Bahnstrecken‎ > ‎

Schmalspurbahn Zittau-Friedland

Zwischen Zittau, Reichenau (heute Bogatynia, PL und dem böhmischen Grenzdorf Markersdorf (heute Markocice, PL wurde am 11. November 1884 eine 13,72 km lange Schmalspurbahnstrecke eröffnet. Diese Strecke zweigte im Zittauer Stadtgebiet von der Strecke der heutigen "Zittauer Schmalspurbahn", welche in Richtung Oybin verkehrt, ab und querte die Neiße in Richtung Reichenau/Bogatynia.
In einem Staatvertrag zwischen Sachsen und Österreich-Ungarn, zu dem Böhmen damals gehörte einigte man sich auf den Weiterbau der Schmalspurbahn bis Hermsdorf (heute Heřmanice, CZ). Dieser etwa 2 Kilometer lange Streckenabschnitt über die Grenze wurde am 25. August 1900 eröffnet. In Hermsdorf/
Heřmanice bestand Umstiegsmöglichkeit zur weiterführenden böhmischen fast 11 Kilometer langen Schmalspurbahn nach Friedland (heute Frýdlant, CZ), die ebenfalls am 25. August des Jahres 1900 feierlich eingeweiht wurde. Sieht man von einigen Sonderzügen ab, gab es auf dieser Strecke nie durchgehenden Personenverkehr, an der Grenze in Hermsdorf musste umgestiegen werden, nur Güterzüge durften - mit Dampflokwechsel (sic!) - weiterfahren.

Auf deutscher Seite zwischen dem Bahnhof und der Neißebrücke fuhr kurz nach Kriegsende und Grenzziehung am 10. Dezember 1945 der letzte Zug auf der Strecke. Auf polnischer Seite wurde nach dem Krieg 1951 der Verkehr zwischen dem Neißegrenzort Sieniawka/Kleinschönau und Bogatynia/Reichenau wieder aufgenommen und 1960 sogar bis Markocice/Markersdorf ausgeweitet, obwohl bereits 1961 der Verkehr auf dem ganzen polnischen Streckenabschnitt eingestellt wurde.
Auf tschechoslowakischer Seite (Hermsdorf-Friedland) lag die Strecke nach Kriegsende für den Personenverkehr von 1947 bis 1957 brach, wurde dann aber auch wieder in Betrieb genommen. Bereits 1976 beendete man jedoch auch auf böhmischer Seite den Zugbetrieb und richtete einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. 1984 wurde die Strecke offiziell stillgelegt und bis 1997 abgebaut.


Comments