WSPR


WSJT 7 mit WSPR. K1JT sendet im Bakenmodus, VE1RG ruft im QSO-Modus.

Allgemeines

In WSJT Version 7.0 wurde dieser Modus hinzugefügt. Es ist eine Beta-Version und der WSPR-QSO-Modus bedarf noch eines umfassenden "On-Air"-Tests.

WSPR (Weak Signal Propagation Reporter) gibt es als Baken-Modus in einer eigenständigen Software seit März 2008. Die aktuelle Version (ab 1.0) von WSPR kann zusätzlich Aussendungen im QSO-Modus empfangen, aber nur im Baken-Modus senden.

Es ist eine Betriebsart für sehr Geduldige! Die Sendezyklen sind mit 2 Minuten doppelt so lang als in JT65.

Nachfolgend wird WSPR im QSO-Modus in den Punkten beschrieben, wo es von JT65 abweicht. Für den Bakenmodus gibt es eine extra deutsche Beschreibung.

Im Installationsverzeichnis von WSJT findet man eine englische Beschreibung "WSPR_mode.pdf". Eike, DM3ML, hat diese Datei im Januar 2009 übersetzt und stellt sie auf seiner Website zur Verfügung. In der Zeitschrift FUNKAMATEUR 3/09 hat er einen Artikel über WSPR unter der Überschrift "Wellenflüstern mit WSPR" geschrieben.

WSPR im Wasserfall

Hier sieht man, dass WSPR mit 6 Hz Bandbreite extrem schmal ist.

Links ein JT65A-Signal im Vergleich zu WSPR (rechts). Die übrigen vertikalen Linien sind 100-Hz-Störträger.
Der grüne Marker ist hier auf Tol = 10 gesetzt und bestimmt den Bereich innerhalb dessen die Signale dekodiert werden. Er entspricht ± 10 Hz um den 0-Punkt.

Frequenzanzeige

Angezeigt wird hier die Frequenzabweichung DF bezogen auf den 0-Punkt (1500 Hz). Der grüne Bereich stellt den Frequenzbereich dar, der gescannt wird. Einstellbar mit Tol von 10 bis 100.

Hier wird die absolute NF-Frequenz angezeigt.

Die Einstellungen sind unter Wasserfall beschrieben.

Grafikdisplay

Eine erfolgreiche Dekodierung erscheint im Textfenster und das Signal wird im Grafikdisplay dargestellt. Der Frequenzbereich DF ist anders als in JT65 skaliert und auf -150 ... +150 Hz beschränkt (rote Linie). Außerhalb liegende Signale werden zwar dekodiert, aber grafisch nicht angezeigt. Die Skalenbeschriftung wurde in der Grafik hinzugefügt, ebenso die farbliche Hervorhebung im Textfenster.

Zu sehen ist OY3JE mit einem CQ-Ruf im WSPR-QSO-Modus, die übrigen Stationen senden im Baken-Modus.
OY3JE ruft auf 10138,700 kHz + 1500 Hz + DF (= 5 Hz) = 10140,205 kHz.

QSO-Ablauf

QSO mit ZS6WN auf 14076 kHz + 1500 Hz + TxDF (= 196 Hz) = 14077,696 kHz.

Im Grafikdisplay ist das Signal durch den begrenzten DF-Anzeigebereich, siehe oben, nicht zu sehen.


Ein minimales QSO in WSPR sieht folgendermaßen aus:

   Tx6 0. CQ ZS6WN KG46
Tx1 1. <ZS6WN> DL5SWB
Tx2 2. DL5SWB <ZS6WN> S4
Tx3 3. ZS6WN <DL5SWB> R S6
Tx4 4. <DL5SWB> ZS6WN RRR
Tx5 5. 73 DE DL5SWB JO63

Weitere Informationen können mit den änderbaren Texten Tx6 ausgetauscht werden.

Durch einen Rechtsklick auf das empfangene Rufzeichen im Textfenster werden die passenden Standard-Texte erzeugt. Ein Doppelklick schaltet gleichzeitig "Auto ..." aktiv. Vorher sollte man unbedingt "Tx First" richtig setzen.

Merkhilfe: Der CQ-Rufer verwendet die Standard-Texte mit gerader Ziffer: 6, 2, 4, der Anrufer die ungeraden 1, 3, 5 in dieser Reihenfolge.
Der jeweilige Text wird solange wiederholt bis der Partner mit dem richtigen Text antwortet.

Tx6 kann mit Rechtsklick geändert werden. Es öffnet sich ein Fenster mit den entsprechenden Vorlagen.

Mit SHIFT+F2 bekommt man eine schnelle Information der zulässigen Werte von "wx", "temp" und "wind".

Mit dem Button "GenStdMsgs" kann Tx6 auf "CQ ..." zurückgestellt werden.

Vorlagen

   Vorlage                  Beispiel
-------------------------------------------
CQ call grid CQ K1JT FN20
CQ p/call CQ PJ4/K1JT

<call1> call2 <K1JT> W6CQZ
DE call grid DE W6CQZ CM87
DE p/call DE PJ4/K1JT

call1 <call2> rpt W6CQZ <K1JT> S4
QRZ call QRZ K1JT
p/call rpt PJ4/W6CQZ S4

call1 <call2> R rpt K1JT <W6CQZ> R S3
p/call R rpt PJ4/K1JT R S3

<call1> call2 RRR <W6CQZ> K1JT RRR
call1 <call2> RRR W6CQZ <K1JT> RRR
DE p/call RRR DE PJ4/K1JT RRR

73 DE call grid 73 DE W6CQZ CM87
73 DE p/call 73 DE PJ4/K1JT
TNX name 73 GL TNX VICTORIA 73 GL
OP name 73 GL OP HARRY 73 GL

pwr W DIPOLE 5 W DIPOLE
pwr W VERTICAL 10 W VERTICAL
pwr W gain DBD 1 W 0 DBD
pwr W gain DBD 73 GL 1500 W 21 DBD 73 GL

PSE QSY freq KHZ PSE QSY 1811 KHZ

WX wx temp F/C wind WX SNOW -5 C CALM

freetext CUL JACK

* Großbuchstaben und Ziffern werden exakt so übertragen
wie angegeben.
* Platzhalter (in Kleinbuchstaben) werden durch die
entsprechenden Werte ersetzt, z.B. call=K1JT, grid=FN20,
rpt=S1 bis S9, name=VICTORIA, wx=SNOW, freetext=CUL JACK
usw. wie in den Beispielen angegeben.

- "pwr", "gain", "temp", und "freq" sind Ziffern.
- "wx" sind folgende: CLEAR, CLOUDY, RAIN, oder SNOW.
- "temp" sind Temperaturwerte: 76 F oder -5 C.
- "wind" sind folgende: CALM, BREEZES, oder WINDY.
- "name" darf maximal 9 Buchstaben enthalten.
- "freetext" darf maximal insgesamt 8 Buchstaben, Ziffern,
Leerzeichen und folgende Satzzeichen enthalten: + . / ?

Bei Missachtung einer der obigen Regeln wird der Hintergrund von Tx6 bei der Aussendung rot markiert und der tatsächlich ausgesendete Text "Txing ..." wird in der Statuszeile ebenfalls rot hinterlegt. Korrekte Texte haben einen gelben Hintergrund.

Im linken Beispiel wurde versucht die Vorbelegung DIPOLE in DELTALOOP zu ändern. Das Programm interpretiert die Vorlage jetzt als "freetext" und sendet nur die ersten 8 Zeichen.

Zeitlicher Ablauf

Ein Sendezyklus dauert 2 Minuten.

"Tx First" aktiviert: Es wird in den Minuten gesendet, die durch 4 teilbar sind, 00:00:00, 00:04:00, ..., 00:56:00.
"Tx First" nicht aktiviert: Minute 00:02:00, 00:06:00, ..., 00:58:00 (nicht durch 4 teilbar).

Im obigen Beispiel ist bei ZS6WN "Tx First" aktiviert, bei DL5SWB nicht.

Rapporte

Anders als bei JT65 werden die Rapporte als S-Werte ausgegeben:

   S    WSJT-Skale
---------------
S1 = –30 dB
S2 = –27 dB
S3 = –24 dB
S4 = –21 dB
S5 = –18 dB
S6 = –15 dB
S7 = –12 dB
S8 = –9 dB
S9 = –6 dB

Die Hörschwelle liegt bei ca. S5 bis S6.

Diese S-Werte haben keinen Bezug zu denen vom S-Meter angezeigten Werten. Man beachte auch die Abstufung von nur 3 dB.


Besonderheiten beim Empfang

Empfängt man ein QSO von Anbeginn kann man alles mitlesen. Andernfalls sieht man unter Umständen folgendes:

Es ist kein Dekodierungsfehler, sondern der verwendeten Hash-Kodierung geschuldet. Hier hilft nur geduldig auf der Frequenz auszuharren.

Frequenzen

Für den Betrieb werden die bekannte Bereiche für JT65A empfohlen. Wichtig sind die Informationen zum Transceive-Betrieb.

Um Kollisionen mit Bakenstationen auf 30 m zu vermeiden sollte man sich vergewissern, auf welcher Frequenz man tatsächlich sendet.


Ist der Transceiver auf 10.139,000 kHz eingestellt, dann wird, falls TxDF = 0 ist, auf 10.140,500 kHz gesendet (10.139,000 + 1,500 kHz). 1500 Hz ist der grüner Marker bei 0. Empfangen wird von 10.140,400 bis 10.140,600 kHz.

Technische Details

Das WSPR-Protokoll verwendet eine kontinuierliche 4-Ton-FSK mit einem Tonabstand von 12000/8192 = 1,46 Hz und einer Übertragungsrate von 1,46 Baud. Jede Aussendung enthält (50+K-1) × 2 = 162 Kanalsymbole, und jedes Symbol enthält sowohl ein Datenbit (MSB) als auch ein Synchronisationsbit (LSB). Die Aussendungen dauern 162*8192/12000 = 110,6 s.