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Achillessehne

Achillessehnenbeschwerden sind häufig. Zum Einen ist die Enthese entzündlich verändert bei Spondyloarthritiden, zum Andern kommt es häufig zu Nichtinsertionstendinopathien bei mechanischen Überlastungen.
 
Weblinks:

Achillessehnenruptur

Anatomie - UZH

Aktuelle Publikationen (SCIRUS)

Fersenschmerzen - Vortrag

Funktionelle konservative Nachbehandlung bei Achillessehnenrupturen

Orthopädie Lehrbuch - Artikel

 
 

Peritendinitis: Verdickung des Peritendineums/Paratenons mit Fibrinablagerungen,  oft bedingt durch mechanische Reizung der äußeren Strukturen.

Klinik: Schwellung im distalen Sehnenbereich, bei Bewegung typische Krepitation palpabel.

Abklärung: Sonographie: Verdickung des peritendinösen Gewebes. Oft gleichzeitig Bursitis.

Therapie: Anpassung des Schuhwerkes. Lokal entzündungshemmende Massnahmen. Dehnübungen.

 

Tendinose der Achillessehne: Entzündung der inneren Schichten der Achillessehne. Gestörte Fersenführung führt zu asymmetrischen Zugverhältnissen intratendinös. Fibrinausscheidung  Verdickung der Achillessehne (degenerativen Veränderungen, Sehnenverkalkungen).

Klinik: Anlaufschmerzen, Schmerzverstärkung nach Belastung. Druckdolenz und Verdickung der Achillessehne.

Abklärung: Sonographischer Nachweis der Sehnenverdickung und allfälliger degenerativer Veränderungen, Verkalkungen und Partialrupturen.

Therapie: Korrektur der gestörten Fersenführung. Leichte Absatzerhöhung. Lokal entzündungshemmende Massnahmen. Physiotherapie mit Bindegewebsmassagen, Dehnübungen
 

Enthesitis der Achillessehne:  siehe Kapitel Spondylarthritiden. Hierbei ist die Achillessehne an der Insertion entzündet und oft von einer Bursitis subachillea begleitet.

 

Achillessehnenruptur: Diese kann traumatisch oder bei starker vorbestehender Degeneration ohne grosse Krafteinwirkung entstehen. Partial- und komplette Rupturen bedürfen einer interdisziplinären Betreuung mit dem Chirurgen und dem Physiotherapeuten. Diagnostik: Klinik und Ultraschall


Funktionelle konservative Nachbehandlung bei Achillessehnenrupturen

nach 3 - 5 Tagen wenn Gips entfernt ist Vollbelastung im Künzli-Schuh (bei Schmerz -> Stockentlastung) Gangschule (Pat. darf nicht aktiv abrollen und nicht Abstoßen) Instruktion Treppe Start Propriozeption: u.a. Einbeinstand isometrische Übungen für DE/PF im Schuh (innerhalb der Schmerzgrenze) Zehen bewegen „Gewölbebauer“ (Fusslängsgewölbe) im Sitzen (ohne Schuh), im Stehen mit Schuh Beginn MTT: Erhaltung der Kraft der UE der nicht beteiligten Muskulatur (Fahrrad und Leg press mit Druck über Ferse, Squat, Step up, Lunges etc.) Falls nötig Lymphdrainage (zentraler Aufbau bis Kniekehle, prox. US)   

nach 3 Wochen lokales Stoffwechseltraining OSG im schmerzfreien, erlaubten Bewegungsausmass (PF/DE: 70/20/0) passive Mobilisation des USG, der Fusswurzelknochen und des Grosszehengrundgelenks und Instruktion von Selbstmobilisationen (CAVE: keine physiologische Mobilisation der DE im OSG) MTT: weitere Steigerung innerhalb der Schmerzgrenze, Aufbau Propriozeptionstraining  falls nötig weiter mit Lymphdrainage

nach ca. 8 Wochen: abhängig von Sonographiebefund Absatzabbau auf 2 cm Schuhe nachts weg (CAVE: aufstehen in der Nacht nur mit Schuh!) weiter mit MTT (im Ausdauer-, Kraftbereich) beginnen des Training der Wadenmuskulatur und der Hamstrings auch ohne Schuh, jedoch mit Keil. Bsp.: Sitzend mit Keil aktive PF OSG und im ADL Bereich aktives Abrollen erlauben. intensives Propriozeptionstraining  

ab 10 Wochen: exzentrisches Training Rein exzentrisches Training, konzentrischer Weg unter Entlastung einbeinig (exz.) wenn genügend Kraft und keine Schmerzen vorhanden sind mit gebeugten (Betonung des Mm soleus) und gestrecktem Knie ausführen 2-mal täglich jeweils 3 Sets à 15 Wiederholungen Schmerzfreie Ausübung

nach ca. 12-16 Wochen: abhängig von Sonographiebefund Absatzabbau auf 1 cm bzw. Ferseneinlage über ½ Jahr, Halbschuh weiter mit MTT (Training im Hypertrophiebereich) Beginn mit aktiver DE (mit Knie FLEX) im schmerzfreien ROM Gelenkmessung nach Neutral-O-Methode  Beginn Lauftraining Beginn Sprungtraining Beginn sportartspezifisches Training à Velofahren outdoor erst ab 3 Monaten in ebenem Gelände

ab 6 Monaten abhängig von Sonographiebefund keine Absatzerhöhung mehr Weiter mit sportartspezifischem Training Beginn Stop and Go Sportarten Beginn Kontakt- und Mannschaftssport Aktive (anguläre) Mobilisation der Dorsalextension, wenn nötig forciert aktiv und passiv Dehnen (falls nötig) 

6-12 Monate: Sportfähigkeit wieder hergestellt

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