Glossar

siehe auch unsere FAQ 

A


Ableger
zur Vermehrung und/oder Schwarmverhinderung abgezweigter Teil eines Bienenvolkes. Meist eine Ablegerbeute an einem neuen Standort (siehe auch Flugling, Kunstschwarm, Saugling).
 
ABPV
Acute Bee Paralysis Virus siehe: EMBL-EBI
 
Acer saccharinum siehe unten: Silber-Ahorn (Wikipedia)

ADIZ
Allgemeine Deutsche Imkerzeitung
 
Aethina tumida (Murray 1867) (Kleiner Beutenkäfer, syn. Bienenstockkäfer, hive beetle)
Dieser Glanzkäfer stammt ursprünglich aus Afrika südlich der Sahara. Mittlerweile erreichte er USA, Ägypten, Canada, Australien.
Zwei heimische Arten sind ähnlich: Cychramus variegatus (Herbst 1792) eine pilzbewohnende Art und C. luteus (Fabricius 1787) eine blütenbewohnende Art. Beide sind nicht schädlich für Bienen. Das Auftreten in Canada weist darauf hin, dass der Beutenkäfer auch bei uns einwandern könnte.

Amborella trichopoda (Wiki)
Urblütenpflanze oder Schwester aller Blütenpflanzen, die nur endemisch in Neukaledonien vorkommt. Sie repräsentiert die ersten Blütenpflanzen die sich vor 140 Millionen Jahren auf dem sich auflösenden Urkontinent Pangäa entwickelten. Käfer bestäubten diese Blüten, da es noch keine Bienen gab. Grabwespen entwickelten daraufhin Blütenbestäubung und es entstanden aus dieser Symbiose die Wildbienen. Die bisher älteste Ur-Biene stammt aus dem Birma-Bernstein und ist ~ 100 Millionen Jahre alt. (siehe Melittosphex burmensis).
 
Ameisensäure
wird zur Bekämpfung der Varroa Milbe eingesetzt. Das Verfahren schaute man der Natur ab - Details dazu siehe weiter unten unter Einemsen

Anaphylaxie (Erste Hilfe
Schwere allergische Reaktion auf einen Bienenstich.
Erste Hilfe; Notfallbehandlung Anleitung:
2. Anapen (engl. Anleitung) auch in Deutschland verschrieben

Anbrüter
eine Möglichkeit der Königinnenzucht mit guter Erfolgsquote. Eine kurze Beschreibung siehe hier

Anzahl Bienenvölker und Imker(innen) in Deutschland
622.109 Bienenvölker
88.478 Imker(innen)
Quelle: ADIZ/die biene 3/2013

Apis mellifera Linnaeus 1758
wissenschaftliche Artbezeichnung der westlichen Honigbiene.
Nach der binären Nomenklatur setzt sich der Artname aus Gattungsnamen und Epitheton zusammen.
Apis ist der Gattungsname; mellifera das Epitheton -> zusammen bilden die zwei den Artnamen. Hinzu kommt der erstbeschreibende Autor und das Jahr der Erstbeschreibung. Bei der Honigbiene ist das Carolus Linnaeus oder Carl von Linné.
Rassen bzw. Unterarten werden durch einen dritten Namen bezeichnet: z.B. A. m. mellifera; A. m. carnica, A. m. ligustica.
Zuchtlinien sind taxonomisch keine biologisch-geographischen Rassen im engeren Sinne.

Apis mellifera capensis Escholtz = Kapbiene
Geographische Rasse beschränkt auf die Spitze Südafrikas. Arbeiterinnen weiselloser Völker produzieren parthenogenetisch (Automixis) diploide Arbeiterinnen bzw. Königinnen. Drohnen werden kaum produziert.
Weibliche, eierlegende Arbeiterinnen dringen nicht in Populationen der geographisch benachbarten Rasse A. m. scutellata ein, obwohl extensive Hybridisierung zwischen den Rassen stattfindet. A.m.scutellata beseitigt evtl. agressiv Rassenhybride. Es handelt sich daher evtl. auch um einen Rassenkreis, Subspezies oder sogar Schwesterarten von Apis mellifera mellifera. Studien entlang von Hybridgürteln zeigen, dass A. m. capensis bedroht ist auszusterben. Die Rasse verdient somit einen Schutzstatus, ähnlich dem des Berggorillas in Afrika. (Für Referenzen s. Literaturliste).

Apistan
Ein Mittel zur Bekämpfung der Varroa Milbe (Apistanstreifen). Wirkstoff  Fluvalinat, ein Pyrethroid.
 
Apocephalus borealis Buckelfliege, synonym: Rennfliege, Phoridfliege
legt Eier in adulte Arbeiterinnen, schlüpfende Larve parasitiert und tötet Biene (Originalartikel engl. & freier PDF download)
 
APV Akutes Paralyse Virus (siehe auch ABPV und CBPV)
verursacht Tod sowohl von Bienenbrut als auch adulten Bienen. Überträger ist vermutlich die Varroa Milbe Varroa jacobsoni. APV wurdegelee auch in Hummeln der Gattung Bombus gefunden. Literatur:

Govan, V. A., N. Leat, M. Allsopp, and S. Davison. 2000. Analysis of the complete genome sequence of acute bee paralysis virus shows that it belongs to the novel group of insect-infecting RNA viruses. Virology 277:457-63.

 
Arbeiterin
weibliche diploide (=doppelter Chromosomensatz wie Königin) Biene. Steril. Sie steuert keine Gene zur Keimbahn des Bienenvolkes bei (verkümmerte Ovarien). D.h. ihre Gene gehen in der Natur niemals in die nächste Generation ein.
Arbeiterinnen bilden zahlreiche "Kasten", wie z.B. Ammenbienen, Heizerbienen, Sammlerinnen, Wächterinnen u.a.
In weisellosen Völkern können Arbeiterinnen als Drohnenmütterchen auch unbefruchtete haploide Eier legen aus denen nur Drohnen schlüpfen.

Art (= biologischer Artbegriff)
Arten sind Gruppen von sich wirklich oder potentiell sich fortpflanzenden natürlichen Populationen, die reproduktiv von anderen solchen Gruppen isoliert sind (Mayr, 1967)

Bienen-problematische Hornisse als Neozoe nun auch in Deutschland

B

Balance der Kasten im Bienenstock
Im Bienenstock wird das Verhältnis der Zahl von Arbeiterinnen und Ammenbienen durch feed back loops kontrolliert.
Beispiel: Nektar sammelnde Arbeiterinnen geben ihren Nektar im Stock an Annahmebienen ab. Stimmt aufgrund sich verändernder Blütentracht das Verhältnis von Nektareintrag durch die Sammler mit Nektarabnahme durch die Annahmebienen nicht überein, dienen der Schwänzeltanz und der Zittertanz als Regulatoren zum Ausgleich dieser Balance:
Der Schwänzeltanz rekrutiert mehr fliegende Sammlerinnen.
Der Zittertanz rekrutiert mehr Annahmebienen aus der Menge jüngerer Ammenbienen. (siehe FAQs zum Mechanismus)

Bannwabenmethode zur Reduktion von Varroa-Befall
Die Königin wird durch Absperrgitter für 5 bis 6 Wochen auf die jeweils einzige Brutwabe im Volk gebannt. Etwa alle 7 bis 10 Tage wird diese Brutwabe gegen eine Leerwabe getauscht. Die volle Brutwabe wird bis zur Verdeckelung im Volk belassen und dann vernichtet. Der Vermehrungszyklus der Varroamilben wird dadurch unterbrochen. Für etwa 6 Wochen gelingt es keiner Milbe, aus einer Brutzelle zu schlüpfen. Dies entspricht etwa 2 Vermehrungszyklen der Varroamilbe. Nur sehr wenige Varroamilben werden sich, wenn offene Brut zur Verfügung steht, für mehr als 6 Wochen ununterbrochen in der phoretischen Phase befinden. (Textquelle).

 
Bärenfang
Ein Likör aus Alkohol, Kräutern und Honig, siehe auch (Honigwein / Met)
 
Baurahmen
leerer oder gedrahteter Holzrahmen in unterschiedlichen Abmessungen (Zander, Dadant, Flachzarge, Deutsch Normal). Eingehängt im Stock entscheiden die Bienen welche Waben (oft dominiert durch Drohnenzellen) dort eingebaut werden.
Synonyme: Drohnenrahmen; Leerrahmen

BBCC - Bayer Bee Care Center
Die Firma Bayer eröffnete im Sep.2012 dieses Hilfscenter in Monheim mit dem Ziel, nachhaltige Lösungen zur Verbesserung der Bienengesundheit zu erarbeiten. Ein ausführlicher Bericht darüber ist in der Bienenzeitschrift ADIZ zu finden (Heft 11/2012,S.20)

Beespace
siehe Bienenabstand
 
Bernstein-Biene
Bernstein und Copal sind fossile Baumharze aus unterschiedlichen Erdzeitaltern. In ihnen sind häufig Insekten konserviert.
Auch die Vorfahren unserer Honigbiene finden sich im Bernstein.
45 Millionen Jahre alte Biene in baltischem Bernstein (Nordsee & Ostsee) (siehe Picasa)
100 Millionen Jahre alte Biene in burmesischem Bernstein (Poinar, G. O., Jr., and B. N. Danforth. 2006. A fossil bee from Early Cretaceous Burmese amber. Science 314:614.)

Bestandsbuch
In einem Bestandsbuch, ein bestimmtes Formblatt, werden alle Arzneimittel die in ein Bienenvolk verbracht werden, aufgezeichnet. Auch wenn es sich nur um ein Formblatt handelt, ist der Imker verpflichtet dieses Buch (oder viel mehr nur ein DIN-A4 Blatt bei wenigen Völkern) zu führen. Einzutragen sind alle verschreibungs- sowie apothekenpflichtigen Tierarzneimittel. Das sind zur Zeit (2010) Perizin, Bayvarol-Strips, Thymolpräparate (Apiguard,Thymovar,Apilife VAR), Oxalsäurepräparate wie Oxuvar und Oxalsäuredihydrat ad us. vet., sowie alle vom Apotheker hergestellten Präparate.
In einigen Bundenländern wie z.B. in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz  liegen Verordnungen (Therapienotstand) vor, die eine Behandlung mit 85%iger Ameisensäure ad us. vet. im Spätsommer erlauben. Auch diese Behandlung muss im Bestandbuch eingetragen werden.
Nicht ins Bestandbuch müssen die Mittel Milchsäure 15%ig ad us.vet. und die 60%ige Ameisensäure (ad us.vet) da sie weder verschreibungs- noch aphothekenpflichtig sind.
Das Buch muss mindestens 5 Jahre aufbewahrt werden, incl. der Abgaben- und Anwendungsbelege.
 
Bestiften
Eiablage der Königin
 
Beute/Magazin
Bienenkasten bestehend aus einer oder mehreren Zargen, Flugloch etc.
 
Beutenkäfer
siehe Aethina tumida
 
Biene
Begriff abgeleitet aus dem Mittelhochdeutschen "bine"

Bienenabstand
Mit Bienenabstand, auch Beespace genannt, bezeichnet man Räume bzw. Ausdehnungen innerhalb des Bienenstocks die nicht mit Waben verbaut werden. Der Abstand zwischen oberem und unterem Rähmchen sowie zwischen Rähmchen und Beutenwand sollte nicht größer sein als dieser Abstand. Der Bienenabstand beträgt ca. 7mm (plus/minus 1 mm).
 
Bienengift
Der Hauptwirkstoff des Bienengiftes ist Melittin (52%). Es handelt sich dabei um eine Aminosäurekette aus 26 Bausteinen. Sie ist amphiphil, d.h. verträgt sich (ist löslich) in Wasser und Fetten. Durch Einlagerung in Zellmembranen zerstört es den normalen Wasserhaushalt der Zellen. Diese schwellen durch Wasseraufnahme an (Osmose) - die Stelle des Stiches und der Region, in der sich das Gift verteilt schwillt an! Literatur: Othon CM, Kwon OH, Lin MM, Zewail AH (2009) Solvation in protein (un)folding of melittin tetramer-monomer transition. Proc Natl Acad Sci U S A 106:12593-12598

Als Superorganismus unterliegt die Honigbiene ähnlich komplexen Krankheitsphänomenen, wie der Mensch.
 
Bienenprodukte
Honig, Bienenwachs, Pollen, Propolis, Bienengift, Weiselfuttersaft (Geleé Royale)
 
Bienensachverständiger
siehe BSV

Bienensterben 
Definition: überleben weniger als 85% der eingewinterten Bienenvölker die kalte Jahreszeit nicht, so wird von Bienensterben gesprochen.
Allerdings, Seeleys Experimente um Ithaca/New York stellen bei Bienenschwärmen, die natürliche Baumhöhlen besiedeln, eine natürliche Sterblichkeitsrate im ersten Winter von 76% fest.
Diese hohe Sterblichkeit ist NICHT Bienensterben, sondern liegt eher an stochastichen Gründen wie zufälliger Futtereintrag und Größe des Schwarms.
(Seeley, T. D. 2010. Honeybee Democracy. Princeton University Press, Princeton Oxford.)

Bienensterben um 1845 (d.h. in Zeiten in denen es keine Varroa Milben noch Pestizide gab)
Zitat aus: Dzierzon, J., and W. Bruckisch. 1855. Neue verbesserte Bienen-Zucht des Pfarrers Dzierzon zu Carlsmarkt in Schlesien. Schwartz. Seiten 7 & 9 

..."wir haben schon lange und die Bienen immer bestanden, ohne eines Vereins bedurft zu haben; wenn gute Zeit ist, gedeiht die Biene von selbst, und in schlechter Zeit hilft alle Pflege gegen Bienentodt nichts."
......
„Der Herr Pfarrer Dzierzon zu Carlsmarkt hat sich von Jugend auf dieser edlen Kunst, der Bienenpflege gewidmet. Was er bisher erfahren, ausgeführt und erreicht hat, dessen kann sich bis jetzt noch keiner rühmen. Derselbe hat nicht den Vortheil Vermögender gehabt, aus vollem Beutel Unternehmungen machen zu können; seine Versuche haben bei beschränkten Mitteln von der Vorsicht geleitet werden müssen. Was aber heller Verstand und eiserner Wille vermag, hat Herr Pfarrer Dzierzon bewiesen. Er hat durch seine eigenthümliche Verfahrungsart seinen Bestand auf 300 besetzte Bienenwohnungen vermehrt; wohingegen sonst in Schlesien regelmäßig die größten Bienen=Witschaften sich nur auf 20, 30 oder höchstens 50 Beuten beliefen. Kam man durch viele Jahre langsam in der Bienen=Vermehrung vorwärts, so tödtete ein einziges Notjahr die meisten Bienen wieder auf einmal, wie z.B. der lange Winter von 1844 zu 1845.Zu solchen bösen Zeiten trat dann eine Dezimierung ein, doch nicht etwa in der gewöhnlichen Weise, daß etwa der 10te Stock zu Grunde ginge, nein, sondern das Unglück war oft so groß, daß nur der 10te Theil erhalten wurde. So mancher treue Bienenpfleger hätte dem Grame erliegen mögen. Diese schlechten Bienenzeiten hat Herr Dzierzon doch auch durchgemacht, ohne erheblichen Schaden zu nehmen. ....“


Bienenstich
siehe Tierhalterhaftung
 
Bienenstichallergie (schwer)
Erste Hilfe u.a. siehe Anaphylaxie
 
Bienenstock
Beute bewohnt von einem Bienenvolk.
 
Bienenwachs
Bienenwachs ist keine einzelne Chemikalie sondern eine Mischung von Lipiden.
Empirische Summenformel: C15H51COOC30H61
Hauptkomponenten: Palmitat-, Hydroxypalmitat- und Oleat- Ester mit langen Ketten (30 - 32 Kohlenstoffatome) aliphatischer Alkohole.
                                Triacontanylpalmitat CH3(CH2)29O-CO-(CH2)14CH3 und Cerotinsäure (Hexacosansäure) CH3(Ch2)24COOH ,
                                diese prinzipiellen Komponenten, kommen im Verhältnis 6:1 vor.
Farbe: weiß
Schmelzpunkt: 62°C - 64°C. Oberhalb von 85°C verfärbt sich das Wachs.
Entflammungstemperatur: 204°C - eine Selbstentzündungstemperatur gibt es nicht.
Dichte bei 15°C: 0,958 - 0,970 g/cm^3
 
Bienenweide
Gesamtheit aller Pflanzen von denen Bienen ihre Nahrung beziehen.

Bläulingszikade (wikipedia)
Metcalfa pruinosa
Seit einigen Jahren ist dieser Einwanderer (Neozoon) aus Amerika/Brasilien in Europa auf dem Vormarsch.
Nach der Einwanderung über Süditalien ist die Zikade mittlerweile in 12 europäischen Ländern zu finden. In Österreich gibt es sie schon seit 2003. 
Das, was diese Zikade für die Imker interessant macht, ist der viele Honigtau den sie produziert. Und das nicht nur von einer bestimmten Pflanze (wie z.B. von der Weißtanne), sondern von fast allen Pflanzen. In Österreich wurde sie bereits auf fast 300 verschiedenen Pflanzen gefunden. Der Honigtau wird in den Monaten August bis September produziert.
In den südlichen Ländern soll der Metcalfahonig schon wirtschaftliche Bedeutung erlangt haben -> siehe Metcalfahonig
So wie es aussieht wird sie bei uns ankommen, es ist nur noch eine Frage der Zeit.
 
BSV
Bienensachverständiger, er durchläuft eine spezielle Ausbildung, wird vom Veterinäramt auf eine bestimmte Zeit bestellt (z.B. auf 5 Jahre), unterstützt und berät den Veterinär und handelt in dessen Auftrag, z.B. untersucht er Völker auf Gesundheit (damit der Veterinär Gesundheitszeugnisse ausstellen kann), nimmt Futterkranzproben und schickt diese zur Untersuchung, Unterstützt im Falle des Ausbruchs von Seuchen, z.B. Amerikanische Faulbrut, berät Imkerkollegen
 
Buckelfliege (Phoridae) Parasit der Honigbiene
siehe oben Apocephalus borealis (link zum engl. Originalartikel)

C

CCD
Colony Collapse Disorder nennt man in den USA das Phänomen das in den Jahren nach 2006 zu einem massenhaften Sterben von Bienenkolonien führte.
Diagnostik: Ältere Arbeiterinnen haben den Stock verlassen und sind unauffindbar. Königin mit einigen Jungbienen und Brut verbleibt im Stock.
Siehe auch Stichwort Neonicotinoide.
Bienensterben Definition: überleben weniger als 85% der eingewinterten Bienenvölker die klate Jahreszeit nicht wird von Bienensterben gesprochen.
Allerdings, Seeleys Experimente um Ithaca/New York stellen bei Bienenschwärmen, die natürliche Baumhöhlen besiedeln, eine natürliche Sterblichkeitsrate im ersten Winter von 76% fest.
Diese hohe Sterblichkeit ist NICHT Bienensterben, sondern liegt eher an stochastichen Gründen wie zufälliger Futtereintrag und Größe des Schwarms.

 
CBPV
Chronic Bee Paralysis Virus siehe: EMBL-EBI
 

D

Dampfwachsschmelzen
alte Waben können mit einem Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen werden.
Ein Dampfmeister (=Tapetenablösegerät zur Dampferzeugung) wird über einen Schlauch an einen großen Metzgereimer mit Deckel durch ein seitliches Loch angeschlossen.
Ein vorderes Loch im Eimer unten entläßt das flüssige Wachs in einen Edelstahleimer. Man kann je nach Eimergröße max 13 oder bis 25 Zander-Rahmen (bei einer Regenwassertonne)  einschmelzen.
Alternative: Schmelztrichter
 
 
Deutscher Imkerbund e.V.
1907 als Zusammenschluß zwischen dem "Deutschen binenwirtschaftlichen Zentralverein" und dem "Reichsverein für Bienenzucht" entstanden; 1949 neu gegründet; Dachverband der deutschen Imker.

Diastase
Bestandteil des Honigs. Diastase war das erste entdeckte Enzym überhaupt. Der Begriff ist veraltet und übergeordnet für alle Enzyme, die die Spaltung von Stärke zu Maltose katalysieren. Diese heißen:  α-, β-, or γ-Amylase (alles Hydrolasen) die allgemein Kohlenhydrate abbauen. z.B.   α- Amylase degradiert Stärke in ein Gemisch des Disaccharids Maltose, des Trisaccharids Maltotriose, welches drei  α (1-4) -verknüpfte Glucosereste und Oligosaccharide (bekannt als Dextrine mit α (1-6) verknüpften Glucoseresten) enthält.
 
Drohn (auch die Drohne)
männliche haploide (= einfacher Chromosomensatz)  Biene. Sie besitzt keinen Stachel.
Ein Drohn entsteht aus einem unbefruchteten Ei der Königin, und hat keinen Vater, sehr wohl aber einen Großvater.
 
Drohnenmütterchen / Drohnenbrütigkeit
Eier legende Arbeiterinnen. Aus den Eiern schlüpfen ausschließlich (haploide) Drohnen, da Arbeiterinnen nie begattet sind. Ob ein Volk drohnenbrütig ist, erkennt man im Frühstadium an den unregelmäßig gelegten Eiern die kreuz und quer in der Zelle liegen, auch mal nur an der Zellwand haftend. Doch vor allem erkennt man die Drohnenbrütigkeit daran, dass mehrere Eier pro Zelle abgelegt werden, es können auch schon mal 5 oder 6 Eier pro Zelle sein. Nicht zu verwechseln mit sehr jungen Königinnen in kleinen Kästchen, sie legen zu Beginn auch schon mal mehr als ein Ei in eine Zelle, aber nur in den ersten Zellen was nach ein paar Tage erledigt ist. Wenn die unbefruchteten Eier in der Zelle verdeckelt werden, stellt sich die Wabe wie eine buckelige Landschaft dar. Daher wird oftmals der Begriff buckelbrütig benutzt.
 
Dufour-Drüse
Pheromon/Duft-Drüse am Ende des Abdomen, dient zur Kommunikation der Insekten.

Durchlenzung
Übergang vom Winter- zum Sommervolk.

E

Einemsen (engl. anting) siehe Wikipedia
Der Begriff leitet sich ab von "Emse" (ein mundartlicher Ausdruck für Ameise).
Ein bei vielen einheimischen Volgelarten (Eichelhäher, Saatkrähe, Star, Amsel, Singdrossel, Misteldrossel, Buchfink, Wiesenpieper, Nektarvogel) aber auch bei Tausendfüßern, beobachtetes "Bade-Verhalten" in Ameisenhaufen. Vermutlich reiben die Vögel die von den Ameisen freigesetzte Ameisensäure durch das Gefieder und vertreiben oder töten damit lästige Ektoparasiten, wie Vogellausfliegen oder Milben. Die Nutzung von Ameisensäure gegen die Varroamilbe in der Imkerei basiert auf diesen Beobachtungen.
  
Enzyme (früher auch Fermente genannt)
Proteine (=Eiweiße), die von den Genen der Biene kodiert sind und als Katalysatoren in der Biene bei der Honigherstellung dienen
(-> ohne Gene kein Honig!).

EuBiMo 
Europäisches Bienenmonitoring. Beobachtung von Bienenvölker in Bezug auf Krankheiten, Auswinterung etc.
Genauere Beschreibung dazu siehe Protokoll des Thüringer Imkerverbands (ab Seite 17), alternativ auch im Downloadbereich.

F

Farbkennzeichnung
Um das Alter einer Königin bestimmen zu können, wird sie im Geburtsjahr mit einem Plättchen unterschiedlicher Farbe gekennzeichnet (das Plättchen wird mit Schellack auf den Torax geklebt). Mit Hilfe des folgenden Merksatzes kann man sich die Farben merken:
 
 Merksatz  Farbe  Jahresendziffer

   
Wunderschöne  Weiß  1  &  6
 Gelbe  Gelb  2  &  7
 Rosen  Rot  3  &  8
 Grünen und
 Grün  4  &  9
 Blühen  Blau  5  &  0
Blau fällt immer auf die Jahresendziffern 5 und 0, d.h. 2010 werden die Königinnen blau und 2011 werden sie weiß gezeichnet.
Ein weiterer Spruch zum merken lautet: Weiß, gelb und rot grünen die Rosen vor blauem Himmel
  
Faulbrut 

Durch Bakterien hervorgerufene Brutkrankheit.

Zwei Bakterienarten können die Ursache sein:

  1. Europäische Faulbrut (EFB) Melissococcus plutonius
  2. Amerikanische Faulbrut (AFB) Paenibacillus larvae (altes Synonym: Bacillus larvae).

Es handelt sich bei der Faulbrut nicht um eine virale Infektion.

Die amerikanische Faulbrut ist meldepflichtig!

Eine Bilderserie über die Analyse im Labor (inkl. der Honigprobe Analyse) findet sich hier.
 
FBA
Fachverband für Binenzuchtausrüstung e.V. - Vereinigung von Hersteller- und Fachhandelsfirmen in Deutschland.
 
Flugling
Die aus einer mehrere Meter verstellten Beute oder zusammen mit Brutwaben an einen anderen Platz (jedoch weniger als 2km) transportieten Flugbienen kehren stets an ihren ursprünglichen Beutenstandplatz zurück. Sie bilden den Flugling, eine Form des Ablegers (siehe auch Ableger, Kunstschwarm, Saugling)

Flumioxazin
Herbizid - Wirkstoff: gespritzt z.B. von den Bauern im Wasserschutzgebiet Ladenburg. unter dem Namen Sumimax. Wikipedia

Frisch, Karl von
(20.11.1886 - 12.06.1982)
Entdecker der "Bienensprache", d.h. der Orientierungsfähigkeit und gegenseitigen Verständigung der Bienen durch Tänze, sowie der Bedeutung von Farbe und Duft der Blüten als Wegweiser.
Nobelpreis 1973 zusammen mit Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen.
 
Futterteig
Gemisch aus Puderzucker und Honig oder Invertzucker zur Reizfütterung oder Lückenfütterung z.B. im zu kalten Frühjahr.
 
Fütterung
Zeitweilige Futtergabe (z.B. Zuckerwasser, Invertzuckerlösung). Vor allem Ersatz für entnommenen Honig.
Weitere Gründe:
i.) Reizfütterung zur Anregung der Bruttätigkeit im Frühjahr
 
ii.) Trachtlückenfütterung: Aufrechterhaltung des Brutgeschehens in blütenarmer Zeit.
iii.) Futterhilfe für Ableger Völker
iv.) Auffütterung im Herbst: garantiert Wintervorrat des Volkes
 
Futtervorrat
Im Honigraum des Bienenstockes gspeicherte Nahrung (Honig, Pollen)
 
Futterwabe
Wabe mit Winterfutter im Gegensatz zur Honigwabe

G

Gedächtnisleistung
Zur Orientierung der Biene ist eine Gedächtnisleistung nötig, die so einmalig bei Insekten ist (s. Frisch, Karl von). Bienen besitzen sogar ein Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis. Bienen können auch bis drei zählen.
 
 
Gelée Royale ( Gelee ) Sekretgemisch-Bildung in Hypopharynxdrüse und  Mandibeldrüse von  5-15 Tagen alten Ammenbienen. Die Mandibeldrüsen von weisellosen  Arbeiterinnen enthalten 8x mehr Pantothensäure und 115 x mehr Biopterin als Ammen weiselrichtiger Völker.  In der Hypopharynxdrüse besteht hingegen kein Unterschied bei diesen zwei Stoffen.  Auch das vor Infektionen schützende Eiweiß Defensin ist Bestandteil von GR. Die Königin wird zeitlebens mit GR gefüttert. Siehe auch Radio-Interview bei RadioEins Berlin. Ein Zuckeranteil von 35% Hexose-Zuckern führt zu einer Königin. Beträgt der dieser Gewichtsanteil lediglich um die 10%, entwickelt sich eine Arbeiterin (Zitat aus:Tautz J: Phänomen Honigbiene. München: Elsevier GmbH / Spektrum Akad. Vlg. p.149; 2007.)    http://de.wikipedia.org/wiki/Gelee_Royale
Jüngste Forschung identifiziert noch tiefere und komplexe Zusammenhäge: Honda, Y., Y. Fujita, H. Maruyama, Y. Araki, K. Ichihara, A. Sato, T. Kojima, M. Tanaka, Y. Nozawa, M. Ito, and S. Honda. 2011. Lifespan-Extending Effects of Royal Jelly and Its Related Substances on the Nematode Caenorhabditis elegans. PloS one 6:e23527.

Glucose-Oxidase
Bestandteil des Honigs. Ein Enzym, welches die Biene aus Körpersekreten bereits während des Transportes von der Nektarspendenden Blüte zum Bienenstock dem Nektar hinzufügen. Das Enzym setzt Glucose und Sauerstoff um zu Gluconolacton und Waserstoffperoxid (H2O2). Das H2O2 ist verantwortlich für die desinfizierende Wirkung des Honigs.

Gentechnologie
rote Biotechnologie = (Pharma-biotech)
grüne Biotechnologie = (Agro-biotech)
weiße Biotechnologie (= Industrie-biotech)
blaue Biotechnologie (=Meeres-biotech)
gelbe Biotechnologie (=Entomo-biotech)

orange Biotechnologie (=Insekten-Gesundheit)

Eine mögliche Definition ist schwierig, da es auch politisch motivierte Definitionen gibt.
Politisch unterscheidet man zwischen:
Rote Gentechnologie: wichtig in der Medizin & Pharmakologie, z.B. Produktion von Medikamenten wie Insulin, Impfstoffen, somatische, lebensrettende Gentherapie.
Weiße Gentechnologie: biotechnologische Verfahren bei der industriellen Produktion. Mikroorganismen, Zellkulturen oder Enzyme werden benutzt, um verschiedene Produkte herzustellen wie Vitamine, Lebensmittel oder Biogas
Grüne Gentechnologie: Gentechnisch veränderte grüne Pflanzen (d.h. symbiotisches Chlorophyll-enthaltende Organismen). Hier wird bisher anscheinend nicht differenziert, ob es auch ökologisch nachhaltig, wertvolle Gentechnik Anwendungen gibt.
Blaue Gentechnologie: Meeresorganismen betreffende Verfahren
Gelbe Gentechnologie: Insekten betreffende Verfahren - jetzt auch bei der Honigbene möglich.
"Organgene Gentechnologie" (Definition nach Lankenau): Honigbiene betreffend = Kombination aus roter und gelber Biotechnologie zur nachhaltig, medizinischen Gesundheit der Honigbiene (z.B. gegen Varroose und Bienenviren-Krankheiten).

Die transutilitäre Naturwissenschaft vereint alle kontroversen Aspekte (zum Allgemeinwohl) durch strikte Anwendung naturwissenschaftlicher Kausalkriterien. Man kann eine derartige Gentechnologie im positiven "transutilitäre Gentechnologie" nennen, weil sie
ökologisch relative unbedenklich ja für die Natur sogar ausgesprochen nützlich sein kann (siehe Beispiel Tomate). Die transutilitäre Gentechnik umfaßt die gesamte transutilitäre Grundlagenforschung der Genetik unter angemessenen Sicherheitsbestimmungen. 
Sie ist von der Nachhaltigkeit auch dem klassischen Züchten von Tier-Rassen und Pflanzen-Rassen ähnlich. Klassische Zucht ist jedoch wesentlich langsamer. Veränderung der Eigenschaften von Tieren, Pflanzen und Bakterien nur unter strikten ethischen und ökologischen Kriterien. Der Mensch benutzt die Zucht seit Jahrtausenden zu seinem Nutzen, in der Natur zu überleben. Transutilitäre Gentechnik hilft bei der Zucht aufgetretene Fehler (Verlustmutationen ökologisch wichtiger Gene) wieder rückgängig zu machen. Siehe genauere Erklärung zum klassischen Thema: Grüne Gentechnik - Trans-Gene versus Cis-Gene

H

Haltbarkeit Zuckerwasser
siehe Zuckerwasser

HMF (siehe Hydroxymethylfurfural)

Hobbock
Ein Behälter zur Aufbewahrung des geschleuderten Honigs. Besteht aus Metall/Edelstahl oder Kunststoff und fast ca. 40kg Honig. Weitere gängige Größen sind  Honigeimer mit Fassungsvermögen mit 12,5kg bzw. 25kg
 
Im Honigmagen der Bienen fermentiertes Produkt. Unterschieden wird:
- Quelle (z.B. Blüten oder Honigtau)
- Jahreszeit & Herkunft (z.B. Frühjahrstracht, Sommerblüte, Waldtracht)
- Art der Gewinnung (z.B. Schleuderhonig, Preßhonig, Seimhonig)
- Konsistenz
- Blütenart, Sortenhonig aus der ein Blütenhonig stammt.
Eine Umfangreiche Beschreibung zum Honig siehe unter Wissenswertes Honig
 
Honigpflege
Notwendig nachdem der Honig aus der Honigschleuder über Honigsiebe geflossen ist. Luftbläschen müssen entfernt werden, durch Rühren wird der Kristallisationsprozess begünstigt. Überprüfung des Wassergehaltes (Honig darf nicht mehr als 18% Wasser enthalten). Honig muß trocken und gut verschlossen in kühlen, geruchsneutralen Räumen und in lebensmittelechten Behältnissen gelagert werden.
 
Honigschleuder
Zur Honiggewinnung wird mit Hilfe einer manuell oder elektrisch betriebenen Honigschleuder der Honig aus den entdeckelten Waben herauszentrifugiert.
 
Honigtau
Wasserklare, süßschmeckende Flüssigkeit. Sie wird von Insekten (Aphiden) produziert, die an Pflanzen, z.B. Bäumen, saugen. Ausgangsstoff für Waldhonig, Tannenhonig etc. --> vergl.Nektar
Genauere Erklärung, siehe FAQ-Honigtau
 
Honigwein/Met
Das vergorene Honigwasser gilt als eines der ältesten alkoholischen Getränke

Hydroxymethylfurfural (HMF; 5-Hydroxymethylfurfural)  (siehe genaueres bei BienenWiki und Wikipedia 
In Spuren Bestandteil jedes Honigs. 5-Hydroxymethylfurfural steht in Verdacht für Bienen, Mensch und anderen Tieren giftig bzw. krebserregend zu sein. Eine umfassende Untersuchung durch ein deutsches Krebsforschungsinstitut steht m.W. nach aus. HMF entsteht im Honig z.B. aus Fruktose bei Erhitzung über ~40°C, durch Anwesenheit von Säure und/oder bei sehr langer Aufbewahrungszeit. Eine niedrige Quantität an HMF im Honig ist damit traditionell ein Qualitätskriterium. Der Anteil von HMF darf nach DIB Kriterien nicht 15mg/kg Honig übersteigen. (siehe genauer BienenWiki).
In der Imkerei ist HMF also zweifach von Bedeutung: 1. Beim Einfüttern der Bienen mit Zuckerlösungen sollte der Zucker nicht langanhaltend erhitzt werden. (Die tatsächliche Wirkung von HMF auf Bienen ist bisher jedoch nur ungenügend untersucht). 2. Erwärmen von Honig fördert die Bildung von HMF. Es wäre daher wünschenswert, wenn die exakte, klinische Wirkung (positiv oder negativ) experimentell besser charakterisiert werden würde. (siehe hierzu eine spezielle Literaturliste).

I

IAPV
Das Virus "Israel Acute Paralysis Virus" (IAPV) stand im Verdacht an dem Massensterben der Bienenvölker in Amerika (CCD) in den Jahren nach 2006 maßgeblich beteiligt zu sein. Es wurde ca. 2004 in Israel entdeckt und hat viel Ähnlichkeit mit dem APV (s.o). - Wirkweise eines Bienenmedikamentes gegen IAPV
 
Iltis
Käfig zum Zusetzen der Königin
 
Imkerpfeife
Früher eingesetztes Gerät zur Beruhigung und Besänftigung der Bienen. Rauch signalisiert des Insekten Feuer. Hiergegen entwickeln sie keine Aggressivität und stechen deshalb nicht. Rauch signalisiert den Bienen, ihre Honigblase zu füllen für den Fall, dass sie den Stock verlassen müssen.
Wegen der Krebsgefahr beim Rauchen verwendet man heute bevorzugt einen Smoker oder Raucher-Blasebalg.
 
Imme
Mittel- bzw. althochdeutsch für "Biene": war vor allem in Ober-und Niederdeutschland in Gebrauch. Noch heute norddeutsche Mundart.

Invertase
Bestandteil des Honigs. Es katalysiert die Hydrolyse (Spaltung) von Saccharose  (Haushaltszucker). Dabei entstehen Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker). Die resultierende Mischung heißt Invertzucker, der im Gegensatz zu Saccharose nicht kristallisiert. Für das nicht Nichtkristallisieren ist die Fructose verantwortlich, da sie stark hygroskopisch und nur schwer kristallisierbar ist.

J

Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea)
Ein bei uns heimischer Korblütler (kein Neophyt). Blätter und Stengel enthalten Pyrollizidinalkaloide. Diese werden in der Leber von Weidetieren zu toxischen Verbindungen verarbeitet und reichern sich an, was zu chronischen Vergiftungen führen kann. Zur Gefahr von Alkaloiden im Honig siehe diese Links: Info 1), Info 2)

K

Kalkbrut

Durch den Pilz Ascosphaera apis verusachte Brutkrankheit.

Infektion über Pilzsporen im Futter. Larven sterben ab nach Verdeckelung der Zellen.
Kalkbrutmumien liegen lose in den verdeckelten Zellen – Brutwaben klappern beim Schütteln. Das Wachstum des Pilzes und somit das Auftreten der Kalkbrut wird begünstigt durch feuchtkalte Standorte.

Kaste
Definition in Anlehnung Merriam Webster Dictionary: 
Eine spezialisierte Form von Individuen (z.B. als Arbeiter/Soldat bei Ameisen oder Bienen) einer polymorphen, sozialen Tierart (Nacktmulle, Termiten, Schwammgarnelen, Staatsquallen, Stachelpolypen), die eine bestimmte Funktion in einer Kolonie ausführen.
Die Honigbiene ist ein eusoziales Insekt. Ihr Staat besteht aus drei robust definierten, permanenten Kasten: 1. Königin (geschlechtlich), 2. Drohnen (=Männchen, geschlechtlich), 3. Arbeiterinnen (weiblich jedoch ungeschlechtlich).
Mit dem entwicklungsbiologisch sich verändernden Alter der Bienenarbeitereinnen treten auch temporäre Kasten auf: es gibt innerhalb der Arbeiterinnen Ammenbienen, Annahmebienen, Sammlerinnen, Heizerbienen, Wächterbienen u.a.
 
KBV Kashmir Bienen Virus
bisher nur in Indien, Australien & Neuseeland
 
Killerbienen oder Möderbiene
Kreuzung der afrikanischen Honigbienenrasse Apis mellifera scutellata mit mindestens zwei Europäischen Bienenrassen, A. m. ligustica & A. m. iberiensis.
26 Königinnen aus Tanzania wurden 1957 versehentlich freigelassen in der Nähe von  Uberlandia, im Staat Gerais in Südostbrasilien. Die freigelassenen afrikanischen Bienen kreuzten sich mit den zwei Europäischen Bienenrassen (alle Honigbienen A. melifera wurden vom Menschen nach Amerika gebracht, zuerst durch die Pilgrimfathers) und bildeten eine Hybridrasse, mit sehr agressiven Eigenschaften. siehe a. Wikipedia oder Wikipedia engl.mit anderer Herkunftsangabe der Königinnen
 
Kittharz = Propolis
Baumharz, das die Bienen sammeln und z.B. als Baustoff verwenden, um ihren Bienenkasten abzudichten. 
 
Klotzbeute
Noch heute von baschkirischen Imkern im Ural verwendete Methode. Der Klotz ist ein holer Baumstamm-Stumpf, in dem Bienenvölker gehalten werden.
 
Königinnensubstanz
Pheromon, also ein hormonähnliches Parfüm, dass von der Königin freigesetzt wird und das Verhalten der Arbeiterinnen kontrolliert.
(siehe Genaueres auch unter Wissenwertes "Königin")
 
Körbchen (Corbicula)
Eine von Haaren umstandene Kahlstelle auf dem Hinterbeinschenkel (Tibia) der Bienenarbeiterinnen. Es dient beim Sammeln des Pollen und von Baumharzen (Stichwort Kittharz, Propolis) als Transportlager und Anreicherungsorgan.
 
Korbimkerei
Vor allem in der Heide betriebene Schwarmimkerei. Die Bienenvölker werden in Körben gehalten (auch "Lüneburger Stülper" genannt).
 
Kristallisation des Honigs
Jeder Honig kandiert oder kristallisiert nach einer bestimmten Zeit. Je weniger Glucose im Honig anfällt, desto langsamer kristallisiert dieser.
 
Kunstschwarm
Aus mehreren Völkern vermischt, zusammengekehrte, größere Bienenmasse mit neu hinzugesetzter Königin. (Bildung eines Kunstschwarm Ablegers siehe FAQ Seite)
 
 
Kunstschwarmsanierung
Ein Verfahren das heutzutage angewendet wird falls mal auf einem Bienenstand die amerikanischen Faulbrut ausgebrochen war. In diesem Fall müssen heute keine Völker mehr vernichtet werden! Bilderserie einer simulierten Kunstschwarmsanierung hier.

L

Leckhonig
 
Tradiotionelle, frühere Gewinnungsart des Honigs. Nicht kandierter Honig tropft aus zerstückelten Waben durch ein Sieb (vergleichbar mit Schleuderhonig)

Leuconostoc mesenteroides Bakterium
siehe Zuckerwasser Haltbarkeit

Löwenzahn, russischer (engl.Wikipedia)
Taraxacum kok-saghyz
Kautschuk wird mit Hilfe von Gummibäumen in Asien produziert. Viele Nachteile treten auf: Latex Allergien, steigende Nachfrage, explodierende Preise, und ein Pilz der die Gummibäume bedroht und nicht zu bekämpfen ist. Als Lösung wird in der Forschung der russische Löwenzahn gesehen der neben hohen Mengen an allergiefreiem Kautschuk auch noch Stoffe für die Zuckerindustrie liefert, auf kargen Böden zurechtkommt und vermutl. keine chemische Unterstützung gegen Schädlinge benötigt. Ein Hektar soll eine Tonne Kautschuk und 2 Tonnen Süßstoff liefern.
Zur Zeit versucht man durch Züchtung die Gerinnung des Saftes zu verhindern damit man diese kautschukhaltige Flüssigkeit ernten kann. Bis ca. 2015 möchte man so weit sein dass dieser Löwenzahn bei uns angebaut werden kann. Das Besondere daran wird die neue Tracht für die Bienen sein. Der einheimische Löwenzahn liefert zwar auch Kautschuk, jedoch nicht den Mengen wie der russische.

M

Maiswurzelbohrer - Käfer
Diabrotica virgifera
nach Deutschland einwandernder Schädling des Mais (siehe weitere Infos) ---> Wikipedia
 
Maiszünsler - Schmetterling
Ostrinia nubilatis
Maisschädling - bekämpft mit PonchoPro (i.e. Clothianidin). ---> Wikipedia
Clothianidin löst Bienenvölkersterben aus --> Genauere Infos

Manukahonig 
in deutschen Apotheken erhältlich:
Manuka 1

Manuka 3
Manuka Honig

Melittin
52% Bestandteil des Bienengiftes. Es wirkt entzündungshemmend 100 mal stärker als Cortison und schützt die Zellen vor Zerstörung bei starken Entzündungen.

Met

siehe Honigwein

Melittosphex burmensis
Älteste fossile Biene aus dem Birma Bernstein mit einem Alter von ~ 100 Millionene Jahren (Poinar, G. O., Jr., and B. N. Danforth. 2006. A fossil bee from Early Cretaceous Burmese amber. Science 314:614).
Die sich verpuppenden (holometabolen) Insekten entstanden im Karbon entstanden wobei die Stammgruppe der Hymenopteren, zu denen Ameisen, Wespen und Bienen gehören, vor 311 Millionen Jahren auftraten (Nel et al. 2013. The earliest known holometabolous insects. Nature 503:257-261). Neue Daten zeigen jedoch, dass die Holzbienen (Xylocopidae) ein sehr alter Bienen-Stamm ist. Ihr Ursprung liegt 85 bis 90 Millionen Jahre zurück in der mittleren Kreidezeit, also 20 Millionen Jahre bevor die Dinosaurier ausstarben (Rehan et al. 2013. First Evidence for a Massive Extinction Event Affecting Bees Close to the KT Boundary. PloS one 8:e76683).


Mittelwand (MW)
Dünne Wachsplatte mit eingebrägtem Bienenwaben-Zellenmuster.
Herstellung: Beispiel siehe YouTube Film hier 

N

Nektar
Zuckerhaltiges Blütensekret, Ausgangsstoff des Blütenhonigs
 
Neonicotinoide (wikipedia)
Nicotin wird von Pflanzen seit Millionen Jahren als natürliches Insektenschädlingsabwehrstoff produziert.
Der Mensch erfand weitere Neonicotinoide. Sie wirken als Nervengift indem sie an die Rezeptoren für Acetylcholin im Nervensystem binden. Mindestens sieben Neonicotinoide werden in Europa und den USA in der Agrarwirtschaft angewendet. Imidacloprit (Gaucho) ist das am häufigsten eingesetzte Mittel. Pflanzensamen werden getränkt und die ausgewachsenen Pflanzen erhalten einen systemischen (gesamtkörperlichen) Schutz.
Das in Europa benutze Gaucho ist ein Imidacloprit und wird u.a. für CCD (colony collapse disorder) oder "Bienensterben" verantwortlich gemacht. Clothianidin ist ebenfalls ein Neonicotinoid verantwortlich für das Bienensterben im  südlichen Rheintal.
 
Nest- oder Stockgeruch
Jeder Bienenstock hat einen für die Bienen wahrnehmbaren charakteristischen Geruch, der sich aus dem im Stock befindenden Honig, der Brut, Wachs, Propolis, Pollen und Pheromonspuren der Königin zusammensetzt.
 
Nosema apis Zander
ist der Erreger der Nosematose (syn. Nosemose). Es ist ein einzelliger Jochpilz (Microsporidia)
Stichwort: schwarze Kotspritzer auf Beute
 
Nosema ceranae
ähnliche Art wie N. apis jedoch robuster. Im Jahr 2007 entdeckt von Wissenschaftlern am Centro Apícola von Marchamalo bei Guadalajara. Gefunden in Bienenproben aus Deutschland, Spanien, Schweiz, Frankreich. Vermuteter Auslöser von CCD (siehe oben). 

O

Ovarien
Eierstöcke ausgeprägt bei der Königin. Stark reduziert bei Arbeiterinnen.
Der Ovarialtyp ist meroistisch polytroph.

Oxalsäure
Wichtiges organisches Mittel, dass routinemäßig eingesetzt wird bei der anti- Varroa Milben Behandlung.
Siehe auch Wikipedia  und ein Bsp. für den  praktischen Ansatz der Lösung für den Imker

P

Paranuss Ökologie (englisch)
Die Blüte des Paranuss oder Brasilnuss baumes wird durch Orchideenbienen bestäubt. Diese müssen sich natürliche "Parfümdüfte" z.B. von Orchideen holen, um erfolgreich ein Bienen-Weibchen begatten zu können.
Ohne Orchideen und Bienen wird der Paranussbaum also nicht bestäubt (so die Vermutung). Das Aguti, ein Nagetier, ist als einziges in der Lage, die Früchte der Paranuss zu öffnen.
Diese verschränkten Beziehungen verschiedener Organismen bewirken anscheinend, dass die Paranuss nicht auf Plantagen als Monokultur leben können sondern im Urwald besammelt werden müssen.

Perizin
Ein zugelassenes Mittel zur Bekämpfung der Varroa Milbe. Wirkstoff Coumaphos (reichert sich im Wachs an).

Pollen
Blütenstaub = männliche Keimzellen, Protein-Nahrung für die Bienen und Bienenbrut

Proboscis Extension Response - PER
Mit der Proboscis (griech. Rüssel) Extension Response Methode, ein Rüsselreflex bei der Honigbiene, kann man testen wo z.B. die Grenzen des Geruchssinnes liegen. Man kann den Bienen sehr leicht diesen Rüssel-Reflex antrainieren, z.B. bei Gabe von Zucker, oder beim Geruch von bestimmten Molekülen klappen sie den Rüssel heraus. Damit ist auch feststellbar, falls die Bienen z.B. mit Giften wie den Neonicotinoiden in Berührung kamen, wie weit der Geruchssinn vermindert bzw. ganz abgeschaltet wird. 

Q


R

Rähmchen

Rasse
Biologisch gesehen gibt es in der "unberührten" Natur nur geographische Rassen. Rassen sind danach Populationen der selben biologischen Art, die sich über lange Zeiträume genetisch und epigenetisch an geographisch lokale Ökologien klimatischer und biodiversitätsspezifischer Prägung mit ihrer Lebensstrategie angepaßt haben. Aus Rassen können z.B. nach längerer genetischer isolation neue Arten entstehen. Sie werden deshalb auch als Unterarten bezeichnet. Das bei Honigbienen wohl beste Beispiel einer geographischen Rasse bzw. Unterart ist die in Süd Afrika beheimatete Kapbiene Apis mellifera capensis.
Der Mensch erzeugt durch Kreuzung verschiedener geographischer Rassen und durch Selektion spontan auftretender Mutationen sogenannte Zuchtrassen. Die Buckfast-Imkerei ist ein Beispiel für derartig erzeugte Zuchtrassen. Ein Vorteil bei dieser Art der Hybriderzeugung ist die Förderung genetischer Vielfalt. Ein Nachteil ist, wie das Beispiel der Kapbiene zeigt, dass eine bestimmte Rasse zu genetischen Problemen einer anderen Rassen führen kann. Die Kapbiene (vielleicht auch die syrische Rasse?) kann im Gegensatz zu anderen Honigbienen durch Jungfernzeugung (speziell Telythokie) von Arbeiterinnen erzeugte, fruchtbare Königinnen hervorbringen. Daduch ist die Rasse Apis mellifera capensis ein Problemparasit anderer Honigbienenrassen. Die Buckfastimkerei muß sich sicher sein, niemals genetisch gefährliche Rassen in die Buckfastlinie einzukreuzen. Afrikanisierte Bienen in Südamerika ("Killerbienen") sind ebenfalls anthropogen aus Rassenhybriden entstanden.
(siehe auch Wikipedia: Rassen der westlichen Honigbiene)
 
Raucher (= smoker)
Rauch entwickelnder Behälter mit dem Imker ihre Bienen durch "Berauchen" beruhigen bzw. einen Waldbrand vortäuschen und so Stech-Angriffe auf sich selbst vermeiden.

Red Queen Principle (Rote-Königin-Prinzip der Evolution)

Herkunft des Begriffes:
Aus Alice im Wunderland: Alice hinter den Spiegeln
Die Rote Königin (in einem Schachspiel) bemerkt zu Alice, dass man in ihrem Land immer so schnell rennen müsse wie man kann, nur um am selben Ort zu bleiben. Auf die Evolution bezogen bedeutet dies, dass die unbelebte Natur unentwegt dazu tendiert, "versucht", das Leben auszulöschen. In 4 Milliarden Jahren der darwinschen Evolution, entwickelte das Leben Strategien des Wettrüstens, mit denen es bisher gelang, nicht durch kosmische, geochemische und physikalische Gewalten vernichtet zu werden, sondern sich als Lebewesen zu behaupten. Dies ist das Urprogramm der Evolution und ist in jedem Lebewesen vielfach vorhanden.
Der Begriff wurde geprägt von van Valen 1973, um das Hintergrunds-Aussterben bei Fossilien zu erklären.
Relevanz für Imker: Den Imkern im Film More Than Honey vorgestellt - Kritik-Stichwort: Und Gott segnete sie (die Menschen) und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar
und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles 
Lebendige, was auf Erden kriecht!” (1.Mose 1:28). Biblische Quasi-Aufforderung zum Wettrüsten.
Bedeutung: Wettrüsten zwischen Lebewesen 1 (Interaktor 1) und Lebewesen 2 (Interaktor 2), z.B. Wirt (Biene) und Parasit (Varoa Milbe), oder Virus (Deformed Wing Virus) und Zelle (Embryonalscheibenzelle), oder transponierbares Gen-Element 1 (mariner transposon) und Genom des Wirtsorganismus (Biene).
Uraltes Evolutionsprinzip, welches bereits vor mehr als 4 Milliarden Jahren sowohl bei präbiotischen Prozessen eine Rolle spielte (Protometabolismus), als auch bei der Entstehung der ersten Gene und damit dem Ursprung des Lebens und der Darwinschen Evolution. Der Superorganismus Honigbiene repräsentiert die "höchste" (i.e. komplexeste) stabile Lebensform in dem Prozess des Wettrüstens. Die Bankenkrise ist ein Beispiel, eines aus der Balance geratenen Wettrüstens. Der Begriff wird hauptsächlich benutzt für zwischenartliches Wettrüsten.
Beispiel: Das Auftreten von resistenten Bakterien gegen ein bestimmtes Antibiotikum bewirkt, dass der Wirt (und auch die Pharmacology) kontinuierlich evolvieren und neue Antibiotika entwickeln müssen, um am Leben zu bleiben. Der Einsatz von Antibiotika im Bienen-Winterfutter ist daher kritisch zu sehen.
Reference:
Bell, G. 1997. Selection: the mechanism of evolution. Chapman & Hall, New York. p.579.
Koonin, E. V. 2012. The Logic of Chance: The Nature and Origin of Biological Evolution. Pearson Education Inc.; Financial Times Press, Upper Saddle River, NJ.
Schön, I., D. K. Lamatsch, and K. Martens. 2007. Lessons to Learn from Ancient Asexuals, p. 341-376. In R. Egel and D. H. Lankenau (ed.), Recombination and Meiosis - Models, Means and Evolution, vol. 3. Springer, Berlin Heidelberg.
Zrzavý, J., D. Storch, S. Mihulka, and H. Burda. 2009. Evolution ein Lese-Lehrbuch. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
 
Reinigungsflug
Erster, nachwinterlicher Ausflug der Winterbienen zur Entledigung aufgestauter Exkremente.

Resistenz-Gen gegen Varroa destructor
Identifikation des möglichen Varroa-Resistenzgens: No receptor potential A’ (norpA) . Die exakte molekular-biochemische Wirkweise des Gens bei der Honigbiene ist noch nicht bekannt. Das verwandte Gen bei Drosophila ist wichtig für das Seh- und Riechvermögen und der Dopamin Signalkwirkung. Bei der Biene dient es in Lernprozessen des Bienen-Abwehrverhaltens. Die neuronale Empfindlichkeit, der Geruchssinn und das damit verbundene Hygieneverhalten der Bienenvölker wird durch das Gen gesteuert. Befallene Brut sondert geruchsintensive Proteine ab. Varroa tolerante Bienen sind durch das norpA Gen in der Lage, befallene Brut zu erkennen und diese effektiv auszusortieren. Tsuruda, J. M., J. W. Harris, L. Bourgeois, R. G. Danka, and G. J. Hunt. 2012. High-resolution linkage analyses to identify genes that influence Varroa sensitive hygiene behavior in honey bees. PloS one 7:e48276. pdf-download


Rote-Königin-Prinzip der Evolution 
siehe Red Queen Principle

S

Sackbrut oder Schiffchenbrut
Durch Viren hervorgerufene Brutkrankheit.

Verantwortlich ist das Sackbrutvirus (SBV). Es vermehrt sich in den Muskel-, Fett- und Tracheenendzellen der Larven sowie im Nervengewebe und den Hypopharynxdrüsen adulter Bienen. Erkrankte, absterbende Maden sind als mit bräunlicher Flüssigkeit gefüllte Säckchen am Zellenboden liegend erkennbar. Diese Säckchen sind hoch infektiös Nach dem Eintrocknen der Säckchen bleibt eine wie ein Schiffchen geformte Kruste zurück – sie ist nicht mehr infektiös.


Saugling
eine Alternative zur Kunstschwarmbildung: auf das Volk wird eine zusätzliche Zarge aufgesetzt (z.B. über den Honigraum) mit Brutwaben (die ansitzenden Bienen werden beim Entnehmen aus den unteren Zargen abgeschüttelt). Zwischen dem Altvolk und der neuen Zarge sitzt natürlich noch ein Absperrgitter. Nach ein paar Stunden bis ggfs. nächsten Tag wurden sehr viele Jungbienen (Ammenbienen) in die neue Zarge hochgezogen ('hochgesaugt'). Nun kann man die Zarge wegnehmen und zwischen einen Boden und Deckel setzen. Fertig ist der Ableger - garantiert ohne Königin. Man kann dann sofort eine neue Königin zusetzen.
Alternativ kann man auch einen Flugling bilden, bei welchem aber nur ältere Bienen (Flugbienen) erwischt werden. (siehe Ableger, Flugling, Kunstschwarm)
 
Scheibenhonig
 
Schlupfrahmen
Zuchtrahmen auf dem die gereiften Weiselzellen gekäfigt (verschult) wurden

Smartbees
Ein Projekt von 16 Partnern aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen aus verschiedenen europäischen Ländern zum "Rassenschutz" der Honigbienen.

Schwänzeltanz
siehe Balance der Kasten im Bienenstock
 
Schwarm

Schwarzsucht
Bienenkrankheit durch Virus verursacht, tritt zumeinst in Waldtracht Gebieten nach einer starken Tracht auf, z.B. nach der Weißtannen-Tracht. Mineralstoffüberschüsse im Honigtau sind die Ursache dieser Krankheit. Das Haarkleid der Biene zerbricht und die Bienen färben sich ganz schwarz (nicht zu verwechseln bei Räuberei oder bei alten Bienen, da werden sie z.T. auch schwarz). Bringt man diese Völker heraus aus der Waldtracht und füttert Zucker, verliert sich die Schwarzsucht. Bleiben die Völker stehen, können sie komplett zusammenbrechen. 
Ein weiterer Auslösefaktor der Schwarzsucht kann eine Milchsäurebehandlung sein bei der die Milchsäure zu stark angesetzt wurde. Typischerweise sollte die Lösung 15% Milchsäure beinhalten.
 
Seimhonig
 
Silber-Ahorn (Acer saccharinum)
Imker schätzen die Blüte des Baumes auch in Deutschland als exzellente Bienenweide zu winterlicher Jahreszeit wegen des sehr hohen Nektargehaltes der Wertungsstufe 4 (Pritsch, 2007). Zur Blüte im Februar/März findet man häufig hohe Honigbienen-Dichten in den Baumkronen. (Pritsch, G. 2007. Bienenweide. Franckh-Kosmos, Stuttgart).

siRNA
Small-interfering RNAs - zu Deutsch: kleine-entgegenwirkende RNA Moleküle.
Diese Moleküle kommen natürlich in jeder Zelle von Mensch und Tier vor. Sie regulieren über den Mechanismus der RNA Interferenz die Menge an RNA Molekülen, die aus der Information aktiver Gene in mRNA abgeschrieben wurde. Bei der Honigbiene wird momentan versucht, die natürlichen siRNA bzw RNAi Mechanismen technologisch einzusetzen als Medikament für Bienen z.B. gegen das Israelische Akute Paralysis Virus (IAPV). Es besteht Hoffnung, dass diese Technologie auch das Varroa-Milben Problem hilft, einzudämmen. siehe Wirkmechanismus Bienenimpfstoff
 
 
Sprengel, Christian Konrad
 
Steuer, Umsatzsteuer
Arten von Imkern: A) Hobbyimker; B) Freizeitimker; C) Rühriger Freizeitimker; D) geschäftstüchtiger Freizeitimker; E) Handelsimker
 
Stifte
Im Sprachjargon der Imker werden die frisch gelegten Eier der Königin als Stifte bezeichnet. Sie haben die Form ein kleinen, weißen, länglichen Stiftes. 

Stockkarte
Diese Karte dient der Buchführung in der Imkerei über die Bienenvölker und erhält Vermerke über alle ausgeführten Arbeiten bzw. Besonderheiten am Volk. Für jedes Bienenvolk sollte eine Stockkarte geführt werden. Eine Stockkarte könnte wie folgt aussehen (weitere Beispiele, auch ausgefüllte, sowie ein Abkürzungsverzeichnis). Auf Stockkarten wird viel mit Kürzel gearbeitet. Einige Beispiele für Abkürzungen:
 
BW - Brutwabe
DR - Drohnenrahmen
DB - Drohnenbrut
DW - Drohnenwabe
FF - flüssig Futter
FT - Futterteig
FW - Futterwabe
HW - Honigwabe
K  - Königin
LW - Leerwabe
MW - Mittelwand
St - Stifte, oder einfach S
SBA - Sammelbrutableger
WZ - Weiselzelle
Z  - Zarge
Z1 - Zarge1, die untere
Z2 - Zarge2, die zweite von unten
ZS - Zuchtstoff
ws-weiß, ge-gelb, ro-rot, gn-grün, bl-blau - für die Farbzeichnung der Königin
 
Stockmeißel
Der Stockmeißel ist neben dem Raucher und dem Bienen-Abkehr-Besen eines der wichtigsten Arbeitsgeräte des Imkers. Es ist ein ca. 25cm langer und 3-5cm breiter Metallmeißel mit einer ca. 1cm langen rechtwinkligen Abkanntung an einem Ende. Er muss für folgende Aufgaben geeignet sein:
 
  • anheben der zumeist mit Kittharz verklebten Zargen
  • herausgewichten der Honigrähmchen (die sehr fest sitzen können)
  • abschaben von Wachs und Propolis auf Rähmchen und Zargen
  • säubern/abkratzen von Wachsblöcken (nach dem Einschmelzen; das ist nicht mit jedem angebotenen Stockmeißel möglich!)
Im Handel gibt es sehr viele Variationen von Stockmeisel und oftmals sind die einfachsten die am besten geeigneten!

Swammerdam, Jan (1637-1680)
Holländischer Wissenschaftler. Entdeckte 1675, dass Bienenvölker keinen König haben, sondern, dass die Königin alleine funktionstüchtige Eierstöcke besitzt und damit nur sie fortpflanzungsfähig ist. Swammerdam entdeckte auch die roten Blütkörperchen (1658) und gilt als Begründer der Präformationslehre, dem Vorläufer der modernen Genetik.

T

Tierhalterhaftung (z.B. bei Bienenstich Dritter Personen)
Tierhalterhaftung (§833 BGB)
"Tierhalterhaftung ist ein Überbegriff und umfaßt auch die Haftung des Bienenhalters.
Sie ist dann einschlägig, wenn seine Bienen an anderen Rechtsgütern Schaden verusacht haben. (...)
Ansprüche kommen vor allem dann in Betracht, wenn Bienen andere Sachen beschädigen
(Verschmutzung von Gegenständen) oder Menschen stechen (Arztkosten, Schmerzensgeld)."

Thymovar®
 
Trophallaxis
Damit bezeichnet man das soziale Füttern in Sozialstaaten (z.B. bei Honigbiene und Ameisen). Es fördert die soziale Leistung in diesen Kolonien und ist eine wichtige Grundlage der Sozialität. Bspw. füttern erwachsene Bienen andere erwachsene Bienen die auf den Brutwaben die junge Brut beheizen.
 
Tropilaelaps clareae
Eine in China Bienen befallende Milbenart. Sie muß dort bekämpft werden.

U

Umlarvlöffel
Instrument zum Umsetzen von Arbeiterinnenlarven in Weiselbecher
 

V

Varroa destructor


Vergiftungen
An Bienenvölkern können akut bedrohliche Vergiftungserscheinungen auftreten ("Bienensterben": d.h. hunderte bis tausende tote und sterbende Flugbienen liegen vor den Fluglöchern. Ursache: z.B. Pflanzenschutzanwender die bienengiftige Spritzmittel unsachgemäß eingesetzt haben. Eine Ursachenforschung kann nur in einem anerkannten Labor erfolgen. Bienenproben und Pflanzenproben sollten ausschließlich von einer amtlichen Person (Bienensachverständiger, Seuchenverständiger etc.) genommen und eingeschickt werden.
Ansonsten haben die Proben keine Rechtsbeständigkeit. Pflanzenproben und Bienenproben müssen getrennt an das Julius Kühn Institut geschickt werden:
Julius Kühn-Institut
Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen
Messeweg 11-12
38104 Braunschweig
Tel. 05312994525 oder 05312994577; http://bienen.jki.bund.de

Es gibt 4 bienenrelevante Kategorien an Pflanzenschutzmitteln (ADIZdb/IF 5/2013): 
B1: bienengefährlich
B2: bienengefährlich, ausgenommen bei Abendanwendung
B3: nicht bienengefährlich aufgrund spezifischer Anwendungsmethode
B4: bienenungefährlich

Imkerlatein oder empirische Weisheit erfahrener Imker und Meister!?:
Es wird behauptet, dass vergiftete Flugbienen bei Rückkehr an das Flugloch ihres Volkes von den Wächterbienen als "vergiftet" erkannt werden.
Weil die vergifteten Bienen nicht mehr den Stockgeruch an sich tragen sondern den Geruch des Giftes, werden sie von den Wächterbienen des eigenen Volkes abgestochen.
Dies kann zu großen Ansammlungen toter Bienen vor den Bienenstockeingängen führen. 


Viren der Honigbiene
27 Virus-"Arten" wurde bisher identifiziert. Nur zwei, das Filamentöse Virus und das Apis iridescent virus haben DNA Genome, alle anderen, bisher identifizierten sind plus-strang ssRNA Viren. (siehe Wiki)
Literatur:
Akutes Paralyse Virus (APV)
Govan, V. A., N. Leat, M. Allsopp, and S. Davison. 2000. Analysis of the complete genome sequence of acute bee paralysis virus shows that it belongs to the novel group of insect-infecting RNA viruses. Virology 277:457-63.
 
Black Queen Cell Virus (BQCV)
Leat, N., B. Ball, V. Govan, and S. Davison. 2000. Analysis of the complete genome sequence of black queen-cell virus, a picorna-like virus of honey bees. J Gen Virol 81:2111-9.
 
Kashmir bee virus (KBV)
de Miranda, J. R., M. Drebot, S. Tyler, M. Shen, C. E. Cameron, D. B. Stoltz, and S. M. Camazine. 2004. Complete nucleotide sequence of Kashmir bee virus and comparison with acute bee paralysis virus. J Gen Virol 85:2263-70.
 
Deformed Wing Virus (DWV)
Lanzi, G., J. R. de Miranda, M. B. Boniotti, C. E. Cameron, A. Lavazza, L. Capucci, S. M. Camazine, and C. Rossi. 2006. Molecular and biological characterization of deformed wing virus of honeybees (Apis mellifera L.). J Virol 80:4998-5009.
 
Sackbrut Virus (SBV)
Ghosh, R. C., B. V. Ball, M. M. Willcocks, and M. J. Carter. 1999. The nucleotide sequence of sacbrood virus of the honey bee: an insect picorna-like virus. J Gen Virol 80 ( Pt 6):1541-9.
 
Chronic Paralysis Virus (CPV)
Olivier, V., P. Blanchard, S. Chaouch, P. Lallemand, F. Schurr, O. Celle, E. Dubois, N. Tordo, R. Thiery, R. Houlgatte, and M. Ribiere. 2008. Molecular characterisation and phylogenetic analysis of Chronic bee paralysis virus, a honey bee virus. Virus Res 132:59-68.
 
Allgemeiner Artikel zu Bienenviren:
Chen, Y. P., and R. Siede. 2007. Honey bee viruses. Adv Virus Res 70:33-80.
 
4 neue Viren der nun insgesamt 27 bekannten Viren:
Runckel, C., M. L. Flenniken, J. C. Engel, J. G. Ruby, D. Ganem, R. Andino, and J. L. Derisi. 2011. Temporal analysis of the honey bee microbiome reveals four novel viruses and seasonal prevalence of known viruses, nosema, and crithidia. PloS one 6:e20656.

 

W

Wachs -> siehe Bienenwachs
 
Weisel
so nennt der Imker die Königin

Windel / Windeldiagnose
Unter der Windel versteht der Imker einen Einschub (einfaches Brett aus Holz oder Kunststoff) welcher unter dem Boden eines Bienenvolkes eingeschoben werden kann. Er muss unter dem Bodengitter platziert sein, weil sonst die Bienen alles was darauf fällt wegräumen würden. Die Windel wird hauptsächlich zur Diagnose verwendet, z.B. um den Sitz des Volkes in der Beute zu ermitteln, um allgemein eine Gemülldiagnose durchführen zu können (sitzt eine Maus im Bienenkasten?).
Doch der wichtigste Grund ist die Möglichkeit der Diagnose zur Varroa Befallssituation.
Die Windel kann kontrolliert werden ohne dass das Volk geöffnet oder sonst wie gestört werden muss.
 
große hängende Wachszelle, in der die heranwachsenden Larven mit Gelee Royal gefüttert werden und zu Königinnen heranwachsen.
 
Weiselzelle-Synonyme (engl. queen cell)
der Imker benutzt Namens-Synonyme und differenziert verschiedene, spezifische Typen von Weiselzellen:
- Königinnenzelle
- Schwarmzelle
- Nachschaffungszelle (engl. supersedure queen cell)
- Spielnäpfen (engl. cup) - ein nicht bestiftetes Vorstadium zur Weiselzelle

X

Y

Z

Zittertanz
siehe Balance der Kasten im Bienenstock

 
wird zur Zucht von Königinnen benötigt und enthält 10 - 20 künstliche Weiselbecher in welche vom Imker kleinste Larven mit dem Ziel gegeben werden, dass das Pflegevolk (meist ohne Königin) Weiselzellen ansetzt und die Larven bis zur Schlupfreife bringen.

Zuckerwasser Haltbarkeit
Zuckerwasser wird gerne als Winterfutter oder für Ableger verfüttert.
Es ist jedoch nur begrenzt lagerfähig. Bei Wärme bilden sich oft Wolken schleimartiger Fäden.
Sie stammen von dem Bakterium Leuconostoc mesenteroides. Bienen nehmen dieses Futter nicht mehr an.
(Referenz: M.-W. Kohfink, ADIZ 9/2012 S. 25)

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