Wir waren 2009 nicht besonders aktiv. Die Kinder studieren in der Schweiz. Merja ist mit Ihren Hilfswerken beschäftigt und Jean-Didier in seiner Arbeit vertieft.

Am Anfang des Jahres haben die Kinder einige Wochen mit uns verbracht. Wegen der Krise haben wir uns nur entlang der Küste bewegen können.

Das neue Jahr haben wir bei Hans in seinem Cabanon in Assinie verbracht, dann haben wir selbstverständlich Yamoussoukro besucht.

Von dort haben wir einige Stunden in einem Reservat verbracht. Welch eine Enttäuschung. Dort sollten sich noch einige Nashörner befinden; die Einheimischen haben den Wald verbrannt, um das Wild besser jagen zu können.
Die Kontrollposten wurden ebenso zerstört und die wenigen Wächter sind Machtlos. So haben wir von weitem nur einige scheuen Antilopen gesehen.

In Sassandra konnten wir einen Fluss Ausflug machen und konnten Nilpferde beobachten. Mit sehr viel Respekt und Entfernung, da wir uns in einem kleinen kraftlosen Motorboot befanden.



Dann sind die Kinder zu ihrer fleissigen (?) Beschäftigung zurückgekehrt und wir, die Alten, sind alleine in Afrika geblieben und sind zu unseren Routinen zurückgekommen: Wohltätigkeit und Arbeit, hie und da ein Paar Stunden in Grand Bassam oder Assinie. Vom Ausgang in der Stadt ist kaum die Rede; für die Diskotheken von der Zone 4 sind wir nicht mehr geeignet. Lieber würden wir ins Kino oder zu einem Spektakel gehen, aber es gibt so wenig davon. Dazu muss man über die Brücke fahren und sich wegen des Rackets nerven, auch wenn wir mit unseren Diplomaten-schilder davon geschont bleiben. Wir nehmen also sofern möglich an die Veranstaltungen des hiesigen Schweiz
er-Clubs - monatliche Treffen in einem von einem Bayern gehaltenen Restaurant,, oft mit Jass, einmal im Jahr Pétanque und Karting und, selbstverständlich, die Raclette vom Verband der Schweizer Geschäftsleute (es sind eigentlich die Gleichen Personen) teil.

Im Sommer flogen wir in die Schweiz und in Finnland. Dort feierten wir das 60. Geburtstag von Risto, in seinem Cabanon von Riistina. Mittsommer war aber unglaublich kalt und wir haben auf den Sprung im See nach dem Sauna gerne verzichtet. Jean-Didier hat im Hinblick auf seine für den Sommer 2010 vorgesehene Versetzung - er musste sich bereits im Mai 2009 dafür bewerben ! - zwei Aus
bildungskurse besucht.

Der Besuch von Saara und Rainer erlaubte uns endlich zum Rütli zu fahren. Eine sehr schöne Dämpferkreuzfahrt auf dem Vierwaldstättersee haben wir dabei genossen.

Wie gewöhnlich sind wir sehr viel zu Hause geblieben. Warum sind wir so faul ?

Mari-Caroline hatte sich für einen Sprachaufenthalt in Moskau eingeschrieben, so haben wir sie nur ganz kurz gesehen. Janne-Nicolas, seinerseits, hatte seine Osteuropa-Ferien so geplant - Beginn beim neuen Woodstock-Festival in Przystanek (Polen) - dass wir doch einige Wochen mit ihm verbringen konnten.

Im September haben wir aus der Weite das Massaker des Stadiums in Conakry erlebt. Als er im Dezember letzten Jahres die Macht übernahm versprach der Hauptmann Moussa Dadis Camara, dass er schnell möglichst "demokratische" Wahlen ohne Teilnahme des Militärs zu organisieren. Ein Paar Monate später erklärt er seine eigene Kandidatur und fängt an, die Opposition und die zivile -Gesellschaft zu unterdrücken. Als diese eine friedliche Manifestation im Stade du 28 septembre (28.09.1958, Auferstehen der Republik Guinea) organisiert und als  mehrere Zehntausende von Leuten drin befinden schliesst die Armee die meisten Toren und fängt an zu schiessen. Zu den unzähligen Toten und Verletzten werden auch zahlreichen Vergewaltigungen (sogar mit Bajonetten oder Maschinengewehrkanonen) stattfinden. Die Einschüchterung wird mehrere Wochen dauern. Die Barbarei von bestimmten Menschen ist erschreckend.

In der Côte d'Ivoire warten wir immer noch auf die wieder verschobenen Wahlen, die zuletzt auf dem 29. November bestimmt waren. Vielleicht werden sie bei unserer Abreise, im Sommer 2010 stattgefunden haben, woran wir doch sehr zweifeln.

Die Kinder können Ende Jahr nicht in nach Abidjan reisen, so werden wir die Festtage in der Schweiz verbringen.