaufrüstung Deutschlands unter Beweis

stellte, wurde er als Geschäftsführer des Reichsverbandes der deutschen Kautschukindustrie

und Leiter der Reichsstelle Kautschuk sowie gleichzeitig als Mitarbeiter des faschistischen

Reichswirtschaftsministeriums eingesetzt. Friedrich nutzte seine Machtfülle, um die

faschistische Kriegsmaschine auf Hochtouren zu bringen. Die von ihm erlassenen

Anweisungen zur rücksichtslosen Ausplünderung der von der Nazi- Wehrmacht besetzten

europäischen Länder entsprachen in jeder Weise den Erwartungen der deutschen

Rüstungskonzerne. Selbst als der faschistische Aggressionskrieg sich seinem Ende näherte,

veranlagte Friedrich vor dem Rückzug der faschistischen Wehrmacht den Ausbau und den

Transport ganzer Industrieanlagen aus Italien und Polen nach Deutschland.

 

Diese Tatsachen waren auch dem amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg bekannt.

Während jedoch der Leiter des Planungsamtes im Reichsministerium für Rüstung und

Kriegsproduktion, das Mitglied des „Freundeskreises des Reichsführers SS, Himmler", Hans

Kehrl, wegen seiner maßgeblichen Mitwirkung an der Deportation von Ausländern und an der

Ausplünderung der besetzten Gebiete im so genannten Fall XI zu 15 Jahren Gefängnis

verurteilt werden musste, blieb Friedrich, der als „Entlastungszeuge" geladen war,

 

36

 

ungeschoren. Ihm wurde sehr bald wieder die Möglichkeit gegeben, seine Erfahrungen in der

Rüstungswirtschaft westdeutschen Konzernen nutzbar zu machen.

 

Als Geschäftsführer und Gesellschafter des Flick-Konzerns übte er bereits kurze Zeit nach

Kriegsende wieder einen maßgeblichen Einfluss in der westdeutschen Wirtschaft aus. Er ist

Vizepräsident und Schatzmeister im Bundesverband der Deutschen Industrie, Köln, Mitglied

des Präsidiums der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, Köln, Vorstandsmitglied im

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V., Essen, Mitglied des Wissenschaftsrates

der Deutschen Kommission für Weltraumforschung, Mitglied des Ausschusses für

verteidigungswirtschaftliche Angelegenheiten im BDI, des Personalgutachterausschusses für

westdeutsche Streitkräfte und des Kuratoriums „Unteilbares Deutschland", Vorsitzender des

Vorstandes der Stiftung „Die Welt" im Springer-Konzern, Mitglied des Aufsichtsrates der

Siemens AG, der Phoenix-Gummiwerke AG, Hamburg, sowie zahlreicher weiterer

Gesellschaften.

 

Diese vielfältigen Schlüsselpositionen kennzeichnen ihn als einen der einflussreichsten

Monopolherren Westdeutschlands. Zusammen mit dem Chef des Konzerns, Friedrich Flick,

gehört Friedrich zu den aggressivsten und reaktionärsten Kräften des westdeutschen

Imperialismus.

 

Die Bundesregierung überreichte Friedrich in „Anerkennung seines Wirkens in

Vergangenheit und Gegenwart" das „Große Verdienstkreuz mit Stern" und den

„Verdienstorden" der BRD.

 

Handlanger der Monopolherren

Die engsten Vertrauensleute der Kriegsverbrecher-Konzerne aus dem faschistischen Staats-

und Wirtschaftsapparat übernahmen hohe Regierungsfunktionen im Bonner Staat.

 

Lübke, Heinrich

KZ-BAUFÜHRER

heute:

Präsident der Bundesrepublik.

 

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Jahrelang konnte sich Dr. Heinrich Lübke der westdeutschen Bevölkerung als Verfolgter des

Naziregimes präsentieren, bis im Jahre 1965 von der DDR an Hand von Originaldokumenten

der ehemaligen Gestapo-Leitstelle Stettin vor der internationalen Presse nachgewiesen werden

konnte: Heinrich Lübke war zumindest seit 1940 Vertrauensmann der Gestapo. Als

Stellvertreter des Leiters der „Baugruppe Schlempp" - zu Kriegsbeginn ein Rüstungsbaustab

des „Generalbauinspekteurs für die Reichshauptstadt", später des NS-Rüstungsministers

Speer innerhalb des so genannten Jägerstabes - war Lübke an der Errichtung eines

„Sonderlagers der Geheimen Staatspolizei Peenemünde" beteiligt. Er drohte, arbeitsunwillige

Belegschaftsmitglieder dorthin einzuweisen. Die Gestapo-Leitstelle notierte dazu, „dass in der

weiteren Bearbeitung des Vorganges besonders ... auf Lübke zurückgegriffen werden kann ".

( Siehe Tafel 10 )

 

1934 wurde Lübke auf Grund eines faschistischen Gesetzes über die Gewährung von

Straffreiheit erstmals Nutznießer des Hitlerregimes. Eine Strafkammer beim Landgericht

Berlin beschloss, ein Strafverfahren gegen Lübke und Komplicen wegen „ Veruntreuung,

Urkundenbeseitigung und anderen groben Unredlichkeiten" einzustellen. Dabei wurde jedoch

ausdrücklich betont, dass „ das Verfahren weder ihre Unschuld ergeben noch dargetan hat,

dass gegen sie ein begründeter Verdacht nicht vorliegt. " ( Siehe Tafel 11 . Mecklenburgisches

Landeshauptarchiv, Bestand: Mecklenburgisches Staatsministerium, Siedlungsgesellschaft

Bauernland AG, S. 47)

 

Seit dieser Zeit gehört Lübke zu denen, die den Faschismus bis zur bedingungslosen

Kapitulation ebenso bedingungslos unterstützten.

 

Als Organisator geheimster und kriegswichtigster Rüstungsvorhaben der faschistischen

Führung war Lübke maßgeblich am massenweisen Einsatz von KZ-Häftlingen beteiligt. Er

arbeitete als stellvertretender Leiter der „Baugruppe Schlempp" beim Aufbau der

Produktionsstätten der berüchtigten V-Waffen. Im Raum von Peenemünde leitete er 40

Baustellen persönlich!

 

1944 wurde Lübke der Aufbau der Außenlager Leau und Neu-Staßfurth des

Konzentrationslagers Buchenwald, eine besonders wichtige und äußerst geheime Aufgabe,

übertragen. Um den verheerenden Verlusten der faschistischen Luftwaffe zu begegnen, war

im Frühjahr 1944 ein sogenannter Jägerstab gebildet worden. Der „Jägerstab" erhielt von

Kriegsverbrecher Speer die Aufgabe, die Rüstungsbetriebe der Flugzeugindustrie aus den

bombengeschädigten oder gefährdeten Betrieben in unterirdische Produktionsstätten zu

verlagern und die Produktion mit allen Mitteln auf Hochtouren zu bringen. Ihm wurde auch

die „Baugruppe Schlempp" mit ihrem stellvertretenden Leiter Lübke zugeteilt.

 

Hierzu forderte Lübke als oberster Bauführer dieser Baugruppe 2000 KZ-Häftlinge aus dem

KZ Buchenwald an, die in Peißen bei Bernburg schwerste Betonierungs- und

Transportarbeiten unter Tage in zwei Schichten zu je 12 Stunden ausführen mussten. Die

ersten Häftlinge wurden Ende August 1944 in Zelten untergebracht. Die katastrophalen

Verhältnisse begünstigten eine Ruhrepidemie. Viele Häftlinge starben. Für die weiteren

Häftlinge wurde ein Konzentrationslager in 400 Meter Tiefe angelegt. Hier siechten 500

Menschen unter grausamen Bedingungen dahin. Anlässlich einer Besprechung auf dem

Gelände des KZ Leau, Anfang September 1944, die Lübke leitete, wurde mit Genugtuung

festgestellt, dass „ die Arbeiten nunmehr auf breitester Front sichtbare Fortschritte machen ".

( Siehe Tafel 12 . Archiv des VEB Kaliwerk Bernburg, Bestand: Kali- Werk Friedenshall) Die

in dem Dokument über diese Besprechung genannte Firma ATG Leipzig gehörte dem

Kriegsverbrecher Flick.

 

38

 

Die vorliegenden Dokumente, deren Echtheit von dem amerikanischen Sachverständigen

Howard Hearing überprüft wurde, beweisen eindeutig: Lübke plante und leitete den Bau von

Konzentrationslagern. Es gehörte zu seinen Aufgaben, das Jägerprogramm durch

Sklavenarbeit von KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsverschleppten zu

verwirklichen. Lübke war mitverantwortlich für die mörderischen Arbeits- und

Lebensbedingungen, denen Hunderte Polen, Franzosen, Italiener, Sowjetbürger und Deutsche

zum Opfer fielen. Bisher sind aus Listen des KZ Buchenwald die Namen von 267 ermordeten

politischen Häftlingen bekannt, für deren Tod Lübke in hohem Maße verantwortlich ist. ( Vgl.

Tafel 13 )

 

Westrick, Ludger

„BEWÄHRTER" WEHRWIRTSCHAFTSFÜHRER

heute:

Bundesminister a. D. und ehemaliger Leiter des Bundeskanzleramtes. In dieser

Schlüsselposition wirkte er in der Regierung Erhard als Nachfolger des in der Deutschen

Demokratischen Republik zu lebenslangem Zuchthaus verurteilten Judenmörders Dr. Globke

bis September 1966. Er benutzte die Krise der Bonner Regierung, um noch vor dem Rücktritt

Erhards als Bundesminister und Leiter des Bundeskanzleramtes auszuscheiden, und

übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrates der Honeywell GmbH, der Tochtergesellschaft eines

amerikanischen Meß- und Reglertechnik-Konzerns.

 

Kurz vor dem Machtantritt des Faschismus war Dr. Ludger Westrick für einen der größten

Förderer des Faschismus, den nachmaligen Kriegsverbrecher Krupp, als Verkaufsleiter des

Vereinigten Stahlwerke-Konzerns in Südosteuropa tätig.

 

Nach 1933 wurde Westrick Generaldirektor der Vereinigten Aluminiumwerke AG Berlin

(VAW), die zur Vereinigten Industriewerke AG (VIAG) gehörte, und übernahm damit die

Leitung einer für die faschistische Aufrüstung, vor allem für die Luftwaffe, außerordentlich

wichtigen Industrie. In der Folgezeit hat sich Westrick durch nicht weniger als 27 Vorstands-

bzw. Aufsichtsratsposten, unter anderem bei der Vereinigte Industriewerke AG, Berlin,

Reichskreditgesellschaft AG, Berlin, und Vereinigte Deutsche Metallwerke AG, Frankfurt a.

M., bei der erst geheimen, später offenen Kriegsvorbereitung besonders hervorgetan. Für

diese „Verdienste" wurde Westrick von Hitler zum Wehrwirtschaftsführer ernannt und kam

als Mitglied in den zehnköpfigen Industrierat für die Entwicklung von Luftwaffengerät, der

Göring unterstand.

 

Im November 1941 schreibt Westrick voll Pathos in der Zeitung „Der Deutsche Volkswirt":

„ Solange noch die Kriegsfanfaren dröhnen, hat die deutsche Leichtmetallindustrie nur eine

Aufgabe und ein Ziel, worauf alle Maßnahmen ausgerichtet sind und sein müssen:

Deutschlands Endsieg! "

 

Kurz darauf nahm Westrick an einer Besprechung beim Stellvertreter Görings,

Generalfeldmarschall Milch, teil, wobei es um die Aufteilung der europäischen

Interessengebiete auf die einzelnen Aluminium-Interessenten ging. In den Jahren 1941/42

forderte er in Verhandlungen mit Bevollmächtigten Frankreichs und Ungarns, die

Rohstoffvorkommen völlig den Interessen des deutschen Imperialismus unterzuordnen.

Brutalster Behandlung waren die ausländischen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen in dem

von Westrick geleiteten VAW-Konzern ausgesetzt. Ihr Anteil machte im Verlauf des Krieges

über 75 Prozent der Gesamtstärke der Belegschaft aller VAW- Werke aus. Wie aus einem

 

39

 

Schreiben des Lagerarztes des Lautawerkes der VAW vom 28. August 1942 hervorgeht,

wurden dort ausländische Kinder im Alter von 13 Jahren und ausländische Frauen von 60 bis

62 Jahren zur Zwangsarbeit gepresst. Sie litten an chronischen Krankheiten und vegetierten

unter unmenschlichsten Arbeitsund Lebensbedingungen.

 

Diesem Terror fielen unzählige Menschen zum Opfer. Wie aus dem Sterberegister des

Standesamtes Lauta hervorgeht, wurden dort Hunderte Sterbefälle beurkundet. Als

Todesursache ist neben der zynischen Formulierung „allgemeine Körperschwäche"

Selbstmord infolge Überfahrenlassens durch die Werkeisenbahn, „Schädelbruch",

Tuberkulose und andere Infektions- und Mangelkrankheiten verzeichnet. Bei einem

französischen Zwangsarbeiter ist als Todesursache „wegen Widerstand von einem

Gendarmeriebeamten erschossen" vermerkt. In den Totenlisten sind Menschen aus fast allen

europäischen Nationen aufgeführt. ( Siehe Tafel 14 . Totenlisten des Standesamtes der Stadt

Lauta) Bei dem Lautawerk handelt es sich nur um ein Werk unter vielen anderen Aluminium-

Werken, die Westrick verantwortlich unterstanden.

 

Nach 1945 wurde Kriegsverbrecher Westrick gleich wieder als Wirtschaftskapitän von den

Monopolen verwendet. Bereits 1951 lancierten die Rüstungskonzerne ihn auf den Posten des

Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium. 1963 trat Westrick die Nachfolge Globkes

im Bundeskanzleramt an. Seit September 1966 ist er wieder in der westdeutschen Wirtschaft

tätig.

 

Blessing, Karl

FREUND HIMMLERS

heute:

Präsident der Deutschen Bundesbank.

Karl Blessing gehörte vor 1945 zum berüchtigten „Freundeskreis" Himmlers und wurde von

Hitler zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. 1933 bei der Deutschen Reichsbank tätig, ging er

1934 als Generalreferent in das faschistische Reichswirtschaftsministerium. 1937 wurde er

Mitglied des Reichsbankdirektoriums und später Mitglied des engeren Beirats der Deutschen

Reichsbank. In dieser Vertrauensstellung war Blessing maßgeblich an der Finanzierung,

Vorbereitung und Durchführung der Aufrüstung und Kriegsvorbereitung beteiligt.

 

Unter seiner Mitwirkung gründete Schacht als Reichsbankpräsident bereits im Mai 1933 in

Berlin - mit Beteiligung der Reichsbank mit den Rüstungskonzernen Krupp, Siemens,

Rheinmetall und Deutsche Werke die Metallurgische Forschungs-GmbH (Mefo). Sie war eine

Scheinfirma, die eine weitgehende Tarnung der damals noch geheimen Aufrüstung

ermöglichte.

 

Durch die exponierte Stellung hatte Blessing damals engste Bindung zur IG-Farben-Industrie

AG. Die IG-Farben charakterisierten Blessing in einem Schreiben an eine südafrikanische

Firma „ als eine der führenden Persönlichkeiten im Reichswirtschaftsministerium und einen

der engsten Mitarbeiter von Schacht" und wiesen damit auf die bedeutende Rolle Blessings

im Nazi-Staat hin.

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