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Die 4 Kardinaltugenden

                        
Postkarte von www.agnus-dei-verlag.de

Kardinaltugendhat das was mit den Kardinälen der kath. Kirche zu tun?
Nein. Kardinaltugenden sind nicht den Kardinälen der Kirche vorbehalten, auch wenn sie ebenso, wie jeder Christ, dazu aufgefordert sind, diese Tugenden in besonderer Weise zu üben.  

Das Wort "Kardinaltugend" kommt von lateinischen "cardo" und bedeutet „Türangel, Dreh- und Angelpunkt“ und bringt zum Ausdruck, dass es sich um wichtige Maßstäbe handelt.



Die Kardinaltugenden gehören zu den Voraussetzungen für die Einleitung des Seligsprechungsprozesses
Dazu gehört "der „Ruf der Heiligkeit“ (fama sanctitatis) und der „Ruf der Wundertätigkeit“ (fama signorum), die der Kandidat unter den Gläubigen genießen muss. Der „Ruf der Heiligkeit“ kann sich dabei nach Ansicht der Kirche nach einem Märtyrertod bilden oder durch die von Glaube, Liebe, Hoffnung und den Kardinaltugenden geprägte Lebensweise des Seligzusprechenden entstehen." (Quelle Wikipedia)





Die Kardinaltugenden
1805 Vier Tugenden sind Angelpunkte des sittlichen Lebens. Aus diesem Grund nennt man sie „Kardinal“-Tugenden; alle anderen sind rund um sie angeordnet. 

Es sind dies die Klugheit, die Gerechtigkeit, die Tapferkeit und die Mäßigung. „Wenn jemand Gerechtigkeit liebt, in ihren Mühen findet er die Tugenden. Denn sie lehrt Maß und Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit“ (Weish 8, 7). 
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1806 Die Klugheit ist jene Tugend, welche die praktische Vernunft bereit macht, in jeder Lage unser wahres Gut zu erfassen und die richtigen Mittel zu wählen, um es zu erlangen. 

„Der Kluge achtet auf seinen Schritt“ (Spr 14, 15). 
„Seid also besonnen und nüchtern, und betet!“ (1 Petr 4, 7). 
„Klugheit ist die rechte Vernunft als Grund des Handelns“, schreibt der heilige Thomas (s. th. 2 – 2, 47, 2, sc) im Anschluß an Aristoteles. 

Sie hat nichts mit Schüchternheit oder Ängstlichkeit, mit Doppelzüngigkeit oder Verstellung zu tun. Man nennt sie „auriga virtutum“ [Lenkerin der Tugenden]: sie steuert die anderen Tugenden, indem sie ihnen Regel und Maß gibt. 

Die Klugheit lenkt unmittelbar das Gewissensurteil. 
Der kluge Mensch bestimmt und ordnet sein Verhalten diesem Urteil gemäß. 
Dank dieser Tugend wenden wir die sittlichen Grundsätze irrtumslos auf die einzelnen Situationen an und überwinden die Zweifel hinsichtlich des Guten, das zu tun, und des Bösen, das zu meiden ist.


1807 Die Gerechtigkeit als sittliche Tugend ist der beständige, feste Wille, Gott und dem Nächsten das zu geben, was ihnen gebührt. 
Die Gerechtigkeit gegenüber Gott nennt man „Tugend der Gottesverehrung“ [virtus religionis]. 
Gerechtigkeit gegenüber Menschen ordnet darauf hin, die Rechte eines jeden zu achten und in den menschlichen Beziehungen jene Harmonie herzustellen, welche die Rechtschaffenheit gegenüber den Personen und dem Gemeinwohl fördert. 

Der gerechte Mensch, von dem in der Heiligen Schrift oft gesprochen wird, zeichnet sich durch die ständige Geradheit seines Denkens und die Richtigkeit seines Verhaltens gegenüber dem Nächsten aus. 

„Du sollst weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht sollst du deinen Stammesgenossen richten“ (Lev 19, 15). 
„Ihr Herren, gebt den Sklaven, was recht und billig ist; ihr wißt, daß auch ihr im Himmel einen Herrn habt“ (Kol 4, 1).

1808 Die Tapferkeit ist jene sittliche Tugend, die in Schwierigkeiten standhalten und im Erstreben des Guten durchhalten läßt. 
Sie festigt die Entschlossenheit, Versuchungen zu widerstehen und im sittlichen Leben Hindernisse zu überwinden. 

Die Tugend der Tapferkeit befähigt, die Angst, selbst die vor dem Tod, zu besiegen und allen Prüfungen und Verfolgungen die Stirn zu bieten. 
Sie macht bereit, für eine gerechte Sache auch das eigene Leben zu opfern. 

„Meine Stärke und mein Lied ist der Herr“ (Ps 118, 14). 
„In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“ (Joh 16, 33).

1809 Die Mäßigung ist jene sittliche Tugend, welche die Neigung zu verschiedenen Vergnügungen zügelt und im Gebrauch geschaffener Güter das rechte Maß einhalten läßt. 

Sie sichert die Herrschaft des Willens über die Triebe und läßt die Begierden die Grenzen des Ehrbaren nicht überschreiten.
Der maßvolle Mensch richtet sein sinnliches Strebevermögen auf das Gute, bewahrt ein gesundes Unterscheidungsvermögen und richtet sich nach dem Wort: 
„Folg nicht deinem Herzen und deinen Augen, um nach dem Begehren deiner Seele zu leben“1 (Sir 5, 2). 

Die Tugend des Maßhaltens wird im Alten Testament oft gelobt: „Folg nicht deinen Begierden, von deinen Gelüsten halte dich fern!“ (Sir 18, 30). 
Im Neuen Testament wird sie „Besonnenheit“ oder
„Nüchternheit“ genannt. Wir sollen „besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben“ (Tit 2, 12). 

(Quelle: Katechismus der Katholischen Kirche)


(kleine Minikarte von www.agnus-dei-verlag.de)