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Allergene Geruchstoffe

veröffentlicht um 19.09.2012, 23:54 von Initiative Ringelblume   [ aktualisiert: 19.09.2012, 23:55 ]

von Dietrich Wabner, Prof.Dr.Dr., TU München, Natural Oils Research Association

Von den 26 angeblich allergenen Parfüm-Stoffen sind 18 Inhalts-Stoffe von natürlichen ätherischen Ölen. Ab März 2005 (Änderung der Kosmetikverordnung 2005, siehe Anhang: law_68.pdf) müssen diese Stoffe auf der Verpackung bzw. auf dem Beipack deklariert werden wenn folgende Konzentrationen überschritten werden: rinse-off-Produkte 0,01% und leave-on-Produkte nur 0,001%.

alpha-Methylionon, Amyl-Zimtalkohol, Amyl-Zimtaldehyd, Anisyl-Alkohol, Baummoos-Extrakt, Benzylalkohol, Benzylbenzoat, Benzylcinnamat, Benzylsalicylat, Butylphenylmethylpropional, Citral (Geranial, Neral), Citronellol, Coumarin, Eichenmoos-Extrakt, Eugenol, Farnesol, Geraniol, Hexylzimtaldehyd, Hydroxycitronellal, Hydroxyisohexyl3-cyclohexen-carbaldehyd, iso-Eugenol, Limonen, Linalool, Methyl2-octynoat, Zimtaldehyd, Zimtalkohol

In einem Artikel in der letzten Ausgabe der Zeitschrift Ökotest wird die Liste der angeblich allergenen Inhalts-Stoffe von ätherischen Ölen wesentlich kritischer betrachtet als bisher.
Linalool und Limonen z.B. werden nicht mehr als stark abwertend für die Ökotest-Beurteilungen angesehen.

Bei aller Literatur, die zu der Liste der angeblich allergenen Stoffe geführt hat, sind ganz wesentliche, sehr kritische Anmerkungen zu machen. Es wurden in der meist nur Einzelstoffe untersucht und nicht die natürlichen, realen Gemische, welche die ätherischen Öle darstellen.

Es ist erstaunlich, dass von einer Arbeit des Dermatologen Woeber keine Notiz genommen wird, der schon 1969 feststellte, dass die ätherischen Öle regelmäßig wesentlich geringere Reiz-Wirkung aufwiesen, als entsprechende Einzel-Inhaltsstoffe. Er verwendete allerdings als Inhaltsstoffe sogenannte Isolate aus natürlichen ätherischen Ölen.

Bei allen späteren, für die Liste der angeblich allergenen Stoffe herangezogenen Untersuchungen, ist mit Sicherheit anzunehmen, dass es sich um synthetisch hergestellte Einzelstoffe handelt. Für alle solche Untersuchungen wäre absolut zu fordern gewesen, dass vor und während den Untersuchungen die Qualität der Einzelstoffe gaschromatographisch auf Nebenbestandteile wie chlorierte Verbindungen untersucht worden wäre.

Dringend nötig wäre auch die regelmässige Bestimmung der Peroxid-Zahl. Es hatte nämlich bereits im Jahre 1969 der Kollege Woeber gezeigt, dass Peroxid-Zahlen über 10 die allergenen Potentiale der untersuchten Stoffe wesentlich erhöhen.
 
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law_68.pdf
(122k)
Initiative Ringelblume,
19.09.2012, 23:54
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