Varroa Befall richtig abschätzen

Hier werden Methoden beschrieben wie der Varroa Befall eines Volkes abgeschätzt werden kann.

Gerenell sei hier die vom deutschen Imkerbund herausgegebene Broschüre "Varroa unter Kontrolle" erwähnt. 
Downloadbar hier (beschreibt die verschiedenen Behandlungsmethoden, sowie die in Deutschland zugelassenen Behandlungsmittel):

Befallsabschätzung mit der Windeldiagnose

in Arbeit, muss noch ergänzt werden ...

Erstmal ein paar Fotos von 'Windeln' mit deutlichem Varroabefall (nach Behandlung mit Ameisensäure)


in Arbeit, muss noch ergänzt werden ...






Befallsabschätzung mit der Bienenprobe (Auswaschen)

Laut Dr.Ralph Büchler, ADIZ 7/2006, soll eine Bienenprobe in kürzester Zeit Auskunft über den Varroabefall eines Volkes geben. Im Gegensatz zur Windeldiagnose (s.o.),  die sich zeitlich über Tage/Wochen erstrecken kann und dennoch nicht richtig ausssagekräftig ist, sind pro Volk nur wenige Minuten notwendig, Die Bienenprobe zeigt den relativen Befallsgrad, ist also unabhängig von der Volkstärke. 
Zwei wichtige Artikel aus dem Bieneninstitut Kirchhain beschreiben das Thema im Detail:


Ich habe dieses Verfahren erstmalig testweise angewendet, weil ich nach einer Probe mit OS (Oxalsäure) im Oktober 2010 (nach 2 maliger AS Langzeitbehandlung) noch sehr viele Milben auf der 'Windel' vorfand. (nach einem Tag 25-70 Milben, am zweiten Tag über 100, am dritten Tag 50).

Die Probe läuft wie folgt ab:
  • aus dem Honigraum (mittig) oder von einer Randwabe bei einzargigen Völkern werden mind. 30g Bienen (=300 Bienen) auf die Plastikabdeckfolie des Volkes geschüttelt. Die Folie wird der Länge nach zusammengefalltet und die Bienen in ein ca. 100ml Behältnis geschüttelt (oder ein 250g Honigglas ca. zur Hälfte gefüllt - dieses Glas nimmt voll etwa 600-800 Bienen auf)
  • das Glas wird verschlossen und gleich in eine Kühltasche gestellt (sonst verbrausen die Bienen sehr schnell in dem kleinen Behältnis)
  • das Einsammeln der Bienen wird bei allen zu messenden Völker identisch durchgeführt. Jedes Glas wird mit der Nummer des Volkes beschriftet
  • zu Hause kann man die Bienen in der Gefriertruhe abtöten, sofern in der Kühltasche noch nicht geschehen
  • danach wird in die Bienenproben ein Tropfen Spülmittel und soviel Wasser gegeben, dass man die Probe noch gut schütteln kann
  • nun werden die Bienen geschüttelt, 15 Min. stehen gelassen und danach nochmals geschüttelt (je 20-30Sek. sind ausreichend)
  • der Inhalt des Glases wird in einem Doppelsieb ausgewaschen, am besten mit einem kräftigen Brausestrahl
  • in dem groben Sieb bleiben die Bienen, im feinen Sieb die Milben
  • die Zahl der Milben wird auf 10 g Bienen heruntergerechnet was dem prozentualen Befall des Volkes entspricht (da 10 Bienen ca.1g wiegen).

    Ein Beispiel:
    eine Bienenprobe wiegt ohne Glas 53g und es werden 16 Milben gezählt. Auf 10 Gramm Bienen ergibt das 16 / 53 * 10 = 3,01 Milben.
    Das bedeutet dass das Volk einen relativen Varroa Befall von 3,01% aufweist.


Vorteile des Verfahrens:
  • der ermittelte relative Befall ist unabhängig von der Volkstärke (Windeldiagnose gibt nur den absoluter Milbenfall, ungeachtet davon ob das Volk stark oder schwach ist. 3 Milben pro Tag bei einem kleinen Volk sind dramatischer als 3 Milben bei einem starken Volk!)
  • man benötigt nur wenige Minuten pro Volk (im Vergleich zur zeitaufwendigen Windeldiagnose)
Nachteil des Verfahrens:
  • es werden 300-600 Bienen getötet, was jedoch lt. Dr.Büchler kein Problem darstellen sollte
  • Königin in der Probe - es versteht sich von selbst dass man die Königin nicht mit in die Probe schüttelt, daher entnehmen wir die Bienen dem Honig-/Futterraum


Wie hoch darf die Schadschwelle sein?

Ob das Volk gefährdet ist kann in dem oben genannten Dokument "Varroa Schadschwellen" in einer Tabelle abgelesen werden. Je nach Zeitpunkt der Bienenprobe im Jahr kann das unterschiedliche Auswirkungen haben.
Bspw. kann ein Volk mit 4% Varroa Befall im Oktober den Winter noch überleben, während ein Volk mit nur 1% Befall Anfang Juli ein Kandidat für einen Zusammenbruch sein kann. Anfang Oktober wird ein Befall von > 5% als kritisch eingestuft.



Beispiel Berechnungs Tabelle:

 Datum Volk Standort
Bienengewicht
in Gramm
gezählte
Milben
Befall (auf
10g Bienen)
 Kommentar
 09.10.10 40Hof, zu Hause 60 27 4.50% alle Völker haben 2x AS85% Langzeitbehandlung hinter sich;
Volk hatte zuvor am 6.10. OS zur Kontrolle geträufelt bekommen, es fallen seither täglich ca.50 Milben
 06.10.2010 24 Hahnbüschel

 44184.09%Volk zeigte schwachen Flug, es waren in Summe 338 Bienen, d.h. 0,13018g wiegt eine Biene, 100 Bienen wogen hier 14g. (Waage geht nur auf 1gr genau)
 06.10.2010  2Hahnbüschel  491.43% hatte 3 Tage zuvor OS bekommen (25M.am1.Tag,40M.am2.Tag)




Befallsabschätzung mit der Bienenprobe (Puderzucker)

Neues Verfahren (ohne Abtöten der Bienen) mittels Puderzucker
Dieses Verfahren war in der ADIZ 08/2011 beschrieben und hat den Vorteil dass die Bienen nicht abgetötet werden. Zum Vorgehen siehe Fotostrecke ab dem ca. 7. Bild.
Die Ermittelung der Zahl der Bienen, das Auszählen der Milben und die Berechnung erfolgt genauso wie oben beschrieben, auch die Schadschwellen sind die selben.