EU-Pläne

Angriffe auf traditionelle Naturprodukte

Schon seit Jahren gibt es Bestrebungen innerhalb der EU, die Herstellung und Vermarktung von Naturkosmetik durch gesetzliche Bestimmungen und Einschränkungen und das Verbot von seit Jahrtausenden verwendeten Naturstoffen mehr und mehr zu erschweren.

Eine daraus resultierende Bestimmung (Änderung der Kosmetikverordnung 2005) ist am 09.03.2005 in Kraft getreten. Sie schreibt vor, dass 26 verschiedene, sogenannte "allergene Duftstoffe" die in natürlichen ätherischen Ölen, wie Zitronen-, Orangen-, Mandarinen-, Lavendel-, Geranien-, Nelkenöl usw. vorkommen, gesondert in ihrer chemischen Bezeichnung deklariert werden müssen! Beim umweltbewussten Konsumenten wird so der Eindruck von "viel Chemie im Naturprodukt" erweckt. Dasselbe gilt für die mittlerweile für ätherische Öle vorgeschriebene Flut an Gefahrensymbolen. Für tausende synthetische Geruchs- und andere Inhaltstoffe von Kosmetik- und Reinigungsprodukten, bei denen man noch keine Langzeiterfahrungen besitzt, gilt diese Bestimmung nicht.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass nur 1-3% der europäischen Bevölkerung allergisch auf Duftstoffe reagie- ren, wobei bei dieser Angabe nicht zwischen künstlichen und natürlichen Düften unterschieden wird. Zudem sind ätherische Öle immer Duftstoffgemische, deren allergenes Potential - so überhaupt vorhanden - nicht an einzelnen, aus dem Zusammenhang Hunderter, z.T. noch nicht einmal erforschter Inhaltsstoffe, gerissenen Bausteinen festgemacht werden kann, denn sie wirken immer als Ganzes und als solches in der Regel problemloser, als man von einzelnen Inhaltsstoffen erwarten würde. Ausgebildete und entsprechend verantwor-tungsbewusste Anwender ätherischer Öle sind sich dessen und der sich daraus ergebenden bestmöglichen Dosierung durchaus bewusst.

Deckmantel Konsumentenschutz: Im Österreichischen Parlament wurden diese zweifelhaften, naturdiskriminierenden Gesetze unter dem irrigen Deckmantel "Konsumentenschutz" zur Abstimmung eingebracht und von allen Parteifraktionen teilweise in Unkenntnis ihrer weitreichenden Folgen einstimmig beschlossen.

Die EU-Verordnung "REACH" forderte ursprünglich die äußerst kostenintensive Registrierung sämtlicher chemischer Substanzen inklusive der Naturstoffe ab 1 Tonne Jahresverbrauch, wobei nach zahlreichen Protesten nachträglich eine Ausnahmeregelung für manche Naturstoffe getroffen wurde (Verordnung Nr.987/2008 der Kommission vom 8.Oktober 2008). Ätherische Öle sind bis dato jedoch von der Reglung nicht ausgenommen.

Die zu erwartenden Folgen:
Unmengen an TIERVERSUCHEN, das Verschwinden zahlreicher, weniger gängiger Roh- und Naturstoffe vom Markt, eine generelle Rohstoff-Verteuerung und die Vernichtung von Arbeitsplätzen.

Auch natürliche Duftstoffe fallen also unter diese Auflagen, was katastrophale Folgen für Kosmetik und vor allem für Naturkosmetik-Erzeuger hat. Seit Jahrzehnten bewährte und beliebte Rezepturen müssten geändert werden.
Die Auswirkungen betreffen vor allem die Kleinerzeuger und das Kleingewerbe. Denn die vorgeschriebenen Zulassungsverfahren erfordern einen Kostenaufwand von hunderten bis tausenden Euro pro Einzelsubstanz, je nach Umfang des bereits vorliegenden zulassungsrelevanten Datenmaterials.
Dies bedeutet, dass nur absatzintensive Stoffe von entsprechend finanzkräftigen Unternehmen zur Zulassung eingereicht werden können, während andere ohne Zulassung bleiben werden.
Abertausende Tierversuche müssen dann neben in vitro-Methoden zwingend durchgeführt werden!!!

Der Bund deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) schätzt, dass damit mehr als 40% der in der chemischen, kosmetischen und in Industriezweigen derzeit verwendeten Substanzen und Stoffe vom Markt verschwinden werden.

Angeblich hat die starke Lobby der Chemiekonzerne einige Änderungen zu ihren Gunsten herbeiführen können. Sobald wir Näheres wissen, werden wir es an dieser Stelle berichten.

EU-Totalverbot wichtiger heimischer Kräuter droht

Der Druck der Lobbyisten auf die Naturkosmetik wird immer massiver.

So hat der CIR (Cosmetic Ingredients Review), eine Institution der US-Kosmetik-Industrie die Verwendung von seit Menschengedenken verwendeten Kräutern wie Ringelblume, Arnika, Schafgarbe und Johanniskraut als problematisch bezeichnet, deren Eignung für die Kosmetik angezweifelt und von der EU entsprechendes Handeln gefordert.

Auch das im Orient schon seit Jahrtausenden zur Haarpflege und Körperbemalung verwendete Henna und der schon im Altertum wichtige Naturfarbstoff Indigo sollen ebenso wie Safran, Esche, Faulbaum, Lanolin und sogar Walnuss als Kosmetikinhaltsstoffe in Diskussion.

Desgleichen bereitet man in Brüssel ein Einsatzverbot von Soja und Rotklee in der Kosmetik vor. Ebenfalls von einem Verbot in der Kosmetik bedroht sind einige der wichtigsten ätherischen Öle wie Rosenöl, Pimentöl, Basilikumöl, Lorbeeröl, Liebstöckelöl, Estragonöl oder Citronellaöl. Begründet wird dies mit deren Gehalt am natürlichen Duftstoff Methyleugenol, den die EU-Kommission im Visier hat. Ein derartiges Verbot wichtigster natürlicher Duftöle würde jedenfalls mehr Freiraum für synthetische Duftstoffe schaffen.

Das geplante EU-Totalverbot des wertvollen und in Kosmetik und Aromatherapie vielseitig verwendeten Teebaumöls konnte -aufgrund zahlreicher Proteste- vorerst bis Juni 2006 aufgeschoben werden.

FALLS SIE ERFAHRUNG MIT TEEBAUMÖL HABEN, BETEILIGEN SIE SICH BITTE AN DER BEFRAGUNG zum Thema TEEBAUMÖL. Cropwatch, London und die Natural Oils Research Association-N.O.R.A.-International, München haben den vorliegenden Fragebogen ausgearbeitet.
Es soll versucht werden, mit dieser Befragung Beweismaterial zu liefern für die Verhinderung des Verbotes von Teebaumöl. Bitte füllen Sie den Fragebogen möglichst genau und vollständig aus, speichern und senden ihn als Anhang an die folgende e-mail-Adresse : prof.wabner@nora-international.de.

Detailierte GESAMTÜBERSICHT über die wichtigsten, derzeit geplanten EU-Verbote und Reglementierungen von Naturstoffen

Kosmetik-Kleinerzeuger besonders bedroht

Die aktuellen gesetzlichen Einschränkungen und Hürden sind vor allem für die eher auf Naturkosmetik eingestellten Kosmetik-Kleiner-zeuger besonders existenzgefährdend. Durch die 2013 in Kraft getretene Neufassung der EU-Kosmetik-Verordnung (Verordnung Nr.1223/2009 vom 30.November 2009 über kosmetische Mittel) kommt es zu einer massiven Verschärfung der seit einigen Jahren bestehenden, kostspieligen Verpflichtung zur Erstellung einer Sicherheitsbewertung für jedes auf dem Markt angebotene Kosmetik-produkt - eine Maßnahme, die viele Kleinkosmetikerzeuger, auf welche ohnedies auch die umfangreichen Auflagen der GMP ("Good Manufacturing Practice") zukommen, sowohl finanziell als auch vom Arbeitsaufwand her überfordern wird.

Die Hintergründe: Dass es sich bei diesem Vorgehen nicht, wie vorgegeben, lediglich um den Schutz von Konsumenten handeln kann, ist bei konkreter Betrachtung leicht ersichtlich. Vielmehr geht es wahrscheinlich um die nicht uninteressanten Naturkosmetik-Markt-anteile (die Naturbranche ist dem Vernehmen nach in den letzten Jahren die einzige mit steigenden Umsätzen), über welche die Konzerne gerne allein verfügen möchten.

Von den betroffenen Kosmetik-Herstellern und Händlern werden diese Entwicklungen mit berechtigter Sorge wahrgenommen. Aber weder von der Regierungsseite Österreichs noch von Seiten der Wirtschaftskammer wurden bis jetzt wirksame Gegenmaßnahmen gesetzt.

Einzelne Hersteller-Verbände, wie z.B. ICADA, der auf fundierter, juristisch-wissenschaftlicher Basis sowohl bestehende als auch geplante Gesetze gegen den Einsatz von Naturstoffen anficht, stellen sich damit auf die Seite von Natur, Konsumenten sowie kleinen und mittleren Naturkosmetikherstellern. Daher ist uns die Zusammenarbeit der Initiative Ringelblume mit dem ICADA besonders wichtig.

Wir hoffen so gemeinsam einen Beitrag dazu leisten zu können, dass unser Körper auch in Zukunft die Pflege mit Stoffen, wie die Natur sie uns gibt, genießen kann! Nicht zuletzt handeln wir damit im Sinne einer Erhaltung unseres schönen Planeten.

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