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Ilmenauer SV beweist Courage gegen SC Suhl

veröffentlicht um 30.09.2017, 01:20 von Flumior   [ aktualisiert: 30.09.2017, 01:22 ]

Am ersten Spieltag der neuen Saison in der Thüringenliga empfingen die Ilmenauer Schachfreunde am vergangenen Sonntag die Gäste aus Suhl, die bis auf ihren Stammspieler Wolfgang Feld-Gerdes an Brett 2 mit ihrer nominellen Bestbesetzung antraten. Dem gegenüber gestaltet sich die personelle Situation für den Ilmenauer SV in der neuen Saison schwierig. Durch die Vereinswechsel der beiden Stammspieler GM Thomas Pähtz zum TSV Bindlach Aktionär und Uwe Mehlhorn zur SG BW Stadtilm fehlen dem Ilmenauer SV zwei wichtige Leistungsträger der ersten Mannschaft, wodurch im Gegensatz zu den Aufstiegsambitionen der letzten Saison nunmehr der Klassenhalt in der Thüringenliga das vordergründige Ziel in dieser Saison sein dürfte. Die personelle Situation der ersten Mannschaft wurde am vergangenen Sonntag zusätzlich durch den Umstand verschärft, dass sowohl Aleksey Sukaylo als auch Axel Möller verhindert waren. Daher stießen zu den Stammspielern Sebastian Zehnter, Kristoffer Falk, Albrecht Töpfer und Patrick Rempel an den Brettern 1 bis 4 aus der zweiten Mannschaft Steffen Ortlepp, Torsten Michael, Wolfgang Brandt und Joachim Lehmann an den Brettern 5 bis 8 hinzu. Mit diesem Aufgebot waren die Ilmenauer Schachfreunde den Gästen aus Suhl nominell unterlegen, doch der Wahrheitsgehalt dieser Statistiken wird bekanntlich an dem Ergebnis an den einzelnen Brettern gemessen. So entwickelte sich zu Beginn ein spannendes Duell zwischen beiden Mannschaften. Nach zweieinhalb Stunden fielen die ersten Entscheidungen. Joachim Lehmann konnte mit Weiß gegen seinen um 100 DWZ-Punkte stärkeren Gegner Ralph Will einen für den Torre-Aufbau typischen, vielversprechenden Angriff am Königsflügel initiieren, doch leider wurde dieser durch einen Durchbruch im Zentrum beantwortet, wodurch die Koordination der weißen Figuren verloren ging und die resultierenden Drohungen gegen seinen König nur unter Inkaufnahme eines Materialverlustes zu parieren waren. Patrick Rempel spielte mit Weiß an Brett 4 gegen Andre Eichelmann in einem Abspiel der Englischen Partie groß auf und konnte seine gute Spielanlage durch zwei sehenswerte Räumungsopfer gegen den unrochierten König krönen und den verdienten Ausgleich für die Ilmenauer Schachfreunde herstellen (siehe Partie). Angespornt von dieser überzeugenden Leistung konnte Torsten Michael an Brett 6 mit Weiß zur Überraschung seiner Mannschaftskollegen in einem seltenen Abspiel der skandinavischen Verteidigung in einer ausgeglichenen Stellung plötzlich eine Leichtfigur gegen zwei Bauern gewinnen, wodurch der Sieg zur 2:1 Führung nur eine Frage der Technik war. An Brett 5 opferte Steffen Ortlepp mit Schwarz gegen Stefan Koch in einem ruhigen Abspiel der Grünfeld-Indischen-Verteidigung einen Bauern, um druckvolles Spiel gegen den weißen Damenflügel zu erhalten. Doch Stefan Koch gab geschickt den Bauern zurück und führte eine Vereinfachung der Stellung durch den Abtausch mehrerer Figuren herbei, wodurch das entstehende Endspiel mit Turm, Springer und mehreren Bauern auf beiden Seiten nicht mehr zu gewinnen war und folglich in ein Unentschieden mündete. Kurze Zeit später einigten sich Sebastian Zehnter und Michael Recknagel an Brett 1 in einer komplizierten Position in der modernen Variante der italienischen Partie auf ein Remis. Nach knapp dreieinhalb Stunden Spielzeit musste Wolfgang Brandt der Erfahrung seines knapp 200 DWZ-Punkte stärkeren Gegners Christian Fuhrmann Tribut zollen. Obgleich er mit Schwarz in der Königsindischen Verteidigung ebenbürtig um Vorteil kämpfte, traf er in der Zeitnotphase eine falsche Entscheidung, die ihm wenige Züge später um den verdienten halben Punkt und Suhl den Ausgleich zum 3:3 brachte. An Brett 2 konnte Kristoffer Falk mit Weiß in der Damenindischen Verteidigung durch eine Unachtsamkeit von Jörg Silberschlag dessen Dame gegen einen Turm und einen Springer gewinnen. Bedingt durch die Zeitnotphase fand er jedoch nicht die druckvollsten Züge um eine Koordination der schwarzen Figuren zu verhindern, wodurch es seinem Gegner gelang, eine Verteidigungsstellung mit seinen Figuren einzunehmen, die nicht zu überwinden war - Remis. Somit lag es an Albrecht Töpfer an Brett 3 gegen Axel Berghof mit den Schwarzen Steinen den möglichen Sieg für die Ilmenauer Schachfreunde unter Dach und Fach zu bringen. Nachdem er bereits in der Eröffnungsphase im sizilianischen Flügelgambit einen Bauern gewinnen konnte, konnte er einen weiteren Bauern in den aus dem weiteren Spielverlauf resultierenden Verwicklungen erobern. Um seinem Kontrahenten jegliche Angriffschancen zu nehmen, tauschte er geschickt die Damen und eine Leichtfigur, wodurch er in ein gewonnenes Doppelturmendspiel abwickeln und durch eine souveräne Technik den vollen Punkt erzielen konnte. Durch diesen insgesamt verdienten 4,5 – 3,5 Sieg gegen den SC Suhl konnten sich die Ilmenauer Schachfreunde zwei wichtige Mannschaftspunkte gegen den Abstieg sichern. Am nächsten Spieltag am 22.10.2017 sind die Ilmenauer bei Medizin Erfurt zu Gast, bei dem sich die erste Mannschaft des Ilmenauer SV erneut unter Beweis stellen muss.


Stellung nach dem 13. Zug von Schwarz. Durch welche Fortsetzung gelangt Weiß zu einem Vorteil?

Rempel,Patrick - Eichelmann,Andre

 1.g3 d6 2.Lg2 c5 3.Sf3 Sc6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 Ld7 6.0-0 g6 7.Le3 Lg7 8.c4 Dc8 9.Sc3 Sf6 10.Sd5!? ein zweischneidiger Zug, der weitere Verwicklungen anstrebt. 10...Sg4!? nur konsequent, doch Schwarz übersieht hier einen starken Zwischenzug von Weiß. 11.Sb5! Sxe3 die einzige Option. [11...0-0 verbietet sich wegen 12.Lxa7± wonach Weiß einen deutlichen Vorteil erlangt.] 12.Sdc7+ Kf8 13.fxe3 Tb8 (s. Diagramm). Schwarz wähnt sich hier im Vorteil, doch das effektvolle Räumungsopfer weist den Vorteil für Weiß nach. 14.Sxd6! exd6?? dieser Zug verliert sofort und erlaubt ein sehenswertes Finale. Zäher war jedoch [14...Dxc7 15.Dd5! (nicht 15.Txf7+ Kg8 16.Ld5?? denn 16...Dxd6 17.Txe7+ Kf8 18.Tf7+ Ke8 19.Txg7 De5 20.Tf7 Dxe3+ 21.Kh1 Lf5-+ gewinnt für Schwarz.) 15...e6 16.Txf7+ Kg8 17.Dd2 mit einer vorteilhaften Position für Weiß.] 15.Dxd6+ Kg8 16.Txf7! und der schwarze König kann sich der zahlreichen Drohungen nur unter Inkaufnahme von deutlichem Materialverlust erwehren. Schwarz gab deshalb auf. 1-0


Die erste Mannschaft des Ilmenauer SV beim ersten Spieltag gegen den SC Suhl (v.h. v.l.n.r.):
Torsten Michael, Joachim Lehmann, Wolfgang Brandt, Sebastian Zehnter, Patrick Rempel,
Kristoffer Falk, Steffen Ortlepp und Albrecht Töpfer


Ilmenau geht beim Mühlhausen Open baden

veröffentlicht um 10.08.2017, 08:17 von Flumior

Zur Vorbereitung auf die neue Saison haben sich die drei Ilmenauer Stefan Schenk, Wolfgang Brandt und Kristoffer Falk etwas Besonderes überlegt. Vom 03.08.17 bis zum 06.08.17 fuhren sie in ein Trainingslager nach Mühlhausen, um dort das Open mitzuspielen. Damit es sich aber richtig lohnt, wurde dazu auch eine Pension in der Nähe bezogen. Das sich Stefan an diesem langen Wochenende viel vorgenommen hat, zeigte sich schon bei der Wahl der Pension. Eine gemütlich eingerichtete Wohnung samt freundlichen Vermietern waren dabei eine gute Basis, die von einem Swimmingpool abgerundet wurde.

Nachdem die ersten Hürden (wie kocht man überhaupt? Wie kommt man nur an das Kaffee-Pulver? etc.) gemeistert wurden, konnte das Turnier endlich starten. Mit Kristoffer (Startplatz 10.) und Stefan (14.) waren auch zwei ambitionierte Spieler dabei. Wolfgang (36.) wollte dafür die Großen umso lieber mal ärgern. Dies ist ihm auch richtig gut gelungen. Motiviert dadurch immer wieder schwimmen gehen zu können (böse Zungen behaupten, dass er mehr im Wasser als am Brett war), überspielte er seine teilweise deutlich stärkeren Gegner immer wieder und zeigt auch seine Endspieltechnik. Belohnt wurde das mit 3,5 Punkten und dem 26. Platz. Auch Stefan zeigte sich von seiner guten Seite. Nachdem er schon gelernt hat wie eine professionelle Wende im Schwimmbecken gelingt, wurden anschließend die schwächeren Gegner gekonnt überspielt. Leider fehlte noch ein wenig um mit den dickeren Brocken mithalten zu können. Am Ende sprang so der 7. Platz mit 4,5 Punkten heraus. Kristoffer konnte mit dem Turnierverlauf nicht ganz glücklich sein. Nachdem er schon früh zwei Remisen abgegeben hat, verlor er die wichtige vorletzte Partie, um ganz vorne angreifen zu können. Durch ein freundschaftliches Unentschieden gegen Stefan in der letzten Runde kam er mit ebenfalls 4,5 Punkten auf dem 9. Platz ins Ziel. Damit können die drei auf ein lustiges Turnier zurückblicken von dem keiner unglücklich nach Hause fährt.

Ilmenauer SV erreicht souverän das Viertelfinale des Thüringenpokals

veröffentlicht um 15.06.2017, 04:50 von Flumior

Nach der beendeten Saison in der Thüringenliga stehen für die Ilmenauer Schachfreunde spannende Duelle um den Thüringenpokal an. In diesem Spielformat treten statt acht Spielern pro Mannschaft je vier Spieler eines Vereins an, um aus den ca. 20 teilnehmenden Vereinen den besten Verein im K.O. – Modus zu bestimmen. Die beiden Finalisten qualifizieren sich für den Deutschlandpokal, der gewissermaßen das Pendant zu dem bekannten DFB-Pokal im Fußball darstellt. Nachdem die Ilmenauer in der ersten Runde gegen die Gäste aus Bickenriede erwartungsgemäß mit 4:0 die Oberhand behielten, kam es am 11.06.2017 im Achtelfinale des Thüringenpokals zu einer Neuauflage des Mannschaftskampfes gegen die Schachfreunde aus Ammern.  Beide Vereine konnten auf die Stammspieler ihrer ersten Mannschaften zurückgreifen, wodurch sich ein spannendes und hochklassiges Duell an den Brettern entwickelte. Die Ilmenauer Schachfreunde konnten gleich zu Beginn ihre Qualität unter Beweis stellen als Thomas Pähtz mit Weiß an Brett 1 einen Eröffnungsfehler von Philipp Thon konsequent ausnutzen und neben dem Läuferpaar einen Mehrbauern erobern konnte, den er auch im weiteren Spielverlauf routiniert verwertete und die Führung für Ilmenau erzielen konnte. An Brett 4 spielten sich zwischen Kristoffer Falk mit Weiß gegen Christoph Kurze in der Zeitnotphase dramatische Szenen ab. Obgleich Kristoffer Falk aus einer ungenau behandelten Eröffnung heraus sich bereits in einer verloren geglaubten Stellung mit Minusqualität wiederfand, bewies er Durchhaltevermögen und versuchte konsequent durch mehrere zweischneidige Züge das Spiel deutlich zu verkomplizieren um zumindest praktische Chancen zu wahren. Dieser Mut sollte auch belohnt werden, denn obwohl sich die Stellungsbewertung in der Zeitnotphase zum Leidwesen der Mannschaftskollegen mehrfach änderte, zeigte sich wieder einmal, dass bekanntlich der letzte Fehler eine Partie entscheidet. Dieser unterlief Christoph Kurze, wodurch die Ilmenauer Schachfreunde ihren zweiten Sieg auf der Habenseite verbuchen konnten (s. Partie). Mit der komfortablen Führung im Rücken boten Albrecht Töpfer an Brett 3 und Sebastian Zehnter an Brett 2 ihren beiden Kontrahenten Ulrich Kampfhenkel und Michael Wegerich jeweils Remis an. Da das aus dem Jugoslawischen Angriff in der Drachenvariante der Sizilianischen Verteidigung resultierende Turmendspiel mit ungleicher Materialverteilung aufgrund eines weit vorgerückten Freibauern für Ulrich Kampfhenkel nicht mehr zu gewinnen war, wurden beide Gebote akzeptiert, wodurch die Ilmenauer Schachfreunde mit einem verdienten 3-1 Erfolg in das Viertelfinale des Thüringenpokals einziehen. Das Viertelfinale des Thüringenpokals findet in ca. zwei Monaten am 12.08.2017 statt.




Stellung nach dem 26. Zug von Schwarz. Wie kann Weiß in kritischer Position das Gleichgewicht wahren und ein Remis forcieren?

 

Falk,Kristoffer - Kurze,Christoph

1.d4 d5 2.c4 Sc6 3.cxd5 Dxd5 4.e3 e5 5.Sc3 Lb4 6.a3 Lxc3+ 7.bxc3 Dd6 8.Se2?! es ist besser zuerst die Entwicklung des weißfeldrigen Läufers mit 8. Ld3 vorzunehmen. 8...Sge7 9.Sg3 0-0 10.Le2 f5 11.0-0 Le6 12.Dc2 Sa5 13.Td1?? ein Aussetzer von Weiß der die Qualität einbüßt. [13.Tb1 c5 14.dxe5 Dxe5 15.c4± war erforderlich um auf Vorteil zu spielen.] 13...Lb3 14.Db1 Lxd1 15.Lxd1 c5 16.Db5 b6 17.Lb2 Tac8 18.Le2 e4 19.c4 cxd4 20.exd4 De6? nach dem stärkeren Zug [20...Dg6 21.f4 exf3 22.Lxf3 f4-+ ist die weiße Stellung hoffnungslos.] 21.Tc1 f4 22.d5 Dg6 23.d6!? Weiß sucht klug seine praktischen Chancen und gießt weiteres Öl ins Feuer um die Stellung abermals zu verkomplizieren. 23...fxg3 24.dxe7 gxh2+ 25.Kh1 Txf2 26.Dd5+ Df7 (s. Diagramm) 27.Lg4? [27.Lh5! g6 28.Dd8+! De8 29.Dd5+ Df7 (29...Tf7 30.Dd4 Txe7 31.Dh8+ Kf7 32.Tf1+ Ke6 33.Dd4 Tf7 34.Td1! mit baldigem Matt.) 30.Dd8+ sichert den halben Punkt durch Stellungswiederholung.] 27...Dxd5 28.cxd5 Txc1+ 29.Lxc1 Kf7 30.d6 Tf1+ 31.Kxh2 Txc1?? dieser kapitale Fehler von Schwarz in Zeitnot verliert sofort. 32.Ld7 Tc8 33.Lxc8 Sc6 34.Lb7 Se5 35.Lxe4 h5 36.Kg3 g5 37.Kf2 Sg4+ 38.Ke2 Sf6 39.Lg6+ Ke6 40.e8D+ Sxe8 41.Lxe8 h4 42.Kf3 Kxd6 43.Kg4 a6 44.Kxg5 h3 45.gxh3 und Schwarz gab auf 1-0


Ilmenauer im Paradies!?

veröffentlicht um 30.05.2017, 09:45 von Flumior   [ aktualisiert: 30.05.2017, 09:45 ]

Jena ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Es gibt interessante Neubauten, ältere Häuser, Gärten, einen Fluss und überall ist viel Grün zu finden. Vor allem an solch schönen Tagen wie vom 25.-28. Mai begeben sich all die Jenaer ins sogenannte Paradies, um dort die Seele baumeln zu lassen, Sport zu treiben oder gar zu studieren. Ja, ein Besuch in Jena ist auf jeden Fall lohnenswert. Zumindest wenn es nicht gerade darum geht Schach zu spielen, denn dann sitzt man den ganzen Tag sowieso nur drinnen und kann das schöne Wetter kaum genießen. Diesen schlechten Aussichten trotzten aber die Schachfreunde Uwe Mehlhorn, Albrecht Töpfer und Kristoffer Falk um bei der Landesmeisterschaft ein tolles Ergebnis zu erzielen; hatten sich doch alle 3 einiges vorgenommen in diesem Jahr.
Dass die 4 Tage gut auszuhalten war, lag vor allem am Hotel. Ein gut klimatisierter Spielsaal mit kostenlosen Getränken gepaart mit viel Freiraum für jeden einzelnen Spieler machten jede Partie erträglich. Gut gelaunt gingen die 3 dann auch in den ersten Tag. Dabei stotterte der Motor von Uwe zwar ein wenig, aber letzten Endes standen doch 2 Siege zu Buche. Auch Kristoffer konnte mit einem Auftaktsieg und anschließendem remis gegen einen der stärkeren Spieler sehr zufrieden sein. Albrecht kam mit seinem Pflichtsieg und einer erwarteten Niederlage gegen die Nr. 1 der Setzliste ordentlich in das Turnier.  Immerhin konnte zwischen den Runden auch das Paradies besucht werden.
Der zweite Tag sollte dann die Weichen für das restliche Turnier stellen. Albrecht zerlegte seine beiden Gegner ganz humorlos und spielte sich so in Richtung Spitze. Hier wollte auch Uwe sein, der jedoch gleich in der dritten Runde unnötigerweise einen halben Punkt liegen ließ. Durch einen weiteren Sieg war die Stimmung aber noch gut. Dies war bei Kristoffer nicht gerade der Fall. Einer vermeidbaren Niederlage am Morgen folgte ein remis am Nachmittag, obwohl er schon ganz klar auf Gewinn stand.
Mit neuer Motivation wollte er am dritten Tag alles besser machen, aber manchmal läuft es nicht. In der fünften Runde zerlegte er seinen Gegner zwar noch souverän, aber am Nachmittag fand er zu viele falsche Züge und holte sich seine zweite Niederlage. Ähnlich schlecht erging es auch Uwe. Zuerst einigte er sich mit seinem Gegner auf ein gerechtes remis, aber nachdem er die sechste Runde in den Sand setzte, haderte er auch mit sich selbst. Dabei war in beiden Partien sogar mehr drin. Erfreulich aus Ilmenauer Sicht war hingegen Albrecht, der beweisen konnte, dass sich Endspiel-Training durchaus lohnt. Zunächst sicherte er sich in einem nicht ganz einfachen Damenendspiel ein remis, um danach ein kompliziertes Turmendspiel für sich zu entscheiden. Hier war er einfach besser als sein nominell stärkerer Gegner.
Mit dem Wissen dieser eigenen Qualitäten spielte er auch die letzten Runde souverän und hielt, zum großen Ärger seines Gegners, ein technisches remis fest. Die 5 Punkte reichten am Ende für einen hervorragenden 10. Platz und machen Lust auf weitere starke Spiele von ihm. Diese werden bestimmt auch von den anderen beiden kommen, aber nicht in der 7. Runde dieses Turniers. Uwe spielte mal wieder seinen Gegner an die Wand, nur um sich dann in hochgradig taktischer Stellung einen Fehler zu leisten, der zum Turmverlust führte. Seine 4 Punkte reichten so nur für den 31. Rang. Auch Kristoffer konnte dem Turnier kein gutes Ende bereiten. Zwar spielte er wieder mal besser als sein Gegner aber der letzte Biss war weg, sodass wieder nur ein Unentschieden zu Buche stand. Der 52. Platz mit 3,5 Punkten ist bei weitem nicht, was er sich vorgenommen hat. Dennoch steht als Fazit, dass alle drei eine gute Spielanlage hatte, sich jedoch nur Albrecht belohnen konnte. Uwe und Kristoffer werden bei ihren nächsten Auftritten aber bestimmt wieder bessere Ergebnisse erzielen.

Guter Auftakt in den Thüringenpokal

veröffentlicht um 22.05.2017, 10:56 von Flumior   [ aktualisiert: 22.05.2017, 10:56 ]

Aus dem Fußball ist der Spruch bekannt, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Dementsprechend ernst nahmen die 4 Ilmenauer auch den Gegner Bickenriede zur Vorrunde des diesjährigen Thüringenpokals. Mit Uwe Mehlhorn, Albrecht Töpfer und Kristoffer Falk standen 3 etablierte Spieler der ersten Mannschaft bereit. Ergänzt wurden die drei vom Edeljoker Stefan Schenk. Dadurch gingen die Ilmenauer an jedem Brett mit ungefähr 400 DWZ-Punkten Vorsprung an die Bretter. Stefan zeigte dann auch gleich mal, wer der Herr im Haus ist und ließ seinem Gegner Peter Hagedorn nicht den Hauch einer Chance. Nach 14 Zügen stand es so 1:0. Die Aussicht auf einen schnellen Arbeitstag motivierte auch Uwe, der schon bald darauf den zweiten Punkt gegen Andreas Paul klar machte. Etwas schwerer tat sich hingegen Kristoffer gegen Günther Breitenstein. Er versuchte zwar zurecht die nicht ganz genaue Eröffnungsbehandlung auszunutzen, was jedoch zu einer komplizierten Stellung führte. Hier opferte sein Gegner aber etwas übermotiviert eine Figur, was Kristoffer schnell widerlegte. Somit stand der Tagessieg schon fest. Davon ließen sich Albrecht und Kai Michael aber nicht beeindrucken und spielten konsequent die 5 Stunden Spielzeit aus. In der spannende Phasen zeigt sich aber hier, dass Albrecht der bessere Spieler ist und konnte schließlich ein Mattnetz knüpfen. Am Ende hieß es daher 4:0 für die Ilmenauer, die sich nun auf den nächsten Gegner freuen dürfen.

Ilmenauer SV gelingt souveräner Heimsieg gegen TSG Apolda

veröffentlicht um 18.05.2017, 00:08 von Flumior   [ aktualisiert: 18.05.2017, 00:09 ]

Am letzten Spieltag der Saison in der Thüringenliga empfingen die Ilmenauer Schachfreunde die Gäste aus Apolda, die auf ihre beiden Spitzenspieler Cornelius Middelhoff und Roberto Rohmeiß an den Brettern 1 und 2 krankheitsbedingt verzichten mussten. Da kein kurzfristiger Ersatz zur Verfügung stand, entschlossen sich die zu siebt angereisten Gäste Brett 1 nicht zu besetzen, wodurch Großmeister Thomas Pähtz kampflos gewann und die Ilmenauer Schachfreunde bereits zu Beginn mit 1:0 in Führung lagen. Nach drei Stunden Spielzeit zeichneten sich deutliche Vorteile für die stark aufspielenden Ilmenauer an den einzelnen Brettern ab. So konnte Kristoffer Falk an Brett 7 die ungenaue Eröffnungsbehandlung seines Gegners Jürgen Steiger in der geschlossen Variante der Sizilianischen Verteidigung ausnutzen und die Partie durch einen taktischen Kniff zu seinen Gunsten entscheiden (s. Partie). Die Führung wurde durch Albrecht Töpfer mit Schwarz an Brett 5 ausgebaut, der die unkonventionelle Eröffnungsbehandlung von Matthias Schmidt in der Sizilianischen Verteidigung durch energisches Spiel ausnutzen und einen Vorteil durch die exponierte Stellung des weißen Königs erzielen konnte. Diesen münzte er anschließend durch eine geschickte Abwicklung in ein gewonnenes Turmendspiel um. An Brett 8 wuchs Christoph Weigel, der für den verhinderten Axel Möller spielte, über sich hinaus und leistete mit Weiß gegen seinen um 800 Wertungspunkten stärkeren Gegner Klaus-Peter Krug in der Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung hartnäckigen Widerstand. Leider übersah er einen zwischenzeitlichen Figurengewinn und musste letzten Endes mit zunehmender Spielzeit der Routine des Gegners Tribut zollen. An Brett 4 hatte Aleksey Sukaylo mit Weiß nach einer ungenauen Eröffnungsbehandlung von Harald Maiwald alle Trümpfe in der Hand, die er durch eine falsche Vorausberechnung der Variantenbäume wieder aus der Hand gab und in einer komplexen Position mit dynamischen materiellen Ungleichgewicht im weiteren Spielverlauf den falschen Plan verfolgte, wodurch seine Stellung bei knapper Zeit nicht mehr zu verteidigen war und die Gäste auf 3:2 verkürzen konnten. An Brett 2 bewies Sebastian Zehnter mit den weißen Steinen gegen Jens Goemann in der Vorstoßvariante der Französischen Verteidigung Nervenstärke, als er in beiderseitiger Zeitnot ein Remisangebot seines Gegners ablehnte und wenig später durch eine Taktik eine Figur und damit die Partie gewinnen konnte. An Brett 3 konnte Uwe Mehlhorn mit Schwarz gegen Luca Carnot die Ilmenauer 4:2 - Führung durch umsichtiges Spiel zum vorzeitigen Mannschaftssieg veredeln, dessen Höhe durch einen weiteren Sieg von Patrick Rempel an Brett 6 gegen Norbert Römer in der Fianchetto-Variante der Sizilianischen Verteidigung deutlich ausfiel.  Durch diesen 6:2 - Erfolg finden sich die Ilmenauer Schachfreunde nach einer durchwachsenen Saison mit stark fluktuierenden Besetzungen auf einem versöhnlichen dritten Platz in der Tabelle wieder. Aus der Mannschaftsleistung ragen insbesondere die Leistungen von Uwe Mehlhorn und Kristoffer Falk hervor, die mit 6/8 bzw. 8/9 erzielten Punkten ihre Wertungszahlen deutlich verbessern konnten.  In der nächsten Saison gilt es durch eine geschlossene Mannschaftsleistung erneut das Ziel des Aufstiegs in die Oberliga in Angriff zu nehmen.        



Stellung nach dem 14. Zug von Weiß. Wie kann Schwarz seine Position verstärken?

 

Steiger,Jürgen - Falk,Kristoffer

1.e4 c5 2.Sc3 e6 3.g3 d5 4.exd5 exd5 5.d4 cxd4 6.Dxd4 Sf6 7.Le3?! bereits der siebte Zug bringt Weiß in große Schwierigkeiten. [7.Lg5 Le7 8.Lg2= sollte geschehen.] 7...Sc6 8.Da4 Lb4 9.a3? Weiß nimmt ohne Not eine Schwächung der Bauernstruktur in Kauf. Nichts sprach gegen [9.Sge2 0-0 10.Lg2=] 9...Lxc3+ 10.bxc3 0-0 11.Lg2 Te8 12.Se2 Se5 13.Dd4?! Weiß wählt erneut nicht die beste Fortsetzung. [13.0-0 Sc4 14.Sf4 war erforderlich um um den Ausgleich zu kämpfen.] 13...Lg4 14.Sf4 (s. Diagramm) 14...Sf3+ [nach dem starken Zug 14...g5! 15.Se2 Tc8 16.h4 (16.Lxg5 Lxe2-+) 16...Lf3-+ ist das Spiel bereits entschieden.] 15.Lxf3 Lxf3 16.0-0 Dd7 17.h3 Te4 18.Dd3 Tae8 19.Ld4?? ein grober Fehler entscheidet die Partie. 19...Txf4 und Weiß gab auf 0-1


Kraftakt zum Saisonende

veröffentlicht um 17.05.2017, 10:49 von Flumior   [ aktualisiert: 17.05.2017, 10:50 ]

Das hatten die Ilmenauer Schachspieler der 2. Mannschaft in der Bezirksliga  zu Saisonende nicht erwartet. Eine der wertzahlenstärkste Mannschaft musste gegen USV Erfurt gegen den Abstieg kämpfen. In vielen Spielen mussten Spieler in die 1. Mannschaft aufrücken und eigene Ausfälle verkraften. Im vorletzten Spiel gegen Medizin Erfurt III hatte das trotz Konzentration auf die 2. Mannschaft nicht zum Erfolg geführt. Ein Punkt fehlte noch. Der Gegner konnte sich nur durch einen Sieg aus eigener Kraft retten. Endsprechend hart wurde gekämpft. Nach fast drei Stunden gab es den ersten Sieg für Ilmenau durch das Nachwuchstalent Arwid Rauch. Er überspielte den Gegner in einer sehenswerten Partie. Der nächste Sieg folgte bald durch Klaus Leuner, der aus der Eröffnung heraus zwei Bauern gewann und die hartnäckigen Angriffsversuche von Sören Peters abwehren konnte. Am Spitzenbrett konnte Steffen Ortlepp gegen Leonid Kolodny die hartnäckigen Remisangebote auf die Dauer nicht als unbegründet nachweisen. Leichter hatte es da Stefan Schenk, der ein übermotiviertes Läuferopfer von Peter Löwe mit leichter Hand widerlegte. Damit war mit 3,5 Punkten die Basis für den Mannschaftssieg gelegt. Den Sack zu machte dann Pit Döring, der eine sehr gute Saison hatte. Aus einer überlegenen Stellung heraus wickelte er in ein Turmendspiel mit Mehrbauern ab. Das ist immer schwierig zu gewinnen. Michael Stützel half ihm aber und misshandelte das Endspiel. Wolfgang Brandt kämpfte gegen Christian Osterloh lange. Die Stellung gab aber nur ein Remis her. Freude machte lange Zeit auch die Stellung von Osmar Curi Grados gegen Martin Kirchner, den Erfurt wieder reaktiviert hatte und der mit deren höchsten Wertungszahl antrat. Lange sah es mit seinen beiden Türmen gegen die Dame gut aus. Dann musste er aber seiner geringen Spielpraxis Tribut zollen. Erfurt erreichte damit eine Ergebnisverschönerung. Mit dem 5,5 : 2,5 Sieg erreichte Ilmenau noch den 6. Platz. USV Erfurt ist damit Vorletzter und kann nur durch glückliche Umstände auf den Klassenerhalt hoffen. Spannung ist im Schach immer gut. So spannend hätte es aber Ilmenau nicht machen müssen.

Klaus Leuner

Titelsammler Mehlhorn kann es nicht lassen

veröffentlicht um 01.05.2017, 12:21 von Flumior   [ aktualisiert: 01.05.2017, 12:21 ]

In der Zeit mit vielen Feiertagen gibt es auch viele Turniere zu spielen und jeder sucht sich dann so seine Juwelen raus. Während die einen versuchen jedes Turnier mitzunehmen, gehen es andere ruhiger an. Mit Uwe Mehlhorn und Osmar Curi Grados haben sich 2 der fleißigeren Garde zu den Bezirks-Blitzmeisterschaften nach Weimar aufgemacht. Zusammen mit 12 weiteren Spielern ergab sich ein bunter Starterfeld, wobei auch einige eine DWZ >2000 aufweisen konnten. Uwe, für den nur der Sieg zählte, hatte also einige Konkurrenz zu schlagen. Aber auch Osmar musste sich vor keinem verstecken. Entsprechend spannend und verbissen wurde Partie um Partie geführt bis endlich die Sieger gekürt werden durften. Platz 7 mit 7,5 Punkten ging dabei an Osmar, der sich so manchen Punkt gegen die ganz großen Brocken sichern konnte. Dafür ließ er aber auch an anderen Stellen wichtige Zähler liegen. Besser macht das Uwe. Mit 11 Punkten sicherte er sich seinen nächsten Titel mit einem vollen Punkt Vorsprung vor dem Verfolgerfeld bestehend aus 4 Spielern. Wieder einmal also eine ganz starke Leistung von Uwe. Herzlichen Glückwunsch!

Starke Ilmenauer beim Karsten-Krüger und Krause Gedenkturnier

veröffentlicht um 29.04.2017, 08:56 von Flumior

Am 29.04. fand zum mittlerweile 22. Mal das Karsten Krüger und Krause Gedenkturnier statt. Hierbei handelt es sich um ein 5-ründiges Schnellschachturnier, welches durch die gemütliche Stimmung zu überzeugen weiß. Unter den 16 Teilnehmern befanden sich auch 5 Ilmenauer: Kristoffer Falk, Stefan Schenk, Wolfgang Wartig, Frank Winger und Peter Zocher. Nach 3 Stunden lockerem spielen mit viel Freud und Leid, stand schließlich das Ergebnis fest. Matthias Buring konnte sich mit 4,5 Punkten zum wiederholten Male den ersten Platz sichern. Punktgleich, aber mit einer schlechteren Feinwertung auf dem 2. Platz landete Kristoffer. Stefan komplettierte das Treppchen mit 4. Punkten. Peters 3 Punkte wurde mit dem 5. Platz belohnt und rundete das gute Mannschaftsergebnis ab. Frank "der Wikinger" erreichte mit 2 Punkten den 12. Platz, während sich Wolfgang mit 1,5 Punkten auf dem 15. Platz wiederfand. So endete ein entspanntes Turnier mit zufriedenen Ilmenauern.

Arwid Rauch erzielt Top-Ergebnis bei Thüringer Meisterschaft

veröffentlicht um 24.04.2017, 04:45 von Flumior   [ aktualisiert: 24.04.2017, 04:45 ]

Ein Highlight für jeden Jugendlichen ist die Teilnahme an den Thüringer Meisterschaften. In diesem Jahr fand sie vom 20. - 23.04. in dem beschaulichen Dittrichshütte statt. Nachdem er im letzten Jahr in der Altersklasse U14 den Titel holte, war auch Arwid Rauch wieder dabei. Sein Startplatz 6 verriert allerdings auch, dass eine erfolgreiche Titelverteidigung sehr schwer sein würde. Dabei war der Start sehr vielversprechend. In der ersten Runde traf er mit Weiß auf Patrick Gräf aus Saalfeld. Nachdem dieser in der Russischen-Verteidigung jedoch schon früh in der Partie einen Turm einstellte, hatte Arwid keine Mühe den ersten Sieg einzufahren. Am Nachmittag wartete dann Christian Kroh von der TSG Apolda. In einer ruhigeren Variante der Slawischen Verteidigung führte Arwid seine schwarzen Steine etwas besser als sein Gegner und konnte sich so erst einen Bauern einheimsen, um diesen Vorteil dann sicher zu verwerten.
Am zweiten Tag wählte Arwid mit Weiß gegen Thorben Carl Niebur von SV Empor Erfurt die Rossolimo Variante in der Sizilianischen Verteidigung. Sein Gegner war sichtlich überrascht von der Eröffnungswahl, was Arwid jedoch noch nicht zu seinem Vorteil nutzen konnte, sich aber mit der Zeit ein positionelles Übergewicht erarbeitete. Dieser führte schließlich erst zum Gewinn eines Bauern, dann einer Figur und schließlich musste Thorben die Waffen niederlegen. Zu diesem Zeitpunkt lag Arwid schon alleine an der Tabellenspitze. Am Nachmittag brach dann kurz Panik aus, da sowohl er als auch sein Betreuer den Rundenbeginn etwas später erwartet hatten. Arwid kam zwar noch überpünktlich ans Brett, konnte sich aber nicht an die Eröffnungstheorie erinner. Diese bestand nämlich wieder aus der Slawischen Verteidigung; nun aber gegen Götz Böhm ebenfalls von Empor Erfurt. Trotz ziemlich schlechter Stellung kämpfte sich Arwid aber zurück in die Partie und konnte sich gar leichte Vorteile erarbeiten. Dieses Mal reicht es aber nicht zum Sieg und so wurden die Punkte geteilt.
Der dritte Tag begann mit einer absoluten Spitzenpartie, da Arwid noch einmal mit schwarz auf den punktgleichen Aaron Liebold aus Gera traf. In einer seltenen Variante der Italienischen Partie geriet Arwid nie unter Druck verpasste aber seinerseits auch die Chancen auf Sieg zu spielen. Somit endete auch dieses Spiel remis. Damit musste am Nachmittag noch ein voller Punkt her, damit Arwid weiter Chancen auf den Titel hat und tatsächlich wusste Arwid dieses Mal mit Weiß in der Spanischen Eröffnung gegen Daniel Finke (wieder mal Empor Erfurt) zu überzeugen. Vermutlich war er in der entscheidenden Phase der Partie jedoch nicht konzentriert genug und übersah daher einen einfachen Bauerngewinn, der gewiss auch zum Partiegewinn geführt hätte. Stattdessen wickelte Arwid wenig später in ein Turmendspiel ab, welches er beinahe sogar verloren hätte. Da sein Gegner die Chance nicht nutzte, endete das Spiel in einem gerechten Unentschieden. Weil Aaron seinerseits gewinnen konnte, lag Arwid so einen halben Punkt zurück auf dem Platz.
Am Tag der Entscheidungen musste dann Arwid mit Weiß gegen Sebastian Grund aus Saalfeld antreten. Als dieser versuchte Arwid in der Sizilianischen Eröffnung bereits mit dem 2. Zug aus der Bahn zu werfen, beschloss Arwid die Vorbereitung zu vergessen und entwickelte seine eigene Theorie. Scheinbar völlig begeistert neue Züge auszuprobieren, schloß sich sein Gegner glücklicherweise an, wodurch eine Stellung enstand, in der Arwid einen positionellen Vorteil besaß. Währenddessen fertigte Aaron seinen Gegner ziemlich humorlos ab und durfte so verdient mit 6 Punkten den Landesmeistertitel feiern. Womöglich hat dies Arwid ein wenig geärgert, sodass er völlig unverständlich von seiner guten Spielweise abwich und sich bald großer Probleme gegenübersah. Mit einem Qualitätsopfer zog er aber im richtigen Moment die Reißleine und erhielt genügend Kompensation für sein geopfertes Material. Somit endete auch diese Partie etwas glücklich im remis.
Letzten Endes standen damit 5 Punkte zu Buche, was aufgrund seiner starken Gegner für den 2. Platz reichte. Ein Ergebnis das sicherlich zu feiern ist, auch wenn ein wenig Trauer über die verpassten Chancen herrscht. Vielleicht bietet sich ja im nächsten Jahr wieder die Chance alles besser zu machen.

Die vollständigen Ergebnisse sind hier im Ergebnisdienst der Thüringer Schachjugend zu finden. Zudem haben sich die Organisatoren wieder viel Mühe gemacht und Fotos unter anderem auf Facebook veröffentlicht. Vielen Dank für ein tolles Turnier und herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern!

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