2008

Zurück in die Tropen

en français

DANKE FUER DIE KORREKTUREN

Dieses Jahr gibt es keine Illustrationen. Diese werdet Ihr auf die Fotoseite http://picasaweb.google.com/jdjavet, in den Albums "Côte d'Ivoire" oder "Mon jardin d'Abidjan" oder "Voyages et excursions" anschauen.

Jean-Didier kam also im Dezember letzten Jahres nach Chile zurück, um an die Diplomfeierlichkeiten für Mari-Caroline teilzunehmen. Nebenbei auch um unsere Tausendsachen einzupacken. Ende 2007 verlassen wir dieses Land - Janne-Nicolas bleibt mit Rucksack einen Monat mehr im Gebiet. Wir bleiben ein Paar Tage in der Schweiz und schon fliegen wir weiter nach Westafrika.

Jean-Didier muss sofort wieder schwimmen. Nicht nur findet eine diplomatische Inspektion drei Wochen später, aber das im Oktober aufgetauchte Problem hat sich verschlechtert. Und gerade während des Audits müssen wir, in einer Krimi-Ambiance, uns von einem Mitarbeiter trennen. Dieser Mitarbeiter wird der Konsularmannschaft während des ganzen Jahres fehlen, und die Arbeit wird nur mit unzähligen Ueberstunden erledigt werden können. 

Merja findet schnell eine Beschäftigung bei einem Hilfswerk, der sich AIDS-infizierter Frauen widemet und unterrichtet dort das Nähen zweimal in der Woche. Zudem begibt sie sich einmal wöchentlich in einem armen Viertel der Hauptstadt in eine von kolumbianischen Nonnen geführte Gesundheitsstation. Neben medizinische Versorgung versucht diese Institution die Petientenkinder zu alphabetisieren; sie hat auch eine öffentliche Bibliothek aufgebaut und Merja, mit anderen Damen, probiert die Basen der Informatik an einige eingeschulte Teenagers auf ein Paar älteren gestifteten Computers beizubringen.

Zwischendurch bringt sie auch etwas Nahrungsmitteln an das Centre Espoir von Lotti Latrous, Zentrum das sich wieder den AIDS-Kranken widmet (siehe  www.lottilatrous.ch).

Mari-Caroline hat uns begleitet und hat sich im auwbildungsprogramm der kolumbianischen Schwestern engagiert. Im Mai hat sie uns verlassen, um einen zweimonatigen Intensivkurs in Deutsch in München zu besuchen. Mit ihrem ausgezeichneten "Bac" hatte sie Ihre einschreibung in der Universität Sorbonne in Paris gesichert. Also haben wir sie in die französiche Hauptstadt während des Unterbruches von Juni begleitet, um das Wohnungsmarkt zu sondieren. Juni ist aber dafür keine gute Periode. Sie wird sich wieder dorthin begeben, um einige Mietobjekte zu besuchen, erhält aber die definitive Einschreibedokumentation nicht und wieder nicht, sodass sie sich schliesslich für eine Einschreibung an der Universität Genève entscheidet. Und hat sie richtig gemacht, denn die Dokumente für das Einschreiben in Paris gelangen endlich im Laufe Oktober -das Schuljahr hat schon seit Wochen angefangen- in Abidjan.

Nun leben die Kinder in der Schweiz und wir, arme Eltern, alleine in der Elfenbeinküste. Gottlob erlaubt die jetzige Technologie tägliche Kontakte. Aber die Technologie erstezt nicht die Schultern der Eltern. Wir treffen uns also so regelmässig, wie es die Urlaube Jean-Didiers  und die akademischen Ferien erlauben.

Abidjan, wie dies im letztjährigen Rückblick steht, befindet sich fast am Aequator und es ist während des ganzen Jahres "angenehm" warm. Wir geniessen die langen sommerabende nicht, müssen dafür aber die langen Winternächte nicht ertragen. Es ist also verständlich, dass die Kinder deren Winterferien hierher verbringen.

Das Land erlebt eine schwerwiegende politische Krise. Zivilkrieg hat es während einigen Jahren entzweit und der Verwaltung ist es schwierig, sich in der ehemaligen Rebellenzone wieder einzunisten. Die verschiedenen Abkommen (Marcoussis, Ouagadougou) haben bestimmt die Parteien ungefähr wieder vereint, die Landesteilung ist im Prinzip verschwunden, aber die Demobilisierung und die Entwaffnung der Ex-Repellen geht nicht voran, und da Racket herrscht. Eine kleine Clique von Führenden, von uniformierten und mit Maschinengewehren bewaffneten Milizern, verschiedenen Polizisten und Gendarmes plündern und terrorisieren das ganze Land.

Dies fördert natürlich Tourismus und Ausflüge nicht. Von Abidjan kann man fast problemlos (ohne Berücksichtigung des Zustandes der Strassen) entlang der Küste reisen. Die Küste offeriert schöne Strände und (noch) schöne Tropenlandschaften. Leider wird die touristische Infrastruktur, einst florierend, seit Langem nicht unterhalten.

Also haben wir von diesem Lande im ersten Aufenthaltsjahr wenig besucht. Unsere Ausflüge beschränken sich, einige Samstagen in Grand Bassam, auf eine Terrasse am Strand zu verbringen, und den eindrucksvollen Riesenwellen des Ozeanes zu beobachten. Beim nun traditionnell gewordenen Besuch von Aira und Ole wagten wir doch, bis nach Yamoussoukro zu fahren. Dort stellt sich die Grössenwahnn von Houphouët Boigny zur Schau, mit seiner Roms Peterskirche ähnlichen Basilika, seinen fast ungenützten Kongress- und Präsidentenpalästen, seinem Parlament, in welchem vielleicht eine Sitzung im Jahr stattfindet. Die Zufahrt zu Yamoussoukro ist zudem überhaupt nicht einfach und die Infrastruktur der Stadt in einem miesen Zustand.