Imkergedichte, Zitate & Geschichten

Eine sehr schöne Sammlung von Bienengedichten befindet sich auf folgendem LINK:
http://www.new-media-networker.de/php/imker/gedichte/gbuch.php?seite=1

Forscher und Dichter

Des Forschers Werk ward lang betrieben. 
Mit Scharfsinn und mit Fleiß, 
Und als er schließlich es geschrieben, 
war er schon fast ein Greis. 
Die kühnen Resultate waren 
Von Kennern hochgeschätzt, 
Doch wurden sie schon nach drei Jahren 
Durch neuere ersetzt.- 
Zugleich von eines Dichters Munde 
Erklang ein Lied. Jedoch: 
Es formte sich in einer Stunde. 
Man singt es heute noch.

von Bernhard Rensch, Münster
(Evolutionsforscher)

Vor Jahren einst im Alten Land

Vor Jahren einst im Alten Land,
Durch seine Früchte wohlbekannt,
Begann ein arges Streiten:
Da kommen stets die Imker her
In unsrer Bäume Blütenmeer.
Wir wollens nimmer leiden !

Sie schleppen uns den Honig fort.
Nun reden wir ein ernstes Wort:
Sie sollen ihn bezahlen !
Von unsern Blüten stammt er ja.
Und dann sind auch die Stiche da
Mit ihren Teufelsqualen !

Beschlossen wars zu dieser Stund.
Man machte es den Imkern kund.
Da blieben sie zu Hause.
Sie sagtens - und es blieb dabei.
Sie machten mit der Wanderei
Für Jahre eine Pause.

Der Obstbaum stand und trauerte
Und jede Blüte lauerte
Umsonst auf eine Biene.
Und jeden Herbst im Alten Land
Der Bauer vor den Bäumen stand
Mit kummervoller Miene.

Denn mit dem Segen wars vorbei,
Nun sah man wie verkehrt es sei,
Den Imker zu vergrämen.
Und wer dereinst mit Spott und Hohn
Vom Imker heischte Geldeslohn,
Begann sich tief zu schämen.

Und allesamt begriffen sie,
Es sei des Imkers große Müh
Zu aller Nutz und Frommen.
Drum baten sie nun umgekehrt,
Um Gotteslohn und Geldeswert,
Er möge wiederkommen.

Nun sieht man, wie es einstens war,
Zur Blütenzeit in jedem Jahr
Ein großes Bienenwandern.
Und jedem ist im Alten Land
Des Imkers Leistung wohl bekannt
Zum Segen für die andern.

von Edmund Herold "Der Bienen-Narr"



Wieviel ist ein Glas Honig wert?

Gespräch mit der Bienenkönigin:
„Erlauben Sie mir, einen Wunsch zu sagen.
Ich möcht ein Glas Honig haben.
Was kostet's? Ich bin zu zahlen bereit.
Für was Gutes ist mir mein Geld nicht leid.“
„Sie wollen was Gutes für ihr Geld?
Sie kriegen das Beste von der Welt!
Sie kaufen goldnen Sonnenschein,
Sie kaufen pure Gesundheit ein!

Was Bessres als Honig hat keiner erfunden.
Der Preis? Ich verrechne die Arbeitsstunden.
Zwölftausend Stunden waren zu fliegen,
um so viel Honig zusammenzukriegen.
Ja, meine Leute waren fleissig!
Die Stunde? Ich rechne zwei Mark dreissig.

Nun rechnen Sie sich's selber aus!
27000 Mark und mehr.
Hier ist die Rechung, Ich bitte sehr!“

Josef Guggenmos (1922)
Imkerweisheit:

In des Jahres Mitten,
rüst der Bien den Winterschlitten
Wer die Biene nicht ehrt, ist des Honig's nicht wert!
Ein Schwarm im Mai: ein Fuder Heu
Ein Schwarm im Jun: ein fettes Huhn
Ein Schwarm im Jul: kein Federspul

Hättest Du den Bauern nicht,
dann hättest Du kein Brot.
Gäbe es die Bienen nicht,
so litt der Bauer Not.

Hast Du Honig
in der Blutbahn,
wirst Du sexy
wie ein Truthahn.


Propolis

Die harzigen Bestandteile, das Stopfwachs, werden zum Einhüllen 
fremdartiger Gegenstände verwendet, welche ihrer Größe wegen 
nicht beseitigt werden, durch Fäulnis aber den Stock verpesten können. 
Es wird erzählt, dass man eine Maus, eine nackte Schnecke auf diese 
Weise eingekapselt in Stöcken gefunden hat.

von Alfred Brehm: Brehms Tierleben


Die muntere Biene
 
Eine muntere Biene fliegt durch die Luft,
erfreut sich am süßen Blütenduft.
Glücklich läßt sie sich am Bächlein nieder
und reinigt ihr gestreiftes Mieder.
Plötzlich fällt sie ins kühle Nass hinein,
eine Forelle denkt: wie fein -
schluckt das Bienchen rasch hinunter -
nun ist die Forelle munter.
 
von Eberhard Dörr

 

Gänseblümchen

Ein Gänseblümchen liebte sehr
ein zweites gegenüber,
drum rief ’s: »Ich schicke mit ’nem Gruß
dir eine Biene rüber!«
Da rief das andere: »Du weißt,
ich liebe dich nicht minder,
doch mit der Biene, das laß sein,
sonst kriegen wir noch Kinder!«

von Heinz Erhard


Maßlieb im Winter
Was ist das für ein Winter nur!
Kein Schnee, kein Eis auf weiter Flur;
Auf grünem Grund sind ausgestreut
Maßlieb wie um die Sommerszeit.

Ihr kleinen Blumen anmutreich,
bescheiden ihr und schön zugleich,
Wie freundlich blickt ihr aus dem Grün,
Die ihr so zart seid und so kühn
Quelle: Johannes Trojan (1837-1915)
(Maßlieb sind die Gänseblümchen)


Winterlied
Geduld, du kleine Knospe
Im lieben stillen Wald,
Es ist noch viel zu frostig,
Es ist noch viel zu bald.

Noch geh ich an dir vorüber
Doch merk ich mir den Platz,
Und kommt heran der Frühling,
So hol ich dich, mein Schatz.



Er ist's
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte,
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!
Quelle: Eduard Mörike (1804-1875)


Wilhelm Busch

Drei Gedichte über Bienen von Wilhelm Busch sind berühmt geworden:
1. Die kleinen Honigdiebe (in Prosa geschrieben) (online)
2. Verlust der Ähnlichkeit
3. Schnurrdiburr oder die Bienen (10 Kapitel - 50 Seiten - online)
 
Verlust der Ähnlichkeit
 
Man sagt ein Schnäpschen, insofern
Es kräftig ist, hat jeder gern.
 
Ganz anders denkt das Volk der Bienen,
Der Süffel ist verhaßt bei ihnen,
Sein Wohlgeruch tut ihnen weh.
Sie trinken nichts wie Blütentee,
Und wenn wer kommt, der Schnäpse trank,
Gleich ziehen sie den Stachel blank.
 
Letzthin hat einem Bienenstöckel
Der brave alte Schneider Böckel,
Der nicht mehr nüchtern in der Tat,
Aus Neubegierde sich genaht.
 
Sofort von einem regen Leben
Sieht Meister Böckel sich umgeben.
Es dringen giftgetränkte Pfeile
in seine nackten Körperteile,
Ja manche selbst durch die nur lose
Und leicht gewirkte Sommerhose,
Besonders, weil sie stramm gespannt.
 
Zum Glück ist Böckel kriegsgewandt.
Er zieht sich kämpfend wie ein Held
Zurück ins hohe Erbsenfeld.
Hier hat er Zeit, an vielen Stellen
Des Leibes merklich anzuschwellen,
Und als er wiederum erscheint,
erkennt ihn kaum sein bester Freund.
 
Natürlich, denn bei solchem Streit
verliert man seine Ähnlichkeit.
 
von Wilhelm Busch, 1832 bis 1908
 
 
 Sch n u r r d i b u r r

Oh Muse! Reiche mir den Stift, den Faber
in Nürnberg fabrizieren muß!
Noch einmal satt´le mir den harten Traber,
den alten Stecken-Pegasus!
Nu jüh! - So reiten wir zu Imker Drallen
und zu Christinen, welche schön,
und zu Herrn Knörrje, dem sie sehr gefallen,
und dessen Neffen, dem Eugen!

I.

Sei mir gegrüßt, du lieber Mai,
mit Laub und Blüten mancherlei!
Seid mir gegrüßt, ihr lieben Bienen,
vom Morgensonnenstrahl beschienen!
Wie fliegt ihr munter ein und aus
in Imker Dralles Bienenhaus
und seid zu dieser Morgenzeit
so früh schon voller Tätigkeit.
Für Diebe ist hier nichts zu machen,
denn vor dem Tore stehn die Wachen.
Und all´ die wacker´n Handwerksleute
die hauen, messen stillvergnügt,
bis daß die Seite sich zur Seite
schön sechsgeeckt zusammenfügt.
Schau! Bienenlieschen in der Frühe
bringt Staub und Kehricht vor die Tür;
Ja! Reinlichkeit macht viele Mühe,
doch später macht sie auch Pläsier.
Wie zärtlich sorgt die Tante Linchen
für´s liebe kleine Wickelkind.
"Hol´ Wasser", ruft sie, "liebes Minchen,
und koch den Brei, und mach geschwind!"
Auch sieht die Zofen man, die guten,
schon emsig hin und wider gehn;
denn Ihre Majestät geruhten,
höchstselbst soeben aufzustehn.
Und nur die alten Brummeldrohnen,
gefräßig, dick und faul und dumm,
die ganz umsonst im Hause wohnen,
faulenzen noch im Bett herum.
"Hum!" brummelt so ein alter Brummer,
"was, Donner! Ist es schon so spät!?
He, Trine! Lauf einmal herummer
und bring uns Honigbrot und Met!" -
"Geduld", ruft sie , "ihr alten Schlecker!"
Und fliegt zu Krokus, dem Bienenbäcker. -
"Hier diese Kringel, frisch und süße",
so lispelt Krokus, "nimm sie hin;
doch höre, sei so gut und grüße
Aurikelchen, die Kellnerin!"
Hier steht Aurikel in der Schenke
und zapft den Gästen das Getränke.
Als sie den Brief gelesen hat,
da schrieb sie auf ein Rosenblatt:
Schnell fliegt das Bienchen von Aurikel
zu Krokus mit dem Herzartikel. -
Jetzt heim! - Denn schon mit Zorngebrumme
rumort und knurrt die Drohnenbrut:
"Du dumme Trine! Her die Mumme! -
Wenn man nicht alles selber tut!"

II.

Hans Dralle hat ein Schwein gar nett,
nur ist´s nicht fett.
Es schnuppert keck in allen Ecken
und schabt sich an den Bienenstöcken.
Die Bienen kommen schnell herfür
und sausen auf das Borstentier.
"U´ik! U´ik!" - So hat´s geschrien. -
Hans Dralle denkt: "Wat hett dat Swien?!"
Wie staunt Hans Dralle, als er´s da
schön abgerundet stehen sah! -
Der Schweinekäufer geht vorüber:
"Was wollt Ihr für das Schwein, mein Lieber?"
"So´n twintig Daler, heff ik dacht!"
"Hier sind sie, fertig, abgemacht!"
Hans Dralle denkt sich still und froh:
"Wat scheert dat mi! He wull dat ja!"
Er stellt sich flugs vor seine Bienen
und pfeift ein altes Lied von ihnen:
"Fliege, liebe Biene, fliege
über Berg und Tal
auf die Blumen hin und wiege
dich im Sonnenstrahl.
Kehre wieder, kehre wieder,
wenn die Kelche zu;
leg´ die süße Bürde nieder
und geh´ auch du zur Ruh!"
"Ei, ei! Was soll denn dieses geben?!
Zwei Bienen schon mit Wanderstäben?!"
Hans Dralle schaut in´s Immenloch:
"Wat Deuker! Hüte swarmt se noch!"
Die Luft ist klar, die Luft ist warm.
Hans Dralle wartet auf den Schwarm.
Ihm wird so dumm und immer dummer;
Hans Dralle sinkt in sanften Schlummer.
"Tüt, tüt! Sim, sim!" So tönt es leise.
Im Bienenstocke her und hin;
es sammelt sich das Volk im Kreise,
denn also spricht die Königin:
"Auf, Kinder! Schnürt die Bündel zu!
Er schnarcht, der alte Staatsfilou! -
nennt sich gar noch Bienenvater!
Ein schöner Vater! Sagt, was tat er?
Und wozu taugt er?
Aus seinem Stinkehaken raucht er! -
Ist ein Gequalm und ein Geblase,
ewig hat man den Dampf in der Nase! -
Da hält man sich nun im Sommer knapp,
schleppt und quält und rackert sich ab;
denkt sich was zurückzulegen,
in alten Tagen den Leib zu pflegen . . .
Jawohl!
Kaum sind Kisten und Kasten voll,
trägt uns der Schelm den Schwefel in´s Haus
und räuchert und bläst uns das Leben aus. -
Kurtzum! Er ist ein Schwerenöter! -
Ein Honigdieb und ein Bienentöter! -
D´rum auf! Und folgt der Königin!!"
"S n u r r d i b u r r !" Da geht er hin!

III.

Zuweilen brauchet die Familie
als Suppenkraut die Petersilie. -
Und da nun grad Christine Dralle
heut morgen auch in diesem Falle,
so sieht man sie mit Wohlgefallen
in ihres Vaters Garten wallen. -
Herrn Knörrjes Garten liegt daneben;
und ach! sie denkt an Knörrje eben.
Zu Anfang schätzt sie ihn als Lehrer,
dann aber immer mehr und mehrer;
und also schlich die süße Pein
sich peu á peu in´s Herz hinein -
Die Liebe - meistens schmerzlich heiter -
vergißt gar leicht die Suppenkräuter;
sie liebt vielmehr die Blumenkelche,
und auch Christine pflückt sich welche.
Aurikel - Krokus - diese Guten
sind so vereint, eh´ sie´s vermuten.
Christine aber läßt sich nieder
unter´m Flieder. -
Herr Knörrjes Neffe, der Eugen,
hat dies mit Freuden angesehn;
denn dieser Knab´ von vierzehn Jahren,
so jung er ist und unerfahren,
fühlt doch, obschon noch unbewußt,
ein süßes Ahnen in der Brust. -
Behutsam schleichend, auf der Lauer,
drückt er sich an die Gartenmauer;
dann plötzlich macht er einen Satz,
und - pitsch! - Christine kriegt ´n Schmatz.
Und - schwapp! - da tönt´s im tiefen Baß:
"Ha, Ungetüm, was ist denn das ?!!"
Herr Knörrje schlägt mit seinem Stabe,
und tief gekränkt entflieht der Knabe.
Herr Knörrje aber faßt an´s Kinn
Christinen, seiner Nachbarin.
Er hebt es leise in die Höh´-
Ach ja! Und sie errötete! -
"Hier, diese Blumen, darf ich´s wagen?" -
Christine wagt nicht, nein zu sagen.
Jetzt faßt er sanft ihr um das Mieder.
Ach ja! Und sie errötet wieder.
Und jetzt, da gibt er gar zum Schluß
dem süßen Mädchen einen Kuß.
"Ade! Und also so um zehn
beim Bienenhaus! Auf Wiedersehn!"
Eugen, der horcht, bemerkt mit Schmerzen
das Einverständnis dieser Herzen. -

IV.

Nun steht er da und schreit und lärmt:
"He, Nachbar he! De Imme swaermt!"
Hans Dralle, der noch immer schlief,
als Eugen so heftig rief,
erwacht aus seinem sanften Traum -
da hängt der Schwarm im Apfelbaum!
Schnell Kappe her und Korb und Leiter,
sonst fliegt er noch am Ende weiter!
Gar wohl vermummt, doch ohne Bangen
hat er den Schwarm bereits gefangen;
hoch oben steht er kühn und grade,
da sticht´s ihn in die linke Wade.
Oh je! - Die erste Sprosse bricht,
denn viel zu groß ist das Gewicht;
und - kracks! - ist er herabgeschossen
durch alle sieben Leitersprossen.
Die Bienen aber mit Gebraus
"S n u r r d i b u r r", sausen um´s Haus.
Zwei Knaben sitzen an der Pfütze
und spritzen mit der Wasserspritze. -
Die Bienen kümmern sich nicht d´rum,
sie sausen weiter mit Gebrumm.
Den Besen schwingt die alte Grete,
der Kirmesanton bläst Trompete.
Ernst, Fritz und Wilhelm pfeifen, schrei´n;
der Schwarm läßt sich darauf nicht ein.
Jetzt ist er oben am Kamin,
der Schornsteinfeger sieht ihn ziehn.
Jetzt geht er über´s Kirchendach;
"Krach!" - schießt der Förster hinten nach.
Jetzt hinkt Hans Dralle auch daher;
und jetzo sieht man garnichts mehr. -
"Mi argert man", denkt er, "wat dat
mien Naver Knörrje seihen hatt." 

V.

Fünftes Kapitel

So machet dem Apisticus

Die Schwärmerei gar viel Verdruß;

Und ganz besonders hat sie Drallen


Seit der Geschichte sehr mißfallen. –

Doch solcherlei Verdrüsse pflegen

Die Denkungskräfte anzuregen. –


Fünftes Kapitel

»Platz mot'r sin!« – so denkt er weise

Und macht zwo große Strohgehäuse. –

»Recht guten Morgen auch, mein Lieber!«

Ruft Knörrje da zu ihm herüber.

»So fleißig?! Nun, wie geht es Ihnen?

Und dann, wie geht's den lieben Bienen?«

»Ja ja, de Minsche mot sick plagen!«

»Mein Freund, das müssen Sie nicht sagen!

Die Immen sind ja ein Vergnügen,

Wie sie so umeinander fliegen;

Und standen auch in großem Ruhme

Bereits im grauen Heidentume.

So zum Exempel hielt Virgil,

Der ein Poet, von ihnen viel;


Denn als die römischen Legionen,

Die ja bekanntlich nichts verschonen,

Am Ende auch bei ihm erschienen,

Wer half ihm da, wie seine Bienen?«


Fünftes Kapitel

Friedlich lächelt Virgil, umsäuselt von sumsenden Bienen;

Aber die runzlichte Schar bärtiger Krieger entfleucht!

»Wenn man de Schwarmeri nich wör!«

Sagt Dralle – »Datt is dat Malör!«

»Mein lieber Freund, das ist zum Lachen;

Ableger, Nachbar, müßt Ihr machen;

So habt Ihr, ehe man's gedacht,

Aus einem Stocke zwei gemacht;

Ableger, Freund, das heißt Methode!!«


Fünftes Kapitel

»Adje! Dat is de nie Mode!!«


X.

Die Nacht ist warm, die Menschen träumen,
und leise flüstert´s in den Bäumen,
und leise schleicht der Mondenschein
in Dralles Garten sich hinein. -
Von seinem Dämmerlicht beschienen,
in Gras und Blüten, summen Bienen.
Die feiern heut´ bei des Mai´ns Beginn
das Hochzeitsfest der Königin.
Schon sitzen im hohen Rosensaal
die Königin und der Prinzgemahl.
Sie winkt - da schießet mit Getos´
der Bombardeur den Böller los.
"Zing, zing! Traromm!" - Und auf der Stelle
ertönen die Klänge der Hofkapelle.
Die Fliege blies Trompete,
der Mück Klarinette,
die Hummel die Trummel,
der Heuschreck die Geigen;
das gab fürwahr einen lustigen Reigen. -
Schau! Holzbock, der Lange,
ist eifrig im Gange
mit Bienchenlieschen
auf zierlichen Füßchen -
und da der Kleine
mit Minchen, dem Bienchen,
rührt auch die Beine. -
Und seht mir nur das nette Trinchen!
Da macht ja wohl Herr Schröter
den angenehmen Schwerenöter!
Im Apfelbaum sitzt auch der Mond
und hat dem Feste beigewohnt. -
Nun waren da auch zwei Maienkäfer,
recht nette Bübchen,
doch blöde Schäfer;
die rauchen und trinken im Nebenstübchen,
bis das sie im nassen Grase liegen
und können nicht mehr nach Hause fliegen.
Der Wächter Schuhu findet sie.
Er spricht: "Aha, das sind ja die!! -
Schon wieder mal!!" -
Und bringt sie in sein Wachtlokal.
Der Mond, der auch nicht recht mehr munter,
hüllt sich in Wolken und geht unter.

von Wilhelm Busch, 1832 bis 1908


Vom Sterben der Bienen

Das Thema ist ernst. Früher nahmen die Bergleute Kanarienvögel mit in den Stollen, um sie vor giftigen Gasen zu warnen. Sie taten dies, indem sie starben. Das war schlecht für die Kanarienvögel, aber gut für die Bergleute. Wir fürchten, dass die Bienen Europas uns im Wesentlichen den gleichen Dienst erweisen. (...) Die Dezimierung der Bienen ist katastrophal, und wir müssen Maßnahmen auf Europäischer Ebene ergreifen.

Alyn Smith, vor dem Europäischen Parlament am 19.11.2008
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Zauberbrunnen 

“Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen, 
je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er.” 

von Karl von Frisch, 1886 bis 1982


Southern Afrikan Petroglyphs

In southern Afrika, there are numerous depictions of bees and hives [as petroglyphs]: it is known that honey is involved in the San´s origin myths, and the San believe that supernatural beings are very fond of honey, that the supreme god of the !Kung is the protector of bees, and that his wife is "the mother of bees". Moreover, the expression "to eat honey" is a San metaphor for the sexual act... (Le Quellec, 2004). 

Paul G. Bahn, 2010. Prehistoric Rock Art. Cambridge University Press, NY


Sommerbunter Immentraum



Der Morgensonne erster Schein fällt
noch recht schwach zum Flugloch ein.

Der Strahlen Zweck ist bald erreicht,
das Volk wacht auf, wenn auch nicht gleich.

Melinda jetzt das Volk verlässt,
sie soll was holen, das steht fest.

Ein Blütenfeld lädt ein zu Landen,
es ist durch Frühjahrssaat entstanden.

Es lockt das gelbe Blütenrund den
Rüssel an den Röhrengrund
-so füllt sie sich den Magen.

Ist die Betankung dann vollendet die
Imme sich zum Pollen wendet.

Gehöselt wird durch festes Kneten
die gelbe Fracht dann zu Paketen.

Der Abtransport der Eiweißwaren
erfolgt in Körbchen bei den Waden.

Schwer vollgepackt mit reicher Tracht,
sie sich mit Müh gen Volk aufmacht.

Stockimmen hier erwartungsvoll erheben
fordernd hohen Zoll,
-so füllen sich die Waben.

Erleichtert nun beginnt ihr Tanz,
geschwänzelt wird mit Eleganz.

Den Schwestern tut sie emsig Kunde
vom heiß begehrten Nektarfunde.

Drum leeret sich des Stockes Raum,
denn Alles fliegt jetzt aus zu schaun,
den Sommerbunten Immentraum.


von M. Trautmann, Nov. 2013.
(veröffentlich in der Zeitschrift „Bienenpflege“ Februar, 2014)

 Wenn ich zu meinem Stande geh

Wenn ich zu meinem Stande geh
Und tausend Bienen um mich seh
Und hör das altvertraute Summen,
Dann müssen Leid und Gram verstummen.

Dann denk ich nicht an Gut und Geld,
Nicht an den Hader in der Welt,
Nicht an den Lärm auf allen Gassen,
Nicht an der Feinde grimmes Hassen,

Noch an der Freunde Neid und Spott;
Dann dank ich still nur meinem Gott,
Daß er im Tollhaus dieser Erden
Dies Heim des Friedens mir lies werden.

Kehr ich vom Bienenstand zurück,
Ist aufgehellt der trübe Blick.
Denn, was mir grau und schwer erschienen,
Das gab ich meinen lieben Bienen.

Die trugens in die Luft hinaus,
Gleich allem Schmutz aus ihrem Haus,
Und was sie mir dafür gegeben,
Ist neue Kraft zu frohem Leben.

von Edmund Herold "Der Bienen-Narr"


Wenn bitter sich die Menschen streiten

mit Grösse wie mit Kleinigkeiten

da weiche ich am liebsten aus

und flüchte mich ins Bienenhaus.

 

Hör ich das friedliche Gesumm,

vergess ich Schelten und Gebrumm,

und aller Krieg und Krach auf Erden

kann mir sogleich gestohlen werden.

 

Ein Blümchen vom Boden hervor,

war früh gesprosset im lieblichen Flor,

da kam ein Bienchen und naschte fein -

die müssen wohl beide füreinander sein!

J. W. von Goethe


Wie freut mich's, daß ich Imker bin

Wenn ich vor meinem Stande steh'
und meine Bienen fliegen seh',
so denk ich oft in meinem Sinn,
wie freut mich's, daß ich Imker bin.

Steh' mit der gold'nen Sonn' ich auf,
sind meine Bienen längst wohlauf;
sie fliegen emsig her und hin,
d'rum freut mich's, daß ich Imker bin.

Und wenn mein Tagewerk vollbracht,
zur Ruhe winkt die stille Nacht,
leg' ich mich selig träumend hin.
und freu' mich, daß ich Imker bin.

Und so vergeht mir froh die Zeit,
die Bienen werden schwarmbereit,
sie freu'n sich ihrer Königin,
und mich freut's, daß ich Imker bin.

Und wird das Wetter dumpf und heiß,
fließt von der Tanne süßer Schweiß,
schwing ich die Schleuder froh und sing:
Wie freut mich's, daß ich Imker bin.


von Friedrich Silcher
T:1884 Wilhelm Wankler
Melodie: Steh' ich in finst'rer Mitternacht


Gestochen

Ich hab ´nen Stich, ich hab ´nen Stich!

Ja, ist das denn nicht fürchterlich?

Das Biest stach mich ins Angesicht.

Wieso, warum? Ich weiß es nicht.

Ich bin ein Stiller ruh´ger Mann,

der keinem Tier was tuen kann.

Der Imker sagt: Er sei nicht schuld.

Jetzt platzt mir aber die Geduld.

Du hast ´nen Stich? Du hast ´nen Stich?

Das ist doch gar nicht fürchterlich.

Nun halte doch mal Deinen Mund!

Bei Rheuma ist es sehr gesund.

Auch wenn der Arzt ein Serum spritzt,

Und wenn du schwärmst, sag´ mir´s vorher,

ein kleiner Schmerz der reichlich nützt.

sonst störst du jene allzu sehr,

Ich werd´ Dir etwas Honig schenken,

wenn du dich kühn in das Geäst

wirst nicht mehr an den Ärger denken.

auf deren Bäumen niederläßt.

Ich hab ´nen Stich, ich hab ´nen Stich.

Ich mein, das ist ärgerlich.

Gefallen laß ich es mir nicht,

ich geh sofort auf das Gericht.

Das wollen wir doch einmal sehen,

so kann es doch nicht weitergehen.

Glaubt denn der Imker, ich bin dumm?

Die Bienen bringen mich noch um.

Du hast ´nen Stich? Du hast ´nen Stich?

Dein Wehgeschrei ist lächerlich!

Auch einen Imker sticht die Biene,

ertrag´s wie er mit ruhiger Miene!

Bist Du allergisch, schlecht gelaunt?

Wer Dich so hört, ist sehr erstaunt.

Aus and´rem Grunde man so schreit.

Wahrscheinlich ist´s bei Dir so weit.

Du hast ´nen Stich, doch was Dich sticht,

das weißt Du nicht, das weißt Du nicht.

Iß Honig, Freund, Iß Honig täglich!

Der Bienenstich wird dann erträglich

 

Unerfüllbare Wünsche

Du Wildling, sprach der Imkersmann

Fang du nicht mit dem Stechen an.

Die Nachbarsleut´ mit böser Miene

Sehn dich nicht gern, du liebe Biene.

Du hast sie neulich erst gestochen.

Kein freundlich Wort wird mehr gesprochen.

Gewiß du konntest nichts dafür,

flieg nicht dorthin mein liebes Tier.

Nicht gar der Nachbarin ins Haar,

wenn sie kein Kopftuch trägt, nicht wahr!

Trink nicht aus Nachbars Vogeltränke,

es bringt nur Ärger, das bedenke!

Wenn man dich fortjagt, nach dir schlägt,

flieg ruhig fort, bleib unbewegt.

Die edle Reinzuchtkönigin

Ist deine Mutter, denk nur hin!

Dein Vater ein gekörter Drohn,

des besten Volkes stolzer Sohn.

Auf dieser Karte steht geschrieben,

dass du und alle diene Lieben

so fleißig im Ertrag, so milde,

ich hoffe sehr, du bist im Bilde.

So summe, sammle, trage ein,

bestäube alle Blüten fein.

Nur steche nicht, die´s nicht vertragen,

bei schwülen Wetter, warmen Tagen.

Benimm´ dich wie ein zahmes Tier,

das rat ich dir, das rat ich dir.

Man duldet nicht, wer sich so wehrt,

wenn man auch den Honig gern verzehrt.

Nur theoretisch liebt man Bienen,

doch praktisch sagt man: Weg mit ihnen!

Ach, liebes Bienchen, friedlich sei,

sonst ist es aus mit Imkerei.

Mußt du zur Sanftmut dich bequemen?

Will man auf dich nicht Rücksicht nehmen?

Der Mensch hat Freiheitsreche nur,

doch du die Rechte der Natur!

 



 

Kinderlied

 

Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!
Ei wir tun dir nichts zu Leide,
Flieg nur aus in Wald und Heide!
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!

Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!
Such in Blumen, such in Blümchen!
Dir ein Tröpfchen, dir ein Krümchen.
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!

Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!
Kehre heim mit reicher Habe,
Bau uns manche volle Wabe,
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!

Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!
Bei den heil'gen Christgeschenken
Wollen wir auch dein gedenken.
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!

Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!
Wenn wir mit dem Wachsstock suchen
Pfeffernüss' und Honigkuchen.
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum!

 

von Hoffmann von Fallersleben

Lieblingsvers unseres Imkermeisters Thaler

als Schriftzug für einen Bienenstand:
 
Wenn hier Dich eine Biene sticht
so gehe fort und schimpfe nicht
bedenke, dass nur Du es bist
der störend hier im Wege ist


Sir Edmund Hillary

Quelle: Wer wagt gewinnt: Die Autobiographie des Erstbezwingers des Mount Everest.2. Aufl. 1987 S. 21-22. Original: Nothing Venture, Nothing Win. 1976 Gustav Lübbe Vlg.


Mit der Zeit beschäftigte ich mich immer intensiver mit der Bienenhaltung, wahrscheinlich, weil ich mich dabei am wohlsten fühlte. Mein Vater war ein sehr fleißiger Mann, aber er verwendete seine Arbeitskraft auf zu viele verschiedene Projekte, als daß er wirtschaftlich Erfolg hätte haben können. Er gehörte zu den Begründern der New Zealand Beekeepers´ Association und war zuerst ihr Sekretär und dann ihr Präsident. Jahrelang kämpfte er für die Verbesserung der Marketingmethoden für Honig und gründete Imkerzeitschriften, die er auch selbst herausgab. Schließlich brach ich .... mein Studium ab, um nur noch für meinen Vater tätig zu sein. Es war ein schönes Leben an der frischen Luft und im Sonnenschein, doch wir mußten schwer arbeiten. In gewisser Weise war es auch ein risikoreiches und abenteuerliches Leben, ein ständiger Kampf gegen die Launen des Wetters. Wir besaßen in dem schönen Weidegebiet von Auckland 1600 Bienenstöcke, die wir auf 50 verschiedenen Farmen untergebracht hatten. Unaufhörliich zogen wir von einem Platz zum nächsten, besonders wen die Bienen in allen 1600 Stöcken sich entschlossen hatten, gleichzeitig zu schwärmen. Wir wußten nie, mit einer wie großen Ernte wir rechnen konnten, bis wir das letzte Pfund aus den Stöcken geholt hatten. Es konnten entweder 60 Tonnen oder auch nur kümmerliche 20 Tonnen oder weniger sein. Aber während der aufregenden Monate der Honigernte trieb uns ständig die Vorstellung, es könnte diesmal einen Rekordertrag geben, zur harten Arbeit an. Dabei schleppten wir Tausende von 90 Pfund wiegenden Kisten mit Waben zur Schleuder und lachten nur, wenn wir täglich ein Dutzend und mehr Bienenstiche abbekamen. Wir waren unverbesserliche Optimisten. Im Sommer arbeiteten wir sieben Tage in der Woche vom Morgengrauen bis zuum Dunkelwerden, oft sogar bis spät in die Nacht hinein. Wir sahen das als selbstverständlich an und dachten uns nicht einmal etwas dabei, wenn wir Weihnachten die Nacht durcharbeiteten, um uns dann einen halben Tag freizunehmen und in der Stadt die Schaufenster anzusehen.



Pierre de Ronsard (1521-1585) an Jean Passerat


Mein Freund, ich will der Honigbiene gleichen,

Die bald die rote Blume mag erreichen

Und bald die gelbe; fort von einer Wiesenwelt

hinaus zur nächsten streift, wie´s ihr gefällt,

Für ihren Winter Proviante pflückend;

So bin auch ich, glaub mir, wenn ich entzückt in

Den Büchern blättre, sammle, Schönes zähle,

Dass hundert Farben ich für ein Bild wähle

Und gleichviel für das andere, begeistert

Und ohne Zwang: nach der Natur - dein Malermeister ...


Übertragung Ralph Dutli

Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.



Das Liebesleben in der Natur


Während die Königin eifrig Eier legt und die Arbeitsbienen 

aus- und einfliegen, um Nahrung herbeizuschaffen, die Brut

füttern, Zellen bauen und den Bau reinigen, gibt es in jedem

Stock ein paar hundert Insassen, die nichts tun, sondern faul

ihre Zeit hinbringen. Das sind die Drohnen, die männlichen Bienen.


von Wilhelm Bölsche

Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.



Aus dem Boxring

Schwebe wie ein Schmetterling,
stich wie eine Biene.

von Muhammad Ali (boxing champion)
    Titel frei erfunden von D-HL.
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-     Verlag.


Deutsches Sprichwort

Willst Du Gottes Wunder sehen,
mußt Du zu den Bienen gehen.

Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Pfad der Natürlichen Wahrheit

Die Biene samelt ihren Nektar,
So wandere auch Du als schweigender Weiser

von Dhammapada
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Krieg der Bienen und Hornissen

Laßt es alle Bienen wissen:
Heute schwärmen die Hornissen.
Auf die Bienen bei den Schlehen
Haben sie es abgesehen.
Schrumm terumm,
Schrumm terumm,
Krieg ist böse,
Krieg ist dumm!

Die Hornissentrimmeln lärmen.
Aber, ach, die Bienen schwärmen.
Werden die Hornissen soegen
Und die Bienen unterliegen?
Schrumm terumm,
Schrumm terumm,
Krieg ist böse,
Krieg ist dumm!

Brausend durch die Lüfte ziehen
Die Hornissen-Kompanien.
In den gelb und schwarzen Röcken
Geht es zu den Bienenstöcken.
Schrumm terumm,
Schrumm terumm,
Krieg ist böse,
Krieg ist dumm!

Die daheimgebliebnen Bienen
Kämpfen mit verbissnen Mienen.
Aber ihrer sind zuwenig.
"Sieg!" ruft der Hornissenkönig.Schrumm terumm,
Schrumm terumm,
Krieg ist böse,
Krieg ist dumm!

Ach, nur wenig Honig haben
Die erkämpften Bienenwaben.
Jeder Krieger der Hornissen
Kriegt mit Not drei kleine Bissen.
Schrumm terumm,
Schrumm terumm,
Krieg ist böse,
Krieg ist dumm!

Laßt es alle Menschen wissen:
Wenig nützte den Hornissen
Das Bekriegen, das Besiegen,
Denn zweihundert blieben liegen!
Schrumm terumm,
Schrumm terumm,
Krieg ist böse,
Krieg ist dumm!

von James Krüss (geb. 1926 auf Helgoland, gestorben 1997 auf Gran Canaria)


Die Hornissen und die Bienen

Am Werke kann den Meister man erkennen.
Ein paar Honigwaben waren herrenlos; Hornissen
hatten sie an sich gerissen,
doch auch die Bienen wollten sie ihr eigen nennen.
Vor eine Wespe kam der Streit, die sollt´ ihn schlichten;
allein es ward ihr schwer, nach Fug und Recht zu richten.
Die Zeugen sagten, daß sie um die Wabe her
geflügeltes Getier, das braun und länglich wär´
und summte, oft bemerkt. Das sprach wohl für die Bienen;
jedoch was half´s, da die Kennzeichen ungefähr 
auch den Hornissen günstig schienen?
Die Wespe wußte nun erst recht nicht hin und her,
und sie beschloß - die Sache wirklich aufzuklären-,
der Ameisen Meinung anzuhören.
Umsonst! Denn alles blieb, wie´s war.
"Auf diese Art wird´s nimmer klar!"
sprach eine Biene, eine weise.
"Sechs Monde schleppt sich schon der Streit im alten Gleise,
und wir sind weiter um kein Haar.
Will sich der Richter nicht beeilen,
verdirbt der Honig mittlerweilen.
Am Ende frißt der Bär in gar!
Erproben wir jetzt drum ohn´ Advokatenpfiffe
und ohne Krimskrams der Juristenkniffe
nur durch die Arbeit unsere Kraft!
Dann wird sich´s zeigen, wer von uns den süßen Saft
in schöne Zellen weiß zu legen"
Durch der Hornissen Weig´rung war
gar bald ihr Unrecht sonneklar.
Der Bienen Schar gewann den Streit von Rechtes wegen.
O würd jeder Streit doch nur auf diese Art
entschieden und, wie man im Morgenlande richtet,
nach dem Buchstaben nicht, nein, nach Vernunft geschlichtet!
Was würd´ an Kosten dann gespart,
statt das mit endlosen Prozessen
man jetzt uns zur Verzweiflung treibt!
Wozu? Die Auster wird vom Richter aufgegessen,
während uns die Schale bleibt.

von Jean De La Fontaine - Fabeln
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Die Bienen aus Fabeln und Erzählungen

Der Weiser rief darauf den Rest der Untertanen,
Um sie zur Eintracht zu ermahnen.
"Der Unterschied in eurer Pflicht
Erzeugt", sprach er, "den Vorzug nicht
Nur die dem Staat am treusten dienen,
Dies sind allein die bessern Bienen."

von Christian Fürchtegott Gellert
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


In dieser großen Zeit?

Denn in ihrer Verfassung ist geradezu die Revolution vorgesehen und es heißt dort: "Geht nach drei, bisweilen erst nach fünf Jahren die Fruchtbarkeit einer Königin zu Ende, so erbrütet das Volk rechtzeitig eine junge und beseitigt die alte". Nur ein einziges Moment könnte allenfalls der Auffassung zuhilfe kommen, dass der Bienenstaat ein durch und durch monarchischer sei, nämlich die bekannte Tatsache, dass die Königin der Bienen von Drohnen umschwärmt wird. Ein Übelstand, der aber durch den wahren Bienenfleiß, den das Volk entfaltet, wieder reichlich wettgemacht wird, ja es soll dort vorkommen, dass die Drohnen von den Arbeiterinnen unbarmherzig zum Flugloch hinausgetrieben oder gar vertilgt werden.

von Karl Kraus, Aufsätze 1914-1925, Monarchie und Republik
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Arbeit

Wir werden nur geboren, um eine Biene im Bienenkorb zu sein, um eine Sekunde lang unsere kleine Kraft mit den anderen Kräften zu vereinigen, wir können die Notwendigkeit unseres Lebens nicht anders erklären, als dass die Natur noch eines Arbeiters bedurft hat, um ihr Werk zu fördern. Jede andere Erklärung ist hochmütig und falsch. Unsere eigenen Existenzen dienen nur zur Vorbereitungg des allgemeinen Lebens der Zukunft. Es ist kein Glück denkbar, wenn wir es nicht im gemeinschaftlichen Glück der ewigen, gemeinsamen Arbeit suchen.

von Emile Zola
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Die Biene

Als Amor in den goldnen Zeiten
Verliebt in Schäferlustbarkeiten
Auf bunten Blumenfeldern lief,
Da stach den kleinsten von den Göttern
Ein Bienchen, das in Rosenblättern,
Wo es sonst Honig holte, schlief.

Durch diesen Stich ward Amor klüger.
Der unerschöpfliche Betrüger
Sann einer neuen Kriegslist nach:
Er lauscht in Rosen und Violen;
Und kam ein Mädchen sie zu holen,
Flog er als Bien heraus und stach.

von Gotthold Ephraim Lessing, 1729 bis 1781
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


I. SAM. 14, 27

Jonathan ... streckte seinen Stab aus, den er in seiner Hand hielt, tauchte die Spiitze in Honigseim und führte seine Hand zum Munde; da wurden seine Augen munter.

Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Altrömisches Sprichwort

Ubi apis, ibi salus  -- Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Robinson Crusoe

Ferner vermißte ich sehr Lichter. Sobald es dunkel wurde, was gewöhnlich um sieben Uhr geschah, mußte ich zu Bette gehen. Jetzt wünschte ich mir oft den Klumpen Bienenwachs, aus dem ich bei meiner Flucht von Afrika mir Kerzen verfertigt hatte, zurück, aber der war längst nicht mehr vorhanden ....

von Daniel Defoe
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Weiser Spruch

Willst Du drei Stunden glücklich sein, trinke Wein.
Willst Du drei Wochen glücklich sein, schlachte ein Schwein.
Willst Du drei Jahre glücklich sein, nimm eine Frau.
Willst Du ein Leben glücklich sein, bebaue einen Garten
und halte Bienen darin.

frei nach Konfuzius
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Vom Sterben der Bienen

Was mit den Bienen geschieht, ist sehr wichtig für Europa - und für die gesamte Welt. In den letzten zwei Jahren ist in den USA ein Drittel der Honigbienen aus unerklärlichen Gründen gestorben. 2007 wurden etwa 800.000 Völker vernichtet. In Kroatien starben fünf Millionen Bienen in weniger als 48 Stunden. Im Vereinigten Königreich geht jeder fünfte Bienenstock zugrunde, und weltweit berichten gewerbliche Imker seit 2006 über Verluste von bis zu 90 Prozent. Was passiert da, und wie ernst ist dies für uns und die Zukunft der Menschheit? ... Wir können nicht warten, bis alle Bienen ausgestorben sind, weil wir dann von einem enorm schweren Problem stehen.

Neil Parish, vor dem Europäischen Parlament am 19.11.2008
Quelle: Gay, J., and I. Menkhoff. 2012. Das große Buch der Bienen. Fackelträger-Verlag.


Die Bienen

Ich saß am grünen Wiesensaum
und traute meinen Ohren kaum,
was da so zirpte, piepste, summte
und manchmal auch gar heftig brummte.

Es standen Gras und Blüten dicht
und streckten sich zum Sonnenlicht.
Ein Bienenvolk schwebt´hin und her
und streift´ die vollen Kelche leer.

Die Bienen flogen alsdann fort
wie´s schien, an einen fernen Ort.
Doch jede kannte emsig, schlau,
den eignen Korb am Bach genau.

Dort flogen sie ein,dort war ihr Haus,
dort leerten sie die Höschen aus
und machten sich auf, man glaubt es kaum, 
zurück an den summenden Wiesensaum

von Waltraut Lankenau, Nov. 2014


                         „Die Bienlein emsig sind der blumen safft zu finden 
                        daher voll hönig wird ihr wächsern Königreich: 
                        Also wo einigkeit die herzen kann verbinden
                        da blühet süsse frucht u. nutzbarkeit zugleich.“

                        W. H. Freiherr von Hohberg, 1675) 


Was Bienen alles können

Fächeln, tüten, sterzeln, heulen,
schwärmen, bauen, quaken, brüten,
schwitzen, tanzen, trillern, putzen,
sammeln, brausen, ventilieren,
kommunizieren, produzieren,
schlüpfen, hüpfen, suchen, finden,
stechen, lecken, vegabundieren, 
hängen, fliegen, tasten, schwänzeln,
stiften, saugen, betteln, kauen,
zittern, koten, füttern, heizen,
beißen, ketten, räubern, trinken,
verdeckeln, bewachen,
Vielfalt bewahren,
bestäuben, begatten,
Honig machen !

Anna-Lisa Giehl


A Plea for Bees

For bees, the flower is the fountain of life,
For flowers, the bee is the messenger of love.

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