Nach der Abreise aus Senegal verbringen wir einige Ferienwochen in der Schweiz, wo wir Monsieur Orange, unseren Kater, wegen der schwedischen Quarantäne in Pension bei meiner Mutter verlassen.


Wir kommen in einem kalten und dunklen Regentag von September in Stockholm an. Vom Sahel herkommend begrüssten wir den Regen. Aber nach vier Wochen fast ununterbrochenem schlechtem Wetter haben wir auch genug davon. Umso mehr dass, wir am Anfang in einer ganz kleinen möblierten Wohnung, mit Luftfracht- und Gepäck, Hausaufgaben, usw…leben müssen.


Nach mehr als zehn Jahre Leben in mehr oder weniger entwickelte Länder, freuen wir uns, mit sicheren öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt fahren zu dürfen, in gut unterhaltenen Einkaufsstrassen, mit schönen Schaufenstern wandern zu können. Der Kundenservice ist hingegen nicht mehr das, was wir in diesen "mehr oder weniger entwickelten Ländern" ge(ver)wöhnt wurden. Die Suche nach einer definitiven Bleibe war schwierig. In zwei und halb Monate haben wir nur drei Objekte besuchen können. Schliesslich wurde uns ein charmantes, nicht sehr grosses Haus angeboten, das sich auf der gleichen Insel wie die französische Schule befindet. In diesem Haus haben wir das Gefühl, über den Mälarsee zu wohnen.


Vor den Fenstern wird eine grosse Brücke gebaut und wir werden verschiedene Bauetappen folgen können, wovon die spektakuläre Giessung der Fahrbahnplatten über das Leere.


Wir ziehen kurz vor Weihnachten ein und suchen vergeblich die Schachtel, wo sich die Christbaumverzierungen befinden. Auch werden wir Büchergestelle schnell nachkaufen, diejenigen die ausgepackt wurden, genügen gar nicht mehr.


Der Wagen, den wir aus Senegal mitgenommen haben, ist den langen schnellen Reisen in Europa nicht angepasst und wir werden ihn nach einem Jahr gegen einen viel bequemeren Ford Windstar austauschen.


Mit der "schönen" Saison, das heisst praktisch sofort nach dem Eisschmelzen, bringen die Schweden ihre Boote wieder aufs Wasser. Und jeder will das Lärmigste haben. Zum Glück ist die Geschwindigkeit von unseren Fenstern eingeschränkt, sonst würde diese Seeenge zur richtigen Plage.


Beruflich muss natürlich die Botschafterresidenz unterhalten werden und Auswertungen zusammenstellen, um ein Haus für die Kanzlei zu kaufen. Die jetzige Miete wird von Jahr zu Jahr nicht mehr erträglich. Der Entscheid wird schliesslich nach der Abreise von Jean-Didier gefällt. Ein Paar Verhaftungen (Alkoholschmuggel, Rauschgift) haben den Alltag etwas interessanter gemacht. Und die totale Umstellung der Informatik (Soft-, Hardware und Übermittlungen) hat einiges an zusätzliche Organisationsarbeit beigetragen. Nun hat jeder Mitarbeiter der Botschaft Internet und elektronische Post am Arbeitsplatz. Dies vereinfacht und eliminiert ziemlich viele zeitraubende kleine Tagesarbeiten. Die Ankunft eines neuen Botschafters wird Jean-Didier erlauben, im Frack und Vierpferdekutsche den König Schwedens grüssen zu dürfen.


Den Kindern fiel die Integration in schwierigen Klassen schwer. Wir freuen uns jedoch über deren ausgezeichneten Resultaten und, jeden Quartal, über die Gratulationen des Klassenrats.


Wir werden aus Schweden nicht gross reisen. Jedes Jahr verbringen wir die Sommerferien in der Schweiz, einmal über die riesige und eindrucksvolle, von den Dänen über die Grosse Belt gebaute Brücke, einmal mit dem Besuch der Weltausstellung in Hannover, oder über die brandneue Brücke über den Öresund.


Wir fahren auch regelmässig nach Finnland, und sammeln dabei unzählige "Miles", über diese riesigen Fähren, die die Ostsee überqueren. Wir tauschen auch regelmässig diese "Miles" in … Kreuzfahrten über die Ostsee. Dazu hat Merja die Freude gehabt, einige … Kreuzfahrten über die Ostsee bei Bingo oder sonstigen Lotterien von Damenverbänden zu gewinnen.


In der Mitte des zweiten Winters haben wir etwas Sonne und Wärme in den kanarischen Inseln gesucht. Leider haben wir mehr Staub als schönem Wetter gefunden. Und, als wir für den dritten Winter eine Reise nach Marokko planten, kam die Nachricht einer ausgerechnet für die vorgesehene Periode Versetzung für Jean-Didier.